Freitag, 23. Dezember 2016

Advent dreiundzwanzig - Advent Mariens

Als der Engel zu ihr trat, war Maria allein, nicht nur zufällig und nicht nur äußerlich, sondern als die aus allen Menschen erwählte einsame Partnerin des Wortes Gottes.
Seit Adams Fall hat der Geist Gottes auf vielfache Weise diese Stunde herbeigeführt, er hat eine Tochter Adams auf diese einsame Höhe geführt, wo nun die Engel des Himmels dem Zwiegespräch lauschen und die Antwort aus dem Munde der Jungfrau vernehmen, die Gottes Geist ermöglicht hat: "Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe nach deinem Wort". Dann aber führte der Geist Gottes Maria zu den Menschen, und sie eilt über die Berge.
Jetzt, da sie den Herrn trägt, darf und muß sie heraus aus der einsamen Kammer. 
Es ist fast, als wollte der Heilige Geist nicht abwarten, bis der menschgewordene Sohn selbst die frohe Botschaft den Armen verkündet, nicht einmal, bis die Engel an der Krippe die Botschaft von der Geburt des Heilands verkünden. Er sucht einen Mund, der den Herrn begrüßt noch im Mutterschoße. Darum ist der Advent Mariens beides: Einsamkeit im Heiligen Geist und Gemeinschaft im Heiligen Geist.
Alfred Kardinal Bengsch: In Erwartung der Wiederkunft. Berlin 1966. S. 38.

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