Donnerstag, 15. September 2016

Die auch von diesem toten Leib ihre Liebe nicht lösen konnte - Gedächtnis der Sieben Schmerzen Unserer Lieben Frau

Schmerzhafte Gottesmutter - Mater dolorosa - Glasfenster in St. Peter und Paul, Waltershofen
"Simeon segnete sie und sagte zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zur Auferstehung vieler in Israel und zum Zeichen, dem widersprochen wird. Und auch deine Seele wird ein Schmerz durchdringen - damit aus vielen Herzen die Gedanken offenbar werden" (Lk 2, 34 f.).
Dem lichten Bild, das in herrlicher Weise die zukünftige Größe des Kindes gezeigt hat, wird hier ein dunkler Schatten eingezeichnet. Die Erlösung und ihre Annahme vollzieht sich nicht geradlinig, sondern über das Kreuz; der Glaube hat stets neben sich den Unglauben; das Heil bedingt auch die Möglichkeit des Ärgernisses, und die Gnade kann zum Gericht werden ...
Der hl. Bernhard sagt, Maria habe unter dem Kreuze noch gelitten, als ihr Sohn schon ausgelitten hatte, weil der Speer seine Seele nicht mehr erreichen konnte, da sie bereits den Leib verlassen hatte, wohl aber noch die ihre durchbohrte, die auch von diesem toten Leib ihre Liebe nicht lösen konnte. So wird man im Hinblick auf das in dieser Stunde in die Seele Mariens gesenkte Wort sagen dürfen, daß damit in ihrem Herzen auch schon das Kreuz Wurzel schlug und zu wachsen begann, noch bevor die Menschheit Christi es zu erdulden hatte. Das Wort zeigt, wie eng die Mutter mit dem Erlöserschicksal ihres Sohnes verbunden ist von Anfang an.
Eugen Walter: Maria - Mutter der Glaubenden. Freiburg (2) 1957. S. 66 f. - Bild: Schmerzensreiche Gottesmutter; Darstellung in einem Fenster der Kirche St. Peter und Paul zu Freiburg-Waltershofen.

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Sag ich doch! ;-)

Andreas hat gesagt…

Da steht "Erlöserschicksal" ...

viasvitae hat gesagt…

Ihr zwei :) Da streckt der eine den kleinen Finger aus und der andere nimmt die ganze Hand ;)

Andreas hat gesagt…

Was heißt hier "Ihr zwei" ... der eine da vor allem plündert ja gleich jeden halbwegs vielstversprechend erscheinenden Satz, der bei drei nicht auf dem Baum ist, für seine Maximariologie aus ... ;-)