Dienstag, 29. September 2015

Wende das Gericht!

 Der hl. Erzengel Michael - Kirche St. Felix und Regula, Nollingen 
Sankt Michael
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Du siehst das Schicksal furchtbar ausgebreitet
Und wie den Aufruhr, der dein Volk umdroht,
Geheim durchwirkt ein heiliges Gebot
Und unsre Sünde mächtig widerstreitet.
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Du richtest nicht; aus Todesblitzen spreitet
Dein schrecklich Schwert die Schildwehr unsrer Not,
So wirst du streiten, bis im Morgenrot
Des Jüngsten Tages dir das Schwert entgleitet.
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O scheide dann von deinem Volke nicht!
Wie du auf Erden deines Amts gehütet,
Erstreite oben uns Barmherzigkeit!
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Du bist die Gnade; wende das Gericht!
Das Banner stürzt, des Feindes Zeichen wütet,
O wage kniend unsern letzten Streit!
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Reinhold Schneider
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Reinhold Schneider: Die Sonette von Leben und Zeit, dem Glauben und der Geschichte. Köln und Olten 1954. S. 206 - dazu ein Ausschnitt eines Altarbilds der Kirche St. Felix und Regula, Nollingen am Hochrhein.

Montag, 28. September 2015

Den katholischen Glauben in die Tonne treten

Wie wir alle wissen, bedarf es einer Erneuerung des ungeeigneten Glaubensbekenntnisses, denn im aktuellen Text kommt das Leben Jesu und dessen Reich-Gottes-Verkündigung nicht vor; daß Geburt, Tod und Auferstehung ge- und bekannt werden, ist unwichtig, denn die Gottessohnschaft Jesu ist sowieso nur geistig und nicht biologisch zu verstehen - die Botschaft von der leibhaftigen Auferstehung des Sohnes Gottes ist angesichts der Anerkennung der Glaubensvielfalt und der Wandlung religiöser Bedürfnisse ziemlich nachrangig. Es steht also eine sorgfältige Überarbeitung des Katechismus mit Darlegung des Wesentlichen an. Was ist wesentlich? Vielleicht: Der Sündenablass wird abgeschafft und Gescheiterte Ehen führen nicht zur Dauerstrafe, natürlich ist dabei Wiederverheiratung zulässig. Wesentlich dürfte auch ein rechtes Verständnis der Eucharistie sein, die kein Opferritus ist. Weil wir gerade beim Thema sind: Offene Einladung zur Eucharistie tut not. Die ökumenische Zusammenarbeit auch an der Basis, gemeinsame Feiern, auch des Herrenmahls liegen ganz auf Linie. Der Eucharistiefeier können alle dafür geeigneten Personen vorstehen. Geeignet sind dafür viele alle, solange sie nicht - um es windelweich zu formulieren - von einer Absage an jeden Fundamentalismus und an Sondergruppen religiöser Eiferer betroffen sind. Generell gilt: Alle Seelsorger bedürfen der Zustimmung der Gemeinden und Wahl der Bischöfe durch das Gottesvolk, aber natürlich nur nach Ausschreibung und Hearing!
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... und das ist nur rund ein Viertel diverser Reformforderungen der österreichischen Gruppe Die Laieninitiative - Für eine Kirche mit Zukunft, welche ein Schweizerischer Kapuziner (in einer offenbar leicht entschärften Fassung und mutmaßlich zustimmend) referiert. Die Wandlung religiöser Bedürfnisse (der Mensch ist das Maß seines je eigenen Gottchens) scheint bei den Damen und Herren kaum zu übersehen - selten sieht man den katholischen Glauben derart massiv in die Tonne getreten. Die Frage, warum die ganze Truppe nicht zu irgendeiner christlichen Denomination auf dem beliebten Markt der Möglichkeiten abwandert, mag nicht minder ausgelutscht erscheinen wie der Initiative Wunschzettel - dennoch drängt die Frage, was diese Zeitgenossen eigentlich in der römisch-katholischen Kirche hält, von deren Glauben, Bekennen und Leben sie offenbar nichts halten.
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¶ Wer mehr Reformanregungen benötigt, kann nach Ein Riesenbündel Reformwünsche googeln.

Sonntag, 27. September 2015

Aus dem Flüeli

Und nun keine weiteren Bilder aus der Bruder-Klaus-Konserve, sondern einige aktuelle Impressionen aus dem Flüeli, samt Nachprimiz von P. Philipp Faschinger FSSP in der dem hl. Karl Borromäus geweihten Flüeli-Kapelle und Andacht am Grab des Heiligen in der Kirche zu Sachseln ...
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Das BamS (sozusagen fragwürdig)!

Da fahre ich heute mal wieder hin - wer erkennt's und weiß den Ort?
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Donnerstag, 24. September 2015

Kurz mal was zum Kardinal verbloggt

Heute Abend muß ich einmal etwas machen, wozu ich sonst in der Regel weniger geneigt bin: Kardinal Marx verteidigen! Der hat sich gerade in einer Pressekonferenz vordergründig wenig schmeichelhaft über "katholisches" bloggen geäußert, nachdem ihn ein Medienvertreter auf katholisches.info und anverwandt unter fundamentalistischem Ruch und Verdacht Stehendes kritisch angesprochen hatte. Einige Mitblogger haben bereits leicht irritiert Witterung genommen, sintemal Marx konstatierte, "Verbloggung" könne auch zu "Verblödung" führen. Freilich gibt der Kardinal zu, von den inkriminierten Internetaktivitäten kaum Ahnung zu haben. Katholische Netzaktivisten mögen das bedauern, denn mithin hat Kardinal Marx auch von ihnen keinen blassen Schimmer - die Aussage ist aber zugleich der Schlüssel zu den weiteren Ausführungen.
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Meines Ermessens redet Marx - irgendwie muß er ja Stellung beziehen - mangels näherer Kenntnis dessen, wonach gefragt wurde, alsdann recht allgemein von einigen bekannten Phänomenen im Netz, die eigentlich jeder vernünftige Mensch beklagen wird: Die Verbreitung schräger Verschwörungstheorien samt obskurer Nachrichten aus obskuren Quellen ... oder den oft zu beobachtenden fundamentalen Verzicht auf alles, was auch nur ansatzweise mit "Netiquette" zu tun haben könnte - bis hin zu ausdauernder Trollerei allerorten. Letztlich rettet sich der Kardinal aus unbekanntem auf offenbar vertrauteres Gelände, indem er mehr über Fratzbuch oder über hanebüchene Leserkommentare in den Medien räsoniert als über die recht vielgliedrige Sphäre katholischer Bloggerei.
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Das Video mit den entsprechenden Aussagen ist hier zu finden.

Der Verklagten Ketten löse!

 Madonna in einem Kranz der heiligen fünf Wunden - St. Michael, Niederrotweil 
Die Madonna in einem Kranz mit den heiligen fünf Wunden: Wir sehen Christus nicht nur im Gottmenschen selbst, sondern auch in den vielen Leiden unschuldiger Menschen, besonders aber im Leiden verfolgter Christen, an das Kreuz gefesselt. Wenn die Ekklesia heute Unserer Lieben Frau vom Loskauf - von der Befreiung - der Gefangenen gedenkt, dann schauen wir die Mutter in ihrer Ohnmacht unter dem Kreuz ihres Sohnes, schauen aber auch die Mutter als mächtige Fürsprecherin all der ihr nun anvertrauten, aber in äußerer und innerer Not gefangenen Kinder, schauen auf unsere Mutter: Dieser Tag hält uns an, zu ihr Zuflucht zu nehmen. Sie entreiße uns den ganz unterschiedlichen Fesseln und Ketten, in denen wir alle gefangen sind: Ave, maris stella - solve vincla reis!
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 Bild: Madonna in der Kirche St. Michael, Niederrotweil am Kaiserstuhl.

Sonntag, 20. September 2015

Das BamS (mit Bachblüten)!

Die lieben Menschen, die mich sonst verlässlich den halben Weg nach Basel hinwärts mitnehmen, sind heute nicht gekommen ... und mit dem nächsten erreichbaren Zug wäre ich mutmaßlich passend zum Schlußlied angetrullert. Also kam ich in den Genuß eines unfreiwillig freien Vormittags. Wenigstens spielte das Wetter mit und verschaffte manch unscheinbarem Gewächs in Baches Nähe den Zauber, selbst über dieses Missgeschick noch Schönheit auszubreiten ...
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Samstag, 19. September 2015

Mittwoch, 16. September 2015

Tagessplitter

Der Alte-Messe-Molch kennt natürlich noch andere Messen als nur alte. Zum Beispiel Warenmessen wie die Baden Messe. Mit der verbindet mich bis heute ein kleines Trauma, und das rührt daher, daß ein kleiner Junge mit einem Klassenkameraden vor allem das Angebot für kleine Jungen abstapfte, bis er plötzlich den Verlust seines Geldbeutels mit acht Mark drin bemerkte. Ich sehe den Beutel noch jetzt vor mir - er war wie eine lustige kleine bunte Lederhose geschnitten. Ehrlich gesagt: Irgendwo vermisse ich das Teil bis heute (über die acht Mark bin ich hinweg). Wann immer also die Baden Messe stattfindet, kommt mir der lustige kleine bunte Lederhosengeldbeutel in den Sinn. Und je älter man wird, desto nostalgischer wird einem dabei zumute: sunt lacrimæ rerum ...
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Screenshot von baden-messe.de
Doch genug des bübischen Jammers. Die Baden Messe hieß damals übrigens nicht Baden Messe, sondern trug den in heutigen Ohren schon arg verschmockt klingenden Namen Schalten und Walten der Hausfrau (und weil man sich Hausfrauen nur als Mütter vorstellen konnte, waren natürlich auch Spielsachen auf der Messe zu finden, was die ganze Sache wiederum für kleine Jungen sehr interessant machte). Klar, der Annodunnemal-Name geht heute natürlich garnicht, und schon längst unternimmt man allerhand, um die Gemüsehobel-, Staubsaug- und Putzstein-Großveranstaltung um andere Themenfelder zu erweitern.
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Am kommenden Wochenende öffnet zum Beispiel erstmals ein handfestes "Männerparadies" die Pforten, mit Krädern, Quads, Autos und allerhand Technik, dazu Mitmachflächen (Boxring, Gladiatoren-Games, Bullriding, Baggerfahren und Bubble Soccer) samt Autogrammstunden mit Spielern vom SC Freiburg und den "Wölfen", der hiesigen Eishockeymannschaft. 
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Meiner Meinung ist das aller Unterstützung wert - allein schon, weil es das ganze Gendergedöns so herzhaft unterläuft und eigentlich überhaupt nicht in den Geist der Zeit passen mag. Ohnehin habe ich mich schon beim Gedanken ertappt, daß die Existenz eines Magazins wie Playboy vielleicht garnicht so übel ist, denn solange es sowas gibt, haben all diese seltsam geschlechtsgeblitzdingsten Metrowesen den letzten Sieg in diesem Aion noch lange nicht davongetragen: bunny, bunny, Hallelujah!

Dienstag, 15. September 2015

Gereinigt zum siebenten Mal


 12. Kreuzwegstation: Jesus stirbt am Kreuz - St. Nikolaus zu Schluchsee 
Für die Kirche St. Nikolaus zu Schluchsee hat der Bildhauer Helmut Lutz unter anderem einen Kreuzweg geschaffen. Unter dem Kreuz - bei der 12. Station - finden wir dort Maria, ahnen die Konturen eines großen und starken Herzens auf ihrer Brust und sehen es zugleich von sieben Schwertern durchbohrt. Auf der anderen Seite schauen wir auf eine Johannes-Gestalt; das Lamm zu deren Füßen und die weisende Geste der Hand deuten eher auf den Täufer als auf den Apostel - anverwandt ist dies dem Kreuzigungsbild des Isenheimer Altars von Matthias Grünewald: Auch dort steht der Täufer herausgehoben unter dem Kreuz, während Maria auf der anderen Seite vom Apostel Johannes gehalten wird. Den Apostel wird man sich bei Lutz im Täufer mitdenken dürfen. 
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Die Trias aus Maria und dem Täufer mit dem Gekreuzigten in der letzten Todesnot, dieses Bild der Untergangs - es weist hinaus über das bittere Geschehen von Golgatha in die Verherrlichung des Auferstandenen: In alten Apsiden der östlichen Christenheit und auf deren Ikonen begegnen wir diesem Szenario erneut in Gestalt der "großen Deësis", der großen Fürbitte Mariens und des Täufers vor dem verherrlichten Kyrios.
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"Mariens Herz", so schrieb Erzabt Maurus Wolter OSB, "schlägt, liebt, leidet in Jesu Herzen. Daher ihr tiefes Weh durch die 33 Jahre seines Erdenlebens, daher die Leidenssumme ohne Zahl, das unausdenkbare Schmerzensmaß unter dem Kreuze". Das scheint mir jene der irdischen Lebenswirklichkeit zugewandte Seite, deren andere Seite Erwählung ist und Vollendung. So wird Maria - nach all den vielen Leiden, die wir im Bild der sieben Schmerzen fassen - mit Leib und Seele zur Herrlichkeit erhoben und damit zur Verheißung Gottes, zu Wort Gottes an uns: "Die Worte des Herrn sind redliche Worte, geläutertes Silber, von Schlacken geschieden, gereinigt zum siebenten Mal" (Ps 11, 7).
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Heute gedenkt die Ekklesia der Sieben Schmerzen Unserer Lieben Frau. Sie sei uns Fürsprecherin und Helferin, nicht zuletzt in jenen Stunden, in denen wir unseren Anteil am Kreuz Christi nehmen ... auf daß auch wir einmal - wie sie und mit ihr und allen Heiligen - der lebenspendenden Herrlichkeit des Kyrios würdig werden: ora pro nobis!

Montag, 14. September 2015

Licht und Leben im Kreuz

Zoë - Phos: Licht und Leben
... Das Mysterium selbst ist ja zusammengesetzt aus Dunkel und Licht. Das heilige Meßopfer ist voll von Passionsdunkel und Auferstehungsglanz zugleich. Mitten in der heiligen Nacht wird Christus geboren, das Licht des Pneumas; mitten in der Nacht steht er von dem Totenreiche, dem ewigen Dunkel, auf: "O wahrhaft selige Nacht! Die Nacht ist mein Licht zu meiner Wonne!" (Exsultet).
In der Nacht der Sinne und der Welt empfängt die heilige Kirche und die kirchliche Seele als Braut den Lichtlogos. In der Nacht des Kreuzes wird der Grund zum Leuchtturm der Ewigkeit gelegt. Das ganze Leben der Kirche in diesem Aion ist eine solche Dämmerung, die das Licht erwartet und vorbereitet, jenes Licht, das ewig Mysterium bleibt.
Odo Casel OSB
So wandert die Ekklesia im Wechsel von Dunkel und Licht dem Herrn, dem ewigen Lichte, dem ewigen Morgen entgegen. All ihr Licht erwartet sie von Christus. Deshalb wendet sie sich ab vom Scheinlicht dieser Welt. Sie will auch nicht selber Licht sein, sondern Gefäß für das wahre Licht. So ist sie wahrhaft die Braut des Lichtbräutigams, des Mannes im höchsten Sinne. Denn das Weib - Zoë, Leben - erwartet den Logos des Lichtes vom Manne, dem Phos, dem Lichte; beide finden sich im Kreuze. (Die alten Christen gaben dieser Idee dadurch Ausdruck, daß sie Phos - Zoë in Kreuzesform schrieben). Der rein irdische Mann stellt das Licht des Verstandes dar, der bloßen äußeren Weltbetrachtung; das irdische Weib ist ein Bild der Nacht, die den Menschen täuscht und bedrückt. Aber das pneumatische Weib stellt die Ekklesia dar, die durch ihre Opferhingabe bereit wird für das ganz andere Licht Gottes; der pneumatische Mann ist Christus, der durch die Nacht des Kreuzestodes hindurch der Ekklesia vorausgegangen ist zum Lichte des Vaters. (...)
So geht sie voller Zuversicht, nach allen Seiten gedeckt durch Kreuzesliebe und Gebet, den Weg durch das Dunkel - der Dämmerung und damit dem Lichte entgegen. Ja in dieser Hoffnung jubelt sie schon ob der bereits geschehenen Erlösung. Sie sieht von weitem den Advent des Kyrios, die Parusie des Heilandes und Königs. Dann, wenn er erscheint, wird der Berg Sion ein einziger Jubel sein ...
Auszug aus: Odo Casel OSB: Kreuz und Parusie. Ansprache am letzten Herrentag im Kirchenjahr 1934. Aus: Odo Casel OSB: Mysterium des Kreuzes. Paderborn o.J. S. 269 ff. - Im Bild die Türflügel des Tabernakels der Pfarrkirche St. Wendelin zu Yach bei Elzach.

Sonntag, 13. September 2015

Das BamS (vergossen und beedelt)!

Daskonzil hat sich bekanntlich in atemberaubenden architektonischen Aufbrüchen niedergeschlagen. Zur Beschreibung der Baustruktur der 1973 errichteten Kirche St. Johannes zu Emmendingen (ich bin da am Freitag mal reingestolpert) wird ausdrücklich auf Daskonzil Bezug genommen ... dessen Geist ward unter einem Zeltdach in Wasch- und Sichtbeton vergossen und mit Basaltlava plus Aluminiumguss  beedelt:
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Samstag, 12. September 2015

Unserer Lieben Frauen Namen

 Monogramm des Namens Mariä 
Hæc est dicta per exemplum
Mens, castellum, aula, templum,
Thalamus et civitas;
Sic eidem aliorum
Assignatur electorum
Nominum sublimitas.
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Stammelnd nennen sie die Worte:
Geist und Tempel, Turm und Pforte,
Brautgemach und ewge Stadt;
Alles dient zu ihrem Loben,
Was die Sprache, kühn erhoben,
An erlesnen Namen hat.
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Strophe einer Sequentia (LIII) de Beata Maria Virgine des Adam von Sankt Viktor. Entnommen aus: Adam von Sankt Viktor: Sämtliche Sequenzen. Lateinisch und Deutsch. Formgetreue Übertragung von Franz Wellner. München 1955. S. 330 f. - Das Marienmonogramm stammt von einer Prozessionsfahne in St. Pankratius zu March-Holzhausen.

Dienstag, 8. September 2015

Auftakt der Freude

 Der Morgenstern - Emblem in der Pfarrkirche St. Jakobus zu Eschbach im Schwarzwald 
Die Geburt Unserer Lieben Frau nimmt bei den Kirchen der Ostens einen besonders hohen Stellenwert ein. Es ist das erste Hochfest des orthodoxen Kirchenjahrs, welches am 1. September beginnt. So schreibt der hl. Andreas von Kreta in seiner Lobrede auf die Geburt Mariens:
Der Beginn unserer Feste ist die gegenwärtige Feier; sie ist das erste der Feste, die auf das Gesetz und die Schatten (des Alten Testamentes) zurückverweisen, und zugleich das Tor zu den Festen, welche auf die Gnade und die Wahrheit hinweisen. Für die so strahlende und glanzvolle Ankunft Gottes bei den Menschen mußte es tatsächlich auch einen Auftakt der Freude geben, der uns für das große Geschenk der Erlösung vorbereitet (PG 97, 805 ff.).
Noch unterliegt die Schöpfung dem Alten Bund, ist von dessen Gesetz getaktet und vom Erbe der Ursünde überschattet: In einen solchen Augenblick hinein wird Maria geboren, die stella matutina, der Stern eines kommenden Morgens. Oder, um in einem anverwandten Bild zu sprechen: Mancher mag bereits einen Sonnenaufgang im Gebirge bewußt wahrgenommen haben ... wie sich im Osten die verdämmernde Nacht hinter den Bergen - wir kennen ja das biblische Wort von der "Sehnsucht der ewigen Hügel" - aufhellt; die Sonne ist noch nicht zu sehen, aber wir ahnen sie ... erste Strahlen erleuchten den Horizont und entdämmern mehr und mehr den verhüllten Tag, den getrübten Blick. Die Spannung solcher Erwartung klingt auch im Beten der östlichen Christen an:
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Dies ist der Tag des Herrn;
jubelt, ihr Völker!
Denn siehe, das Brautgemach für das Licht
und das Buch für das Wort des Lebens
ist aus dem Mutterschoß hervorgegangen.
Das gegen Osten weisende Tor, 
das geboren wurde, erwartet
den Eintritt des Hohenpriesters.
Die einzige ist sie, die den einzigen
Christus eingeführt hat in die Welt
zum Heile unserer Seelen.
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(Hymnenstrophe zum Abendgebet in der orthodoxen Stundenliturgie)
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Und nochmals der heilige Andreas von Kreta:
Die ganze Schöpfung soll also Hymnen singen und einen Reigen bilden und ein diesem Tag würdiges Geschenk mitbringen. Eine gemeinsame Feier sollen heute Himmlische und Irdische begehen, und alles, was im Kosmos ist, soll sich vereinen bei dem gemeinsamen Fest.
Denn heute ist des Allerschaffers erschaffener Tempel erbaut worden, und das Geschöpf wird für den Schöpfer in neuer und angemessener Weise zum göttlichen Palast bereitet. Heute empfängt die einst zur Erde verwandelte Natur den Anfang ihrer Vergöttlichung, und zur himmlischen Herrlichkeit eilt mit mächtigen Schritten der Staub empor. (...)
Heute wird der große Mutterschoß der Jungfräulichkeit enthüllt und die Kirche wird mit der makellosen Perle wahrer Unversehrtheit wie eine Braut geschmückt.
Die Worte des hl. Andreas von Kreta und das Gebet aus der östlichen Stundenliturgie sind entnommen aus: Lothar Heiser: Maria in der Christus-Verkündigung des orthodoxen Kirchenjahres. Trier 1981. S. 80 ff. - Das Bild zeigt ein Emblem in der Pfarrkirche St. Jakobus zu Eschbach im Schwarzwald.

Sonntag, 6. September 2015

Das Bams!

Nun ja ... ich war schon emsiger beim Bloggen, aber aktuell ist ein wenig der Wurm drin. Zum Teil rennt einem die Zeit davon, zum Teil fehlt ein wenig die Lust daran ... und über allem wabern vornehmlich halbgare Gedanken, die man dreht und wendet und doch nicht recht in den Griff bekommt - und also vor sich herschiebt. Wenigstens ist Das BamS! keine allzu große Herausforderung ... das Evangelium zum 15. Sonntag nach Pfingsten legt ein Bild aus der Pfarrkirche St. Maria zu Gengenbach nahe:
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 Die Erweckung des Jünglings von Naim - St. Maria zu Gengenbach