Freitag, 2. Dezember 2016

Advent zwei - Mit fordernden Augen

Denn der Christ ist kein Weltverneiner. Er wird es nie wagen, die Schöpfung Gottes zu schmähen, er betet Ihn ja an als den Schöpfer der Welt.
Er entflieht auch nicht seinem Weltauftrag, denn sein Ideal ist keineswegs die tatenlose Sehnsucht.
Aber das Bild von der Wiederkunft sagt ihm: Diese Welt, so wie sie jetzt ist, einschließlich all ihrer Herrlichkeit, ist noch nicht deine ewige Wohnung. Es ist noch die unerlöste Welt, genauer: die noch nicht endgültig erlöste Welt. Es ist noch nicht der neue Himmel und (was nicht vergessen werden darf) die neue Erde, die Gott verheißen hat.
Und diese Erwartung ist ein Protest gegen die Gestalt dieser Welt. Der Christ blickt sie gleichsam mit fordernden Augen an.
Alfred Kardinal Bengsch: In Erwartung der Wiederkunft. Berlin 1966. S. 11 f.

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