Mittwoch, 3. Februar 2016

Vom Blasiussegen

 Der hl. Bischof Blasius - Pfarrkirche St. Blasius, Buchenbach 
Auf zwei Legenden aus dem Leben des heiligen Martyrers und Bischofs Blasius dürfte der Brauch beruhen, den die Ekklesia heute pflegt, wenn sie Gott bittet, er möge seine Gläubigen auf die Fürsprache des Heiligen "von jeder Halskrankheit und von allen anderen Übeln" (so die Bitte bei der Spendung des Segens) befreien. Einerseits wird berichtet, der Bischof von Sebaste habe - seines Glaubens wegen bereits gefangen gesetzt - einen jungen Knaben vor dem Tod gerettet, der an einer Fischgräte im Hals zu ersticken drohte. Und ferner wird erzählt, eine fromme Frau habe ihm täglich Speisen und eine Kerze in den Kerker getragen; kurz vor seinem Tod habe der Heilige sie gebeten, jährlich am Jahrestag seines Todes eine Kerze zu opfern. Gott werde sie vor Übel und Krankheit bewahren und Wohlergehen schenken. Aus beiden Legenden rührt der Segensbrauch.
.
Wir täten nicht gut daran, den Blasiussegen als nostalgische Reminiszenz an die Zeit der Altvorderen zu betrachten, über welche Wissenschaft, Forschung und Pharmakonzerne längst hinweg geschritten sind - selbst wenn der Segen nicht den erwarteten Erfolg zeitigt und der Hals schon kurz danach zu kratzen beginnt, wie es mir einmal geschehen. Wie so oft ist bei Gott das konkrete leibliche Anliegen die Schauseite, in die hinein er seine Gnade gießt (und wer mag schon wissen, welch' üble Grippe man sich ohne den Segen geholt hätte?). Doch alle Gesundheit des Leibes ist kein Selbstzweck - sie soll der Heiligung dienen, soll das Heil der Seele befördern um des ganzen Menschen willen, der mit Leib und Seele zur Herrlichkeit berufen ist: Jeder Segen ist in diesen Horizont von Seele und Leib gestellt und entfaltet darin seine Wirkung (auch wenn wir die Zusammenhänge nicht immer erfassen) - damit sich erfülle, was wirklich zählt. Dies verrät uns das Segensgebet über die Blasiuskerzen am Ende:
Heil und froh sollen wir dir in deiner heiligen Ekklesia Dank sagen und deinen glorreichen Namen, der gepriesen sei in Ewigkeit, verherrlichen.
Die Ekklesia aber ist nicht nur der armselige Haufen, den wir in diesem Aión hergeben, sondern die Gemeinschaft aller Heiligen, zu welcher der hl. Blasius vorangegangen ist - seine Fürsprache hüte nicht nur unseren Hals, sondern helfe uns ans Ziel ... ora pro nobis!
.
Bild: Darstellung des heiligen Blasius in der ihm geweihten Pfarrkirche zu Buchenbach im Schwarzwald.

Keine Kommentare: