Donnerstag, 3. März 2016

Sententiæ CIX

... Nein, ich habe nicht den Glauben verloren. Der Ausdruck "den Glauben verlieren", so wie man seinen Geldbeutel verliert oder einen Schlüsselbund, ist mir übrigens immer ein wenig albern vorgekommen. Er muß zum Wortschatz der kleinbürgerlichen, tadellosen Frömmigkeit gehören, Hinterlassenschaft der ebenso trübsinningen wie schwatzhaften Priester des 18. Jahrhunderts. 
Man verliert nicht den Glauben, er hört auf, dem Leben Form zu geben, das ist alles.
Georges Bernanos: Tagebuch eines Landpfarrers

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