Freitag, 31. Januar 2014

Auf zur Hasenjagd!

Ab sofort bei Lidl ... vielleicht könnte man sich immerhin freuen, daß von September bis April kirchliche Feste das Sortiment des Einzelhandels intensiv prägen ... ?!?
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Donnerstag, 30. Januar 2014

Wiedersehen mit Waldkapelle

Gestern und vorgestern überraschte Sonnenschein die Freiburger, und alldieweil die Woche eher ruhig läuft und ich irgendwo aufgeschnappt hatte, dieser Donnerstag gewönne sich ebenfalls wärmende Temperaturen, investierte ich spontan zwei Urlaubstage. Den gleichen Gedanken muß nun Frau Sonne gehegt haben - die ließ sich heute nämlich nicht sehen: 's ist trüb, 's ist trist, aber wenigstens bliebs trocken.
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Ich bin ein Stück aus der Stadt raus nach Waltershofen gefahren und zur Waldkapelle spaziert - in jüngeren Jahres hatte ich dahin einige Male Radtouren unternommen. Das Kirchlein "wacht" quasi über eine etwas schärfere Kurve an der Landstraße zwischen Waltershofen und Umkirch. Bereits für die Zeit vor 1685 ist eine Kapelle an dieser Stelle bezeugt, 1896-1898 errichtete man einen Neubau mit gotischen Formen. Noch bis in die 1950er-Jahre gab es eine Wallfahrt zur Schmerzhaften Gottesmutter; das gotische Vesperbild, in welchem früher Unsere Liebe Frau verehrt wurde, hat man zwischenzeitlich allerdings in Sicherheit gebracht. Es befindet sich heute in der Pfarrkirche.
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Die Kapelle war früher, also zu Beginn der 1980er-Jahre, in einem recht verwahrlosten Zustand. Wind und Wetter pfiffen durch die eingeschlagenen Fenster, alles war verstaubt und angeschmuddelt und im Chörlein residierten drei ramponierte Gipsfiguren. Einmal hatte ich versucht, dem Herz-Jesu-Bild den abgefallenen Gipskopf mit einer Tesafilmbandage anzukleben; beim nächsten Besuch lag der Kopf jedoch wieder neben der Statue. Viele Jahre war ich nun nicht mehr dort, aber irgendwann hat man das kleine Gotteshaus hergerichtet und ein neues Bild der Schmerzhaften Mutter aufgestellt. Weiland hatte ich gern und lang am Glockenstrang gezogen, der von der Decke baumelte. Heute ist er am Chorgitter festgeknotet, "aufgeräumt" - irgendwie schien mir das ein Zeichen, man solle die Finger davon lassen. Vielleicht hätte ich ja doch ...
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Vor diesem Vesperbild kam mir die Ansprache von Benedikt XVI. im Rahmen der Marianischen Vesper zu Etzelsbach im September 2011 in den Sinn; damals wies der Heilige Vater auf die Nähe der Herzen Jesu und Mariä beim Etzelsbacher Gnadenbild hin. "Physiologisch", sozusagen, ist die Pietà in der Waldkapelle zwar ganz anders gestaltet, doch scheinen mir auch hier die Wort Benedikts naheliegend, wenn er sagt, ...
... die Herzen kommen einander nahe. Sie tauschen einander ihre Liebe aus. Wir wissen, daß das Herz auch das Organ der tiefsten Sensibilität für den anderen wie des innigsten Mitgefühls ist. Im Herzen Marias ist Platz für die Liebe, die ihr göttlicher Sohn der Welt schenken will.
Die Marienverehrung konzentriert sich auf die Betrachtung der Beziehung zwischen der Mutter und ihrem göttlichen Sohn. Die Gläubigen haben betend, leidend, dankend und freudig immer wieder neue Aspekte und Attribute gefunden, die uns dieses Geheimnis besser erschließen können, zum Beispiel im Bild des Unbefleckten Herzens Marias als Symbol der tiefen und der vorbehaltlosen Einheit der Liebe mit Christus. Nicht die Selbstverwirklichung, das sich selber Haben- und Machen-Wollen schafft die wahre Entfaltung des Menschen, wie es heute als Leitbild modernen Lebens propagiert wird, das leicht zu einem verfeinerten Egoismus umschlägt. Vielmehr ist es die Haltung der Hingabe, des sich Weggebens, die auf das Herz Marias und damit auf das Herz Christi ausgerichtet ist und auf den Nächsten ausgerichtet ist und so uns erst uns selber finden läßt.

Dienstag, 28. Januar 2014

Vom Geburtstag der heiligen Agnes

Die hl. Agnes - Glasfenster in der
Kirche St. Nikolaus zu Waldau
im Schwarzwald
Stehe uns bei,
allmächtiger Gott, 
die wir das Fest der 
heiligen Agnes zum
anderen Male feiern.
Die am heutigen Tage
das Licht der Welt
erblickte, hast du
mit unaussprechlichen
Gaben ausgezeichnet.
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Das alte Segensgebet aus dem gregorianischen Sakramentar offenbart ein Festmotiv, das wir sonst nur von Unserer Lieben Frau und Johannes dem Täufer kennen: die Hervorhebung der (irdischen) Geburt. Unterstreichen diese Feiern bei der Gottesmutter ihre eigene Unbefleckte Empfängnis im Schoß der hl. Anna und beim Täufer dessen Heiligung im Schoß Elisabeths, so ist es reiner stadtrömischer Freude über Leben und Zeugnis der hl. Agnes geschuldet, daß ihr Kult ebenfalls das Gedenken ihrer Geburt kannte, acht Tage nach ihrem eigentlichen Festtag. Bis heute hat sich in der heiligen Liturgie ein Hinweis auf das alte Fest Sanctæ Agnæ de nativitate in Form einer Commemoratio Sanctæ Agnetis Virginis et Martyris secundo erhalten, welche in der Messe und in den Laudes eingeschoben wird - wenngleich der Tag zwischenzeitlich vom Fest des hl. Petrus Nolascus sein Gepräge erhält.
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Der sel. Ildefons Schuster schreibt über dieses Gedächtnis, Agnes sei eine jener "begnadeten Seelen" gewesen, welche ...
... der Herr durch seine zuvorkommende Gnade im zarten Alter an sich zog. Die Kirche freut sich mit Recht über den Wohlgeruch solcher jungfräulicher Lilien, unter denen das unbefleckte Gotteslamm mit Wohlgefallen weilt. Wie das Blut der Martyrin der fruchtbare Samen neuer Christen ward, so führte das Beispiel ihrer fleckenlosen Reinheit dem göttlichen Bräutigam eine unzählbare Schar jungfräulicher Seelen zu (Liber Sacramentorum. Sechster Band. Dt. Regensburg o.J. [nach 1930] S. 177).
Das Wort, der Kyrios habe Agnes bereits als junges Mädchen an sich gezogen, mag seinen Ursprung in der Überlieferung ihres Lebens und weiteren Nachhall in einer Inschrift des Papstes Damasus nächst der römischen Basilika der hl. Agnes gefunden haben:
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Fama refert sanctos dudum retulisse parentes
Agnen cum lugubres cantus tuba concrepuisset
Nutricis gremium subito liquisse puellam
Sponte trucis calcasse minas rabiemque tyranni ...
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Volkes Stimme meldet, daß einst die heiligen Eltern berichteten,
Agnes sei, als das Signal (zur Verfolgung) erscholl,
geschwind der Obhut ihrer Amme entlaufen und habe aus
eigenem Antrieb der Drohungen und Wut des Tyrannen gespottet ...
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Ihre Fürsprache helfe uns in unserem Kleinmut, den Glauben selbst abseits aller Verfolgung freimütig zu bekennen ... ora pro nobis!

Abgrenzung auf Grün

Zuweilen wähnt man, ein unholder Geist behellige den nach billiger Erholung seufzenden Leib vor der Glotze, sobald man den Finger am Abzug Pardon! an der Fernbedienung habe. Gestern Abend hatte ich alsdann unversehens die österreichische Nachrichtensendung Zeit im Bild (ZIB) auf dem Schirm und die Österreichische Grünen-Frontfrau Dr. Eva Glawischnig vor Augen. Was war passiert?
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Während des Wiener Akademikerballs am vergangenen Freitag, in dessen Rahmen rechtsorientierte Freiheitliche von der FPÖ in der Wiener Hofburg rechtsorientierte Verbindungsstudenten und rechte Freunde rechtsorientierter europäischer Rechtsparteien im rechten Walzertakt das Tanzbein rechts und links schwingen ließen, zogen linke Gegner draußen eine Art Ton-Steine-Scherben-Programm ab, schwangen Mollis und Steine und lieferten sich Scharmützel und Schlimmeres mit der Polizei, gewaltbereite und gewaltige Randale inbegriffen. Sozusagen die Erfüllung des linken Traums, die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen.
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Zu diesem Tanz hatten die Gegner im Internet mobilisiert - auf einer Seite, welche Ihnen von den Jungen Grünen zur Verfügung gestellt wurde und auf der dem Ball ohne Punkt und Komma "Unseren Hass den könnt ihr haben!" angekündigt wurde. Daß Jugendorganisationen gewisser Parteien vor Verstrickungen in linksradikale Zirkel nicht zurückschrecken, kennt man hierzulande hinlänglich, wobei das selbstverständlich immer irgendwie irgendetwas mit dem staatlich geförderten und gefütterten "Aufstand der Anständigen" zu tun und darum über allen Zweifel erhaben zu sein hat. 
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Angesichts der Gewaltorgie rund um die Hofburg bringt ähnlich' Techtelmechtel die österreichischen Grünen aber in die Bredouille; die Europawahl naht und Bilder roter Fahnen und aufmarschierender Antifaschisten in verwüsteten Straßenzügen kommen ungelegen - die Alten riefen die Jungen zur Ordnung, die Jungen maulten und motzen in der Tat und fügten sich in Worten und angeblich könne nun keine Rede von einer Zusammenarbeit mit gewalttätigen Linksextremisten sein und das auch künftig sicher nicht: Die Grünen haben die Demokratie gerettet. Daß sie diese vor sich selbst retten mußten, möchten sie aber nicht laut sagen müssen. Und auf der Seite der Grünen Jugend bedanken sich derweil noch immer die Organisatoren des Hasses für den "Support bei der Demo gestern Abend". Klarer kann man sich nicht abgrenzen, zweifelsohne! (nähere Angaben und Screenshots hier beim Bellfrell).
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Ehe nun Frau Dr. Glawischnig gestern Abend in der ZIB auch nur auf eine der Fragen zu all diesen Vorgängen einzugehen gewillt war, versuchte sie die Vorwürfe mittels einer Art "Heiligsprechung durch die Hintertür" zu marginalisieren: Es sei ja heute, so die Frau Doktor, der Tag der Befreiung von Auschwitz und das gelte es zu betonen und .... 
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Immerhin ließ sich der Moderator die Führung des Gesprächs nicht ganz so leicht aus der Hand nehmen. Doch trotz des Hinweises, das Gedenken werde in der ZIB noch thematisiert, ließ die Grüne nicht locker und versuchte wiederholt, den Gedenktag in den Vordergrund zu rücken, den Fragen zur eigentlichen Sache aber auszuweichen beziehungsweise die sich ergebenden Fragen zu relativieren. Es muß offenkundig eine ziemliche Zumutung sein, sich an einem solchen Tag kritischen Fragen bezüglich des Verhältnisses zwischen der - im "Kampf gegen Rechts" offenbar zu allem und allzeit bereiten - eigenen Parteijugend und linksradikalen Gewalttätern ausgesetzt zu sehen. Da hilft wohl nur noch der Griff zur Notbremse ...
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Auch eine Art, Auschwitz und die Opfer des Nationalsozialismus für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren und auszubeuten ... und die Frau Dr. Glawischnig wurde noch nicht einmal rot dabei. Bemerkenswert.

Montag, 27. Januar 2014

Sententiæ XLVI

Wißt ihr denn nicht, daß nach Gottes Plan und Absicht in den Städten die Kirchen dasselbe sein sollen, was im Meere die Häfen? Daß wir aus den Stürmen und Wirren dieses Lebens uns hierher zurückziehen sollen, um hier der größten Ruhe und Sicherheit zu genießen? Hier hat man nicht zu fürchten die brausende Flut, nicht räuberische Angriffe oder heimtückische Nachstellungen, nicht die Gewalt des Orkans, nicht die Bosheit gefährlicher Raubtiere. Denn ein Hafen ist die Kirche, in welchem man gegen alle diese Gefahren gesichert ist, ein Hafen im geistigen Sinne, ein Hafen für die Seelen! (hl. Johannes Chrysostomus).

Sonntag, 26. Januar 2014

Das BamS!

... heute zum Thema: "Frühlingsherumbotenden Büschen, denen ich nicht ganz über den Weg traue" ...

Samstag, 25. Januar 2014

Zum Start der Bundesliga aus der Winterpause

Gerade bei Michael Klonovsky gelesen:
Wem soll das Bekenntnis eines Fußballers, er sei schwul, etwas nützen? Den Schiedsrichtern? Möchtegern-Spielerfrauen auf dem zeitweiligen Holzweg? Dem Bundestrainer? Den Betroffenen wohl am allerwenigsten. Das hat einen einfachen Grund: Es gibt insgesamt deutlich mehr gegnerische Fans als eigene ... Über das erschütternde Ausmaß der Homosexuellen-Diskriminierung kann sich der Zeitgenosse auf den alljährlichen Christopher Street Days ein Bild machen, sofern er das schwul-lesbische Massenknutschen anlässlich des Papstbesuchs verpasst hat ... Es gibt eine gewisse Klientel, deren Lebensglück und oft auch -unterhalt davon abhängen, dass sie Diskriminierungen aufspürt und anprangert. Diese Lobby will ihre Aufgabe bestätigt sehen, indem sie nachweist, dass die Fankurve „homophob“ ist (so wie die "Mitte" angeblich "extremistisch") und noch unendlich viel erzieherische Arbeit zu tun bleibt ...
Der ganze Kommentar - samt einer Auswahl bezeichnender Leserreaktionen: hier.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Im Kampf gegen Vorurteile

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Bei der Zuteilung der Jahresheiligen wurden mir Leben, Werk und Fürsprache der hl. Klara anempfohlen (hier) - eine Heilige, zu der ich bislang keinen allzu tiefen Bezug fand ... zumal ich nicht gerade viel mit all dem anfangen konnte, was man so, über den Daumen gepeilt, "franziskanische Spiritualität" nennt - oder was immer ich mir darunter eben vorstelle. Mir wabert da recht rasch entweder ein erschauderliches Bild von pragmatische-progressiven Glaubensdissidenten (mit Gitarre) oder aber von erscheinungseffizienten Gospa-Gamern (ebenfalls mit Gitarre) vor dem geistigen Auge herum. Da schafften nicht einmal die Franziskaner von der Immakulata einen traditionsfrohen Ausgleich: Über Jahre festgefressene Vorurteile lassen sich nicht einfach vor die Tür setzen.
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Um der ganzen Sache etwas gehaltvoller auf den Grund zu gehen, habe ich mir nun ein Buch besorgt, zumal mir Braut des Lammes geraten hat, in den Schriften der Heiligen zu stöbern; heute kam's per Post und die hl. Klara möge die Lektüre erleuchtend unterstützen ... ora pro nobis!

Dienstag, 21. Januar 2014

Agitprop vom Tag

Es ist doch immer wieder schön, in der Nähe einer Gesamtschule das ein oder andere Klischee in Sachen Orthodoxie und Orthographie bestätigt zu bekommen ...
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(die Niedriglöhner, die das wieder wegputzen müssen, werden dankbar dazu nicken, da bin ich mir aber sowas von sicher ...)

Montag, 20. Januar 2014

Herold ohne Schutz und Wehr

Der heilige Martyrer Sebastian - Augustiner-Museum, Freiburg
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Einen "Herold ohne Schutz und Wehr" nannte der Dichter Reinhold Schneider den heiligen Martyrer Sebastian, dessen die Ekklesia heute festlich gedenkt, in einem seiner Sonette. Als ich gestern überlegt hatte, wie ich diesem Heiligen Referenz erweisen könnte (Alte-Messe-und-Waffen-Molche müssen den Patronus des Schützenwesens angemessen feiern!), kam mir Schneiders Dichtung in den Sinn  - und also kramte ich das Archiv nach einem schönen Bild dazu durch. Da Sankt Sebastian ein recht populärer Heiliger ist, herrscht in den Kirchen hierzulande kein Mangel an entsprechenden Gemälden und Statuen - Photos davon kann man genug schießen, entsprechend groß war die Auswahl.
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Die obige Darstellung befindet sich heute im Freiburger Augustiner-Museum - leider habe ich keine Angaben dazu notiert. Schneiders Wort vom "Herold ohne Schutz und Wehr" scheint mir jedenfalls in keiner meiner Aufnahmen besser illustriert. In weiteren Punkten setzt die Skulptur freilich andere Akzente als Schneiders Sonett:
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Hören wir im Gedicht Sebastian als einen Gefesselten, so scheint er uns im Bild aus der Marterkulisse heraus frei entgegen zu treten. Auch "drückt die Schmach" hier nicht mehr, "die Pfeile brennen" nicht weiter - jedenfalls sind keine (mehr?) zu sehen -, der Todesstreich scheint bereits vollbracht: Das Bild zeigt uns den Heiligen als Sieger in der Nachfolge und in der Vereinigung mit dem Kyrios durch das Opfer des eigenen Lebens. 
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Vielleicht könnte man sagen: Der Bildhauer ist noch einen Schritt weiter gegangen als der Dichter - aus der Not des Martyriums hinaus in die Herrlichkeit des in Christus vollendeten Menschen. 
"Ich seh' sein Reich in heiliger Ferne tagen" legt Schneider Sebastian auf die Lippen. Und was der Poet ... oder vielleicht besser: Aber was das Poet in seiner Quintessenz bereits deutlich erahnt, bricht sich im Bild triumphal eine Bahn: "Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich". 
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Würden die dürren Äste, welche den Heiligen hinterfangen, nicht den Baum andeuten, an welchem Sebastian gemäß der Überlieferung gemartert worden ist, ich würde das Bildwerk für eine Darstellung des auferstandenen Christus halten, dem irgendwann die Siegesfahne abhanden gekommen sein mag: "Ich werde nicht sterben, sondern leben, und verkünden die Taten des Herrn" (Ps 117, 17) spricht uns dieser Herold zu - und es möge sich das österliche Psalmwort an uns erfüllen, dazu helfe uns Sankt Sebastian mit seiner Fürsprache ... ora pro nobis!
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St. Sebastian
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Die Fessel löst sich nicht. Ich muß ertragen.
Doch steh' ich nicht im irdischen Streite mehr.
Ein andrer König rief mich in sein Heer
Und gab mir Macht, der Erde zu entsagen.
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Ich seh' sein Reich in heiliger Ferne tagen
Und bin sein Herold ohne Schutz und Wehr.
Schwer drückt die Schmach, und das Gebet drückt schwer
Um derer Frieden, die mir Wunden schlagen.
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Doch bin ich's kaum mehr, den die Pfeile brennen
Und den das Seil umschnürt. Ein andrer beugt
In mir sich schützend unterm Todesstreich.
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Mit allen Wunden will ich ihn bekennen,
Der Leidens stummes Bild, das ihn bezeugt.
Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich.
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Reinhold Schneider: Die Sonette von Leben und Zeit, dem Glauben und der Geschichte. Köln und Olten 1954. S. 104.

Höchst Brisantes vom Buchmarkt

Wo lebten eigentlich Jesus und Maria? Der piusverbrüderte Sarto Verlag stellt in seinem Online-Shop bislang unerhörte Thesen zur Debatte - womöglich Frucht einer neuen Privatoffenbarung ("Die Tarnung"?) über das verborgene Leben der Heiligen Familie?
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Screenshot von sarto.de

Sonntag, 19. Januar 2014

Hochzeitsstimmung

Im dreifaltigen Festmysterium der Epiphanie feiert die Ekklesia nicht nur, daß uns Christus als der Kyrios offenbar wird und offenkundig als Sohn des Gottes in unsere Geschichte tritt. Die Epiphanie ist auch das Brautfest der Ekklesia mit dem himmlischen Bräutigam; dies legt uns vor allem die Antiphon zum Benedictus in den Laudes vom 6. Januar nahe:
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Hodie cælesti sponso iuncta est Ecclesia,
quoniam in Iordane lavit Christus eius crimina;
currunt cum muneribus Magi ad regales nuptias,
et ex aqua facto vino lætantur convivæ,
alleluia.

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Heute ist dem himmlischen Bräutigam die Ekklesia vermählt worden,
denn im Jordan abgewaschen hat Christus ihre Sünden;
es eilen mit Geschenken die Weisen zur königlichen Hochzeit
und durch den aus Wasser gewonnenen Wein
werden die Gäste erfreut.
Alleluia.

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Schaut man genauer hin, dann legt uns die heilige Liturgie hier einen geradezu atemberaubenden Gedanken nahe: Die drei Festmysterien - die Taufe im Jordan, die Anbetung der Weisen und die Hochzeit zu Kana - erscheinen als Entfaltungen des Vermählungsaktes zwischen dem Kyrios mit seiner Braut, der Ekklesia: Um dieser Hochzeit willen hat Christus ihre Sünden abgewaschen, zu dieser Hochzeit "eilen mit Geschenken die Weisen", im Rahmen dieser Hochzeit werden die Gäste "durch den aus Wasser gewonnenen Wein" erfreut. 
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Auch wenn es für uns in der Ecclesia militans, der streitenden Ekklesia hier in diesem Aion, nicht immer deutlich wird: "Innerhalb des Kosmos", so ein Wort von Odo Casel OSB, "ist die Ekklesia die erste Blüte, um derentwillen alles andere ins Dasein gerufen wurde" - und wir wurden berufen, daran Anteil zu nehmen ...
Welche Verkehrtheit und welcher Widerspruch ist es fürwahr, daß wir aus Wein Wasser machen, obwohl doch der Herr bei der Hochzeit aus Wasser Wein gemacht hat! Dieser geheimnisvolle Vorgang muß uns doch mahnen und lehren, beim Opfer des Herrn vielmehr Wein darzubringen. Denn weil es bei den Juden an der geistlichen Gnade gefehlt hat, fehlte es auch an Wein. Der Weinberg des Herrn der himmlischen Heerscharen ist nämlich das Haus Israel. Indem aber Christus lehrte und zeigt, daß das Volk der Heiden nachfolgt und daß wir in Zukunft durch das Verdienst des Glaubens an die Stelle gelangen würden, die die Juden verloren hatten, hat er aus Wasser Wein gemacht, das heißt: er hat gezeigt, daß zu der Hochzeit Christi und der Kirche infolge des Säumens der Juden vielmehr das Volk der Heiden zusammenströmen und sich einfinden solle. Denn daß mit dem Wasser die Völker gemeint sind, das beweist die göttliche Schrift in der Offenbarung (17, 15), indem sie sagt: "Die Gewässer, die du gesehen hast, an denen jene Buhlerin sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen der Heiden und Sprachen". (Cyprian von Karthago, Brief 63, 12).

Das BamS!

Das Bild am Sonntag!, glücklich aus dem Archiv gegraben, zeigt heute, warum Obstwiesen bei mir zwingend etwas mit Gebirge zu tun haben und wo ich mal Burgkaplan war (vgl. Text und lutherische Einlassung hier) - Die Ruine der Schneeburg auf dem Schönberg bei Freiburg:
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Samstag, 18. Januar 2014

Happy Solomon

Morgen wird die heilige Liturgie wieder das Evangelium von der Hochzeit zu Kana (Joh 2, 1-11) lesen und damit das dritte Festmysterium der Epiphanie entfalten - zugleich eine schöne Überblendung auf das Herrenjahr in der nun ausklingenden Weihnachtszeit.
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Heute nachmittag hatte ich mir einige Stücke aus Händels Oratorium Solomon angehört, und als ich zum großen Auftakt des zweiten Aktes kam, der mit einem prächtigen "Chor der Israeliten" From the censer curling rise eröffnet wird, kamen mir die vergangenen Weihnachtstage nochmals in den Sinn, und das Hören wurde auch eine Art Dank an den Kyrios, den neuen "Salomo" ...


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From the censer curling rise
Grateful incense to the skies;
Heaven blesses David's throne,
Happy, happy Solomon!
Live, live for ever, pious David's son;
Live, live for ever, mighty Solomon.
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Happy, happy Solomon ... Musik, die Spaß macht, wie ich meine. Im Beibuch zu meiner Einspielung steht übrigens eine deutsche Übersetzung dieses Chorsatzes aus einer Zeit, zu der man fremdsprachige Werke noch sangbar eingedeutscht hat. Ich weiß nicht, ob ich diese Version furchtbar verschmockt oder schon wieder fast genial finden soll - und schreibe Sie deswegen einfach mal in die Kommentarbereich ...

Freitag, 17. Januar 2014

Von Fall zu Fall

Die Versuchung des hl. Antonius - Glasfenster im Chorumgang
des Freiburger Münsters (Original im Augustiner-Museum)
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Wüstenväter scheinen höchst unwirtlich. Sie entzogen sich radikal der Welt und dem damit verbundenen Alltag, weswegen sie als Vorbilder für unser so ganz anders gelagertes Leben kaum zu taugen scheinen. Die Radikalität ihrer Lehren und Ansichten befremdet zuweilen - sie auf unser Leben herunter zu brechen geht hin und wieder mit dem schalen Beigeschmack einher, man verwässerte diese so großer Entsagung entrungenen Worte. Nicht, daß die Rede der Wüstenväter von hochfeinen gedanklichen Gespinsten überzogen wäre, ganz im Gegenteil: Die Botschaften sind oft einfach, klar und eindeutig. Aber sie untergraben gerne die Sicherheiten, die wir im Leben als unabdingbar erachten.
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Wüstenväter gleichen irgendwie den anverwandten Säulenheiligen. Wir schauen zu ihnen auf, bewundern ihre geistliche Ausdauer und hoffen, in ihnen Fürsprecher zu finden. Eine ganz praktische Nachfolge dürfte für die wenigsten aus unseren Reihen in Frage kommen -zumal uns bereits eine "theoretische" Jüngerschaft überfordern könnte. Und es muß ja auch nicht jeder in die Fußstapfen der Säulensteher und der Wüstenväter treten, ganz gleich, wie man sich deren Leben ohne Abstriche ins Heute aktualisiert vorstellen mag. 
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Eine Lösung gibt es zumindest: Sich mit den Worten der Wüstenväter selbst zu beschäftigen (und sich nicht von irgendwelchen Bloggern einreden zu lassen, wie erhaben und unerreichbar das Ideal sei, für das sie eingestanden). Und siehe da - man findet mehr an geistlichem Rat, als man denkt - Worte, ganz nah an unserem Leben.
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Etwa beim heiligen Eremiten Antonius, dem Großen, dessen Fest heute gefeiert wird. Am Beginn der Philokalia, einer der Tradition der Ostkirche entsprungenen Sammlung mit Weisheiten der Väter, finden sich einige Texte, die dem heiligen Antonius zugeschrieben werden. 
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Nehmen wir etwa die folgenden Erwägungen ... wir erfahren ja immer wieder, wie sehr Anspruch und Wirklichkeit in unserem Leben auseinander klaffen und wir im Hin und Her zwischen Gnade und Anfechtung und Heiligkeit und Sünde Dinge tun, die alles konterkarieren, was wir als gut und recht vor Gott erkannt haben:
Wer sich wegen der Natur seines Wesens schwertut, der soll dennoch nicht an sich verzweifeln, soll die gottgefällige und tugendliche Lebensweise weiterhin ernstnehmen und sie nicht als etwas ihm unerreichbar Fernes verachten.
Nein, er soll ständig das zu verwirklichen suchen, was ihm möglich ist, und soll für sich Sorge tragen. Denn auch wenn er nicht die höchste Tugend- und Heilsstufe erreicht, so wird er doch wegen seiner Bemühung und seines Verlangens besser oder wenigstens nicht schlechter. Und dies ist kein geringer Nutzen für die Seele.
Dieser Rat ist, meines Ermessens jedenfalls, auffallend nüchtern. Keine frömmelnde Schwärmerei, kein spirituelles Blingbling - dafür die Feststellung, daß wenigstens "nicht[s] schlechter" werde, und daß selbst das - dieses Minimum - bereits ein "Nutzen für die Seele" sei, von einem ebenso möglichen Fortschreiten ganz zu schweigen. Eine ähnliche Stoßrichtung prägt die folgende Ermunterung:
Wer klug sein will, muß sich unablässig daran erinnern, daß wir Menschen, wenn wir in diesem Leben geringe und vorübergehende Leiden ertragen, dafür nach dem Tode größte Freude und ewig Glückseligkeit genießen.
Wer mit den Leidenschaften ringt und von Gott den Siegespreis erhalten will, soll deshalb nicht verzagen, wenn er zu Fall kommt, und nicht an sich selbst verzweifeln und liegen bleiben; nein, er stehe auf und ringe von neuem und gedenke der Siegerehrung. Und bis zu seinem letzten Atemzug richte er sich von Fall zu Fall wieder auf ...
Daß wir dazu immer wieder die Kraft finden, dazu helfe uns der heilige Einsiedel Antonius mit seiner Fürsprache ... ora pro nobis!

Donnerstag, 16. Januar 2014

Grübelei ...

Wären mehr Priester von Gott bis ins Mark fasziniert und von der herausfordernden Größe ihrer Sendung ergriffen, so hätten ihrer weniger ein dauerhaftes Problem mit dem Zölibat ...

Mittwoch, 15. Januar 2014

Warum wir "Tradis" so einseitig sind

Etwas zum Thema "Tradis" ... die seien doch irgendwie ganz fürchterlich einseitige Katholiken, oft auf Krawall gebürstet, ausdauernd auf liturgische Fragen fixiert und sozial wenig engagiert, vom Einsatz gegen Abtreibung einmal abgesehen.
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Wer nun ein solcher "Tradi" ist, sich aber noch nie mit diesem Argument aus der Trickkiste reformfreudigerer Mitchristen konfrontiert sah, der mag sich selig preisen. Alle anderen mögen zu Trost und Stärkung das hier lesen - und gerne auf die aktuelle Situation anwenden ... an Häresien und Häretikern mangelt es in diesen Tagen ja wahrlich nicht ...
Gewiß ist ein Korn Wahrheit auch in dem Gedanken, den wir uns oft sagen, vielleicht zu oft sagen, daß Schisma, Häresie und Abfall die Kirche reinigen.
"Reinigen"? Vor rund 80 Jahren konnte man sich wahrscheinlich kaum vorstellen, wie viele Häretiker sich heute in der Katholischen Kirche in Deutschland herumtreiben und von der Kirche auch noch dafür bezahlt werden, aber das ist ein anderes Thema. Also weiter: 
Aber diese traurigen Vorkommnisse haben auch ein ganz großes Übel im Gefolge: das Gefühl der Unsicherheit in der Seele mancher Gläubigen.
Wie wahr, wie wahr!
Ferner, und dies wird jeder Theologe zugeben, verliert durch diese Kämpfe mit der Häresie die katholische Lehre etwas von ihrer ausgeglichenen Harmonie. Denn wir haben jetzt in der Mühe des Kampfes und der Abwehr einseitig starkes Gewicht auf eine Wahrheit zu legen, beinahe bis zum Ausschluß anderer nicht weniger wichtiger Wahrheiten. Eine Häresie ist gewöhnlich die Leugnung einer bestimmten Glaubenswahrheit. Der Verteidiger des bedrohten Glaubenssatzes sieht sich infolgedessen gezwungen, der Verteidigung dieser bedrohten Stelle alle Aufmerksamkeit zuzuwenden, beinahe unter Vernachlässigung anderer Punkte. Ein bedeutender Teil der katholischen Glaubenslehre ist dann nicht mehr in ihren Gesamtverhältnissen gesehen, wenn natürlich auch die Lehre als solche durchaus wahr und rechtgläubig bleibt. Genau wie im Kriege, wo die rasch und unregelmäßig aufgeworfenen Schützengräben im Augenblick für das Leben der Kämpfenden eine größere Bedeutung gewinnen als alte, starke Städte im Hinterland.
Ansgar Vornier OSB: Klassischer Katholizismus. Freiburg 1933. S. 2.

Maß und Folge der Indoktrination

... Als Kind habe ich auch öfters Bushido oder ähnliche Rapper gehört und mich gewissermaßen mit den Textinhalten identifiziert. Nicht, weil ich frauen- oder schwulenfeindlich gewesen wäre. Sondern weil mich die Arroganz der Hypermoralischen ankotzte, die mich mit moralischem Zeigefinger über Frauen- und Schwulenfeindlichkeit belehren wollten. Das ist auch ein wesentlicher Grund, warum Sprüche wie „du Schwuchtel“ zu beliebten Schimpfwörtern auf dem Schulhof geworden sind, wie die „Homophobie“-Alarmisten ständig betonen. In der verpönten Adenauer-Zeit gab es solche Schimpfworte ja nicht. Man beachte die historische Reihenfolge: Erst kam die politisch korrekte Psychose, dann kamen die Bushido-Texte und die Etablierung von „Schwuchtel“ als Schimpfwort ...
Aus einem sehr lesenswerten Beitrag auf dem Portal eigentümlich frei über das Maß an Indoktrination und die damit verbundenen totalitären Tendenzen im Rahmen aktueller Debatten (hier).

Dienstag, 14. Januar 2014

Eine Pastoral, welche die Sünde nicht mehr kennt

Ist es bereits ein Ausweis von "Homophobie", wenn ein offenkundig frühpubertierender Jugendlicher zwei Mitschüler beim Duschen photographiert und das Bild mit der Bemerkung "Schwule Schwuchteln beim Duschen" auf Facebook einstellt? Für Pater Klaus Mertes SJ scheint der Fall klar: Aufgrund solcher Vorfälle, die sich tausendfach in deutschen Schulen zutrügen, sei es notwendig, das Thema Homosexualität im Unterricht zu behandeln. Wer im geschilderten Fall keine "Homophobie" erkennen könne, lebe an der gesellschaftlichen Realität vorbei, fügt der Jesuit und Rektor des Kollegs St. Blasien vorsorglich hinzu.
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Was bin ich froh, daß selbst ich der Sache einen homophoben Beigeschmack nicht absprechen mag; schließlich ist eine despektierliche Bezeichnung für homosexuelle Menschen mit im Spiel. Allerdings beschleicht mich der Verdacht, Pater Mertes’ Verdikt, es lebe an der gesellschaftlichen Realitäten vorbei, wer das anders sehe als er, soll sein Argument auch vor jenen schützen, die es recht schwach finden. Also zum Beispiel vor mir.
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Keine Frage – solche Vorfälle gibt es mehr als genug. Nur steckt dahinter meines Ermessens keineswegs "Homophobie" als eines der tragenden Deutungskonzepte, die jeder hat, um die Welt zu unterscheiden, sondern schlicht schlechte Erziehung. Also: Man photographiert nicht Mitschüler in der Dusche. Man stellt solche Bilder alsdann nicht ins Internet. Und man schreibt auch keine beleidigenden Kommentare dazu, egal, welche Minderheit dabei den Kopf hinhalten muß. Liegt das Problem somit nicht ganz woanders? Die von Pater Mertes ausgemachte "Homophobie" ist bestenfalls ein Nebenschauplatz. Um solche Flegeleien auszutreiben, bedarf es jedenfalls keiner schulisch breit angelegten "Homophobie"-Therapie, zumal es – gerade im Bereich bösartiger Agitation und Gewaltausübung entlang des Internets und sozialer Netzwerke – durchaus schlimmere Phänomene gibt. Die sind auch gesellschaftliche Realität, und man kann nur hoffen, daß daran vor lauter aufgeblasenen anderen Problemen nicht vorbeigelebt wird.
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Das war aber nur das Warm-up. Als nächstes nimmt sich Pater Mertes die Online-Petition gegen die Pläne der baden-württembergischen Landesregierung zur Brust, die er, taktisch geschickt, in die Nähe von „Hetzparolen und diffamierenden Blog-Einträgen“ rückt. So hätte er sich gewünscht, die Kirchen hätten diese Position etwas kritischer unter die Lupe genommen, ehe sie sich positionierten, "damit sich auch diejenigen Katholiken und Protestanten repräsentiert fühlen, die bei diesem Thema nicht nach HB-Männchen-Manier sofort in die Luft gehen". 
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Ich bin auch nicht mit allen Phänomen und Abgründen glücklich, die sich bei der gesellschaftlichen Diskussion rund um dieses Thema auftun. Aber ich bin froh, daß es diese Petition überhaupt gibt und sie reichlich Anklang findet. Und ich bin noch viel froher, daß Kirchenleute recht rasch den Mut gefunden haben, relativ eindeutig für das Anliegen dieser Petition Position zu beziehen.
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Hingegen misstraue ich zwischenzeitlich so reformfreudig gestimmten Geistern wie Pater Mertes gewaltig, wenn sie sich einen kritischeren Blickwinkel wünschen. Dieser steht in gewissen Kreisen doch stets dann hoch im Kurs, wenn eine Verzögerungstaktik sinnvoll scheint, um unliebsame Meinungen nach und nach unschädlich zu machen. Da wird ein Thema durch zwanzig Räte und zehn Gremien so lange weggekaut und wieder hochgewürgt, bis alles von möglichst Vielen (Keineswegs von Allen! Nur von den Richtigen!) kritisch beäugt werden konnte, um am Ende einen schleimigen Kompromiss zur Welt zu bringen, in dem sich alle repräsentiert sehen sollen (bis auf die, die man sowieso lieber los wäre) und der vor allem dem Zeitgeist keinen nennenswerten Widerstand mehr leistet.
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Ganz in diesem Sinne fährt P. Mertes dann auch fort: "Und natürlich hat es nichts mit Homophobie zu tun, wenn man einige Punkte des vorgelegten Bildungsplans 2015 kritisch sieht. Darüber wird in Ruhe zu reden sein". Und während in Ruhe geredet wird, schaffen andere Fakten. Ich will nicht über einige Punkte reden, wenn mir die ganze Richtung nicht behagt, und eine solche Fundamentalopposition muß auch ein Pater Mertes aushalten können, ohne diffamierend zu werden. Wenn wir gerade dabei sind: Es geht eben nicht um einige Punkte, die man kritisch sehen könnte. Es geht darum, daß dieses ganze gesellschaftliche Umbauprojekt der rot-grünen Sozialingenieure endlich einen Dämpfer bekommt, daß ein Stoppschild eingerammt wird.
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Mitnichten handelt es sich nämlich bei besagtem Vorhaben der baden-württembergischen Landesregierung um ein Projekt, welches isoliert betrachtet werden könnte. Es schließt an die Unterminierung der naturrechtlichen Grundlage en gros und der Familie en detail an, also an die Schleifung zweier Grundfesten der Gesellschaftsordnung, ein Vorgang, dessen Zeuge wir seit annähernd 40 Jahren sind. Und es ist - Wetten daß? - auch nur eine weitere Station auf dem Weg der Zerschlagung unter Mithilfe einer zunehmend aggressiv eingesetzten Gender-Ideologie, deren letzter Streich der Plan im Ländle gewiß nicht sein wird.
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Glaubt zum Beispiel wirklich jemand, homosexuelle Lobbygruppen würden an den geöffneten Schultoren vorbeigehen? Auf kurz oder lang wird sich ein entsprechendes "Beratungsangebot" herausbilden, "pädagogisch qualifiziert" versteht sich (zum Teil bestehen bereits heute entsprechende Initiativen), unter Umständen alimentiert aus Fördertöpfen der Öffentlichen Hand. Auf kurz oder lang wird entsprechendes "Unterrichtsmaterial" erstellt (und man erahnt aus dem, was heute bereits in Umlauf ist, eine noch weiter gehende Sexualisierung der Kinder). Auf kurz oder lang wird das Alter der zu erfassenden Kinder immer tiefer herabgesetzt (um "Homophobie" bereits in der Krippe zu ersticken). Auf kurz oder lang sind Kinder so weit "aufgeklärt", daß es keines Schutzalters mehr bedarf, denn Sex mit Kindern könne schließlich unterschiedliche Formen annehmen, von denen einige dann auch "einvernehmlich" sein könnten. Letzteres Szenario - natürlich keineswegs nur homosexuell indiziert - scheint gewiß heute noch unvorstellbar, ist aber nicht meine Erfindung (leider weiß ich nicht mehr, wo ich diese Einschätzung aufgeschnappt habe, manche Sachen sollte man wirklich archivieren); ohnehin aber ist zwischenzeitlich im Namen der "sexuellen Befreiung" schon viel möglich geworden, was früheren Generationen Alpträume bereitet hätte. 
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Wohlgemerkt: Früher - ehe man mir vorwirft, ein an der Realität vorbeilebender Nostalgiker zu sein - war gewiß nicht alles besser. Aber heute ist manches schlechter. Früher wurde zum Beispiel auch abgetrieben. Die Umstände waren schrecklich genug, um das Angebot der "Engelmacherinnen" nicht leichtfertig in Anspruch zu nehmen, und das mag man nun so oder so sehen. Vor allem aber kann kaum übersehen werden: Man kam früher nicht auf den Gedanken, das Töten eines Kindes im Mutterleib als "Menschenrecht" deklarieren zu wollen.
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Zurück zu Pater Mertes: Er manövriert alsdann mit dem "christlichen Menschenbild" herum. Nur geht es nicht darum, einem homosexuellen Menschen die Gottesebenbildlichkeit abzusprechen, wie Pater Mertes das unterstellt. Gerade wenn ich vom christlichen Begriff der Gottesebenbildlichkeit ausgehe, muß es das Ziel sein, dem praktizierenden homosexuellen Menschen mit Respekt und in Liebe zu helfen, seine Existenz dieser Gottesebenbildlichkeit wieder anzunähern und die Sünde, die uns alle von Gott entfernt oder ganz trennt, zu überwinden. Das ist der missionarische Dienst, welcher der Ekklesia aufgetragen ist: Die Menschen zu Gott zu führen, damit wir alle, ob homosexuell oder heterosexuell oder bisexuell oder was auch immer, seinem Bild mehr und mehr ähnlich werden. Jeder hat seine eigenen Schwächen, keiner kann sich rühmen, besser zu sein oder heiliger oder frömmer als der andere. Die Herzen kennt nur Gott. Wir haben aber wenigstens einen Überblick über all das, was uns von Gott trennen kann und trennt. Und daraus gilt es Konsequenzen zu ziehen. Diese nun muß der Einzelne für sich selbst ziehen, die Ekklesia aber für alle, auch wenn sie unbequem sein mögen.
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Man könnte noch viel zu diesem Gastbeitrag von Pater Mertes schreiben. Über seine sehr eigene Lesart des Katechismus, der den Respekt gegenüber homosexuellen Menschen mit dem Gutheißen von Homosexualität gleichzusetzen scheint. Der dort, wo man nachhaltig Bedenken gegen die Propagierung homosexueller Lebensentwürfe hegt, gleich Diskriminierung wittert. Ich fühle mich ja auch nicht stante pede diskriminiert, wenn jemand zum Ergebnis kommt, mein Lebensentwurf mit all seinen katholisch-traditionellen Implikationen und Ansichten sei falsch und abwegig. Man könnte über die rosarote Brille noch mehr schreiben, die das Ideal von Ehe und Familie nicht in Gefahr sieht - was zutreffend wäre, betrachtete man das konkrete Thema losgelöst von manch anderen Entwicklungen, zu denen oben bereits einiges gesagt wurde. Man könnte über die romantische Vorstellung von Liebe und Treue bei homosexuellen Paaren sprechen, die Pater Mertes evoziert, die jedoch mit gewissen Gepflogenheiten "in der Szene" eher wenig gemein hat (man spreche nur einmal einen homosexuellen Bekannten des je eigenen Vertrauens darauf an). Ich belasse es allerdings bei einer Einschätzung, die hart klingt, aber um die ich - auch im Blick auf die Frage nach den Geschieden-Wiederverheirateten - mehr und mehr nicht herumkomme ...
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Eine Pastoral, welche die Sünde nicht mehr kennt, mag für dieses Leben sehr angenehm sein, taugt aber nicht für die Ewigkeit.
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Der Beitrag von Pater Mertes kann hier nachgelesen werden.

Montag, 13. Januar 2014

Die Taufe - der Kyrios wird uns offenbar

Taufe Jesu - Darstellung am Hochaltar der Pfarrkirche
 St. Johannes Baptist im badischen Forchheim
... Dieser ist mein geliebter Sohn, er, der in der Tiefe erschien und sich doch vom Schoße des Vaters nicht trennte. Er erschien, nicht: er schien. Denn etwas anderes ist das Scheinen, weil nach dem Scheine der Täufer größer ist als der Täufling. Deshalb sandte der Vater vom Himmel her das heilige Pneuma auf den Täufling. Denn wie in der Arche Noes durch die Taube die Menschenfreundlichkeit Gottes angekündigt wird, so stieg auch jetzt das in Taubengestalt herabkommende Pneuma, gleichsam Ölfrucht tragend, auf den Gezeugten herab. Warum dies? Damit die Zuverlässigkeit der Stimme des Vaters erkannt und die prophetische Voraussage der Urzeit beglaubigt werde. Welche meine ich? Diese: "Stimme des Herrn über den Wassern. Der Gott der Herrlichkeit donnerte, der Herr über vielen Wassern" (Ps 28, 3). Welche Stimme ist das? Diese: "Dieser ist mein geliebter Sohn, den ich erwählt habe". Dieser ist der, der Sohn Josephs genannt wird und der mein Eingeborener ist gemäß der göttlichen Wesenheit.
Dieser ist mein geliebter Sohn, der hungert und Unzählige ernährt, der sich abmüht und doch die sich Abmühenden erquickt, der nichts hat, wohin er sein Haupt legen kann, und doch alles in seiner Hand trägt, der leidet und die Leiden heilt, der geschlagen wird und der Welt Freiheit schenkt, der in die Seite gestochen wird und die Seite Adams wieder aufrichtet ...
Rede auf die heilige Theophanie, von einem unbekannten Verfasser, zugeschrieben Hippolyt von Rom. In: Odo Casel OSB: Mysterium des Kommenden. Paderborn o.J. S. 221.

Sonntag, 12. Januar 2014

Elf Fragen

Mein Lieblings-Lutheraner Wolfram hat mir (da) ein Stöckchen zugeworfen, daran elf Fragen gebunden, die zu beantworten ich mich nun ermuntert sehe. (Was protestantische Pastoren so alles wissen wollen! Und vor allem: Welche Schlüsse ziehen die da draus?) Also los ...
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1. Englischer Rasen, Obstwiese oder Gemüsebeet?
Ganz klar: Obstwiese! Scheint mir der biblischen Imagination des Garten Eden am nächsten. Den englischen Rasen haben die Menschen angelegt, um sich von den Gemüsebeeten zu erholen, die wiederum eine Folge des Sündenfalls sein dürften.
2. Wenn du für ein Vierteljahr ins Mittelalter geschickt würdest, um am Leben einer Burg teilzunehmen, für welche Rolle würdest du dich bewerben? Vom Burgherrn bis zum Latrinenknecht, alles ist möglich.
Bei Burgritterspielen nahm ich bereits in jungen Jahren die Rolle des Burgkaplans für mich in Anspruch. An eines dieser Spiele bei einem Schulausflug auf eine Burgruine kann ich mich noch gut erinnern. Ich erklärte eine Ecke mit einer Art Steintisch zur Burgkapelle und zelebrierte versus Deum. Mehr mag ich jetzt aber nicht verraten ...
3. Nicht jeder Mensch fühlt sich im Burgleben wohl. Wenn du durch die Zeit reisen könntest, welches Land zu welcher Zeit würdest du gern kennenlernen, und welche Rolle würdest du in dieser Zeit ausfüllen?
Da ich kein Abenteurer bin, aber schon immer wissen wollte, wie Freiburg vor der Zerstörung am 27. November 1944 ausgesehen hat, würde ich tatsächlich gerne in die Jahre zuvor zurückreisen, um mir etwa die zerstörte barocke Ausstattung der heute strunzhäßlichen Universitätskirche anzuschauen oder um auf der verbrannten großen Merklin-Orgel der Martinskirche zu spielen oder um meine nach dem Konzil restlos verunstaltete Pfarrkirche im Originalzustand zu erleben und Pfarrer Carl Kistner zu treffen, der ungemein viel für die Menschen hier im Stadtteil (das "rote Haslach") unternommen hat. Womöglich könnte ich zudem einen Blick in das Leben meiner Altvorderen werfen? Und meinem Vater zur Erstkommunion (das müsste so 1943/44 gewesen sein) einen Fußball schenken, der vielleicht etwas länger gehalten hätte als das offenbar schlecht verarbeitete Kriegsmodell, das er damals geschenkt bekam. In welcher Rolle? Gehen wir mal vom Burgkaplan aus ... dann also: Pfarrherr irgendwo im nahen Umland. Das schüfe auch die Gelegenheit, mir selbst eine Editio Lacensis des Missale Romanum zu beschaffen (und den Fußball, aber den brächte ich vielleicht besser aus dem Heute mit).
4. Welches Haustier teilt dein Leben?
Spinnen. Also keine, die ich extra in Terrarien halte, sondern solche, die meine Gesellschaft einfach so in Anspruch nehmen. Solange sie ein gewisses Maß nicht überschreiten. Sind sie zu groß und fett, fange ich sie ein und setze sie draußen aus. Dann gibt es noch Grusula, die Taube, die regelmäßig mit ihrem Gatten vor meinem Küchenfenster aufkreuzt. Die beiden haben zwischenzeitlich kapiert, daß sie auf dem Fensterbrett nicht gerne gesehen sind, sich aber bei der Dachrinne unterhalb des Mansardendaches aufhalten dürfen und gelegentlich sogar etwas zu fressen bekommen. Wenngleich keine Haustiere im strengen Sinn, werden sie aufgrund ihrer (hin und wieder etwas nervigen) Anhänglichkeit zwischenzeitlich dem Hausstand zugehörig gezählt.
5. Kannst du dir vorstellen, tägliche Wegstrecken mit dem Fahrrad zurückzulegen?
Ja. Schließlich habe ich mich eckig genug angestellt, bis ich Fahrrad fahren konnte. Selbst die Stützräder, die mir mein Vater an das Kinderrad montierte, waren mir suspekt. Die mithin doch erworbene Fähigkeit sollte man also eigentlich nutzen; eigentlich ... denn derzeit habe ich kein Fahrrad.
6. Wohne am Meer – oder doch lieber im Gebirge? Oder ganz woanders?
Da ich bereits für "Obstwiese" gestimmt habe, liegt mir das Gebirge näher. Am Meer finden sich wahrscheinlich eher Salzwiesen. Ergo: Gebirge passt. 
7. Und wo machst du Urlaub?
Ich war schon lang nicht mehr am Meer ... ein Globetrotter bin ich ohnehin nicht. Eine schöne Landschaft (mit Gebirge) habe ich vor der Haustür. Wenn ich (selten) verreise, dann meist im Rahmen von Städtetouren, zuletzt stand Berlin auf dem Programm. Aber das ist auch schon eine Weile her.
8. In welcher Sprache (oder welchen Sprachen) denkst du?
In den Obliegenheiten des Alltags: in Deutsch. Darüber hinaus versuche ich mit Gottes Hilfe und mehr oder minder großem Erfolg, die Sprache von 1 Kor 13,1 zu üben; oft komme ich über das Buchstabieren leider nicht hinaus. 
9. Falls du in mehreren Sprachen denkst: in welcher Sprache rechnest du?
(hoffentlich in einer, die mir im Gericht gut angerechnet wird ...)
10. Kreuzfahrtschiff mit 1000 Passagieren – oder einsame Insel?
Hängt von der Dauer der Kreuzfahrt ab ... im Zweifelsfall also eher die einsame Insel. Schon Seneca riet: Meide die Menge! 
11. Nenne eine Eigenschaft, die keinem Menschen fehlen sollte.
Die Sehnsucht nach Gott - ein Anfang ...
Nun denn, vielleicht will ja noch jemand sonst Wolframs Fragen aufgreifen ... 

Das BamS!

Heute zum Fest der Heiligen Familie ... aus der Pfarrkirche von Yach. 


Samstag, 11. Januar 2014

Groll am ... Abend: Wenn's stinkt

Wie notwendig es sei, Homosexualität in der Schule zu thematisieren, gibt heute die Badische Zeitung (hier) zu wissen vor, seit sie einen Blick in den Kommentarbereich jener Petition geworfen habe, die sich gegen die Pläne der Landesregierung von Baden-Württemberg ausspricht: 
Was da im Kommentarteil an Unterstellungen, Warnungen und Schmähungen zu lesen ist, zeigt, wie viele in Homosexualität immer noch etwas sehen, das entweder an den Pranger oder ins Schmuddelversteck gehört. Gleichgeschlechtliche Liebe ist aber nicht Mangel oder Makel, sondern Menschenrecht.
Aha. Menschenrecht ... Menschenwürde ... Freiheit ... Gleichheit vor dem Gesetz ... schwuler Sex: Die ganz große Nummer - für eine Sexualoption, bei der ein Nachweis genetischer Bedingtheit bislang nicht erbracht ist, bei der aber nicht wenig dafür spricht, daß es sich dabei eher um eine Folge psychologischer Weichenstellungen in einer nicht zu eng zu bemessenden Entwicklungsphase von Kindern und Jugendlichen handelt, die neurotische Züge annehmen kann und zuweilen annimmt. Ob man das im Unterricht auch anzusprechen gedenkt?
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Und was diese "Unterstellungen, Warnungen und Schmähungen" betrifft - vielleicht sollte sich unser Qualitätsjournalismus einmal die Frage stellen, ob die Mehrheit nicht langsam die Schnauze voll davon hat, wenn sie regelmäßig mit der Agenda der LGBT-Lobby besch(w)ult wird? Wenn sie zu oft den üblich-verdächtigen Kommentarquark eingelöffelt oder zum Frühstück am Samstag manipulative Leitartikel serviert bekommt, in denen durch geschickte Kombination fehlerhafter Interpretationen und fragwürdiger Behauptungen eine Logik vorgetäuscht wird, wo keine ist? Oder wenn jeder Furz von Beck & Co. in Sachen Homosexualität als weltbewegende bis welterschütternde Nachricht untergejubelt wird ... dann sollte man sich nicht wundern, wenn das Thema den Menschen irgendwann gehörig stinkt.

Dienstag, 7. Januar 2014

Linke beschmieren Kirche

Seit Jahren findet zur Adventszeit in der Freiburger Pfarrkirche St. Barbara ein Benefizkonzert des Luftwaffenmusikcorps II zugunsten karitativer Vorhaben der Pfarrei und des Soldatenhilfswerkes statt. 
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Im vorvergangenen Jahr nahmen erstmals linke Gruppierungen den Auftritt des Karlsruher Bundeswehr-Ensembles ins Visier und schürten die Stimmung unter ihren Gesinnungsbütteln soweit, daß die Veranstaltung quasi nur unter Polizeischutz durchgeführt werden konnte. Eine linksradikale Infoseite bietet einen Rückblick auf diese Aktionen und das ganze hohle und verlogene Pathos auf, welches man aus diesen Kreisen nur zu gut kennt ...
Bereits im letzten Jahr hatten wir uns dazu entschlossen, diese als Kulturveranstaltung getarnte Propaganda für den nächsten Krieg nicht länger hinzunehmen. Nach einer entschlossenen Mobilisierungphase demonstrierten wir mit Die-Ins, Kriegsgeräuschen, Samba-Band, Transparenten, Schildern, einem Leopoard-Panzer aus Holz, dem Aufhängen der gesammelten Unterschriften, einem Redebeitrag und Parolen vor und während des Konzerts und machten die Bevölkerung auf die wahren Hintergründe dieser Veranstaltung aufmerksam. Auch in diesem Jahr sind wir nicht weniger entschlossen, den Protest in die Öffentlichkeit zu tragen und der Kriegswerbung die Stirn zu bieten.
Ähnlich also im vergangenen Advent - wobei die linken Genossen diesmal noch intensiver mobilisierten. Das Spektrum reichte dabei von der SED-Folgepartei DieLinke und deren Freiburger Kommunalvariante über Verstrickungen der Gewerkschaft verdi bis hin zur DKP und noch tiefer in linksextreme Strukturen hinein; auch jene selbsternannten "Antifaschisten", die regelmäßig applaudieren, wenn es in Kirchen zu Brandstiftungen (oder auch Bombenattentaten) kommt (vgl. hier), reihten sich an vorderster Front ein. Dort rief man dann auch unter der Überschrift Jusqu’à ce que la Sainte Barbe illumine ("Bis auch Sankt Barbara brennt")  zu Protesten gegen das Konzert auf.
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Zum Jahresende wurde die Kirche und umliegende Bauten der Pfarrei umfangreich mit Parolen beschmiert, die in eindeutigem Zusammenhang mit dem Konzert und den begleitenden Protesten stehen; die Badische Zeitung berichtet hier. Der Täter wird man kaum habhaft werden, denn die linke und linksextreme Freiburger Camarilla hält wie Pech und Schwefel zusammen und sorgt für eine gute Lebensgrundlage entsprechender Strukturen, die zum Teil mit Steuergeldern "unterstützt" werden. Unzweifelhaft würden sich dort selbst dann Claqueure finden, wenn es eines Tages wirklich brennt ... wie einst in den Synagogen.

Montag, 6. Januar 2014

Vom Stern von Bethlehem

Die Huldigung der Weisen - Wandbild in der
Zürcher Liebfrauenkirche

Wir haben seinen Stern im Osten gesehen
und sind gekommen,
ihn anzubeten!
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(Mt 2, 2)
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Der Stern von Bethlehem beschäftigt immer wieder einmal die Gemüter. Gab es ihn, diesen einen, diesen ganz bestimmten Stern? Die Astronomie, die quasi den "irdischen" Himmel in Augenschein nimmt, verneint dies. Eine Planetenkonstellation, so einige Forscher, wäre aber denkbar, die man im Orient mit der Geburt eines besonderen Königs in Verbindung gebracht und welche die Weisen auf ihren Weg in das jüdische Land geführt habe.
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Ich stehe diesen Und die Bibel hat doch recht-Erklärungen leicht skeptisch gegenüber; sie riechen gerne ein wenig danach, Gottes Handeln mit all seinen Möglichkeiten in das Korsett einer naturwissenschaftlichen Vertretbarkeit zu zwingen. Die Planetenkonstellation wird es gegeben haben, denn die Weisen zogen nicht ziel- und ahnungslos in die Fremde: Sie suchten etwas, das in ihren Überlieferungen eingeschrieben war und das ihnen im Lauf der Gestirne als bevorstehend angekündigt wurde.
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Ich glaube aber nicht, daß eine Planetenkonstellation der Kern dessen gewesen ist, was wir den Stern von Bethlehem nennen. Denn ich glaube an die Möglichkeit Gottes, den Weisen ein besonderes Zeichen gegeben zu haben, ein Zeichen, welches diese in ihren Augen als einen Stern erkannten: Jenes Zeichen, von dem auch berichtet wird, es sei den Weisen erneut ins Auge gefallen, nachdem sie Herodes nach jenem königlichen Kind befragt hatten, um dessentwillen sie nach Jerusalem gekommen sind: Et ecce stella, quam viderant in oriente schreibt das Evangelium ... plötzlich und geradezu überraschend sehen sie wieder dieses Zeichen: "Und schaut! Der Stern, den sie im Osten gesehen hatten, wanderte ihnen (wieder) voran, bis er an den Ort kam und stehen blieb, wo der Knabe war. Da sie aber den Stern sahen, wurden sie erfreut mit überaus großer Freude ... gavisi sunt gaudio magno valde" (Mt 2, 9 f.). 
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Unseren Augen erscheint heute in der Regel kein besonderer Stern. Aber ich wünsche uns allen am heutigen Tag, das wir wenigstens die vielfachen Konstellationen in unseren Lebenkreisen erkennen, die uns auf das verweisen mögen, was Gott verheißen hat. In diesem Sinn allen hier ein gesegnetes Hochfest der Epiphanie unseres Kyrios Christus!

Sonntag, 5. Januar 2014

Das BamS!

... bringt mich angesichts eines Deckenbildes in der Breitnauer Pfarrkirche St. Johannes Baptist und der zeitlichen Nähe des heutigen Festes vom heiligsten Namen Jesu zum morgigen Hochfest Epiphanie auf eine irgendwie strunzdumme, aber dennoch nicht ganz abwegige Assoziation, die dann ausgerechnet noch DJ Ötzi ins Spiel bringt - na dann: Einen Stern, der deinen Namen trägt ... den lasse uns, o Jesus, ohn' Unterlass in dieser Weltzeit schauen! 


Sententiæ XLV

Und das Weihnachtsfest der Kirche Jesu Christi? Gewiß ist der Herr bei den Seinen "alle Tage bis ans Ende der Weltzeit". Gewiß ist er gegenwärtig im verkündigten Wort und im vollzogenen Sakrament. Darum geht es jetzt nicht. Es geht um etwas anderes. Es geht um die Frage, ob die Seinen auch bei Ihm sind; ob sie die Botschaft annehmen und aufnehmen; ob sie das große Geheimnis empfangen und nachbilden; ob sie die Weihnacht "hören und bewahren" (Theoderich Kampmann).

Freitag, 3. Januar 2014

Die Jahresheilige und ein Schriftwort für 2014

Als ich nach meinem Besuch der ehemaligen Abteikirche St. Maria in Gengenbach die Ausbeute dieser sakralen Fotosafari auf meinen Rechner gezogen habe, wurde die nebenstehende Heilige als Juliana von Lüttich eingeordnet, jene Ordensfrau, deren Eingebungen wir das Fronleichnamsfest verdanken. Die Zuordnung war freilich falsch, denn es handelt sich natürlich um die heilige Klara; zumindest der franziskanische Habit unter dem Mantel hätte mich stutzig machen können. Den eucharistischen Herrn in der Monstranz gegen die Feinde erhoben soll Klara, wie die Legende weis, die gegen ihr Kloster anstürmenden Sarazenen in die Flucht geschlagen haben.
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Die virtuelle Heiligenlotterie bei Kirche in Not (hier) hat mir für dieses Jahr die heilige Klara zugelost. Wurde mit dem heiligen Benedikt im vergangenen Jahr ein Leitbild empfohlen, das mir ohnehin schon nahe lag, so muß ich die heilige Klara in der Tat jetzt erst einmal für mich entdecken - denn daß man bei einem Glasfenster eher an Juliana als an die sonst weitaus populärere Klara denkt, verrät ja auch schon ein wenig etwas über persönliche Bezüge und Prägungen.
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Beide heilige Ordensfrauen verbindet freilich die Ermunterung, die mir durch die Wahl der heiligen Klara mit auf den Weg durch dieses Jahr gegeben worden ist: Unseren in der heiligen Eucharistie gegenwärtigen Kyrios in die Mitte des Lebens zu rücken. Sehr passend das Wort, das ich auf der Seite mit den Schriftzitaten (hier) gezogen habe: 
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"Ja, so spricht der Herr zum Haus Israel: Sucht mich, 
dann werdet ihr leben" (Amos 5, 4).
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Mittwoch, 1. Januar 2014

Zuerst mal ...


Gottes Segen walte über diesem Jahr 2014!
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In diesem Zusammenhang weise ich darauf hin, daß es sich bei obiger Dame, im Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg erspäht, um Frau Astronomia handelt und nicht um Madame Tessier oder um Aura-Uschi von Astroglotz. Was dieses Jahr bringt, steht mitnichten in den Sternen, liegt aber in der Hand dessen, der die Sterne heraufgeführt hat. Und so schauen wir empor in den Kosmos, in die geschmückten Himmelsgewölbe und vertrauen unserem Gott dieses Jahr an. In diesem Sinne: Alles Gute!