Montag, 31. Dezember 2012

Zum Jahreswechsel

Romanische Brunnenschale (Detail) -
ehem. Benediktinerpriorat St. Ulrich im Schwarzwald
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Noch ist das Erkennen Stückwerk
(1 Kor 13, 12).
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Ein gutes und
frohgemut ergriffenes Jahr 2013
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Gottes Segen und Sein Friede sei mit euch allen!
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Das Weihnachtslied des hl. Johannes de Brébeuf - Huron Carol

Weihnachtskrippe
Pfarrkirche St. Konrad, Freiburg
Im Jahr 1626 machte sich Johannes de Brébeuf von Québec aus auf den Weg an den Huron-See zum Stamm der Wyandot-Indianer, um ihnen das Evangelium zu verkünden. Dies tat er bis an das Ende seines Lebens - 1649 überfielen während eines Kampfes mit den Wyandot die Irokesen seine Mission und töten den Jesuiten. Papst Pius XI. sprach ihn 1930 heilig.
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Durch Pater de Brébeuf wissen wir viel über das Leben und die Bräuche der auch als "Huronen" bekannten Wyandot-Indianer. So findet sich in den Aufzeichnungen des Missionars der erste Nachweise des Wortes Howgh, welches später als (wohl eher vermeintlich) "indianischer Gruß" schlechthin seine Reise durch die Welt antrat.
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Zu den schönsten Hinterlassenschaften des Heiligen zählt ein in Kanada als Huron Carol sehr verbreitetes Weihnachtslied, welches Brébeuf unter dem Titel Jesous Ahatonhia ("Jesus, er ist geboren") in der Sprache der Huronen verfasste und dabei auf Bilder zurückgriff, die den Wyandot-Indianern vertraut waren: Die Hirten sind Jäger, die Weisen aus dem Morgenland bei Brébeuf Häuptlinge fremder Stämme, die dem auf Birkenrinde gebetteten und mit Hasenfellen gewickelten Jesuskind Fuchs- und Biberpelze darbringen. Die Melodie entlehnte der Heilige einer französischen Volksweise. Die gängige englische Übersetzung (Quelle: Wikipedia) fängt die benannten Bilder zumindest teilweise auf.


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'Twas in the moon of winter-time
When all the birds had fled,
That mighty Gitchi Manitou
Sent angel choirs instead;
Before their light the stars grew dim,
And wandering hunter heard the hymn:
Jesus your King is born, Jesus is born,
In excelsis gloria.

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Within a lodge of broken bark
The tender Babe was found,
A ragged robe of rabbit skin
Enwrapp'd His beauty round;
But as the hunter braves drew nigh,
The angel song rang loud and high:
Jesus your King is born, Jesus is born,
In excelsis gloria
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O children of the forest free,
O sons of Manitou,
The Holy Child of earth and heaven
Is born today for you.
Come kneel before the radiant Boy
Who brings you beauty, peace and joy.
Jesus your King is born, Jesus is born,
In excelsis gloria.
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Die im Youtube-Video glücklich wiedergefundene Bearbeitung in der Interpretation der Elora Festival Singers stammt - kleiner Hörtipp - von der CD The Mystery of Christmas, die beim Label Naxos erschienen ist und für mich zu den eindeutig besseren Alben mit Weihnachtsmusik zählt, die ich im Regal stehen habe. Nähere Infos hier.

Sonntag, 30. Dezember 2012

Wir feiern das Konzil 4: Früher wars doch schöner

Nach dem Besuch des Breisacher Stephansmünsters wäre es - nicht zuletzt den Altvorderen, die es geschaffen, gegenüber - unfair, nur einen Kübel voller Spötteleien auf die Planken des aktuell dort befindlichen "Zelebrationsfloßes" zu schütten. Werfen wir einen Blick in den Chor ...
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Der Altar des Meisters H.L. im  Stephansmünsters zu Breisach
Über elfeinhalb Meter feinste Spätgotik, gemessen vom Sockel der Predella bis in die Spitze des Gesprenges! Flankiert von den Breisacher Stadtpatronen, dem hl. Brüderpaar Gervasius und Protasius, dem Münsterpatron Stephanus und dessen geistlichem Confrater Laurentius bildet eine Marienkrönung das Zentrum des Retabels aus Lindenholz. Die Predella zeigt die vier Evangelisten, im Gesprenge finden sich Darstellungen des Schmerzensmannes, der hl. Anna sowie - nebst Engeln - des hl. Vitalis und der hl. Valeria, ihres Zeichen die Eltern von Protasius und Gervasius. Ein in den Schrein integriertes Signaturtäfelchen gibt Auskunft über den Künstler: Ein gewisser H.L., der zumeist mit einem wenige Jahre zuvor in Freiburg erwähnten Meister Hans Loy identifiziert wird. Wobei sich die Spur so oder so verliert, den über Hans Loy weiß man ähnlich viel wie über H.L. - so gut wie nichts Verlässliches.
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H.L. nur wenig älteres Retabel in St. Michael,
Niederrotweil (größer? Bild anklicken ...)
Der Breisacher Altar entstand zwischen 1523 und 1526. Als gesichert gilt, daß H.L. bereits einige Jahre zuvor im nur wenige Kilometer entfernten Niederrotweil einen ähnlichen, wenngleich kleineren Altaraufsatz für die Kirche St. Michael geschaffen hatte - auch dort steht die Krönung Mariens im Zentrum des Retabels. Die Breisacher "Fortschreibung" fiel noch weitaus filigraner und in der Farbgebung zurückhaltender aus. 
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Nicht uninteressant ist, aber das nur am Rande, der historische Kontext: Während am Breisacher Altar noch gearbeitet wurde, erlebte Zürich bereits seinen "Bildersturm", der sich bald über Basel bis Straßburg gen Norden ausbreitete. Unseren Tagen hingegen blieb es vorbehalten, in Sichtweite dieses Altares ein paar ungetümelnde Balken zu verlegen. Jede Zeit hat ihre Not ... aber diesen Jammer, will sagen: das Thema hatten wir schließlich schon: Maria hilf!

Wir feiern das Konzil 3: Das Zelebrationsfloß

Das Sankt Stephansmünster zu Breisach am Rhein verfügt über eine Reihe bedeutender Kunstwerke, wozu ein spätgotischer Schnitzaltar des Meisters H.L. (wahrscheinlich Hans Loy) ebenso zählt wie etwa ein spätgotischer Lettner, filigrane Meisterwerke das eine wie das andere. Der Bildhauer Franz Gutmann hat Mitte der 1990er-Jahre vor Lettner und Schnitzalter ein - dem Geist des freudig zu feiernden Konzils gewiß höchst entsprechendes - Zelebrationsfloß gestellt: Gaudium et Floß.
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Es handelt sich also um ein Floß. Oder um, so spinnt der Künstler weiter den Gedanken, eine Arche, und diese sei nach den liturgischen Erfordernissen und den Vorgaben der Liturgiekommission der Deutschen Bischöfe konstruiert. Unschwer zu erkennen: Es reicht dazu hin, acht zu dicken Balken dahingesägte Baumstämme zentral gebündelt zu deponieren, ein paar grob behauene Sitzgelegenheiten zu installieren und das Ensemble mit einem lila Dings zu behübschen, das nicht nur den Schrein mit Reliquien der Heiligen Gervasius und Protasius bergen kann, sondern auch als stylische Heilig-Brot-Theke taugt. Rasch noch ein paar dicke Leuchter drumdrappiert, quasi als "Reling", und fertig ist das brutöse Kontrastprogramm zu den Filigranessen vergangener Zeiten.
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Merke: Wenn einem wirklich nichts Besseres einfällt, dann rettet stets Kontrapunktion die Ehre des zeitgenössischen Künstlers. Man vergesse freilich nicht den intellektuellen Leim, damit auch im Geiste alles hübsch zusammenpappt. In unserem Fall: Die Reliquien der Stadtheiligen seien schließlich auf einem Schiff nach Breisach gelangt. Also Schiff gleich Arche gleich Floß. Für andere Orte, zu denen Reliquien etwa zu Pferd gebracht wurden, dürften sich daher Zelebrations-Hufe empfehlen oder Zelebrations-Kreisel, so auf Kutschen zurückgegriffen wurde. Gibts eigentlich schon den Zelebrations-Airbus oder die Zelebrationsschiene?
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Wie dem auch sei ... und bei aller Feier des letzten Konzils und seiner künstlerischen Folgeerscheinungen im vergangenen halben Jahrhundert: Gutsmanns Gebälk gefällt mir nicht so ganz. Selbst der dröge Prospekt der Klais-Orgel von 1963 wirkt dagegen geradezu grandezziös. Hoffen wir, daß die Liturgie im Stephansmünster nicht irgendwann absäuft.
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NB Die Päßlichkeit dieser Installation tritt noch viel deutlicher hervor, wenn man die Kamera frontal draufhält. Leider ist mir diese Aufnahme mißraten, aber bei MC kann man sich hier ein Bild machen.

¶ Sententiæ XVIII

Wie wir Gott unvollkommen erkennen, so benennen wir ihn auch unvollkommen, wie Stammelnde, sagt Gregor.  
Einzig er selbst hat, wenn ich so sagen darf, sich selbst vollkommen benannt, indem er das Wort gezeugt hat, das gleichen Wesens ist wie er.
St. Thomas von Aquin

Samstag, 29. Dezember 2012

Groll am ... Abend über GrünInnen & Co.

Zwei GrünInnen haben jüngst hyperventiliert, nachdem sie im Besucherraum der Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner ein Kreuz gesichtet hatten, dem wohl auch "andersgläubige BesucherInnen" ausgesetzt sein dürften. Zickenalarm vom feinsten!
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Ich möchte an dieser Stelle als bekennender Nicht-Grüner feststellen, daß ich mich nicht daran erinnern kann, jemals gefragt worden zu sein, ob ich die Fratzen von Roth, Beck, Özdemir und dem anderen P...opulus sehen und an die damit verbundene Weltdeutung erinnert werden möchte - sei es in der Glotze, auf Plakaten oder wo immer auch sonst.
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Die Hintergründe zu dieser Geschichte sind bei Jobo (hier) zu finden.

Wir feiern das Konzil 2: Der Kerker von Johannes XXIII.

Heute gehts endlich weiter mit meiner kleinen Serie zur Feier des Zweiten Vatikanischen Konzils (Teil 1: hier), dessen 50-jähriges Jubiläum angemessen befeiert werden soll. Na dann ...
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These: Wählt ein Papst den Namen Johannes XXIII., dann sollte selbiger besser kein Konzil einberufen, denn das ging früher auch schon schief. 

Das Gutgesellentor zu Breisach am Rhein
Beweis: Am 29. April 1415 wurde Johannes XXIII. eingefangen und in Folge weggesperrt, nachdem er seiner eigenen Abdankung als Papst sich dadurch zu entziehen trachtete, indem er sich beim von ihm selbst einberufenen Konzil von Konstanz (1414-1418) aus dem Staub machte. Als "Unterkunft" auf der mutmaßlich nicht ganz freiwilligen "Weiterreise" nach Heidelberg, wo Johannes XXIII. am 31. Mai seine Absetzung zugestellt bekam, diente auch das Gutgesellentor in Breisach am Rhein ...
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Nächster Teil schon morgen! Dann schauen wir uns eine wunderschöne Zelebrationsinsel an. Oder genauer: Ein Zelebrations-"Floß" ...

Fünfter Tag der Weihnachtsoktav

O magnum mysterium - für mich eine der schönsten Motetten für den Weihnachtsfestkreis, komponiert von Tomás Luis de Victoria:

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Der Text ist größtenteils dem vierten Responsorium der Matutin des Weihnachtstages entnommen:
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R O magnum mysterium
et admirabile sacramentum,
ut animalia viderent
Dominum natum,
iacentem in praesepio:
Beata Virgo,
cuius viscera meruerunt
portare Dominum Christum.
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V Ave Maria, gratia plena;
Dominus tecum.
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Beata Virgo,
cuius viscera meruerunt
portare Dominum Christum.
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R O tiefes Mysterium
und staunenswerte Heilsgabe:
Die Kreatur schaut
den Herrn, geboren
und in einer Krippe liegend:
Selig die Jungfrau,
deren Schoß würdig war
zu tragen Christus, den Herrn!
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V Gruß Dir, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mir dir.
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Selig die Jungfrau,
deren Schoß würdig war
zu tragen Christus den Herrn!

Freitag, 28. Dezember 2012

Soirée ... ein neogotischer Altar

Marienaltar von Joseph Dettlinger (1865-1937) im Jakobusmünster
zu Neustadt im Schwarzwald - im Zentrum die Aufnahme und Krönung
Mariä, flankiert von Szenen aus dem Marienleben. Im Gesprenge eine
Madonna mit Kind, flankiert von musizierenden Engeln

Der gestörte Lebensentwurf - am Fest der Innocentes Martyres

Die Heilige Familie auf der Flucht vor den Häschern des Herodes
Detail am Josephsalter, Pfarrkirche St. Nikolaus / Lenzkirch
Christi wegen sind sie umgebracht worden, die wir heute feiern: Die Innocentes Martyres, die unschuldigen Kinder Bethlehems, eine ganz eigene Zeugenschaft, von der uns Matthäus knapp berichtet:
Als Herodes sich von den Weisen hintergangen sah, geriet er in heftigen Zorn. Er ließ in Bethlehem und in dessen ganzem Gebiete alle Knäblein von zwei Jahren und darunter umbringen - entsprechend der Zeit, die er von den Weisen erforscht hatte. Da erfüllte sich das Wort des Propheten Jeremias, der da spricht: "In Rama wird Klage laut, Viel Weinen und Wehgeschrei: Rachel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind" (Mt 2, 16-18).
Selbst Gottes Friede wird brüchig, wenn er es mit der Welt zu tun bekommt, auf die Freiheit menschlichen Handelns trifft. Das Angebot der Liebe kann nur in Freiheit erwidert, ebenso aber zurückgewiesen, sogar pervertiert werden. 
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Israel erhoffte einen Erlöser und die Botschaft der Weisen war eindeutig - Herodes selbst ließ die Hohenpriester und Schriftgelehrten fragen, "wo der Messias sollte geboren werden" (vgl. Mt 1-12). Was aber tut Herodes? Nachdem die Weisen ihm nicht mitgeteilt hatten, wo sie diesen König, dessen Stern sie haben aufgehen sehen, gefunden haben und wer genau er sei, da schickt er seine Häscher los und läßt alle umbringen, die zeitlich und räumlich in Frage kommen, seine Herrschaft zu brechen, seinen Lebensentwurf zu stören: In der pervertierten Freiheit ist Herodes nicht einmal der Messias heilig. Die Geschichte schreibt sich - auf einer unteren Ebene - fort bis in die Gegenwart; auch unsere Zeit kennt Kinder, die einen "Lebensentwurf" stören und daher getötet werden.
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Jesus entkam den Häschern des Herodes. Es ist dies aber keine billige Rettung auf Kosten anderer, sondern eine Rettung auf Größeres hin: Bis die äußerste Sehne seines Körpers wird dieses Kind später Leiden und Tod bitter mit uns teilen.

¶ Sententiæ XVII

... Der Erde Waffen decken nur die Flucht
Vor Dir, mein Gott. Dein Friede aber neigt
Sich auf des Kühnsten unbewehrte Hände.
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(Reinhold Schneider)

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Eine neue Verkündigung - zum Johannestag

Maria und Johannes unter dem
Kreuz - Wallfahrtskirche Mariä
Krönung, Oberried
Der heilige Evangelist Johannes könnte uns heute von der Krippe direkt zum Kreuz führen, wäre das Kreuz nicht schon in der Krippe präsent. Stellen wir uns aber zu ihm und zu Maria mit unter das Kreuz, so werden wir einer weiteren Verkündigung gewahr: "Frau, siehe da, dein Sohn" und das Wort an Johannes: "Siehe da, deiner Mutter". Kein Engel spricht zu Maria, sondern die Stimme des Sohnes, wenige Augenblicke vor dem Tod (vgl. Joh 19, 26 f.).
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Eine Anbefehlung, überwältigt vom Schmerz. Letztlich bleibt diese Verkündigung ähnlich dunkel wie es die Worte des Engels am Anfang waren. Ihr alle Fragen des irdischen Daseins übersteigender Sinn wird erst an Pfingsten offenbar: Inmitten der Jünger erlebt Maria im Pneuma die Geburt der Kirche, deren Mutter sie werden wird. Der Jünger Johannes aber wird nicht mehr von ihrer Seite weichen, bis sie selbst als die Erst-Vollendete die Fülle des Reiches Gottes schaut. Er aber, Johannes, ist uns Zeuge dieses Reiches: "Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen Heiligen. Amen" (Offb 22, 21).

Noch 'ne Orgel

Für Wolfram ... Die Mühleisen-Orgel der evangelischen Melanchthon-Kirche (weiland St. Gallus)  in Freiburg-Haslach - halbwegs solide 1960er-Jahre-Kost im typischen Design der Zeit und so garnicht mein Fall. Rückpositive sind meines Erachtens in kleinen Kirchen mit nierigen Emporen eine typisch ideologische Entscheidung und sollten dann wenigsten über ein tragend intoniertes Gedacktregister in 8'-Lage verfügen. Und wenn man schon eine Cromorne/Trompete 8' ins Hauptwerk setzt, warum kann sowas dann nicht auch in Baß und Diskant getrennt registriert werden?
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Mittwoch, 26. Dezember 2012

Odo Schnäppchen

Gelegentlich grast meinereiner gerne das Internet nach interessanten Büchern ab. Oder schaut, ob es "Neues" von angesagten Autoren gibt:
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                                                                              Screenshot von booklooker.de
Immerhin scheint Ebay zu bestätigen, daß Bücher von Odo Casel OSB "Qualitätsware" sind. Das beruhigt mich, schließlich rumoren in der Blogozese offene Anticaselianer, die alles, was nach liturgischer Bewegung schmeckt, mit Freiburgbärenpratzen in die Tonne schmeißen respektive treten wollen. Unter der Ebay-Kategorie "Volkskunst" hätte ich Schriften von Casel allerdings nicht vermutet (ebensowenig jene Meßgewänder, die - folgt man dem Link - dort feilgeboten werden).
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Was sich ("stark reduziert!") hinter der "Riesenauswahl" an "Odo Schnäppchen" verbirgt, wollte ich dann lieber nicht wissen und bin beim Booklooker-Angebot geblieben. In den nächsten Tagen sollte mir die Post den Sammelband Mysterium der Ekklesia liefern; die aufgewendeten 9,99 Euro schienen mir akzeptabel (anderweitig hatte ich den Band auch schon für 45 Euro gesehen) ...

Nix Neues: Animation in der Liturgie

Die Idee, Gläubige während der Liturgie zu animieren, ist keineswegs ein Einfall der vergangenen Jahrzehnte:
Der Diakon hatte die Aufgabe, das Volk in Aufmerksamkeit zu halten und es immer wieder ... aufzumuntern ...
Wir reden hier, nebenbei und grob über den Daumen gepeilt, über das erste nachchristliche Jahrtausend. Bemerkenswerter Weise werden weder Pappnasen oder Monsterpuppen, noch Barney-Kostüme, Tanzvorführungen und anderweitiger Ringelpiez erwähnt. Selbst dann nicht, wenn wir etwas ausführlicher zitieren:
Der Diakon hatte die Aufgabe, das Volk in Aufmerksamkeit zu halten und es immer wieder zum Gebete aufzumuntern. (...) Die gebräuchlichsten Aufforderungsformeln lauteten: "Humiliate capita vestra Deo", "Humiliate vos ad benedictionem" und "Flectamus genua" ...
Also: 1) Kopf-vor-Gott-neigen! 2) Zum-Segen-beugen! 3) Hinknien!
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Zitat aus: Der Einfluss der päpstlichen Sängerschule auf die Gestaltung der römischen Liturgie in: Ildefons Schuster OSB: Liber Sacramentorum. Geschichtliche und liturgische Studien über das römische Meßbuch. Band 1: Grundlagen und Grundformen der Liturgie. Regensburg o.J. [nach 1929]. S. 100.

Sankt Stephanus. Oder: Sieg der Liebe

Der hl. Erzmartyrer Stephanus
Giersbergkapelle bei Kirchzarten
Die Liebe also, die Christus vom Himmel auf die Erde herabgeführt, hat Stephanus von der Erde zum Himmel erhoben. Die Liebe, die im König vorangegangen war, folgte strahlend in seinem Streiter. Stephanus also gebrauchte, damit er die in seinem Namen vorbedeutete Krone zu erhalten verdiente, die Liebe als Waffe, und durch sie war er an allen Orten siegreich. Durch die Liebe Gottes wich er nicht vor den tobenden Juden, durch die Nächstenliebe trat er im Gebet ein für die Steiniger. Aus Liebe tadelte er die Irrenden, damit sie gebessert, aus Liebe betete er für die Steiniger, damit sie nicht bestraft würden (Fulgentius von Ruspe, Predigt über den hl. Erzmartyrer Stephanus, 3 - vgl. Breviarium Romanum, 6. Lesung der Matutin am Festtag).
Der Mut zum Zeugnis zählt, und ich kann mich da leider nicht ausnehmen, keineswegs zu jenen Tugenden, die am Firmament der abendländischen Christenheit besonders strahlend prangen. Wie oft versuchen wir uns in der Kunst diplomatischer Formulierungen, wenn jener Glaube Thema wird, der unser Glaube ist - um dieses Glaubens wegen vor und von der Welt nicht belächelt oder gar geächtet zu werden. Im Extremfall sehen wir sogar einen Akt der Liebe darin, wenn wir den Glauben zurückstellen, um unsere Umwelt damit nicht zu "behelligen". Oder wir etikettieren eine Toleranz , die fehl am Platz ist, zur Liebe um, weil wir nicht nur den Sünder lieben, sondern notfalls auch dessen Sünde - das alles tun wir, da wir fürchten, uns andernfalls unbeliebt zu machen. 
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Der Weg des Stephanus war ein anderer.  Seine Liebe war groß genug, daß sie ihn noch mit dem letzten Atemzug für jene um Verzeihung bitten ließ, die ihn töteten: "Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an - mit diesen Worten entschlief er" (Apg 7, 60). Seine Liebe war groß genug, daß sie Gott, aber nicht die Menschen fürchtete. Ich denke, dieser Stephanus dürfte auch sonst ein liebenswerter Mensch gewesen sein. Ehe er vor dem Hohen Rat zu seiner Verteidigung des Glaubens anhebt, verrät uns die Apostelgeschichte, die Anwesenden hätten gespannt ihren Blick auf ihn gerichtet, "und sein Antlitz schien ihnen wie das eines Engels" (Apg 6, 15): Liebe macht schön, will uns der Satz sagen.
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Die Liebe ging tatsächlich als Sieger aus diesem Streit; aber nicht so, wie wir diesen Sieg für uns womöglich wünschen würden - wir, die wir von dieser Welt sind und Angst haben, aus dieser Welt und ihrer Sphäre gestoßen zu werden. Den Sieg dieser Liebe bezeichnet der offene Himmel, verbürgt der Menschensohn, den Stephanus zur Rechten des Vaters schaut (vgl. Apg 7, 56).
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Bitten wir um die Kraft zum Zeugnis - für uns selbst, besonders aber für jene Brüder und Schwestern, die in diesen Tagen ihres Glaubens wegen benachteiligt, geschunden, verfolgt werden!

Dienstag, 25. Dezember 2012

Des Organisten Fettnäpfchen. Oder: Stille Nacht am Jüngsten Tag

Scheitern beim Schalten: Orgel in St. Antonius
mit manch Knöpfen, Wippen und Kombinationen
Weihnachten habe ich ein wenig vergeigt. Oder muß der Organist eher sagen: verpfiffen? Wie auch immer, soviel Mist wie heute im Hochamt habe ich schon lange nicht mehr gebaut. Ausgerechnet heute! Dabei war alles so schön ausgedacht: Mehr deutsche Lieder (Weih-Nachts-Lieder natürlich) als üblich, die oberhirtlich gewünschte Missa de Angelis, Credo I (das 8+3-Kombi suche ich möglichst zu umschiffen) und, klar, das Proprium.
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Vereinbart war ein etwas größerer Einzug, einmal, weil dem Fest angemessen, aber auch, um ein Lied vor dem Introitus unterzubringen: In dulci jubilo diesmal. Leider erwischte mich Pater Alex mit seinem Einzug genau im falschen Moment. Ich war kurz abgelenkt und stieg draus in die Eingangs-Impro ein. So klang das dann auch. Gut, das hätte schlimmer werden können, vorgestellt hatte ich mir aber etwas anderes. Nach der dritten Liedstrophe ging es aus der Hauptregistratur per Knopfdruck in eine vorprogrammierte Kombination und attacca in die Intonation des Puer natus est. Den weiteren Introitus habe ich der Schola überlassen, man muß ja nicht alles betönen. Danach habe ich die Intonation nochmals aufgenommen, jetzt aber ins Kyrie der Missa de Angelis überführt. Kyrie und Gloria gingen gut über die Bühne, zum Amen am Ende wurden Trompete 8' und Oboe 8' aus dem Schwellwerk ins Hauptwerk und Pedal zugeschaltet und "aufgeschwellt"zum leicht triumphalem Ausklang. Ging ganz gut, noch war ich zufrieden.
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Überhaupt, diese ganzen Werke. Gut, daß es sie gibt. Im Hauptwerk sprach nämlich das c' bei einigen Registern nicht an. Man hört ein Loch, wenn plötzlich im Prinzipalchor Oktav 4' nicht mehr mitklingt. Also wurde munter und je nach Tonart des Liedes mit dem Prinzipalchor aus dem Positiv herumgekoppelt, wie ich überhaupt gerne zwischen den drei Manualen und dem Pedalwerk herumkopple. Leider verliert man manchmal den Überblick, und so richtig vertraut bin ich mit der Orgel von St. Antonius immer noch nicht. Das sollte sich noch rächen!
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Vor der Predigt haben wir Lobt Gott, ihr Christen allzugleich gesungen. Das Einspiel sollten diesmal die 8'-Zungen des Schwellwerks mit dem Kornett 5f. aus dem Hauptwerk bestreiten. Aber irgendwie ist mir dann wieder nichts Prickelndes dazu eingefallen; herausgekommen ist Alltagskost, bestenfalls.
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Beim Ordinarium liefere ich zur Begleitung der Teile, welche von der Schola gesungen werden, in der Regel nur Akkorde, die der Melodielinie unter- oder auch darüber gelegt werden. Normalerweise nutze ich dazu aus dem Schwellwerk das Zartgedackt 8' und Salizional 8' bei fast geschlossenen Jalousien. Damit das ganze ein Fundament bekommt, übernimmt die linke Hand die Baßführung im Positiv (Gedackt 16'+8'). Hauptwerk und Pedal sind den Teilen vorbehalten, welche die Gemeinde singt (HW: Prinzipal 8', Gedackt 8' und Oktav 4'; im Pedal Subbaß 16', Gemshorn 16' und Oktabbaß 8' samt Pedalkoppel).
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Weil Weihnachten ist, kam mir spontan die Idee, in Credo I das Et incarnatus est etwas zu betonen; der Schola ward an dieser Stelle - puristisch unkorrekt, ich weiß - die Unda Maris 8' zugestimmt, ein "schwebendes", quasi "himmlisch" klingendes Register. Das war dann auch ganz schön, leider war ich danach selbst so entrückt, daß ich nicht mehr wußte, wie's weitergeht; ausgerechnet an einer Stelle, wo ich hätte umblättern müssen (was ich im Eifer auch nicht recht realisiert hatte). Ich habe dann irgendeinen Stiefel zusammengespielt, gesungen hat natürlich kaum einer dazu (wie auch?), und so unserem Herrn zumindest an Weihnachten die Kreuzigung erspart. Bei passus et sepultus est hatte sich die Situation wieder gefangen; die Leute sangen wieder weiter.
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So gesehen gingen die drei Strophen Herbei, o ihr Gläubigen während des Opfergangs relativ gut über die Bühne, obwohl der Effekt, den ich wiederum mit dem punktuellen Einsatz der Schwellwerkszungen und munterem Wippen mit dem Schwelltritt hervorrufen wollte, nicht so kam, wie ich mir das eigentlich ausgedacht hatte. 
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Beim Sanctus ließen sich einige der ausfallenden c' diesmal nicht umschiffen, aber das kann ich der Orgel in die Schuhe schieben. Das Risiko, den Gesang aus dem Stand einen halben Ton nach unten (nach oben schon garnicht!) zu transponieren, wollte ich jetzt lieber nicht eingehen. Man ist da ja das "F-Dur"-Gewohnheitstier.
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Den größten Klops lieferte ich nach der Konsekration ab. Normalerweise herrscht da Ruhe, aber an Weihnachten lasse ich Stille Nacht singen. Dezentes Vorspiel, ich schalte wieder in eine andere vorprogrammierte Kombination, erwarte einen singenden Prinzipalchor, greife in die Tasten und höre ... sowas wie den Jüngsten Tag mit Stille Nacht anbrechen! Da hingen jetzt noch immer die vereinten 8'-Zungen des Schwellwerks drin rum, diesmal ob des Vorspiels bei geöffneten Jalousien und geschalteten Manual- und Pedalkoppeln. Die Situation war zwar schnell bereinigt (ich hatte wohl noch Adrenalin vom verpatzten Credo im Blut), aber der Zauber des Liedes war vorerst hinüber.
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Der Rest des Hochamtes brachte ich dann halbwegs ehrenrettend zu Wege, bei der  Kommunion wurde wieder über Puer natus est improvisiert (ich schätze solche der Liturgie entborgene "Leitmotivik" im Amt), wobei ich die pastoralen Qualitäten der Quintatön 8' im Positiv entdeckte. Zu Bethelehem geboren als Kommunionlied begleitete ich vorsichtshalber ohne spontane Experimente. Pater Alex schaffte das feierliche Ite Missa est (aus Messe II) diesmal auf Anhieb makellos, O du fröhliche, kräftiger Kehraus, Ende ... frohe Weihnachten!

Feiern wir unseren Ursprung!

Das Wunder der heiligen Nacht
Deckenbild in der Kirche St. Remigius, Merdingen
Das heutige Fest erneuert in uns den Beginn der Geburt Jesu aus der Jungfrau, und während wir die Geburt unseres Heilandes anbeten, finden wir, daß wir damit unseren Ursprung feiern.
Denn die Geburt Christi ist der Ursprung des christlichen Volkes; der Geburtstag des Hauptes ist auch der Geburtstag des Leibes.
Mögen auch die einzelnen Berufungen ihre Ordnung haben, mögen die Söhne der Ekklesia ihrer zeitlichen Folge nach unterschieden sein - diese ganze Summe der Gläubigen, geboren im Taufquell: wie sie mit Christus in der Passion gekreuzigt, in der Auferstehung wiedererweckt, in der Himmelfahrt zur Rechten des Vaters niedergesetzt wurden, so sind sie mit ihm in dieser Geburt mitgezeugt.
Wer immer unter den Menschen irgendwo in der Welt als Gläubiger in Christus wiedergeboren wird, bei dem wird die Verbindung zu dem ererbten Moder durchschnitten, und durch die Wiedergeburt geht er hinüber in den neuen Menschen. Er gehört nicht mehr zu dem Geschlecht des fleischlichen Vaters, sondern zu dem Geschlecht des Heilandes, der deshalb Sohn des Menschen geworden ist, damit wir Söhne Gottes sein könnten.
Auszug aus der sechsten Weihnachtspredigt des hl. Leo des Großen, entnommen aus: Odo Casel OSB: Mysterium des Kommenden. Paderborn o.J. [1952]. S. 157.

Zur Heiligen Nacht

Weihnachtskrippe, St. Johannes Baptist, Laufenburg am Hochrhein
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Euch allen
den Frieden und Segen dieser heiligen Nacht:
Ehre sei Gott in der Höhe!
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O heiliger Abend, mit Sternen besät,
wie lieblich und labend dein Hauch mich umweht! 
Vom Kindergetümmel, vom Lichtergewimmel 
aufschau ich zum Himmel in leisem Gebet.
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Da funkelt von Sternen ein himmlischer Baum, 
da jauchzt es im fernen, ätherischen Raum; 
da lassen die Sphären in seligen Chören 
glückwünschend sich hören; mir klingt’s wie im Traum.
,
Es führet mit Feuer Orion den Chor, 
die himmlische Leier tönt golden hervor; 
dann folgen mit Schalle die Sternelein alle; 
dem lieblichsten Halle lauscht selig mein Ohr: 
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O Erde, du kleine, du dämmernder Stern, 
doch gleichet dir keine der Welten von fern! 
So schmählich verloren, so selig erkoren, 
auf dir ist geboren die Klarheit des Herrn! 
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Wir wandeln da oben im ewigen Licht, 
den Schöpfer zu loben ist selige Pflicht; 
wir wallen und wohnen seit vielen Äonen 
auf himmlischen Thronen und sündigen nicht. 
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Wir funkeln im alten urewigen Glanz, 
du hast nicht behalten den himmlischen Kranz; 
doch neu dich zu heben vom Tode zu Leben, 
hat dir sich ergeben der Ewige ganz! 
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Wir kennen nicht Tränen, nicht Tod und nicht Grab, 
doch ziehet ein Sehnen zu dir uns hinab, 
wo liebend gelitten, wo segnend geschritten 
durch niedrige Hütten dein göttlicher Knab. 
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Du unter den Welten wie Bethlehem klein,
in himmlischen Zelten gedenket man dein. 
.
So klangen die Lieder der Sterne hernieder,
da freut ich mich wieder, von Erde zu sein.
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Karl Gerok

Montag, 24. Dezember 2012

Können wir das fassen?

Ein Krippenplatz, mehr noch nicht ...
Basel, Pfarrkirche St. Antonius
¶ 
Da nobis, quæsumus, Domine:
unigeniti Filii tui
recensita nativitate respirare;
cuius cælesti mysterio 
pascimur et potamur.
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Laß uns, wir bitten dich, Herr,
durch deines eingeborenen Sohnes
wieder zu zählende Geburt aufatmen,
in dessen himmlischem Mysterium
wir geweidet und getränkt werden.
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(Missale Romanum, Vigilmesse zu Weihnachten, 
Oratio nach der Communio)
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Eine wunderbare Oration, die uns zum Weihnachtsfest hinführt. Ich denke, die Worte sind glücklich gefügt und mit großer Absicht gewählt. 
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Im, wie mir zumindest scheint, nicht übermäßig üblichen Partizip recensita steckt der Census drin, die Zählung, die uns an das Gebot des Kaisers Augustus erinnert, daß "alle Welt geschätzet würde" (Lk 2, 1). Durch die "wieder zu zählende" Geburt des Eingeborenen können wir "aufatmen" (respirare). Warum? Weil Gott durch seine Menschwerdung in den Gliedern der menschlichen Natur den Geist erneuert (vgl. spiritum rectum innova in visceribus - Ps 50, 12) und der Mensch durch den menschgewordenen Logos mit Gottes Schöpfungsatem neu begnadet und gegründet wird ... erinnern wir uns: "Da bildete Gott der Herr den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens (spiraculum vitæ) in sein Antlitz (inspiravit in faciem), und so wurde der Mensch eine lebendige Seele" (Gen 2, 7). 
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Geweidet werden wir fortan und getränkt - im Bild sehen wir die Herden auf Bethlehems Feldern und erkennen im Symbol uns selbst - vom neuen Hirten: Christus. Bischof Clemens Pickel aus Saratow schreibt in seinem Blog, er habe ein Wort des hl. Petrus Chrysogolus ins Zentrum seines weihnachtlichen Hirtenbriefes gestellt: 
... ein Wort des heiligen Petrus Chrysogolus, der das Gleichnis vom verlorenen, verwundeten Schaf auf Adam und (den guten Hirten) Christus bezieht. "Christus", so schrieb er, "fand Adam im Schoss Mariens", er "zog ihn an, ... heftete ihn in seinem Leib ans Kreuz, ... und nahm hin mit in den Himmel, zu den anderen neunundneunzig", womit dann die Engel gemeint sind. Ich hoffe, dass uns die theologisch mystische Betrachtung des Chrysogolus hilft, mit dem Herzen mehr im Himmel zu leben, als auf der Erde. Keine Weltflucht ist damit gemeint, sondern eine Lebenseinstellung (Quelle: hier). 
Zu dieser Lebenseinstellung hilft uns das himmlische Mysterium, in welchem wir von diesem Hirten "geweidet und getränkt" werden. Es ist wahrhaft Kultmysterium, denn wenn wir genau hinhören, so ist nicht von einer "wieder zu zählenden" Feier der Geburt die Rede, sondern es heißt: die "wieder zu zählende" Geburt. Wir feiern also nicht nur "Geburtstag", sondern holen das Ereignis im vergegenwärtigenden Mysterium in unsere Zeit ein! 
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Wie das Kreuzesopfer in jeder Heiligen Messe vergegenwärtigt wird, so auch das Festgeheimnis dieser Zeit in der Liturgie. Das himmlische Mysterium, welches wir feiern, wird uns in den kommenden Tagen wirklich, wahrhaft und wesenhaft zum Kind in der Krippe führen, zum Logos und Kyrios in unserer Gestalt. Können wir das fassen?

Warum Gott ausgerechnet damals Mensch geworden ist

Im Jahre 5199 seit Erschaffung der Welt, im Jahre 2759 seit der Sintflut, im Jahre 2015 seit der Geburt Abrahams, im Jahre 1510 seit dem dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, im Jahre 1032, seitdem David zum König gesalbt worden, in der 65. Jahreswoche nach der Weissagung Daniels, in der 194. Olympiade, im Jahre 752 nach Erbauung der Stadt Rom, im 42. Jahre der Regierung des Oktavianus Augustus, da die ganze Welt Frieden hatte, im sechsten Zeitalter der Welt:
Da wollte Jesus Christus, ewiger Gott und Sohn des ewigen Vaters, die Welt durch seine gnadenvolle Ankunft heiligen. Er war vom Heiligen Geist empfangen worden; und nun, nach Ablauf von neun Monaten, ist er zu Bethlehem im Stamme Juda als Mensch geboren worden aus Maria, der Jungfrau:
Die Geburt unseres Herrn Jesus Christus im Fleische.
Mit diesen Worten kündet das Martyrologium in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus an, daß wir nun erneut die Geburt Christi in den heiligen Mysterien feiern. Sie werden zur Prim verkündet; ab dem zweiten Absatz erheben sich alle und fallen auf die Knie, wie während der Heiligen Messe beim Et incarnatus est im Glaubensbekenntnis.
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Es bleibe "das ewige Ärgernis des Christentums, Christi selbst und seiner Kirche", hat Karl Rahner SJ einmal geschrieben, daß sie "geschichtlich" seien. Das kann in der Tat zuweilen umtreiben. Vor einigen Monaten hat mich eine Dokumentation mit Fragen zurückgelassen; sie handelte von frühen Entwicklungsphasen der Menschen. Man muß sich das, glaubt man der Wissenschaft, sehr ernüchternd vorstellen: Grunzlaute, eine eingeschränkte soziale Interaktion, ein Leben, möchte man meinen, das ziemlich vor die Hunde geht, weil es kaum besser als ein Hundeleben ist. Dies mag Teil unserer Entwicklung, Teil der Evolution gewesen sein, keine Frage. 
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Es fragt sich aber, ob nicht auch diese Entwicklung ein Ziel hat und einen Ursprung, wie ja sonst, streng genommen, jede Entwicklung nur Ent-Wicklung sein kann, wenn sie von einem Punkt ausgeht und sich zu einem anderen Punkt hin entfaltet. Halten wir fest: "Entwicklung" ist stets ein "Dazwischen", umschränkt von zwei Polen, die sich einer naturwissenschaftlicher Betrachtung auch entziehen können - sofern man sich nicht mit den doch unbefriedigenden Mutmaßungen der Wissenschaft bezüglich dieser beiden Pole bereits zufrieden gibt. 
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Wer nur die Natur betrachtet, der schaut jedenfalls, wie wir bekennen, auf einen verwundeten Kosmos (und gerade solche "Dokumentationen", wie etwa die oben erwähnte, scheinen diese Einschätzung geradezu zu bestätigen) ... wer also die Natur betrachtet, der liest eine verderbte Handschrift, liest in einem beschädigten Kodex - und dies ist, wie sich immer wieder zeigt, nicht die beste Voraussetzung, um einer zumindest nicht ausschließbaren Übernatur gerecht werden zu können (denn wenn etwas nicht meßbar ist, muß das noch lange nicht heißen, daß es nicht existiere - es kommt auch auf die Meßinstrumente an).
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In diese Geschichtlichkeit des Menschen tritt nun "ausgerechnet", wie Rahner fortfährt, der sich auf den Beginn des öffentlichen Wirkens des Herrn bezieht, Gott ein ...
... im 15. Jahr des Kaisers Tiberius, ausgerechnet in Judäa und Galiläa, ausgerechnet unter jenen Duodezfürsten von damals und unter einem Pilatus und unter Annas und Kaiphas! Warum fängt das Heil aller Menschen nicht am Anfang aller an! Warum nicht überall und immer? Ist es nicht von überallher und zu allen Zeiten gleich weit zu dem Gott der Ewigkeit, dem alle Welt gehört?
Warum jahrhunderte, jahrtausende schmerzlicher Entwicklungsstufen des Menschen, um zu sich selbst zu kommen? Warum hat Gott so lange gewartet? Warum hat er gerade diesen Weg der Erlösung beschritten? Warum hat er nach der Ursünde nicht einfach das Füllhorn seiner Gnade über alles ausgeschüttet, er hätte es ja tun können, oder, so Rahner: "Er kann alle Wege gehen". Jedoch und aber: Seiner Kreatur hat er ...
... bestimmte Wege des Heils vorgezeichnet. Es ist nicht wahr, daß alle unsere Wege zu Gott führen ...
... und man möchte ergänzen: Es ist allerdings sehr wahr, daß so manche unserer Wege von Gott wegführen, wie das der Sündenfall äußerst nachhaltig aufgezeigt hat. Und weil bestimmte Wege von Gott wegführen und sich der Mensch recht rasch verläuft, so scheinen eben auch die Wege, die zu ihm führen, "bestimmt" werden zu müssen. Zudem:
Er hat uns bestimmte vorgezeichnet, damit wir erkennen und anerkennen, daß das Heil seine Gnade, seine freie, ungeschuldete Gnade und nicht unser Recht ist, das er uns schuldig wäre. 
Es bleibt aber nicht bei dieser eher juridischen Einschätzung. Wichtiger ist die heilsgeschichtliche Lehre, die wir ziehen sollten:
Er hat uns bestimmte Wege des Heils vorgezeichnet, weil er selbst sie - o Gnade ohne Maß! - gehen wollte, weil er selbst ein Mensch werden wollte, gefangen wie wir in Raum und Zeit und Geschichte, denen sich kein Geist des Menschen wahrhaft in dieser Welt entwinden kann: selber geboren unter Kaiser Augustus, ausgerechnet in Nazaret, aus dem nichts Gutes kommt, gelitten unter Pontius Pilatus, eingekerkert im Hier-jetzt, in das Nicht-dann und Nicht-dort eines wahrhaften Menschen! (...) Wir brauchen Gott nicht zu suchen in seinem Reich der Unendlichkeit, in der wir uns doch wie in einer weglosen Leere hoffnungslos verirren würden.
Vorher wurde einmal kurz angedeutet, daß die richtigen Meßinstrumente nötig seien, um bestimmte Sachverhalte überhaupt wahrnehmen zu können. Dies gilt nicht allein im Buch der Natur. 
Zeigt Gott sich uns in seiner Menschwerdung nicht so, wie wir ihn - Gott! - am besten "begreifen" können? Und dies im wahren wie im übertragenen Sinn dieses Wortes? Die Menschlichkeit des Kyrios, die Geschichtlichkeit seines Leben, seiner Botschaft und seiner Kirche, dies alles sollte unseren Glauben nicht irritieren, sondern vielmehr ermutigen:
Wahrhaftig, das Christentum ist so menschlich, so geschichtlich, daß es zu menschlich ist für viele Menschen, die meinen, die wahre Religion müsse unmenschlich, d. h. unsinnlich, ungeschichtlich sein. Das Wort aber ist Fleisch geworden. (...) Gnade und Wahrheit ... für die, die demütigen Herzens Mensch sein wollen in Raum und Zeit auch dann, wenn sie den Gott der Ewigkeit und Unendlichkeit anbeten.
Die Zitate sind einem Text Karl Rahners für die Zeitung Der Volksbote entnommen, der am 1. 12.1949 erschien. Hier entnommen aus: Karl Rahner: Das große Kirchenjahr. Geistliche Texte. Herausgegeben von Albert Raffelt. Freiburg 1987. S. 45 ff.

Sonntag, 23. Dezember 2012

Emmanuel

O Emmanuel
Rex et legifer noster,
exspectatio Gentium, 
et Salvator earum: 
Veni 
ad salvandum nos, 
Domine, Deus noster.
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O Emmanuel,
unser König und Gesetzgeber,
Erwartung der Geschlechter
und deren Heiland:
Komm,
uns heil zu machen,
Herr, unser Gott!
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(Antiphon zum Magnificat in der Vesper am 23. Dezember)
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Die Grundstruktur ähnelt der O-Antiphon des gestrigen Tages (hier). Erneut handelt es sich geradezu um eine Epiklese - um ein Herabflehen des Höchsten, damit der Mensch Aufnahme finde in die Sphäre eben dieses Höchsten und somit heil werde: Komm, uns heil zu machen!
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Diesmal ist das Flehen jedoch nochmals intensiviert, denn der Name, mit dem der erhabene Logos über den Menschen angerufen und auf den Menschen herabgerufen wird, dieser Name soll den Logos bei seinem Wesen packen: Emmanuel - "Gott mit uns". Wenn nämlich Gottes Name Wesensentäußerung ist, wie bereits bei einer der vorangehenden Antiphonen (hier) vermerkt, dann kann Gott, offenbart als Emmanuel, dann kann dieser Gott keinen Rückzieher machen ...
Dann ließ der Herr zu Achaz weiter sagen: Nun fordere ein Zeichen von dem Herren, deinem Gott, sei's, daß du tief die Bitte, sei's, daß du hoch sie stellst! Achaz entgegnete: Ich stelle keine Bitte, ich will den Herrn doch nicht versuchen. Da sagte er (Jesaja): Hört, die ihr zu dem Davidshaus gehört! Ist's euch noch nicht genug, mehr, als die anderen zu sein, daß ihr auch mehr noch, als mein Gott, sein wollt? Trotzdem gibt euch der Herr von selbst ein Zeichen: Die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären und ihn Emmanuel benennen - Gott mit uns (Jes 7, 10-14).
So wie Gott einst gesagt hat, daß er da sein werde, als der er dasein werde (vgl. Ex 2, 14), so hat er sich hier als jener offenbart, der mit uns ist. Der Name spricht zu uns durch den Propheten und spricht zu uns durch die Jungfrau. Durch den Namen aber spricht der Logos.
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In seiner Menschwerdung wird der Logos die menschliche Natur sich zueignen und diese, nachdem er sie bis in die letzte Tiefe des Todes durchschritten hat, in seine Herrlichkeit aufnehmen, so daß er wahrhaft unser Kyrios wird, aus Gott gezeugt und doch auch aus den Menschen genommen. Das Gesetz, welches dieser König geben wird, ist das Gesetz der Gnade, das Urwort aber dieses Gesetzes ist das Kreuz, der neue Baum des Lebens. Hier erfüllt er als Heiland die Erwartung, die Hoffnung aller Geschlechter: heil zu werden. Gestern, heute, am Ende der Zeit.
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O Emmanuel,
unser König und Gesetzgeber,
Erwartung der Geschlechter
und deren Heiland:
Komm,
uns heil zu machen,
Herr, unser Gott!

Abendrot, Zeichen und Bliny

Blick von der Stadtbahnbrücke,
Freiburg, vierter Advent, früher Abend
Abendröte des Heils ... gibt es sowas wohl auch? Ich habe mal Google gefragt und fand nach einigem Drehen und Wenden folgenden Text:
Es erscheinen die Pharisäer und Sadduzäer, übermütig durch das Vertrauen auf das Gesetz; und verachtend die Wunderwerke des Glaubens, verlangen sie, daß ihnen ein Zeichen am Himmel gezeigt werden sollte. Sie betrachten an Christo nur die Niedrigkeit des Fleisches und des Körpers, und weigern sich, aus dem, was er in der Gestalt eines Menschen tat, eine Lehre anzunehmen. 
Über ihren Übermut und ihre Torheit spottend antwortete er nun, daß sie aus der Beschaffenheit des Himmels viele Schlüsse zu ziehen pflegten, indem sie aus dem Morgenrot oder dem Abendrot schönes oder regnerisches Wetter voraussagten, daß sie hingegen die Zeichen der Zeit nicht verständen, da doch das Gesetz und die Propheten die Zeichen seiner Ankunft aus der Bewunderungswürdigkeit der Werke, welche er vollbrachte, deutlich zu verstehen gäben, so daß, wie die Röte des Himmels am Morgen oder am Abend den Glauben an die Beschaffenheit der bevorstehenden Witterung begründete, eben so die Zeichen der Wunder und Werke eine deutliche Kenntnis der Zeiten gewähren müßten (St. Hilarius von Poitiers, Kommentar zum Matthäusevangelium 16, 1).
Wandern wir also vom Buch der Natur zum Buch des Glaubens!
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NB Ich war bislang die meiste Zeit - mit einigen Umwegen - unterwegs. Zuhause angekommen, stellte ich vorher fest, daß ich zwar für Weihnachten eingekauft hatte, aber nichts für heute. Kurz darauf klingelten meine ukrainischen Nachbarn und brachten mir Bliny! Über die werde ich mich jetzt hermachen: Aller Augen warten auf dich, Herre, und du gebest ihnen ihre Speise zur rechten Zeit ...

Das Leben wiederherstellen

Eva greift nach dem Apfel, der Engel
überbringt Maria seine Botschaft, der
Heilige Geist überschattet die Jungfrau -
Glasfenster in der Pfarrkirche
St. Wendelin, Altglashütten
Wahrhaft würdig und recht ist es, billig und heilsam, daß wir immer und überall Dank sagen dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott.
Deine unaussprechliche Gabe ist dies: Die menschliche Natur, dir gleich erschaffen, durch Sünde und Tod aber dir ungleich geworden, sollte keineswegs in der ewigen Verdammnis untergehen; sondern wo die Sünde sich den Tod zugezogen hatte, da wollte deine unfaßbare Güte das Leben wiederherstellen.
Der urgeschaffenen Jungfrau Eva Sünde sollte in unserer Zeit die unbefleckte Jungfrau Maria tilgen. Sie hat, vom Engel gegrüßt, vom Heiligen Geiste überschattet, den geboren, der allem durch seinen Wink die Geburt gab. Sie staunte ob der Unversehrtheit ihres Leibes und der Fruchtbarkeit ihres Empfangens und freute sich, daß sie Mutter dessen werden sollte, der ihr Vater war: Jesu Christi, unseres Herrn ...
 Altgallikanische Präfation für den dritten Sonntag vor Weihnachten in: Odo Casel OSB: Mysterium des Kommenden. Paderborn o.J. [1952]. S. 118.
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Einen gesegneten vierten Adventssonntag!

Samstag, 22. Dezember 2012

König der Geschlechter

O Rex gentium
et desideratus earum, 
lapisque angularis, 
qui facis utraque unum: 
Veni
et salva hominem, 
quem de limo formasti.
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O König der Geschlechter,
von diesen ersehnt,
und Eckstein,
der du Geschiedenes verbindest:
Komm
und mache heil den Menschen,
den aus Lehm du gebildet.
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(Antiphon zum Magnificat in der Vesper am 22. Dezember)
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Die gängigen Übersetzungen dieser O-Antiphon führen uns meines Ermessens ein wenig auf eine falsche Fährte. Wir hören "O König der Völker" - und ja, das ist Christus. Auch. Hier aber geht es nicht um jenes Herrschertum, das, wenngleich es nicht von dieser Welt ist, so doch in diese Welt hineinwirkt und geschichtlich hineinwirken muß. Der Akzent ist an anderer Stelle gesetzt. Denn die lateinische gens, die uns in der Anrufung Rex gentium begegnet, kann gewiß "das Volk" bedeuten; vom Ursprung her beschreibt der Begriff aber eine untergeordnete Kategorie: die gens ist vor allem das Geschlecht, die Sippe, die Verwandschaft.
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Die Art dieses Geschlechtes wird am Ende der Antiphon deutlich: Der Mensch, aus Lehm gebildet. Der Ruf O Rex gentium ist eine tiefe Bitte um die Mensch-Werdung Gottes, um das Hinabsteigen des Logos:
Denn, während tiefes Schweigen alles ringsumher umfing, die Nacht inmitten ihres schnellen Laufes war, sprang dein allmächtiges Wort vom Himmel her, vom Königsthron (Weish 18, 14 f.).
Wo nun hinein? In die Verwandschaft mit dem Menschen, hinein in Leib und Fleisch, in den Menschen, "aus Lehm gebildet": Wir fangen also im wahrsten Sinn des Wortes bei Adam und Eva an. Und wir sehen im Bild die Stammeltern, wir sehen die Gerechten des Alten Bundes und die hochherzigen Seelen der alten und aller Geschlechter und Völker, wir sehen die Gequälten und Verstoßenen vom Anbeginn unserer Weltzeit bis auf den heutigen Tag, wir sehen uns selbst in diesem letzten, zeitweise vielleicht billig übertünchten und doch immer nagenden Sehnen, heil zu werden im Kern, in der Mitte und in der Tiefe unseres Menschseins, das von der Sünde verwundet ist: Veni! Komm! Mache uns heil!
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Fast möchte man sagen: Diese Antiphon ist eine Epiklese - eine Herabrufung des erhabenen Logos in die menschliche Natur, um eben dies zu tun: Sie heil zu machen, indem sie geheiligt wird durch die Einung mit Gott - oder genauer: indem Gott sich diese Natur zueignet. Und Gott hat dieses Flehen erhört und einen neuen Anfang gesetzt, einen Anfang, nicht allein in Lehm und Erde, sondern in der tiefsten Vereinigung von Gott und Mensch - der Logos ist Fleisch geworden (Joh 1, 14):
Deus, qui humanæ substantiæ diginitatem mirabiliter condidisti, et mirabilius reformasti ...
Gott habe, so betet die Kirche bei der Bereitung des eucharistischen Kelches, den "Menschen in seiner Würde staunenswert gegründet und noch staunenswerter erneut gebildet" (re-formasti!). So ist nun Verschiedenes verbunden, seit im Kommen, im Sprung des allmächtigen Wortes "vom Himmel her, vom Königsthron" in unser Fleisch Christus jener Eckstein geworden ist, der Gott und Mensch vereint. Nun ist es an uns, ob auch wir in diese Verbindung eintreten, uns Gott zueignen - damit er uns wandle und heile.
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O König der Geschlechter,
von diesen ersehnt,
und Eckstein,
der du Geschiedenes verbindest:
Komm 
und mache heil den Menschen,
den aus Lehm du gebildet.

Die Verpflegung ...

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... für die kommenden Weihnachtstage: Gold (Lyoner), Weihrauch (Schäufele), Myhrre (Sauerbraten): Mensæ cælestis participes faciat nos Rex æternæ gloriæ ...

Freitag, 21. Dezember 2012

Auftakt mit Schippe fällt wohl aus

... als hierzuland noch Winter war:
Bildstock, Eschbach im Breisgau
Da mich die Hausordnung vom 20. bis zum 25. jeden Monats zum Winterdienst verdonnert, sehe ich einer "weißen Weihnacht" alle Jahre wieder mit ein wenig gemischten Gefühlen entgegen. Schneeräumen gehört nicht gerade zu meinen besonders bevorzugten Beschäftigungen in den frühen Morgenstunden des ersten Weihnachtstags - nicht einmal aus Solidarität mit den Hirten auf dem Feld bei den Herden, denn die wurden trotz Scheißkälte immerhin noch von Himmlischen Heerscharen bekündet und besputet und besungen: Gloria in excelsis statt Schippen auf Erden ...
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Nachdem der für heute angekündigte Weltuntergang allerdings ausgefallen ist und ich überdies jetzt irgendwo lesen mußte, man solle sich heuer an Heiligabend in südbadischen Breiten auf frühlinghafte Temperaturen bis zu 20 Grad plus gefaßt machen, würde ich mir doch wieder den Schnee aus der ersten Adventswoche wünschen, Schippe hin ... Schippe her! (im wahrsten Sinn des Wortes).