Montag, 30. Dezember 2013

Vom Rück-, Hin- und Vorblicken

Einige weihnachtliche Gedanken, die mir dieser Tage unter die Augen gekommen sind; sozusagen die Auflösung der Spannung, die das zweifache adventlichen Harren begleitet, insofern es ein Harren auf das Weihnachtsfest einerseits und andererseits auch Wachen auf die Wiederkunft des Kyrios ist - und zudem ein Impuls, wenn man in diesen Tagen Vergangenes und Kommendes ohnehin in den Blick nimmt ...
Das geschichtliche Ereignis, im göttlichen Kinde verleiblicht, weist aber zugleich in die Zukunft. "Heute wißt ihr: Der Herr kommt, uns zu erlösen, und morgen schaut ihr Seine Herrlichkeit". Aus der Anamnese wird Prophetie, aus der rückschauenden Erinnerung wird vorschauende Verkündigung. Das geschichtliche Begebnis verwandelt sich mit anderen Worten vor unseren geistigen Augen in die eschatologische, das heißt in die endzeitliche Herrlichkeit.
Denn das Kind in der Krippe, das zur Weihnacht erinnert wird, ist der Erlöser der Welt. Ist jener Eine und Einzige, der unter uns lebte und wirkte, der durch den Tod in die Auferstehung schritt und durch die Auferstehung in die Herrlichkeit. Jesus Christus, Alpha und Omega, der Anfang und das Ende. Wie ihn Stephanus, der weihnachtliche Erstzeuge, sterbend geschaut: "Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn stehen zur Rechten Gottes!"
Dies aber ist einfach großartig! Derselbe Messias, der heraufsteigt aus den Tiefen der Geschichte, der herabsteigt aus den Höhen des Himmels, derselbe Messias kommt uns entgegen vom fernen Horizont her aller Geschichte. Er schreitet auf uns zu aus seiner eschatologischen Herrlichkeit. Und wiederum wir, Gläubige und Abseitige, Menschen aller Zonen und Zeiten, wir pilgern ihm entgegen. "Richtet euch auf und hebt eure Köpfe, denn eure Erlösung kommt heran!"
Weihnachten feiern bedeutet also nicht nur, sich erinnern, es bedeutet auch, vorauszuschauen. Das lebendig Erinnerte aber und das gläubig Erwartete werden zur Einheit gebunden in der Festfeier der christlichen Kirche. Anders gesagt: Die geschichtliche Einmaligkeit und die eschatologische Endgültigkeit werden pralle Gegenwärtigkeit im lebendig vollzogenen Christtagsgeheimnis. "Heute wißt ihr: Der Herr kommt, uns zu erlösen, und morgen schaut ihr seine Herrlichkeit". 
Theoderich Kampmann: Licht in der Nacht. Die adventlich-weihnachtliche Botschaft. München 1963. S. 72.

Sonntag, 29. Dezember 2013

Das BamS!

Vom einem Zeichen, dem widersprochen werden wird, spricht das Evangelium des heutigen Sonntags in der Oktav von Weihnachten (vgl. Lk 2, 34) . Dieser Widerspruch betrifft auch uns - in zweifacher Weise: Wir stoßen uns am Kyrios, wo ihm zu folgen uns schwerfällt, und andere stoßen sich an uns, wenn wir uns dann doch in dessen Nachfolge stellen. Wobei wir verhältnismäßig unangefochten in diese Nachfolge treten und unseren Glauben leben können; für nicht wenige Christen auf der Welt ist dies nicht der Fall ... Maria mit dem Kind auf der Flucht - Relief an einem Seitenaltar der Stadtkirche St. Laurentius zu Kenzingen.
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Mittwoch, 25. Dezember 2013

Ein Gruß euch allen zur Heiligen Nacht!

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GOTT
MENSCH GEWORDEN FÜR UNS
SCHENKE EUCH
SEINEN SEGEN UND SEINEN FRIEDEN!
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ALLEN FROHE UND GESEGNETE WEIHNACHTEN!
Als Gott die Sehnsucht der Völker erfüllte und als er die Verheißungen seiner eigenen Propheten zur Tat werden ließ, da war es ganz anders, als die Menschen es sich gedacht hatten. Gottes Gedanken sind ja immer ganz anders als Menschensinnen. Sie bleiben zunächst scheinbar dahinter zurück, in der Tat aber übertreffen sie es um Himmelslänge.
Gott kam als Mensch und offenbarte seine Menschenliebe im Antlitz eines Menschen, zunächst eines Kindes. Er kam nicht in schrecklicher Majestät, in weltüberflutendem Licht, in offenbarer Macht und Herrlichkeit. Er kam in Schwäche und Ohnmacht, je in Verachtung und Verlassenheit. Er kam verborgen, er kam nicht, um seine Allmacht zu offenbaren, auch nicht, um Weisheit aufleuchten zu lassen, nicht, um die Bösen zu richten und der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen und damit ein Gottesreich in der Welt aufzurichten.
Nein, er kam, um die göttliche Agape, das heißt, die sich selbst verschenkende Liebe, wie sie nur in Gott ist, zu offenbaren. Das ist die höchste Mysterienweisheit des Christentums: Gott ist Agape, und diese Agape ist uns aufgeleuchtet im Antlitz eines Menschen, des gütigten, selbstlosesten, liebevollsten, opferbereitesten aller Menschen (Odo Casel OSB).

Weihnachtskrippe in der Pfarrkirche St. Nikolaus
zu Elzach im Elztal

Montag, 23. Dezember 2013

O EMMANUEL

O EMMANUEL
Rex et legifer noster,
exspectatio Gentium,
et Salvator earum:
VENI
ad salvandum nos,
Domine, Deus noster.
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O Emmanuel, Gott - mit uns,
unser König und Gesetzgeber,
Erwartung aller Geschlechter
und deren Heiland:
Komm,
uns heil zu machen,
Herr, unser Gott!
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Du
Weisheit
Adonai
Sproß aus Jesse
Schlüssel Davids
Sonne der Gerechtigkeit
König aller Geschlechter

Du
unser Gott, 
der unter uns lebt,
geboren aus deiner unversehrten Magd,
gedeutet von einem Stern,
verkündet durch den Engel
und von den Engeln besungen,
umspielt von Hirten
und verehrt von den Weisen
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Du
unser Gott,
geboren als Mensch
und als Mensch unter uns
und Mensch für uns
und mit uns Mensch
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Du
mit uns,
Gott
bei uns
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Du
mein Herr und mein Gott!
Du bei mir?
.
Du
bei uns und
Du
bei mir -
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VENI KYRIE CHRISTE

Sonntag, 22. Dezember 2013

Altes Gotteslob - was nun?

Offenbar hat man auch bei Edeka ("Wir lieben Lebensmittel") Wind davon bekommen, daß die Katholische Kirche ein neues Gesangbuch auf den Markt wirft. Nicht, daß man jetzt das neue Gotteslob in der Schiene Gut&Günstig auch verticken oder in die Produktlinie Edeka Selection integrieren würde - vielmehr wurde überdacht, was man mit den ausrangierten Vorgänger-Exemplaren sinnvoll anstellen könnte. Das Ergebnis: Basteln! Was und Wie steht im aktuellen Werbeblatt ....

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Deutlich auszumachen sind vor allem in der linken Hälfte des Engels die Lieder 559 Mein schönste Zier und Kleinod bist und 560 Gelobt seist du, Herr Jesus Christ. Rechts davon dürfte die Nummer 643 O Jesu Christe, wahres Licht "veredelt" oder genauer: verengelt worden sein, darüber 642 Eine große Stadt ersteht ... Wie man sieht - und auch bei Edeka erkannt hat: Das Gotteslob ist ein wesentlicher Teil des Engelwesens.

O REX GENTIUM

O REX GENTIUM
et desideratus earum,
lapisque angularis,
qui facis utraque unum:
VENI
et salva hominem,
quem de limo formasti.
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O König über alle Geschlechter,
von diesen ersehnt,
und Eckstein,
der du Geschiedenes verbindest:
Komm
und mache heil den Menschen,
den aus Lehm du gebildet.
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Was alles trennt mich nicht
von dir, mein Gott?
Was alles trennt mich nicht
von meinen Brüdern?
Was alles trennt mich nicht
von deiner Schöpfung, Gott,
wie du sie urgeschaffen
und gebildet und geweckt
durch Geist und Werde?
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Die eine Schuld trennt,
die dein Werk befrißt
und sucht, zu löschen jeden Sinn,
und zeugt sich fort
in Sünde, neuer Schuld
stets weiter
seit dem ersten Fall
und trennt 
und birst inzwei
was du ineins geführt.
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Der Riß reicht tief
ins Wesen mir 
und immer
dräut Gefahr, daß alles
hoffnungslos zerbricht
im Schwanken durch die Welt,
wenn nicht gesetzt ein Stein,
der mich und alles trägt
und sichert meiner Tage Haus.
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Verbinde, was getrennt,
so bitte ich,
verbinde ganz mich Dir
und laß in Dir verbunden
mich der Welt, wie du sie
führst in deinem Plan des Heils:
So mag ich Teil sein deiner Ewigkeit,
im Chor zu deinem Dienst.
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Der du nicht scheutest, selber Lehm zu sein,
bereite mich und forme durch dein Kommen.
Du König über uns, aus uns genommen -
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VENI KYRIE CHRISTE

Das BamS!

Heute im Doppelpack aus dem Theobalds-Münster zu Thann im Elsaß: Lesen lernen bei der heiligen Mutter Anna (auch als Nachhilfe für jene, die heute beim Gesang der Communio nicht aufgepaßt haben) ...
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Samstag, 21. Dezember 2013

O ORIENS

O ORIENS
splendor lucis æternæ
et sol justitiæ:
VENI
et illumina sedentes in tenebris
et umbra mortis!
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O Licht, strahlend im Aufgang,
Glanz ewigen Lichtes
und Sonne der Gerechtigkeit:
Komm
und erleuchte, die im Dunkel sitzen
und im Schatten des Todes!

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Wie soll ich, Gott,
dich schauen,
wenn ich schon mich selbst nicht 
kennen kann, 
und wenn das Bild, das du in mich gelegt,
dein Ebenbild,
nur spiegelgleich, doch rätselhaft erscheint,
Gestalt gewinnt nur wie durch 
trübes Glas?
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Dein Licht ist gut.
Doch liebe ich das Dunkel dann und wann.
Ja, stelle ich nicht manches in die Flucht,
durch welche sich dein Licht
den Weg zu bahnen sucht?
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Scheint nicht auch vieles hell,
was nicht von deinem Lichte rührt -
der Glanz der Welt
und des Versuchers Pracht,
der Kitzel des Boulevards,
der seine Rechnung ohne 
dich gemacht?
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Lass schauen mich die Schönheit
deines Rats:
Das ich mich finde nur in dir 
und du aus Liebe drum 
mich, dein Geschöpf, dir zu gewinnen suchst.
Ich bitte: Schenke mir das Licht,
das du mir werden willst von Anfang her
und das mir leuchten soll zur Ewigkeit.
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So steige nun herab, vertreibe meine Schatten,
bereite mich, mach licht mich für dein Kommen.
Du Licht des neuen Morgens, strahle auf -
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VENI KYRIE CHRISTE

Freitag, 20. Dezember 2013

O CLAVIS DAVID

O CLAVIS DAVID
et sceptrum domus Israel:
qui aperis, et nemo claudit;
claudis, et nemo aperit:
VENI
et educ vinctum de domo carceris,
sedentem in tenebris!

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O Schlüssel Davids
und Zepter des Hauses Israels,
der du öffnest, und niemand schließet -
und schließest, und niemand öffnet:
Komm
und führe den Gefesselten, der im Schatten
des Todes sitzt, aus dem Kerker.
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Mein Los liegt in deiner Hand ...
am Ende,
wenn Gewalt du übst,
das Urteil verkündest
und sprichst das Wort
der Wahrheit,
jener letzten Wahrheit,
die jede Regung kennt und jeden Gedanken,
jede Verkettung und Fessel 
und jeden Schlag dieses Herzens,
die Wahrheit,
die hinabsteigt in die Tiefe der Seelen
und die Wunden schaut deiner Geschöpfe:
jede Wunde gleich einem Geschwulst,
das gut ist zu heilen
oder böser Natur ohne Hoffnung.
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Führe mich dann
aus dem Schatten des Todes,
des ewigen, 
in das Licht deines Tages
empor aus dem Kerker,
heraus aus der Schuld.
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Und rühre schon heute
mich an
mit dem Zepter der Gnade
und löse die krümmende Fessel,
auf daß ich
mich aufrichte - bereit, 
dir zu folgen, wenn du mich rufst
und aufschließen willst das 
Tor zum Leben.
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Der du Gnade schenken kannst,
erschließe dich mir gnädig in deinem Kommen.
Du Schlüssel Davids, öffne mich deiner Liebe -
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VENI KYRIE CHRISTE

Donnerstag, 19. Dezember 2013

O RADIX JESSE

O RADIX JESSE
qui stas in signum populorum,
super quem continebunt reges os suum,
quem gentes deprecabuntur:
VENI 
ad liberandum nos, iam noli tardare!
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O Sproß aus Jesse,
der du gesetzt bist den Völkern zum Zeichen,
vor dem Könige ihren Mund zügeln
und den die Völker anrufen werden:
Komm
uns zu befreien und zögere nicht länger!

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Wie leicht würde ich glauben,
sähe ich nur Zeichen mit eigenen Augen
und wäre Zeuge von Wundern:
Großartiges jenseits meines Horizonts,
Unerhörtes, nie Gesehenes,
Sensationelles,
voll Faszination,
unglaublich und doch greifbar
und spürbar wie der Atem, der stockt:
ein Gott vom Himmel,
niedergefahren
mit Blitz und Donner
und Glanz, unausprechlich.
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Dein Weg aber beginnt
unter uns Menschen
wenig spektakulär,
ein Kind dieser Erde,
Sproß schon so vieler Geschlechter
im Umlauf von Leben und Tod,
so oft schon gehört und gesehen,
geboren, gelebt und gestorben.
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Laß mich dich sehen,
wo ich dich oft nicht sehe,
noch vermute.
Laß mich dich suchen,
wo ich dich nicht vermute
oder suchen würde:
im Alltag deiner Geschöpfe.
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Öffne meine Augen für das Zeichen, 
das du selbst bist,
Gott 
in Gestalt eines schwachen Menschen,
Gott
in Gestalt schwacher Menschen,
Gott
in meiner Gestalt mir ganz nahe.
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Und öffne du dann meinen Mund,
damit ich nicht stumm bleibe,
wo ich dich bekennen soll,
aber mein Geschwätz ein Ende hat,
wo deine leise Stimme spricht.
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Du Zeichen mitten in meinem Leben,
bereite mich und laß mich dich sehen in deinem Kommen.
Du Wurzel aus Jesse, blühe auch mir auf -
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VENI KYRIE CHRISTE

Mittwoch, 18. Dezember 2013

O ADONAI

O ADONAI
et Dux domus Israel,
qui Moysi in igne flammæ rubi apparuisti,
et ei in Sina legem dedisti:
VENI
ad redimendum nos in brachio extento.
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O Adonai - Kyrios
und Führer des Hauses Israel,
der du Moses im Feuer des brennenden Dornbuschs erschienen bist
und ihm auf dem Sinai das Gesetz übergeben hast:
Komm
uns zu befreien mit ausgestrecktem Arm!

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Brenne.
Brenne in mir, du
ewiger Logos
des Lebens.
Du Feuer, das aufwühlt
und sengt, was verkehrt,
und niederbrennt, was falsch,
und doch nicht zerstört und versehrt,
sondern in der Glut offenbart,
wer ich sein soll nach deinem Gesetz:
Wie du mich gedacht hast
und gerufen bei dem Namen,
den du mir gegeben, 
auf daß ich bin und da sei
vor dir und von dir,
Gott
Fülle des Seins.
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Strecke aus deinen Arm
machtvoll, stark
und mit Recht, zu gebieten,
du Kyrios auf dem Sinai,
du Kyrios am Kreuz auf Golgatha,
sprenge die Fesseln meiner Sünde
und aus Schuld befreie mich
und stelle mich unter dein Gesetz
des Kreuzes, der Liebe,
unter das Gesetz
deines brennenden Herzens..
.
Du heiliges Feuer
bereite und entfache mich für dein Kommen -
Adonai, Mensch geworden aus unversehrter Jungfrau -
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VENI KYRIE CHRISTE

Dienstag, 17. Dezember 2013

O SAPIENTIA

O SAPIENTIA
quæ ex ore Altissimi prodiisti,
attingens a fine usque ad finem,
fortiter suaviterque disponens omnia:
VENI 
ad docendum nos viam prudentiae.
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O Weisheit,
die du hervorgetreten bist aus dem Mund des Höchsten,
die du alles umfassest von einem Ende zum anderen
und es ordnest machtvoll und sanft:
Komm
und lehre uns den Weg der Klugheit!

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Tritt ein.
Tritt ein in mein Leben,
in die Schattenbilder meines Denkens,
ins Zwielicht meines Tuns:
du Wort im Anfang,
du Wort für mein Leben,
du Wort, das klären kann,
was ich selbst nicht verstehe
an mir und an dir.
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Umfasse mich.
Umfasse mich ganz von Anfang bis Ende
und ordne
und lichte zum Guten, 
was alles mich umtreibt in Gnade,
aber auch, 
wo ich mich hinreißen lasse in Schuld.
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Führe mich.
Führe mich dir entgegen,
deinen Weg,
den ich oft nicht verstehe oder sehe
oder sehen will -
so machtvoll wie nötig
und so sanft wie möglich,
damit gut auch werde 
dein letztes Wort über mich:
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Du Weisheit des Vaters,
bereite und stärke mich für dein Kommen,
ewiger Logos -
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VENI KYRIE CHRISTE

Montag, 16. Dezember 2013

Musik abseits der Adventszeit ...

Dieser Tage suchte ich etwas adventliche Musik. Nach Hause getragen habe ich dann das hier:
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Mit Musik zum Advent ist das so eine Sache. Ich brauche keine weitere Version von Hammerschmidts Machet die Tore weit und auch keine Zweiteinspielung passender Bach-Kantaten. Aber viel mehr geben die immer schlechter sortierten Klassik-Ecken in den Läden kaum her. Aber dafür bin ich auf diese wundervolle Scheibe gestoßen.
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Agostino Steffani, ein Zeitgenosse Bachs, war mir überhaupt kein Begriff. Der italienische Geistliche war nicht nur ein Komponist, dessen Werke sich vor denen seiner Zeitgenossen nicht verstecken müssen, sondern auch eine Weile apostolischer Vikar von Norddeutschland, das er, leider wenig erfolgreich, der Kirche wiedergewinnen wollte.
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Das Stabat Mater gefällt mir besser als das von Pergolesi, am schönsten auf der ganzen Scheibe kommt mir aber die Vertonung des Vesperpsalms Laudate pueri Dominum daher: knapp zehn Minuten turbulente Doppelchörigkeit mit faszinierender Schlußfuge! Die Besetzung mit der Cecilia Bartoli an der Spitze kann sich ebenfalls hören lassen, nur das Orchester hätte ich mir gelegentlich aufnahmetechnisch etwas präsenter gewünscht - manchmal klingen die Barocchisti doch etwas - ohne Not - weichgezeichnet. 
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Sei's drum. Wer Barockmusik mag und den Ohren etwas Gutes tun möchte, sollte nicht enttäuscht werden.

Beutezug im Adventskalender

Traditionsfrohe Kreise begegnen Schokoladen-Adventskalendern öfter mit Stirnrunzeln. Dabei lassen sich deren Inhalte durchaus fromm arrangieren. Also ... was haben wir denn da in den letzten Tagen gesammelt? Kirche, (Lebens-) Tannenbaum, Glocke, Engelshorn, Weihnachtsstern, eine Lokomotive äh ... Lokomotive? Ab und zu muß man halt die Metaphern für Unsere Liebe Frau ein wenig aktualisieren ...
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Es kommt ein' Lok geladen,
ein Kindlein mit an Bord;
bringt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewig's Wort.
;-)

Sonntag, 15. Dezember 2013

Das BamS!

Wenn sich Schaufenster-Dekorateure vorweihnachtlich austoben dürfen, ohne daß gleich der weihnachtliche Kommerz unverblümt in Szene und zum Kaufrausch animiert wird, dann kann man das ruhig mal im Bild festhalten ... heute gesehen bei Globus in Basel:
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Mittwoch, 11. Dezember 2013

Neu! Neu! Neu! Neue Kircheninitiative!

Für alle unliebsamen Besucher, all die bösen Buben und meckernden Mädels und wer sonst noch so alles auf Facebook von der Kölner Kircheninitative gesperrt worden sind, aber selbstverständlich auch für sonstige interessierte Kreise gibt es jetzt eine Alternative:
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Kölles Kircheninitiative (hier).

Dienstag, 10. Dezember 2013

Die Sau, das Domkapitel, der Papst und die Kölner Kircheninitative

Es ist immer wieder interessant, reformversoffene Kräfte auf Facebook bei der Verschleierung ihrer Absichten zu beobachten ...
Kölner Kircheninitiative Im Hinterzimmer geplante perfide Täuschung? Verschwörungsplan? Unaufrichtiger Umgang mit der Öffentlichkeit? … Wir bitten das Domkapitel und den Papst um Einbeziehen des Kirchenvolks bei der Bischofswahl und nutzen dazu die Medien, weil wir die Öffentlichkeit sonst nicht erreichen können.
Ähh, nochmal bitte ...
… Wir bitten das Domkapitel und den Papst um Einbeziehen des Kirchenvolks bei der Bischofswahl und nutzen dazu die Medien, weil wir die Öffentlichkeit sonst nicht erreichen können.
Ich bitte jemanden und nutze dazu die Medien, weil ich die Öffentlichkeit sonst nicht erreichen kann? Was hat die Öffentlichkeit damit zu tun? Richtet sich die Bitte an das Domkapitel und den Papst? Oder an die Öffentlichkeit - womöglich an die Medien? O wankende Logik irrlichtenden Gedankens! Wie auch immer: Hätte diese Initiative ehrlich antworten wollen, sie hätte schreiben müssen:
… Wir bitten das Domkapitel und den Papst um Einbeziehen des Kirchenvolks bei der Bischofswahl und nutzen dazu die Medien, weil wir die Öffentlichkeit ...
... mobilisieren wollen, um Druck zu machen. Denn eigentlich "bitten" wir nicht, sondern wollen eine Kampagne starten, um dem Domkapitel und dem Papst die Pistole auf die Brust zu setzen. Darum haben wir uns vorab mit Spiegel Online (nebst dem nur lokal relevanten Kölner Stadt-Anzeigerverabredet in der Erwartung, die Sau und das Domkapitel und den Papst mit größtmöglichem Erfolg durch unser Dorf treiben zu können. Daß Spiegel Online das religions- und kirchenkritischste Massenmedium dieses Landes ist und in der Regel nichts Perfides unversucht läßt, um die katholische Kirche in ein schlechtestmögliches Licht zu rücken, schert uns nicht.
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Letzteres bleibt als Makel an dieser Initiative allemal haften. Wenn man nur einen Funken Sentire cum Ecclesia im Leib hat, dann kooperiert man nicht mit Spiegel Online!
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Mittels einiger billiger rhetorischer Fragen läßt sich zudem der Verdacht, es sei eine Kampagne im Hinterzimmer geplant worden, nicht wirklich aus der Welt schaffen. Denn ... Überraschung! ... Es wurde - teils minutengenau! - eine Kampagne im Hinterzimmer geplant, die geheim genug hätte bleiben sollen, um sie von Plauder-Pauls Zulehner-Blog stracks verschwinden zu lassen, nachdem Grund zur Annahme bestanden hatte, die Sache könne ruchbar werden und Kreise ziehen. Da kann sich die Initiative noch dreimal dumm stellen und so tun, als wäre die peinliche Geschichte absolut normal ...

Sonntag, 8. Dezember 2013

Li(e)derliche Arrangements

Was, bitte, ist schon die Kölner Kircheninitiative gegen die Dramen, die das echte Leben bietet? Da kriecht man zum Beispiel früh morgens aus dem Bett, wankt ins Bad und dreht am Radio ... plätscher ... knarz ... rausch ... laber ... aha, es gibt eine Diakonie in Kaiserswerth. Alles klar, protestantische Morgenfeier am zweiten Advent. Meinethalben. Beim Duschen muß man nicht wählerisch sein. Die kalte Dusche kann man sich sparen, dafür sorgt die Musik zwischenrein: Choräle zum Advent, hingepopt, angejazzt. Verrucht stöhnt das Saxophon, wummert ein Bass, rührt sich Schlagzeug - O Heiland, reiß die Himmel als musikalischer Softporno, irgendwann später, nicht minder abgesoffen, kommt ein Schiff geladen. Nix wie raus aus der Dusche, bevor noch das Wasser sauer wird ... und ab in den Tag.
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Zurück aus dem Tag dreht man abends wieder am Rad(io). Eines meiner Lieblingslieder ... By yon bonnie banks and by yon bonnie braes, where the sun shines bright on Loch Lomond ... diesmal runtergeswingt und hingerichtet von Maxine Sullivan, die vor Ella Fitzgerald die große Nummer des US-Jazz gewesen sein soll. Während das schottische Volklied von Liebe, Tod, gebrochenem Herzen und Nimmerwiedersehen wähnt, weiß diese Swing-Schwalbe, wie man einen grunztumben Gassenhauer draus macht - warum nur schützt niemand meine Lieblingslieder vor ruchlosen Arrangements und Exekutionen?
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Zum Trost habe ich dann das da gefunden ... Gutes aus Limburg:

Das BamS!

... kommt heute um das Top-Thema des Tages kaum herum und stammt aus der Stadtkirche im Schweizerischen Rheinfelden ... im 19. Jahrhundert von Christ-/Alt-Katholiken gekapert, welche gegen die Unfehlbarkeit nicht zuletzt jenes Papstes Front machten, dem wir die dogmatische Verkündigung des wundervollen Glaubenssatzes von der Unbefleckten Empfängnis Unserer Lieben Frau verdanken: Danke, Ekklesia! Danke, seliger Pius IX.! Doch vor allem: Deo gratias!
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Samstag, 7. Dezember 2013

Einstimmung


TOTA PULCHRA ES
MARIA
et macula originalis 
non est in te.
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Vollkommen schön bist Du,
Maria,
und das Schandmal der Urschuld 
ist nicht an Dir!

Freitag, 6. Dezember 2013

Da ist ein Bischof im Busch

In Teilen der Blogozese hält sich die Achtung vor dem Weihnachtsmann mit rotem Wams und Rauschebart ja in Grenzen; das kann ich verstehen, sehe die Sache aber etwas lockerer. Zumal es leichter fällt, einen Weihnachtsmann in Stücke zu hauen und zu verdrücken als einen Schokobischof in vollem Ornat. 
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Trotzdem war ich heute erfreut, als ich beim Einkaufen auf eine Palette bischöflicher Nikoläuse stieß, wenngleich etwas miniaturesk angelegt und daher mutmaßlich rasch gegessen - aber vorerst werde ich meinen Bischof, wie es mich die Altvorderen lehrten, bis Heiligabend ins Fenster stellen, damit er das Christkind Willkommen heiße ...
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Ehe jemand fragt, woher Seine Exzellenz rührt: aus'm Kaufland ... ;-)

Was Sankt Nikolaus uns schenken kann

Der heilige Nikolaus mit Buch und Goldstücken im Schoß - Darstellung
in einer Seitenapsis der ehem. Abteikirche St. Maria zu Gengenbach

Um das Leben des heiligen Bischofs Nikolaus ranken sich viele Legenden. Etwa jene, der Heilige habe drei armen Jungfrauen in der Nacht Goldstücke durch das Fenster geworfen, damit sie eine Mitgift fänden und heiraten könnten - so die allgemeine Lesart. In der Legenda Aurea wird die Geschichte etwas drastischer geschildert: Dort zwingt der Vater der drei Mägdlein diese in die Prostitution, um sich und ihn zu ernähren. Die Gabe des Bischofs entschäft die Situation. 
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Die (entschärfte) Version erzählt man gerne den Kleinen: Warm- und Barmherzigkeit passen gut in die Zeit vor Weihnachten. Die Kinder freuen sich über den glücklichen Ausgang der Geschichte und die Erwachsenen sind froh ob der glücklichen Kinder.
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War's das? Vielleicht können uns solche Legenden etwas mehr mitgeben, wenn wir sie auf uns ummünzen - wenn wir im Heiratswunsch der Mägdlein unser Verlangen einer wachsenden Vereinigung mit dem Kyrios Christus erkennen können, wenn wir um unsere Schwachheit wissen, durch welche wir unsere Seele immer wieder in der Sünde prostituieren, und um den Schatz, den die Heiligen uns schenken können: Das "Gold" der Gnade, an der sie selbst bereits voll und ganz Anteil gewonnen haben und darob sie Gott bitten mögen, uns davon zu schenken ... nein, nicht nur soweit, wie es Not tut, sondern überreich. Darum könnten wir den heiligen Nikolaus heute bitten ... ora pro nobis!

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Ausgesperrt von Kircheninitiative: Mein Facebook-Profil

Kölner Kircheninitiative Es gibt viele Möglichkeiten. Wir laden zur Diskussion ein und verstehen uns nicht als Besserwisser, die anderen sagen wie es zu gehen hat. Für manche scheint das schwer auszuhalten sein.
... und für die Kölner Kircheninitiative (KK) waren meine Einlassungen wohl so schwer auszuhalten, daß mein Facebook-Profil beim KK-Facebook-Auftritt (hier) gesperrt wurde und, wenn ich das richtig überblicke, auch alle meine Kommentare und Einlassungen gelöscht worden sind (andere Nutzer waren natürlich auch betroffen). Immerhin darf ich die Seite noch betreten. Danke, KK!
Kölner Kircheninitiative Es gibt viele Möglichkeiten. Wir laden zur Diskussion ein und verstehen uns nicht als Besserwisser, die anderen sagen wie es zu gehen hat. Für manche scheint das schwer auszuhalten sein.
Ich gebe zu: Eine interessante Erfahrung - noch nie wurde ich irgendwo gesperrt. Ich muß mich ja himmelschreiend fulminant daneben benommen haben! Vorsorglich läßt die KK jetzt obendrein jeden, der des Weges kommt, wissen: 
Liebe Besucher unserer FB-Seite.Sehr gerne tauschen wir uns mit Ihnen kreativ und tolerant über die Möglichkeiten der Mitbestimmung aus und nehmen auch gerne Ihre Kritik entgegen. Wir möchten jedoch nicht beschimpft oder sonstwie angegangen werden. Wenn uns jemand durch ein solches Verhalten auffällt, dann werden wir diese Person blockieren.Bitte haben Sie Verständnis.
Man nehme sich also zu Herzen, daß die KK weder "beschimpft" noch "angegangen werden" möchte. "Beschimpft" habe ich meines Ermessens niemanden. Sehe ich obendrein von anderthalb in der Tat nicht wirklich sachdienlichen Belustigungen im Blick auf das KK-Logo ab (aber auch diese bar allen Schimpfs), würde ich behaupten, daß die weiteren Rückmeldungen meinerseits zwar en detail einen kabarettistischen Unterton pflegten, aber en gros durchaus sachbezogen respektabel waren. Aber das reicht wohl hin, damit sich die Damen und Herren von der KK "angegangen" fühlen. Gerade mal zur Erinnerung:
Kölner Kircheninitiative Es gibt viele Möglichkeiten. Wir laden zur Diskussion ein und verstehen uns nicht als Besserwisser, die anderen sagen wie es zu gehen hat. Für manche scheint das schwer auszuhalten sein.
Vielleicht hätte ich auf entsprechende Pointierungen verzichten sollen? Aber Himmel hilf! Wie soll man sich dessen auch enthalten, wenn die KK beispielswegen zuerst im Hinterzimmer eine Medienkampagne plant und dabei das religionskritischste "Sturmgeschütz" der Medienlandschaft klandestin mit ins Boot holt, dann die Spuren des sich verplappernden Zulehners zu verwischen sucht, um schließlich mit einer Soli-Erklärung ("Statement") von P. Klaus Mertes SJ hausieren zu gehen, in der die Rede davon ist, daß "Transparenz Vertrauen stärkt". Das schreit ja nach Pointe ... Nein! Das ist selbst schon Pointe!
Kölner Kircheninitiative Es gibt viele Möglichkeiten. Wir laden zur Diskussion ein und verstehen uns nicht als Besserwisser, die anderen sagen wie es zu gehen hat. Für manche scheint das schwer auszuhalten sein.
Dieses KK-Schnipsel ist übrigens eine von drei Reaktionen der KK auf Einlassungen von mir und bezog sich auf folgende kritische Feststellung meinerseits:
Was lese ich da auf Ihrer Homepage ... 
"Die rund zwei Millionen Katholiken im Erzbistum Köln könnten direkt oder indirekt, z.B. durch Wahlmänner und -frauen wählen.Alternativ könnten die diözesanen Beratungsgremien diese Aufgabe übernehmen. Das sind zuerst die offiziell eingerichteten wie der Priesterrat ... und der Diözesanpastoralrat ... – da diese bei Sedisvakanz aufhören zu bestehen, handelt es sich hierbei um den ehemaligen Priester- und Diözesanpastoralrat – sowie der Diözesanrat ... Zusätzlich sollten noch Elemente einbezogen werden, die die Pfarrgemeinderäte, Dekanatsräte, die Vertretung der Ständigen Diakone ... und der Pastoral- oder Gemeindereferenten berücksichtigen" ... 
ALSO: einen halben Satz zu einer potentiellen Direktwahl und viele bereits ausgeklügelte Gedanken, wer denn sonst in "Volkes Namen" wählen können soll. Wäre ich einer dieser "Wir sind Kirche"-Mitläufer, fühlte ich mich jetzt aber reichlich ver...eimert.
Kölner Kircheninitiative Es gibt viele Möglichkeiten ...
... nicht zuletzt die, unliebsame Kommentatoren auszusperren.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Heino und der "Heilige" Geist (mit großem Monolog!)

Ein Zimmer mit Tisch, Sessel und Kamin. An der Wand ein Bronzekreuz im Stil der Siebziger. Auf dem Tisch steht ein Glas Wein. Heino von der Kölner Kircheninitiative sitzt im Sessel, starrt auf den Kamin und fürchtet sich vor Kardinal ...
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Heino: 
Nein - Nein - und nochmals: Nein! Nicht soll
erneut ein Bischof, dieser Kirche vorgesetzt
von Rom, das Sagen haben hier am Rhein.
Wir wollen keine Schafe sein,
die wir hier stehn, das Kirchenvolk,
bewegt in Köln.

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Es knallt. Eine verrußte Taube fällt aus dem Kamin.
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Heino: 
Was fliegt ein Täublein
gräulich vom Himmel herab?

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Taube: 
Guten Abend, oder wie es neuerdings
an hoher Stelle auch beliebt: Buonasera!

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Heino: 
Wach ich? Träum ich?
Hör ich recht? Die Taube spricht zu mir?
Doch Tauben, die vom Himmel fahrn
und Gott sich bei vernehmen ließe,
kennt nur das Evangelium, das wir
darob zerpflückt, weil solche
Märlein vormodern und legendär.

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Taube: 
Mensch, mach dich mal locker.
Ich bin der Geist, der stets vern... wollte sagen:
der Heilige Geist höchstselbst bin ich. Wer sonst auch?
Hör also zu und mach, was ich dir flüstern werd.
Ich hab da mal was vorbereitet.
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Ihr wollt hier keinen Meissner 2.0?
Dann müßt die Suppe ihr
auf großer Flamme kochen jetzt,
ich kenn mich gut mit aus, glaub mir,
wenn's brenzlig werden soll, sind Feuer wir
und Flamme sowieso ... "Heize, was erkaltet ist"
... so gabs doch mal 'nen fommen Singsang, stimmts? -
s'ist mein Metier! Ich sag nur: Medien! 
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Laß nur das ganze Land darüber
reden / labern / nörgeln, gern mit Spott,
wenn's um die Wahl des Bischofs geht.
Geh also hin und mach
dem "Spiegel" eine Aufwartung und sprich
dich auch mit dem Provinzblatt ab.
Die sorgen für den Druck, 
daß jeder glauben muß, es gäb 
in Köln, am Rhein, in Deutschland überall
nur einen Wunsch, nur ein Begehr:
Es müßte ein moderner Bischof her!

Gewählt natürlich nur aus jenen Kandidaten,
die ihr vorab habt ausgesiebt
und hochgepuscht zur "freien" Wahl!
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Gelingt euch das, dann duckt sich weg,
wer immer andrer Meinung ist
und schweiget still und traut sich nicht,
zu sagen, daß das alles Käse sei
und euer "Glaube" längst bankrott.
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Doch wichtig: Achte mir darauf,
daß alles wie ein Paukenschlag
vom Stapel läuft, denn sonst verpufft
die Wirkung, die gewünscht hier ist.
Leg also keine kleinen Feuer hier und
da und zünd dies heut und jenes morgen an,
leg einen Flächenbrand total, der lodern muß!
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Setz daher eine Sperrfrist an,
und ist die rum, dann laß die Sache raus
im ganzen Land dank "Spiegel" und
vor Ort im "Stadt-Anzeiger" gut platziert.
Und dann leg nach! Schreib Mails,
am besten gleich dreitausend Stück
und schick die jedem Pfaff ähh Pfarrherrn,
jedem Gremium und Verband
und deck' damit das Bistum ein,
bis man den Dom vor lauter Blabla kaum noch sieht.
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Und such dir auch ein kirchennahes Blatt,
weil manches manchen erst
recht glaubhaft wird, wenn's nicht
allein beim "Spiegel" steht und im lokalen Käseblatt ...
mir fällt da ein: "Christ in der Gegenwart"
passt wie die Faust aufs Auge und erscheint
zur rechten Zeit für diesen Plan!
Ruf gleich dort an!
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Läuft alles wie geschmiert, dann glaube wohl,
(wenn du auch sonst nix glauben magst),
daß die Begehr erreicht auch Rom.
Erwägen wird man dort genau alsdann,
auch darauf zielt das üble Spiel,
wen man als Bischof hierher schicken kann -
wer's sein muß, daß er Gnade finde
bei denen, die von sich behaupten,
sie seien hier das Kirchenvolk und
jeder Bischof könne nur am Stabe hinken
tät er nicht so wie ihr hier stinken!
Den Mann, den Rom sonst angeschafft,
den habt ihr dann hinweggerafft.
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Ich mach die Fliege nun, wollt sagen: mach die Taube,
und wünsche viel Erfolg an dieser Stelle
und mach mich auf den Weg zurück zur ...
Himmelspforte.
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Die gräuliche Taube verpufft. Heino greift nach dem Wein auf dem Tisch. Er schmeckt geschwefelt.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Verräterische Zeilen: Die Medienstrategie der "Kölner Kircheninitiative"

Einen interessanten Blick in die Strategieplanung einer reformversoffenen Lobbygruppe für die kommenden Tage liefert eine Kölner Kircheninitiative, deren Pläne der allseits beliebte Pastoraltheologe Paul M. Zulehner öffentlich gemacht hat. Ich fürchte, Zulehner fehlt zunehmend der Durchblick, wie man mit solchen Interna eigentlich umgeht. Aber Schwamm drüber und Danke!
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Es geht um Einflußnahme auf die Wahl des neuen Kölner Erzbischofs. Die Mittagspause reicht leider nicht hin, dies zu kommentieren - die Dinge sprechen ohnehin für sich. 
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Man achte, nur soviel dazu, etwa darauf, welche Medien als Partner mit ins Boot gestiegen (wohl eher: geholt worden) sind, um für publicity zu sorgen und den nötigen Druck aufzubauen. 
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Bemerkenswert und annähernd blasphemisch nimmt sich ferner die Reminiszenz an den Heiligen Geist am Ende des Schreibens aus, dem man zwar offenkundig wenig zutraut und darob dieses Ränkespiel unter Beteiligung üblich verdächtiger Medien wahrlich minutiös durchplant, der aber gut genug zu sein scheint, in dieser ebenso peinlichen wie peinigenden Posse den Gesinnungsknüttel geben zu dürfen.
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Screenshot vom 03.12.2013 / ca. 12.40 Uhr von Zulehners Blog (hier)
Sehr geehrte Erstunterzeichner des offenen Briefes der Kölner Kircheninitiative,
den offenen Brief haben wir heute per Post an den Nuntius geschickt. Morgen werfen wir das Dokument persönlich beim Dompropst Dr. Feldhoff ein.
Der weitere Ablauf ist wie folgt geplant:
Am Donnerstag 5.12. um etwa 19.45 Uhr zum Ende der Sperrfrist können Sie im Internetauftritt des Kölner Stadt-Anzeigers und bei Spiegel Online die ersten Berichte zur Initiative lesen. In der Freitagsausgabe des KStA soll die Initiative Aufmacher des Kölner Teils werden. Es ist zu erwarten, dass noch am gleichen Abend andere Medien die Geschichte abschreiben werden. Um 20 Uhr werden wir ergänzend eine Pressemitteilung verschicken. Anschließend beginnt der Versand der rund 3.000 Mails an alle Seelsorger, Gremien, Verbände und Gruppierungen im Erzbistum Köln, der bis zum nächsten Morgen dauern wird. Am Donnerstag Abend und am Freitag stehen wir für Presseanfragen telefonisch zur Verfügung. Am Freitag halten wir um 13 Uhr eine Pressekonferenz, die wir mit der Pressemitteilung am Vorabend ankündigen. Die Zeitschrift “Christ in der Gegenwart”, die am Freitag den Abonnenten zugestellt wird, nimmt auf der ersten Seite im Kommentar Bezug auf unsere Initiative “als konkrete Verwirklichung vor Ort der päpstlichen Rede von der Dezentralisierung und der Beteiligung aller, ob nun geweiht oder nicht, in den Bistümern”, wie Redakteur Neumann ankündigte. Dieser Zeitplan kann sich kurzfristig ändern, wenn ein Medium vorab berichtet und die Sperrfrist bricht. Dann werden wir den Mailversand umgehend starten. Dafür ist bereits jetzt alles vorbereitet.
Ab jetzt überlassen wir alles was noch kommt zuversichtlich und vertrauensvoll dem Heiligen Geist, dem wir dankbar sind, dass er uns bis zu diesem Punkt begleitet hat ...
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Update: Eine kleine hausgemachte theatralische Farce im vorläufigen Nachgang jetzt hier.