Sonntag, 30. September 2012

Nachklang ...

Filialkirche St. Michael - Niederrotweil am Kaiserstuhl
¶ 
Angesichts der Welt, in der wir leben, und meiner eigenen Anfälligkeit habe ich mir vor einiger Zeit vorgenommen, möglichst täglich den hl. Erzengel Michael mit dem bekannten Gebet von Leo XIII. anzurufen. Dieser Text ist bereits öfter innerhalb der Blogozese zitiert worden, aber angesichts der geistigen Auseinandersetzung mit den Tendenzen der Gegenwart glaube ich, daß man immer wieder darauf verweisen sollte:
Heiliger Erzengel Michael! Verteidige uns im Kampf; gegen die Bosheit und die Nachstellungen des bösen Feindes sei unser Schutz! "Gott gebiete ihm", so bitten wir inständig. Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stürze den Satan und all die anderen bösen Geister, die in der Welt herumstreunen, um die Seelen zu verderben, in der Kraft Gottes hinab in das ewige Feuer. Amen.
Das gestrige Fest des Erzengels bracht übrigens ein weiteres Treffen mit Freiburgbärin und Murli mit sich - schön, daß es Zeitgenossen gibt, mit denen man sich auf einen Kaffee treffen und eine Stunde lang über Maria Vesperbild, Romano Guardini und das römische Brevier klönen kann - auch wenn Außenstehende darob den Eindruck gewinnen mögen, es handele sich bei der Blogozese vielleicht nicht gerade um die berüchtigte Sammlung von "Konvertiten und Bekloppten", aber doch um ein sonderbar Völkchen ... Gott sei's getrommelt, gepfiffen und gedankt!

Freitag, 28. September 2012

Welches Schweinder'l und welchen Jesus hätten's denn gern?

Welches Schweinder'l hätten's denn gern? Das Blaue? Gerne. 
Und welchen Jesus wollen's denn heute haben? 
Den markinischen oder den aus der Logienquelle 
oder darf Johannes auch mit rein spielen? 
Verstehe ... also sozusagen den Jesus der Geschichte 
und nicht den Christus des Glaubens. Ja? 
Aber ich bitt' Sie! Gerne.
Dazu ein Zitat:
Die Wirklichkeit Christi wird uns durch das Wort bzw. das Gedächtnis der Apostel vermittelt; aller Apostel, von Markus bis Johannes. Und nicht so, daß die Echtheit der Jesusgestalt in dem Maße abnähme, als das Zeugnis später liegt. Der zeitliche Abstand eines Lukas von Markus bedeutet nicht, daß der Theologe Anlaß hätte, mißtrauisch zu werden. Die dazwischen vergangenen Jahre haben vielmehr einen Abstand geschaffen, der dem Berichtenden einen neuen Blick auf Christus geöffnet hat; sie haben eine Zeit der Nachfolge und des betenden Umgangs gegeben, in welcher neue Erfahrung von seiner Wirklichkeit gewonnen worden ist, so daß der von Christus Kündende nun sagen kann, was vorher noch nicht möglich bzw. an der Zeit war.
Wenn die Forschung vom Johannesevangelium zu den früheren Evangelien zurückgeht, dann dringt sie damit nicht zu echteren Schichten der Christuswirklichkeit vor, sondern nur zu solchen, die sich dem Blick eher dargeboten haben. (...)Wenn es gelänge, sämtliche Berichte zur Seite zu schieben und einen unmittelbaren Blick auf Jesus Christus zu gewinnen, wie Er auf Erden war, dann würde dem Betrachter nicht etwa ein "einfacher" geschichtlicher Jesus, sondern eine Gestalt von erschütternder Größe und Unbegreiflichkeit entgegentreten. 
Der Fortgang in der Darstellung des Jesusbildes bedeutet keine Zutat der Verkündenden, sondern die schrittweise Entfaltung dessen, was "von Anfang an war" - vorausgesetzt allerdings - und damit steht und fällt alles - daß der Gotteswille, der in Christus die erlösende Wahrheit des ewigen "Wortes" zur Offenbarung gebracht, auch gewollt und bewirkt hat, daß diese Wahrheit überhaupt zu den Späteren gelange.
So zu ihnen gelange, daß sie in der Schlichtheit des gläubigen Vertrauens aufgenommen werden könne, und es keiner kritischen Sondertechnik bedürfe, sie aus dem Wortlaut der Verkündigung herauszulösen.
Romano Guardini: Die menschliche Wirklichkeit des Herrn. Beiträge zu einer Psychologie Jesu. Würzburg 1958. S. 16 f.

Donnerstag, 27. September 2012

Anderswo aufgeschnappt: bei Ameleo.

Ameleo von Frech.Fromm.Frau erfreut sich hier am Höhepunkt der Proms und gerne freue ich mich mit. Allerdings möchte ich hinzufügen, daß "so etwas" nicht nur allein dann "dabei herauskommt", "wenn einer sein Leitungshandwerk versteht". Ebenso wichtig scheint mir, daß die also Angeleiteten zu spielen geneigt sind, was in den Noten steht.
.
Und nicht, was man aus diesem oder jenem Grunde aus den Noten auch herauszulesen vermeint und gar für den eigentlichen Willen des Komponisten erachtet. Überdies hülfe es wenig, wenn die Flötistin lieber die Stimme des Posaunisten spielen wollte und alle Bratschen streiken, weil sie sich im Vergleich zu den Violinen immer etwas diskriminiert vorkommen.

Montag, 24. September 2012

Einwurf ... klappernde Bischöfe

Eigentlich ist es ja bemerkenswert, daß "Die Deutschen Bischöfe" aktuell kein butterweiches Blabla in Form von Erklärungen, Arbeitshilfen, Dialogschmonzetten oder Konsenshäppchen darreichen, sondern mit einem "Dekret" kräftig klappern gehen. Gerne würde ich weitere Dekrete lesen: Gegen Liturgiemißbrauch, gegen sich als pastoraler Ungehorsam tarnendes pastorales Drückebergertum, gegen hausgemachte Entstellungen der kirchlichen Lehre und so weiter und so fort. Aber wir wissen ja: Die Liebe deckt alles zu. Süßer die Glocken nie klingen.
.
Nur beim Geld hört die Liebe auf.

Sonntag, 23. September 2012

Päng! Sühneleistung an Freiburgbärin und den Stofftier-Zoo

Heute kam es zu einem kleinen Bloggertreffen bei St. Antonius. Freiburgbärin und Murli (hier und hier und hier) sind nach Basel zur Messe gefahren und hatten mich danach in ihrem Lamborghinetto nach Freiburg verfrachtet. Immer wieder schön und interessant, die Menschen hinter den einzelnen Blogseiten persönlich kennen zu lernen! Was da genau gelaufen ist, verrät hier Freiburgbärin live.
.
Allerdings will ich eine kleine Sühneleistung erbringen. Tollheit war es, die mich trieb, vor einiger Zeit auf einer so stofftierfreudigen Seite in einem Kommentar auf ein Video zu verweisen, auf dem Stofftiere abgeschossen wurden. Was soll ich sagen? Der Zoo - wie ich ihn gerne nenne - war entsetzt. Hier nun ein Video, bei dem auf allerhand geballert wird, nur nicht auf Stofftiere ... Mucke ist mit drin, und so nenne ich es nicht Ping, nicht Pong, aber - blogozesenreminiszent - Päng zum Abend.
.
Salvatorische Klausel! Ich entschuldige mich vorab bei allen Fans von Brot-statt-Böller, von Paprika, Melonen, weißen Dieselautos und Dosenbier. Ich mag diesen Steve Lee und hätte auch gerne so ein Arsenal.
.

Samstag, 22. September 2012

Imaging there's is no Dialogue

Die Beatles fand ich schon immer Scheiße. Aber hier gehts um den Dialogprozess. Soeben befand ich mich auf der Rückmelde-Plattform zum Dialog im Erzbistum Freiburg ... und bin beinahe platt. Beinahe.
Versuchen Sie Ihre Anliegen und Dialogergebnisse jeweils dem Begriff zuzuordnen, der dem Anliegen am besten entspricht und geben Sie diese in den entsprechenden Feldern in der Rückmeldemaske ein. Verwenden Sie für jeden Bereich ein eigenes Feld. Wenn die vorbereiteten Felder nicht ausreichen, können Sie weitere erstellen lassen. Bitte beachten Sie, dass die einzelnen Felder eine Zeichenbeschränkung haben.
Erinnert an "Gehe direkt in das Gefängnis. Begib dich direkt dorthin. Gehe nicht über Los. Ziehe keine 4000 DM ein ..."
.
Nicht uninteressant und irgendwie bezeichnend für das ganze Dialoggedöns sind so manche Eingaben auf die obligatorische Eingangsfrage "Wie haben Sie den Dialog als geistlichen Prozess gestaltet?" ... das Wort "geistlich" scheint nicht allen aufgefallen zu sein. Und eine Pforzheimer Pfarrgemeinde kam zu einem stauneswerten Ergebnis:
An der angekündigt letzten Dialogstunde beteiligten sich nur noch drei Teilnehmer, vielleicht ein Zeichen dafür, dass der Dialog in der Gemeinde als beendet angesehen werden muss.
Te Deum laudamus. 

Dienstag, 18. September 2012

Das Kreuz im All

Braut des Lammes hat jüngst ihrer Augenhonig-Robusta wieder alle Ehre widerfahren lassen und ein atemberaubendes Bild gepostet vom Nebel IC 405 im Sternbild Auriga (vergrößert hier). Mir kam dazu einmal mehr ein Sonett von Reinhold Schneider in den Sinn ...
.
Das Kreuz im All
.
Ob nicht das All der Liebe Ruf empfunden?
Von Raum zu Raum durch nachterfüllte Weiten
Grüßt sich das Licht, und goldne Strahlen gleiten
Von Sternen her, die längst dahingeschwunden.
.
Wer mag der Liebe Übermacht erkunden
Und ob nicht Seelen durch die fernsten Zeiten
Sich auf des Sohnes Siegestag bereiten,
Der fort und fort die Hölle überwunden?
.
Es ragt das Kreuz aus hochentrückten Reichen
Hinab in Tiefen, die ohn' Ende fallen,
Und Liebe bindet mächtig Stern an Stern.
.
Einst wird den Raum durchfliehn ein Feuerzeichen,
Gesang wird jubelnd hin und wider schallen,
Und tausendfältig strahlt der Ruhm des Herrn.
.
Reinhold Schneider: Die Sonette von Leben und Zeit, dem Glauben und der Geschichte. Köln und Olten 1954. S. 190.

Montag, 17. September 2012

Frau Helen Schlüngel-Straumann, die Leadership-Nonnen und Kindergarten-Grütze in der Wikipedia

Wie wunderbarlich ist doch manche Strafe ... noch viel wunderbarlicher aber mancher Artikel! Der Predigtgärtner hat diesen hier aus der Feder der feministischen Theologa Frau Helen Schlüngel-Straumann bei publik forum aufgetan und müht sich aktuell um einen Gnadenerweis jenes Publizität verheißenden Forums, ihn kommentieren zu dürfen
.
Frau Helen Schlüngel-Straumann ihrerseits geht es um amerikanische Nonnen, die sich sozial totaliter engagieren oder sich in Elendvierteln verausgaben oder sich für das Recht auf Abtreibung einsetzen oder Gendershit anzetteln oder sich mit Lesben und Schwulen in die Kiste legen oder sich in amerikanischen Mehrsternehotels bei Bankettambiente zur Tagung ihres Dachverbandes treffen ... was man eben so alles tut, wenn man weiland irgendwann in einen Orden der römisch-katholischen Kirche eingetreten ist. 
.
Die Sache hat aber einen kleinen Haken: Dieser Dachverband - den Eindruck werde ich kaum los - scheint sich nicht umsonst Leadership Conference of Women Religious zu nennen. Es existiert ein Video besagten Treffens, bei dessen abschließendem Singsang die Schwestern den rechten Arm heben, als sei der Adolf gerade auf Besuch gekommen, was dem Wort vom Leadership eine ganz eigene Note zuprägt. Das Filmchen dürfte in der Blogozese hinlänglich bekannt sein; daher verzichte ich mit Rücksicht auf § 86a StGB darauf, es hier zu verlinken. 
.
Und noch was ... bei der ersten Durchsicht des etwas verwackelten und unscharfen Videos glaubte ich Trottel noch, einige Schwestern in Ordenstracht zu sehen. Bei näherer Betrachtung handelte es sich allerdings um Spalier stehendes Hotelpersonal. Also zurück jetzt zu den bereits erwähnten Elendsvierteln ...
.
Sagte ich Elendsviertel? Wie peinlich, ich meinte natürlich Frau Helen Schlüngel-Straumann. Die ist stinkig, weil die Männer im Vatikan den Frauen in den Orden Unbill antun und sie unter bischöfliche Kuratel stellen wollen:
Ich bin empört und rufe alle auf, sich mit diesen Schwestern gegen die römische Inquisition zu solidarisieren!
Hübsch, diese Agitprop-Rhetorik! Damit übertraf Frau Helen Schlüngel-Straumann ihre kurz zuvor erst aufgestellte Bestmarke:
Der Pontifex Maximus, der römische Kaiser, verfolgte in den ersten Jahrhunderten die Christen. Bedrückend ist, dass der neue Pontifex Maximus nun die eigenen Leute verfolgt.
Das sind mindestens drei, vielleicht gar vier Keifpunkte auf der aktuell nach oben noch offenen Uta-Ranke-Heini-Skala! Glückwunsch, Frau Helen Schlüngel-Straumann! Da steckt Potential drin! Üben Sie weiter, Frau Helen Schlüngel-Straumann! Auch das abschließende Plädoyer, Frau Helen Schlüngel-Straumann, hat bereits eine gewisse Klasse, wenn Sie Ihre Konfrautres geradezu beschwören,
alles einzusetzen, um diesen Machenschaften entgegenzutreten. Wann endlich wird dieser Männlichkeitswahn in der römisch-katholischen Kirche enden? Oder geht sie daran zugrunde?
Man mag Frau Helen Schlüngel-Straumann versichern, daß die römisch-katholische Kirche ebenso wenig an Männlichkeitswahn wie an feministischer Theologie zugrunde gehen wird. Was aber hat es mit Frau Helen Schlüngel-Straumann eigentlich genau auf sich? Eine kleine Blütenlese aus einem sehr qualitätvollen Wikipedia-Artikel - Stilistik, Orthographie und Zeichensetzung wurden unverändert beibehalten - hilft da weiter. So erfahren wir über Frau Helen Schlüngel-Straumann (alle Zitate nach Stand heutigen Tages, 21.10 Uhr):
Sie ist gerne katholisch da sie sich darin weltweit zuhause fühlt. Als 16-Jährige spürte sie den großen Wunsch Priesterin zu werden, stellte sich aber dann die falsche Frage „Warum bin ich nur ein Mädchen?“ und fand das ungerecht. Erst später erkannte sie, dass es ja ungerecht ist, dass Mädchen zu diesem Dienst nicht zugelassen werden.
Immer diese falschen Fragen! Immer diese zu kurz gedachten Relationen! Immer diese  schlecht bedachte Logik samt klappernder Semantik! Mal Hand aufs Herz ... ich würde "Mädchen" ebenso wenig zum priesterlichen Dienst zulassen wie meinethalben "Buben". Was  damit von und über Frau Helen Schlüngel-Straumann gesagt sein soll, versteht sich zweifelsohne von selbst, aber die Verfasserin dieser Wikipedia-Fanpage scheint durch die Lektüre der Werke von Frau Helen Schlüngel-Straumann keineswegs klarer denken gelernt zu haben. Doch lesen wir weiter:
Bis vor wenigen Jahrzehnten stand es im Interesse der Mehrzahl der Männer, die Frauen dienstbereit und für ihre Zwecke untergeordnet zu halten. Im Laufe der ersten Jahrhunderte Christentumsgeschichte wurden die Texte des Neuen Testaments patriarchalisch ...
Heutzutage können kritische feministische Standpunkte in exegestisch-akademischen Zeitschriften problemlos veröffentlicht werden. Hingegen ist eine Vermittlung solcher Überlegungen an die Basis sehr problematisch. Zwischen Exegeten und Dogmatikern gibt es eine Diskrepanz. Dogmatiker lesen die Bibel wie ein Lehrbuch, was die Bibel aber nicht ist.
Daß ich einerseits die Veröffentlichung kritischer feministischer Standpunkte in "exegestisch-akademischen Zeitschriften" schätzen würde, möchte ich nicht unbedingt behaupten. Andererseits halte ich mir auch keine für meine Zwecke dienstbereit untergeordnete Frau. Man stelle sich nur einmal vor, was so ein unbedarft und unmündig und verblendet gehaltenes Wesen alsdann zum Beispiel in der Wikipedia schriebe ...
Ein separater Lehrstuhl für Feminismus als Spielplatz für Frauen parallel zum Männer-Lehrstuhl – wo diese die alten Sachen wie bisher machen können – davon hält sie nichts. Jedes Fach sollte man gründlich feministisch-gendermäßig hinterfragen, d.h. man sollte die Kirchengeschichte feministisch überprüfen, die Exegese feministisch betreiben, die dogmatischen Strukturen feministisch-kritisch durchleuchten und miteinander reden.
Sorry, aber wenn ich so eine Kindergarten-Grütze lesen muß, dann fällt mir allein noch Shakespeare ein: "Schwachheit, dein Name ist Weib". Diesen Jargon, diese ganz typische Melange aus Betroffenheit und Formulierungsschwäche in Attacke auf ein hochtrabendes Sujet bringt einfach nur eine Frau zustande. Und stiege selbst ein Engel Gottes vom Himmel hernieder und versicherte mir, dies habe ein Mann geschrieben - ich würde sogar dem Boten des Herrn hier den Glauben verweigern.

Sonntag, 16. September 2012

Fromme Infrastruktur

... und wenn ich mal groß bin, dann kaufe ich mir ein Schwarzwaldhaus. Leider bin ich schon groß, aber mit dem Schwarzwaldhaus wirds wohl nichts werden. Dabei stehen da gerne Hofkapellen daneben rum, und manche scheinen sogar jüngeren Datums, wie diese gestern in Titisee:
.

Samstag, 15. September 2012

Fest der Sieben Schmerzen Unserer Lieben Frau

Vesperbild - Lenzkirch, St. Nikolaus
  
Sieh, Gottes Mutter schenkt ein heilig Leben
Den Müttern, die den tiefsten Schmerz erleiden ...
.
(Reinhold Schneider)

Freitag, 14. September 2012

Das Kreuz als Spiegel

Kreuzerhöhung - Wandbild in St. Marien, Gengenbach
 
Jetzt schauen wir Gottes Antlitz wie in einem Spiegel (1 Kor 13,12).
Das Kreuz ist der wunderbarste Spiegel, den Gott ersinnen konnte. Nie hätte ein Mensch aus sich es zu erdenken vermocht, daß Gott sich so uns zeigen, sein innerstes Wesen uns in dieser Weise hätte offenbaren können. Da versagen alle menschlichen Maßstäbe und Vorbilder, da leuchtet allein Gottes schauervolles und beseligendes Mysterium. 
In diesem Spiegel sehen wir aber nicht nur Gott, sondern auch uns selbst. Denn der da als Sohn Gottes am Kreuz hängt, ist, was wir selbst sind, Mensch. Und nicht nur Mensch dem Wesen nach, sondern auch dem Geschick nach. Er schaute in den Spiegel des Menschen - des Ich, aber er blieb nicht dabei stehen, sondern sah den Menschen im Lichte des Vaters. Deshalb blieb er in der Versuchung rein von der Sünde; er kann uns aber andererseits ein Vorbild sein, ein reiner, blitzender Spiegel, nach dem wir uns auszurichten haben.
Nicht die Wissenschaft und nicht die Weisheit, nicht Sophia und Mysteriengnosis, wohl aber die Kreuzesagape schenkt uns in Christus den vollkommenen Spiegel des Vaters und damit das Unterpfand, daß wir schon jetzt im Glauben den Vater schauen und einst die ewige Agape von Angesicht zu Angesicht schauen dürfen.
Odo Casel OSB - Vom Spiegel als Symbol  

Montag, 10. September 2012

Mörike am Abend oder: Mein Lieblingsgedicht

Morgenländer hatte jüngst nach den Lieblingsgedichten seiner Leser gefragt und die ganze Sache mit einer Verlosung verknüpft. Was an mir vorbeigegangen ist; mein Augenmerk fiel erst zum Wochenende drauf - die Idee aber finde ich wunderbar, selbst wenn man die Bedenken des Morgenländers nicht von der Hand weisen kann, daß es das Lieblingsgedicht schlechthin für die Wenigsten gibt ... zu groß und üppig sind die Füllhörner der Euterpe und Erato, der Thalia und Kalliope und Polyhymnia, als daß man sich für Eines nur entscheiden wollte.
.
Auch ich kenne mannigfach in Verse gesetzt Schönes. Aber es gibt ein Gedicht, daß mich besonders fasziniert und anrührt: Margareta von Eduard Mörike. Um genau zu sein: Angetan haben es mir vor allem die zweite und die dritte Strophe, auf welche Romano Guardini irgendwo in einem seiner Bücher in einer üppigen Fußnote verweist. 
.
Daß es zu dem Gedicht eine erste Strophe gibt, habe ich erst bemerkt, nachdem ich mir eine kleine Ausgabe der Gedichte Mörikes besorgt hatte. Und während die beiden letzten Strophen für sich stehen könn(t)en und unmittelbar zu mir sprechen, ist mir der Sinn der ersten Strophe bis heute nicht wirklich aufgegangen (allerdings habe ich mich auch nie besonders darum bemüht, sondern angenommen, dahinter stecke irgendein biographisches Moment). Hier nun die vollständige Fassung:
.
Margareta
.
Ach, muß der Gram mit dunkelm Kranz
Noch erst unschuldge Schläfe schmücken?
So hoher Sinn in ungetrübtem Glanz,
Er würde minder uns entzücken?
Ich weiß es nicht, nur dies weiß ich allein:
So gleichst du dir, und also sind wir dein.

.
Könnt ich, o Seele, wie du bist,
Dich in den reinsten Spiegel fassen,
Was all dir einzig eigen ist,
Als Fremdes dir begegnen lassen!
Ja, fiele nur aus diesem Aug ein Blick,
Wie er uns traf, ins eigne Herz zurück:
.
Von selgen Schauern angeweht,
Scheu nahtest du dem namenlosen Bilde,
Wie einem Rätsel, das um Lösung fleht,
Daß eins im andern sich auf ewig stillte;
Doch ach, kaum hast du halb dich selbst erkannt,
Verkennst du dich, und hast dich abgewandt!
.
Kleine Anregung meinerseits - wer immer auch ein Lieblingsgedicht hat, könnte es vielleicht auf seinem Blog veröffentlichen? Ich meinesteils fände das sehr interessant ...

Samstag, 8. September 2012

Das Jahr schreitet voran ...

Auf einigen Seiten der Blogozese war bereits von hereinbrechenden Herbststimmungen die Rede. Zwischenzeitlich hat das mich ebenfalls eingeholt; zuerst heute am noch halbwegs frühen Morgen in Zürich bei der Maria-Lourdes-Kirche ...
.
Eine gute Stunde später alsdann der Hochrhein bei Laufenburg ...
.
.

Donnerstag, 6. September 2012

"Der romfreie Katholik" oder: Texte von gestern heute gelesen

In der letzten Zeit entfaltet der Altliberalismus Altkatholizismus eine rege Agitation mit Vortragsthemen wie: "Die Nationalkirche eine katholische Forderung", "Die katholische Kirche im Lichte des romfreien Katholizismus", "Wie schlagen wir den politischen Katholizismus" u. a. m. Sein Kampfblatt ist Die Zeit zur Zeit "Der romfreie Katholik". Bezirksgruppen der neuen Bewegung haben sich in München, Regensburg und anderwärts gebildet. "Was der romfreie Katholizismus will und was er sucht, sind renitente religiöse Menschen, dumme deutsche Menschen, die aus sich heraus fühlen, daß in der internationalen Romkirche für ihr religiöses Leben kein Platz mehr sein kann". Darum "unerbittlicher Kampf gegen Rom und seine deutschen Traditionsgläubigen Trabanten" (aus der Oktobernummer des "Romfreien Katholik", 2012 1935) ...
Erzbischof Conrad Gröber (Hg.): Art. Altkatholizismus in: Handbuch der religiösen Gegenwartsfragen. Freiburg 1937. S. 56.

Mittwoch, 5. September 2012

Bitte betet mit!

Wie ich heute Abend erfahren habe, liegt eine wirklich herzensgute Frau, die regelmäßig am Sonntag mit ihrem Gatten an unserer Messe in St. Antonius teilnimmt, mit einer schweren Krebserkrankung im Krankenhaus. Die üblichen Therapien scheinen nicht übermäßig aussichtsreich. Ihr Mann macht mit ihr in diesen Tagen schwere Stunden durch.
.
Darf ich euch um euer Gebet bitten, daß Gott die Beiden an sein Herz nehme? Danke!

Terror hier, Terror da

Am 5. September 1793 lief die Französische Revolution einmal mehr zur Höchstform auf. Beseelt von Menschenrecht und Bruderliebe und Freiheit und Gleichheit und Brüderlichkeit beschloß die Nationalversammlung Terrormaßnahmen zur Unterdrückung konterrevolutionärer Aktivitäten - die Stunde der Grande Terreur hatte geschlagen. In den darauf folgenden acht Monaten fielen ungefähr 35.000 bis 40.000 Menschen diesem Beschluß zum Opfer.
.
Auf den Tag genau 125 Jahre später, am 5. September 1918, erlässt der Rat der Volkskommissare in Russland ein Dekret Über den Roten Terror - und schafft damit Konzentrationslager für Klassenfeinde und erlaubt obendrein sofortiges Erschießen eines jeden Zeitgenossen, der weißgardistischen Organisationen angehört oder in Verschwörungen, Aufstände oder Erhebungen verwickelt ist. Massenexekutionen werden durchgeführt, gefoltert wird nebenher auch noch. Die Schätzungen der Opferzahlen reichen von 250.000 bis zu einer Millionen Toten - je nachdem, was man alles dem Roten Terror zurechnet. Jedenfalls wurde Mitte der 1930er-Jahre mit dem Großen Terror die nächste Stufe gezündet; spätestens ab dann kann man wieder beginnen, die Opferzahlen von vorn zu zählen (diesmal gehen diese wirklich in die Millionen).
.
1983 erscheint alsdann bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft die deutsche Übersetzung einer Monographie zur Französischen Revolution aus der Feder des marxistischen Historikers Albert Soboul (1914-1982). Dieser sieht (hier zitiert nach Wikipedia) in der Grande Terreur 
"im wesentlichen ein Instrument zur Verteidigung der Nation und der Revolution gegen die Rebellen und Verräter". Zwar seien die Aristokraten und ihre Anhänger durch den Terror ausgeschlossen worden, doch hätten sie ohnehin "nicht in die Gesellschaft eingeordnet werden" können. Durch den Terror sei die Autorität des Staates wieder aufgerichtet worden, er habe bei der "Entwicklung des Gefühls nationaler Solidarität" über alle Klassenegoismen hinweg geholfen und vor allem durch die gewaltsame Durchsetzung der notwendigen wirtschaftspolitischen Maßnahmen zum Sieg der Revolutionäre in den Koalitionskriegen und damit zur "Rettung der Nation" beigetragen.
"Aus der Geschichte lernen" müssen und sollen, so siehts jedenfalls aus, stets nur die Anderen - nicht aber das linke Gesindel aus Geschichte und Gegenwart.

Sonntag, 2. September 2012

Auch, wo das Härteste gesagt sein muß ...

Unser Haus ist arm an Gästen geworden: aber dieser eine wiegt viele auf. Über seine große, große Toleranz lerne ich immer mehr umdenken: er schreibt das härteste Gericht über die Völker - und ist so milde in jedem einzelnen Falle, wo er es mit Menschen zu tun hat.
Aber wie kann das Reich Gottes denn anders verkündet werden als in der Liebe? Auch, wo das Härteste gesagt sein muß; auch, wo der verblendete, gefallene Mensch kaum noch Freundlichkeit wert scheint - wie kann es anders sein?
Jochen Klepper über einen Besuch Reinhold Schneiders in einem Tagebucheintrag zum 13. November 1936 
Jochen Klepper: Unter dem Schatten deiner Flügel. Aus den Tagebüchern der Jahre 1932-1942. Herausgegeben von Hildegard Klepper. München (2) 1983. S. 393.

Samstag, 1. September 2012

¶ Sententiæ XII

Der Zusammenbruch der Sternenwelten wird sich - wie die Schöpfung - in grandioser Schönheit vollziehen.
Blaise Pascal
 Dieses Zitat stellt Werner Herzog seinem Dokumentarfilm Lektionen in Finsternis voran. Es stammt wahrscheinlich von Herzog selbst, der es Pascal nur in die Schuhe geschoben hat. Macht aber nix ...

Anderswo aufgeschnappt: Augustinus


Die Fülle und wunderbare Pracht des Lichtes, die Sonne, der Mond, die Gestirne, die grünen Wälder, Farben und Duft der Blumen, die zwitschernde und buntgefiederte Vogelwelt, … das großartige Schauspiel, das uns das Meer darbietet, wenn es sich in verschiedenen Färbungen wie in Gewänder kleidet und bald grün ― und das wieder in vielen Abstufungen ―, bald pupurfarben, bald blau erscheint … Und all das sind nur Tröstungen für Unselige und Gestrafte, nicht Belohnungen der Seligen. Worin werden erst diese bestehen, wenn schon jene Tröstungen so reich, herrlich und groß sind?
.
Mit diesem Zitat des hl. Augustinus schloß Gerd-Klaus Kaltenbrunner einen lesenswerten Augustinus-Essay - hier ist der gesamte Text zu finden.

Der BDKJ und das "Magnigikat"

Auch heute noch herrschen in unserer Welt Terror, Krieg, Umweltzerstörung, Krankheit und Ungerechtigkeit. Gerade auch im Hinblick auf den Weltjugendtag wird es Zeit Flagge zu zeigen für Gerechtigkeit, Solidarität und Frieden. Für diese Schlagwörter kann das Magnifikat noch heute stehen (aus einem nicht mehr ganz taufrischen BDKJPDF).
Ja klar, bla bla, schwall und sülz. Elsa hat das aufgetan, und natürlich bin auch ich total gegen Terror, Krieg, Umweltzerstörung, Krankheit, Ungerechtigkeit, Gerechtigkeit, Solidarität, Frieden und - Scheiße, wollte sagen: natürlich bin ich für die guten drei Sprechblas... also: Werte und gegen den fiesen Kram am Anfang. Das Gesabbel entsprang weiland der (zwischenzeitlich zu Grabe getragenen) Magnifikat-Aktion, zu sich BDKJ und Misereor zusammentaten.
.
Mich nervt aber dieser Linksjugend-Politjargon. So schwört man den Nachwuchs schnurstracks auf eine bestimmte Weltanschauungsrhetorik und die sich damit tarnende Ideologie ein. Für weitere Beschwörungen der linken Rattenfänger ist der Nachwuchs alsdann gut vorbereitet: Heute noch Weltjugendtag, morgen Rote Flora? Heute BDKJ und Misereor, morgen Antifa und Rote Hilfe?
.
Bemerkenswert finde ich den etwas verquer geratenen Schlußsatz:
Für diese Schlagwörter kann das Magnifikat noch heute stehen.
Klingt wie: Wir haben es hier mit verstaubtem Schmodder aus dem Neuen Testament zu tun, für den sich eigentlich kein Schwein bei uns interessieren würde, eignete er sich nicht zufällig so gut zur spirituellen Dekoration unserer gesellschaftspolitischen Agenda, vor allem in der Umschreibung von Dorothee Sölle.
.
Übrigens: Wie man dem Papier obendrein entnehmen kann, wurde zu dieser Aktion auch "eine Menge Material" im "Magnigikat-Shop" (sic!) entboten: Fahnen (rote?), Faltblätter (pamphletuöse Propaganda?), Gebetszettel (für die nützlichen Idioten?) ...