Montag, 4. April 2016

Der Engel, der eintrat

Der Erzengel Gabriel - Chorwandfresko (Auschnitt), Zürich, Kirche Maria Lourdes
Von Engeln ist in den ersten Kapiteln des Euangelions nach Lukas öfter die Rede. Joseph träumt von ihnen. Bei Zacharias lässt sich ein Engel "sehen"; zwar offenbart sich dieser Engel als "Gabriel, der vor Gott Stehende" (Lk 1, 19), bleibt aber dennoch eine Erscheinung. Überwältigend scheint, was den Hirten auf dem Feld widerfährt: Da "stand" ein Engel bei ihnen, nach dessen Verkündigung "plötzlich" eine "Menge himmlischer Heerschar" die Herrlichkeit Gottes in der Höhe verkündete und "Friede den Menschen seines Gefallens", ehe sie wieder "zum Himmel weggegangen" (Lk 2, 15). Bei der Verkündigung aber erscheint kein Engel, ist kein Engel plötzlich da, es entbirgt sich keiner im Traum, sondern es steht geschrieben: "Er trat bei ihr ein" (Lk 1, 28) - und später: er "ging von ihr": eine Situation, wie sie alltäglicher nicht beschrieben werden könnte, ohne Himmelszauber und auch ohne die Holdseligkeiten der christlichen Ikonographie.
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Wer wünschte sich nicht, sein Glaube würde durch das große Wunder gestärkt, durch eine himmlische Epiphaneia, durch wundersam bezwingende Träume, hehre Erscheinungen? Und doch zieht es Gott vor, das Ungeheuerlichste überhaupt: das Ansinnen, Mensch zu werden aus einer menschlichen Mutter, ohne allen Glorienglanz in die Wege zu leiten. Gewiß ... der Engel verspricht viel (und verschweigt womöglich manches):
Ängste dich nicht, Maria!
Denn Gnade hast du gefunden bei Gott.
Und da! Du wirst im Schoß empfangen
und einen Sohn gebären,
und du sollst seinen Namen Jesus rufen.
Er wird ein Großer sein
und Sohn des Höchsten gerufen werden:
Und geben wird ihm der Herr - Gott -
den Thron seines Vaters David.
Und König wird er sein
über dem Haus Jakob die Aionen hin.
Und seines Königtums wird kein Ende sein ...
Heiliges Pneuma wird über dich kommen
und die Dynamis des Höchsten dich überschatten.
Darum wird auch, was nun gezeugt wird,
"heilig" gerufen werden: Sohn Gottes (Lk 1, 30 ff.)
Aber sind all diese Worte nicht noch viel (heraus-) fordernder, weil sie jeder äußeren Inszenierung entbehren, derweil sie das gesamte Leben der Jungfrau auf den Kopf stellen? Und ahnen wir, wann zu uns ein Engel spricht - vielleicht da, wo wir es am wenigsten vermuten? Und können wir dem Engel jenen Glauben schenken, mit dem Maria ihren Gott empfing?
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Bild: Der Engel der Verkündigung - Chorwandfresko (Ausschnitt) von Richard Seewald in der Kirche Maria Lourdes zu Zürich.

Kommentare:

Anni Freiburgbärin von Huflattich hat gesagt…

Ängste dich nicht, Andreas!

Veröffentliche wieder den einen oder anderen Artikel. Theo hat schon Entzugserscheinungen - oder so.

Andreas hat gesagt…

Das liegt - armer Theo - natürlich garnicht in meinem Sinn!

Nur mußte ich nun erst einmal den Saustall rund um den Rechner aufräumen (ob Theo das versteht, weiß ich freilich nicht) - und als ich das auf Fratzbuch schrieb, schalt mich übrigens ein Herr Denzinger: zumindest Casel-Texte abzutippen wäre das Mindeste, was man trotzdem schaffen könnte.

Ich werde mir Mühe geben!

Theo hat gesagt…

Was iss? Du kann's doch nich' die lecker Kostbarkeitens von'nen PC wech mach'n. Ich find' bei mir in'ne Tastatur noch lecker Schokolade von Weihnacht'n. Ich glaub' Weihnacht 2008 un' jetz' tu' ich ma' 'n paar klasse Eierkens von'ne Amseln zum brüt'n in'nen Pc von Anniken. Kann's zum Amselbraten in'ne übernächsten Woche vorbeikomm'n tun.

Andreas hat gesagt…

Wenns wenigsten Süßkram gewesen wäre, der sich um meinen Rechner versammelt hätte ... den Amselbraten iss ruhig allein, ist ja nicht viel dran an dem Geflatter. ;-)