Donnerstag, 18. Februar 2016

O Frau, groß ist dein Glaube!

Und da!
Eine kananäische Frau aus jenem Gebiet
kam gelaufen, schrie und sagte:
Erbarme dich meiner, Kyrie, Sohn Davids!
Meine Tochter
wird von einem Abergeist übel besessen.
Er aber antwortete ihr kein Wort.
Da traten seine Jünger heran, baten ihn und sagten:
Entlaß sie, sie schreit ja nur hinter uns her!
Er aber hob an und sprach:
Gesandt bin ich nur zu den zugrunde
gegangenen Schafen des Hauses Israel.
Sie aber kam heran,
verneigte sich tief vor ihm und sagte:
Herr, hilf mir!
Er aber hob an und sprach:
Es ist nicht recht, das Brot der Kinder wegzunehmen
und es den Hündlein hinzuwerfen.
Sie sprach: Ja doch, Kyrie!
Denn auch die Hündlein essen
von den Bröseln,
die von den Tischen ihrer Herren fallen.
Daraufhin hob Jesus an und sprach zu ihr:
O Frau, groß ist dein Glaube!
Es geschehe dir, wie du willst.
Und geheilt
war ihre Tochter seit jener Stunde.
Aus einer Predigt des hl. Johannes Chrysostomus zur heutigen Perikope - Euangélion (Mt 15, 22 f.) am Donnerstag der ersten Fastenwoche:
O Frau, groß ist dein Glaube!
Es geschehe dir, wie du willst ...
Der Glaube war groß, das Gefäß war groß;
und die Gnade wurde ausgegossen ...
O Frau, groß ist dein Glaube!
Du hast keine auferweckten Toten,
keine gereinigten Aussätzigen,
keine Wunder von mir gesehen.
Du hast die Propheten nicht gehört,
du hast das Gesetz nicht erwogen,
ja - du bist von mir abgewiesen
und verächtlich gehalten worden,
und dennoch bist du nicht gewichen,
dennoch bist du standhaft geblieben ...
O Frau, groß ist dein Glaube!
Die Frau ist gestorben;
aber noch lebt ihr Ruhm - ein Ruhm,
der sie herrlicher schmückt als der Kranz der Kronen!
Wohin du kommst, hörst du Christus sagen:
O Frau, groß ist dein Glaube!
Gehe in die Kirche der Perser,
so hörst du sagen:
O Frau, groß ist dein Glaube!
Du magst zu den Goten, zu den Barbaren,
den Indianern und den Mohren gehen,
du magst in eine christliche Kirche
auf der Erde kommen, in welche auch immer,
und du wirst dieses Lob hören.
Christus hat nur ein Wort geredet,
und dieses Wort wird nicht verschwiegen:
O Frau, groß ist dein Glaube!
Es geschehe dir, wie du willst ...
 Die deutsche Fassung dieses Auszugs aus der Homilia de Chananæa beruht auf der Übersetzung: Des heiligen Johannes Chrysostomus Predigten und kleinere Schriften. Siebter Band. Prag 1785. S. 141.

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Heutige Perikope - entweder erscheinen die Beiträge hier zu spät, oder ich gehe zu früh ins Bett ... jedenfalls scheine ich hier immer den Kommentar zur Vortagsliturgie zu erwischen ... aber das ist ja bisweilen auch nicht verkehrt. ;-)

Andreas hat gesagt…

Am Veröffentlichungskonzept könnte man in der Tat etwas feilen. Andererseits ... die Leiturgía ist ja sub specie aeternitatis zeitlos.

viasvitae hat gesagt…

Du hast wenigstens ein Veröffentlichungskonzept...;)