Samstag, 20. Februar 2016

Tagessplitter

Unsere Bischöfe: müssen nur ein Dokument in die Welt setzen und darin erklären, es müsse "gewährleistet sein, daß christliche Flüchtlinge in unserem Land - gerade in Asylbewerberunterkünften - keine Ausgrenzung oder Bedrängung aufgrund ihres Glaubens" (eine Selbstverständlichkeit, wollte man meinen, in eben diesem unserem Land) erführen, und schon staubt sich das Thema vom Tisch. Ja, aber ...  gewiß sei man christlichen Asylbewerbern besonders verbunden, nur scheint dabei die Sorge nicht minder groß, andere könnten sich vor den Kopf gestoßen fühlen, würde man christliche Flüchtlinge "bevorzugen". indem man sie zumindest hierzulande vor dem schützt, wovor sie nicht selten geflohen sind.
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Klar, die christliche Nächstenliebe gilt nicht nur den eigenen Leuten (was außer Frage steht), sondern frage überdies nicht nach "Herkunft und sozialem Stand, Religion und Weltanschauung, Geschlecht und sexueller Orientierung". Nun ja - spätestens mit dem Einbruch dieser politisch kotzkorrekten Floskelei nehme ich den Bischöfen ihre besondere Verbundenheit den christlichen Flüchtlingen gegenüber nicht mehr ab; wer mag dafür noch die Hand ins Feuer zu legen, wenn sich bekundete Verbundenheit und verbischöflichtes Blabla so nah auf der Pelle liegen?
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Ein anderer Bischof:
Et quidem fratres secundum
quod homines sumus,
quanto magis secundum
quod Christiani sumus?
Ad id quod homo es,
unus pater fuit Adam, una mater Eva;
ad id quod Christianus es,
unus pater est Deus,
una mater Ecclesia.
Und freilich sind wir Brüder,
weil wir Menschen sind;
wieviel mehr erst,
da wir Christen sind!
Für dich als Mensch
war der gemeinsame Vater Adam,
die gemeinsame Mutter Eva;
für dich als Christ
ist der gemeinsame Vater Gott,
die gemeinsame Mutter die Ekklesia!
(Augustinus, De disciplina christiana 3)

Kommentare:

Arminius hat gesagt…

Für die deutschen Bischöfe kann man nur noch beten.

Lehrer Lämpel hat gesagt…

Verlassen wir uns nicht bequem auf andere, die es richten sollen, sondern schreiben wir direkt als Christen an die Verantwortlichen:
Z.B. unsere jeweiligen Landtags- oder Bundestagsabgeordneten oder auch an die Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration, Frau Aydan Özoguz.
Versuchen wir es wenigstens und machen wir die Probe aufs Exempel, bevor wir über Politiker und Bischöfe lamentieren.
Die Email-Adressen sind schnell aus dem Netz herausgesucht.

Andreas hat gesagt…

Gewiß eine gute Anregung, doch das öffentliche Lamento - etwa auf einem blog - scheint mir auch nicht ganz sinnlos (zudem habe ich natürlich auch schon Erfahrungen gesammelt mit dem Empfang von Textbausteinen, die sich als Antwortmail dekorieren).

;-)

Lehrer Lämpel hat gesagt…

Auch ich bin in der Lage, Textbausteinphrasen von echten ehrlichen Antworten und vor allem von Taten zu unterscheiden.
Das lasse ich dann den Absender in einer erneuten Mail auch wissen, dass ich mich nicht billig abspeisen und für dumm verkaufen lasse.
Oftmals kriege ich gar keine Antwortmail - auch derartige Arroganz ist eine "Antwort", und ich ziehe daraus meine Konsequenzen.