Montag, 1. Februar 2016

Reines Brot aus Gottes Weizen

Heute feiert die Ekklesia das Fest des heiligen Ignatios von Antiochien, des zweiten Bischofs auf der cathedra des hl. Petrus in jener Stadt, die wir heute - in der Türkei gelegen - als Antakya kennen. Sieben Briefe an frühchristliche Gemeinden sind von Ignatios überliefert und geben Kunde von der Entfaltung und der Festigung, aber auch von der Gefährdung des Glaubens in jener Zeit, die sich an die Verkündigung seitens der Apostel unmittelbar anschloss. Erstmals begegnet uns hier das Wort von der "katholischen Kirche", he katholikè ekklesía (Brief an Smyrnäer 8, 2), welche die Gemeinden unter der Leitung der Bischöfe bilden, letztlich angeführt von der Gemeinde Roms, die den Vorsitz hält im Glauben und in der Liebe (Brief an die Römer, Widmung).
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In der leiturgia einzigartig ist die Verwendung eines kurzen Abschnittes aus dem Brief des Heiligen an die Gemeinde zu Rom (4, 1) als Communio-Gesang; diesem Zitat gehen Worte voran, die - über die Sehnsucht nach dem Martyrium hinaus - auch von der glaubenstiefen Glut eines Christen zeugen, der die frohe Botschaft noch von den Aposteln empfangen hatte:
Ich schreibe allen Kirchen und schärfe allen ein, daß ich gerne für Gott sterbe, wenn anders ihr es nicht verhindern werdet. Ich rufe euch zu: Werdet mir nicht unzeitiges Wohlwollen! Lasst mich ein Fraß für Bestien sein, durch die es möglich ist, zu Gott zu gelangen! (Denn:)
Frumentum Christi sum:
dentibus bestiarum molar,
ut panis mundus inveniar.
Weizen Christi bin ich,
der Bestien Zähne sollen mich mahlen,
damit ich als reines Brot erfunden werde.
Oder - in größerer Treue zum griechischen Original:
Weizen Gottes bin ich
und durch die Zähne von Bestien werde ich gemahlen,
damit ich als reines Brot Christi erfunden werde.
"Weizen Gottes" - Das sollen auch wir werden in der Ekklesia, indem wir uns im Vertrauen auf Gottes Gnade in die Opferschale auf den Altar legen, damit alles gemahlen werde im Kreuz des verherrlichten Kyrios, jener großen Mühle der Erlösung. Denn so bringt, um die in der Lehre und im Sterben offenkundige martyria des hl. Ignatios mit einem Wort des hl. Ambrosius ein wenig noch zu beleuchten, ...
... die durch keine Makel befleckte Ekklesia (...), die solchen Weizen mahlt (der vom warmen Strahl der ewigen Sonne ausgereift ist, den der Herr nach seinem Willen kleidete und die Engel von jedem Stäubchen Unrat reinigten), so bringt sie also nur gutes Feinmehl aus dem Inneren des Menschen Gott dar und macht auf diese Weise ihre Opfergaben ihm genehm (Expositio in Lucam 8, 48), ...
... damit auch wir reines Brot Christi werden: Sein Leib. Der hl. Ignatios von Antiochien helfe uns dazu mit seiner Fürsprache ... ora pro nobis!

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