Freitag, 31. Juli 2015

Gestalter der Christenheit

 der hl. Ignatius - Pfarrkirche St. Johannes Baptist, Laufenburg AG 
Als das überbordende Freiheitsverlangen der Renaissance zu einer Auflösung der christlichen Lebenshaltung überhaupt führte, hat Ignatius in einer neuen Bindung die Rettung des Abendlandes gesehen. Den zersetzenden Bestrebungen konnte nur durch eine neue Form Einhalt geboten werden. Ignatius gehört zu den Gestaltern der Christenheit und nicht zu den sie unterminierenden Revolutionären. Er eroberte mit seinem "Fähnlein Christi" die nach allen Seiten entfliehenden Formkräfte zurück und vollbrachte dieses bedeutende Werk durch einige wenige Gedanken, die er mit eiserner Energie bis zum Ende durchführte (Walter Nigg: Vom Geheimnis der Mönche).
Zuweilen liest man was und fühlt sich an die Gegenwart erinnert - allein fehlt unserer Zeit ein Ignatius von Loyola, wie mir scheint. Darob kann man die Welt bezettern und das eigene Los bejammern ... und warten, bis vielleicht einer aufkreuzt. Oder wir nehmen uns die Charakterisierung zur Brust, welche Nigg dem Heiligen zuschreibt, zumal es unterminierender Revolutionäre aktuell nicht mangelt: Aber sind wir, jeder für sich und nach seinen Möglichkeiten, "Gestalter der Christenheit"? 
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Der heilige Ignatius rüttle uns aus unserer Selbstzufriedenheit und Selbstbeschwichtigung auf und begleite durch seine Fürsprache bei Gott unsere oft so armseligen Unternehmungen ... ora pro nobis!
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Das Wort von Walter Nigg ist zitiert aus: Alain Guillermou: Ignatius von Loyola in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Hamburg 1962. S. 169 f. Das Bild der hl. Ignatius von Loyola wurde in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist zu Laufenburg AG aufgenommen.

Donnerstag, 30. Juli 2015

Eine Messe in Bolivien und ein Bild unter Beschuss

Ins Fratzbuch setzte ein Priester aus Deutschland, der eine Pfarrei irgendwo im Hochland von Bolivien betreut, das Bild einer Messe, die er im Freien mit Minenarbeitern gefeiert hatte. Ja ... gewiß: die erlesene Fülle aller liturgischen Vorgaben fand sich wahrlich nicht imaginiert, aber im Vergleich zu dem, was man zuweilen zu Recht liturgischen Mißbrauch nennen mag, hätte man den Gesamteindruck beinahe noch "hochamtlich" nennen mögen. Kritik aber ließ nicht lange auf sich warten: "Es ist schon nicht mal Schlamperei, sondern eine liturgische Katastrophe" schlug als erster Kommentar ein - dahinter steckte ein der "alten" Liturgie zugetaner Zeitgenosse: also ein Alte-Messe-Molch, wie ich selbst einer bin.
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Das tut weh! Zum einen klang mir der Ton recht aggressiv in den Ohren. Wenn wir im persönlichen Umgang untereinander - und das gilt auch auf Fratzbuch - die Sensibilität für den liturgischen Akt wecken wollen, dann wird uns das kaum gelingen, wenn wir das Feuer mit großem Kaliber ("Schlamperei", "Katastrophe") eröffnen. Versetzen wir uns einfach einmal in die Lage dessen, der so "angeschossen" wird: Da macht man doch sofort dicht und läßt den Rolladen runter. Sympathiepunkte für unsere Sache sammeln wir so jedenfalls gewiß bei niemandem ...
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Zudem gilt es, die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu beachten: Wir sehen ein Bild und bilden uns sofort ein harsches Urteil, womit wir dem Zelebranten in einer zentralen Frage des kirchlichen Selbstvollzuges - in der Feier der leiturgía - auf die Pelle rücken. Doch werden wir der Sachlage gerecht? Was wissen wir von den pastoralen Möglichkeiten und Einschränkungen in einem armen Land am anderen Ende der Erde? 
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Es besteht für mich zum Beispiel ein deutlicher Unterschied, ob hier im Lande ein Priester mit gut gefülltem Bankkonto meint, er müsse ausgerechnet zur Messe die "Armut" kultivieren und auf Strohkörbchen und Tonbecher zurückgreift ... oder ob anderswo ein Priester seinen Dienst vor Gott und für seine Herde mit jenen Mitteln bestreitet, die eben zur Verfügung stehen (Strohkörbchen und Tonbecher waren auf dem Bild übrigens nicht zu sehen, aber ein Kelch und ein - zugegeben - nicht ganz ordnungsgemäßes "Ziborium", das aber, so mein Eindruck, die Hostien davor bewahren sollte, vom Wind verweht zu werden). Doch zurück zum "Sitz im Leben" des "umstrittenen" Photos: Wer als Priester seinen Dienst in den Bergen Boliviens unter Menschen versieht, die auf 5000 Metern in Minen schuften, dem unterstelle ich eine ordentliche Portion Idealismus und, da man sich damit gewiß keine goldene Nase verdient, Einsatz für das Reich Gottes, und da mag ich diesem Priester nicht zuförderst mit Vorwürfen betreffs Schlamperei oder Katastrophen kommen.
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Alsdann hat sich eine kleine Diskussion entsponnen ... es sei, so schrieb der kritische Erstkommentator, immer ... 
... die Frage, ob die Sorge um das Allerheiligste oder die Bedürfnisse armer Leute nach einem Gottesdienst überwiegen. Was sollte einem Priester wichtiger sein: eine würdige hl. Messe oder zufriedene „Besucher“?
Mit dem Argument weiß ich, ehrlich gesagt, wenig anzufangen. Wenn wir mit den alten Griechen von leiturgía sprechen, dann haben wir es mit einem etwas schillernden Begriff zu tun, der sowohl "Dienst des Volkes" heißen kann als auch "Dienst für das Volk". Ähnlich verhält es sich, wenn wir diese leiturgía das opus Dei nennen. Auch dieser Begriff schwingt zwischen zwei Bedeutungen, ja nachdem, ob wir darin den lateinischen genitivus objektivus oder den genitivus subjektivus betonen: das opus Dei ist der Dienst, das Handeln Gottes an seinem Volk und der Dienst, das Handeln an Gott seitens des Volkes. Beides ist untrennbar in den Begriffen verwoben und kann nicht gegeneinander ausgespielt werden.
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Eine allzeitige und unhintergehbare Sorge um eine "äußerlich" würdige Feier der Heiligen Messe würde zudem bedeuten, daß keiner der Martyrerpriester in den Gulags, den Konzentrationslagern und Gefängnissen allein der jüngeren Vergangenheit die Heilige Messe hätte feiern dürfen! Pater Alfred Delp hätte niemals den Leib Christi für den Moment der höchsten Not in seinem Gewand eingenäht mit sich im Gefängnis tragen dürfen. Kardinal Mindszenty hätte in seinem Kerker nicht das wandelnde Wort der heiligen Mysterien über einen Bissen Brot sprechen dürfen, um Anteil zu erhalten am Leib des gemarteten und erhöhten Kyrios. Sie alle hatten keine Patenen, keine vergoldeten Kelche und keine Altäre mit den Reliquien der Martyrer: Sie selbst waren die Schale, der Kelch und der Altar für das heilige Opfer und die Gegenwart Christi, der sie stark machte als Zeugen im und für den Glauben. Schale, Kelch und Altar können aber auch Minenarbeiter in den Bergen Boliviens sein, die sich mit dem wenigen. was ihnen und ihrem Priester zu Verfügung steht, um den Tisch des Kyrios versammeln. Dürfen wir darüber urteilen, nur weil wir ein Bild gesehen haben, das uns nicht angemessen dünkt?

Montag, 27. Juli 2015

Tagessplitter

Wer glaubt, die Banalisierung der leiturgía sei eine exklusiv progressive Veranstaltung, der irrt. Unzweifelhaft läßt sich das opus Dei fast bis zur Unkenntlichkeit umschwätzen und beklampfen, auf daß sich die versammelte Gemeinde darin wiederfinden und wohlfühlen könne. Das Phänomen funktioniert aber "konservativ" genauso gut: Man kann Gott im unsäglich billigen und geschmacklosen Kitsch zur Projektionsfläche frommer Gefühlsduselei erniedrigen; und selbst die postmoderne Spiritualitätsphrase findet im ausgeleiert-frommen Stereotyp noch Echo und Widerhall ... (nach einem Video auf youtube geschrieben).

Sonntag, 26. Juli 2015

Like Odo!

Odo Casel OSB hat nun auch eine fanpage auf Fratzbuchhier.

Das BamS!

Annatag! Erinnert mich immer an eine "Schlesische Maiandacht", an der ich vor Jahren teilgenommen hatte und an deren Rahmen mit Inbrunst das Lied Sankt Anna voll der Gnade, du Bild der Heiligkeit gesungen wurde. Das passende BamS! zum Tag kommt aus der Kirche St. Martin zu Staufen im Breisgau, es gilt dazu der Ruf:
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Wir loben dich, Sankt Anna,
heil'ge Mutter Anna,
Sankt Anna, bitt' für uns!
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 hl. Anna - Pfarrkirche St. Martin zu Staufen im Breisgau 

Samstag, 25. Juli 2015

O sel'ger Bernhard, herrlich Reis aus unsrer Heimat Erde

 sel. Bernhard von Baden - am Hochaltar der Kirche St. Johann, Freiburg 
Gescholten, gestern den Tag des sel. Bernhard von Baden (1428-1458) übergangen zu haben, werde heute ein Bild nachgereicht samt einiger Verse aus dem Bernhardslied des Freiburger Diözesangesangbuchs Magnifikat in der Fassung von 1929:
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O sel'ger Bernhard, herrlich Reis
Aus unsrer Heimat Erde,
Hoch klingt mein Lied zu deinem Preis,
Daß uns dein Segen werde.
O schau herab, du Gottesheld,
Steh uns im Kampf zur Seiten,
Und laß uns, wenn auch tobt die Welt,
Des Glaubens Sieg erstreiten.
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Du hast verschmäht der Erde Tand,
den Purpur und die Krone,
Dir winkte fern ein sel'ges Land
Mit einem ew'gen Throne.
O schau herab, du Gottesheld ...
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Als Gottesstreiter zogst du aus,
Des Halbmonds Glanz zu dämpfen
Und für das Kreuz auf Burg und Haus
Mit Herz und Hand zu kämpfen.
O schau herab, du Gottesheld ...
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Dir blieb des Siegers Kranz verwehrt
Im blut'gen Tanz der Waffen.
Im welschen Land die Seele kehrt
Zum Herrn, der sie erschaffen.
O schau herab, du Gottesheld ...
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Nun trägst des Himmels Krone du
Mit Gold und Edelsteinen.
O führ' dem ew'gen Throne zu,
Sankt Bernhard, uns, die Deinen!
O schau herab, du Gottesheld ...
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 Im Bild: Darstellung des seligen Bernhard von Baden am Hochaltar der Pfarrkirche St. Johann zu Freiburg.

Freitag, 24. Juli 2015

Tagessplitter

Heute am späteren Nachmittag ... die Straßenbahn rollte an einem Plakat der Katholischen Akademie vorbei, irgendwas rund um die Frage, ob der Papst ein Ökoaktivist sei. Irgendwo hinter mir mokieren sich darob zwei Frauen. Ich sperre die Lauscher auf ... Kirche scheint generell scheiße zu sein, von wegen der Frauen und Schwulen. Aber immerhin: "Das mit den Armen finde ich gut" meint eine. Um aber die bereits herzhaft gefaßten Vorurteile nicht über Bord werfen zu müssen, wird gleich nachgesetzt, und ich höre etwas von "verkrusteten Strukturen" und "den anderen, gegen die" sich der Papst "sowieso nicht durchsetzten" könnte und die Protz und Prunk bevorzugten. Man könnte, dachte derweil ich vor mich hin, "Protz und Prunk" auch neutraler "Kultur des Feierns" nennen; und ohne eine solche Kultur - keineswegs nur auf die Kirche bezogen - wären wir restlos alle arm dran ... da hielt die Bahn und die Damen stiegen aus.
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In Sack und Asche waren sie übrigens keineswegs gekleidet ... Daß der "Franziskus-Effekt" vielleicht doch nicht die Scharen zur Kirche lockt, wird man nicht dem Papst in die Schuhe schieben wollen; den Effekt selbst sollte man aber nicht zu hoch veranschlagen.
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Zuvor war ich auf dem Friedhof. Jemand hat dort Kunst abgestellt:
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Nun hat mich das Werk - heute höchst passend - wundersamer Weise (?) an die sechzehn während der Französischen Revolution ermordeten Karmelitinnen von Compiègne erinnert ... (vgl. hier): orate pro nobis!

Donnerstag, 23. Juli 2015

Tagessplitter

Weil sich der werte Tarquinius des Themas gerade angenommen hat ... manchmal mopst mich eine gewisse, nennen wir's gelinde: Inkonsequenz, die man in den Reihen reformrolliger Geistlicher und anverwandter Kirchenfunktionäre zuweilen zu entdecken glaubt. Da wird, der Wind weht ja gerade ohnehin günstig, Tag um Tag eine "Kirche der Armen" beschworen und hochgebenedeit und angelobt (der konzilsblog.ch jauchzt sich etwa aktuell am "Katakombenpakt" hoch, einer Begleiterscheinung von Das Konzil), derweil Monat um Monat satte Bezüge Konten füllen. 
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Nun mag der Arbeiter seines Lohnes wert sein (ob es die Arbeit immer ist, steht auf einem anderen Blatt), aber wenn ich an einem Tag von einem schweizerischen Pfarrer lese, er könne zur Messfeier im Rahmen des aktuellen Pontifikats nun wieder seine Keramikgarnitur verwenden, derweil er an einem anderen Tag von Haus und Grund in sonnigen Gefilden berichtet, die er sich für den Ruhestand erworben habe, dann achte ich das eine im Verbund mit dem anderen ... und in Folge alsdann beides für sich allein ... vielleicht doch für etwas armselig.
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Und wie Tarquinius ebenfalls andeutete: Es gibt Ordensgemeinschaften, deren Priester weit entfernt von BAT und sonstigen Wonnen ihr Auskommen finden müssen. Aber gerne werden sie von gewissen Kreisen benasrümpft ob ihrer Neigung zu Pracht und Prunk im Gottesdienst ... 
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Zum Beitrag von Tarquinius gehts hier entlang.

Mittwoch, 22. Juli 2015

Sententiæ XCVIII

"... heute frage ich mich, ob in diesem Augenblick nicht Gottes Gnade den alten Mann als den einzigen unter uns erreicht hat und ihn sich opfern ließ, damit seine Seele gerettet werde. Was meinst Du wohl, Vater Las Casas?" Der Ritter wandte dem Mönch plötzlich sein zerquältes Gesicht zu. "Niemand kann wissen, antwortete dieser, "was in einer Seele vorgeht in der letzten Sekunde, die so viel wiegen kann wie die Ewigkeit, weil sie ausreicht, die Ewigkeit unter Gottes Gnade zu erkaufen. Aber was ist das Opfer ohne Reue, die Liebe ohne Erkenntnis der Sünde, der schrecklichste Tod ohne die Anklage des Gewissens?" - "Das Opfer ohne Reue", wiederholte Bernadino bitter, "als ob es so gar nichts sei, ein Opfer zu bringen" ...
Reinhold Schneider: Las Casas vor Karl V.

Dienstag, 21. Juli 2015

Er sendet seinen Engel in die Flammen

 Der Prophet Daniel - Deckenbild in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist, Oberrotweil 
In den Schriften des Buches Daniel, dessen die Ekklesia heute gedenkt, ist die Rede von einem Traumgesicht, einer apokalyptischen Vision des Propheten: Vier große Tiere erheben sich aus dem Meer, derer das schrecklichste das vierte Tier ist. Diesem Tier entwachsen Hörner, darunter eines, "das Augen hatte und einen Mund, der Freches redete und dessen Aussehen größer war als das der anderen". Und es heißt weiter:
Ich sah, wie dieses Horn des Höchsten Heilige bekriegte und wie es über sie die Oberhand gewann, bis daß der Hochbetagte kam und Recht verliehen ward den Heiligen des Höchsten, und bis die Zeit erschien, wo Heilige das Reich besitzen sollten (Dan 7, 21 f.).
Was dies konkret bedeutet, bleibt uns verborgen - die Erläuterung, die das Buch Daniel in den fortfolgenden Versen bietet, erhellen das Geschehen nicht wesentlich, auch wenn immer wieder der Versuch unternommen wurde, das Gesagte im Lauf der menschlichen Geschichte zu identifizieren. Ein - eigentlich schier unvorstellbarer Satz - steht aber in aller Deutlichkeit vor uns: Von der finsteren Macht, die hier geschildert wird, heißt es, sie gewönne die Oberhand über die Heiligen des Höchsten.
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Auch hier bleibt offen, was dies bedeuten kann. Oberhand gewinnen kann zum Beispiel heißen, daß sich die Heiligen von dieser Macht korrumpieren lassen und ihr erliegen. Wir können Daniels Vision dann als Warnung lesen, daß wir auf der Hut sein sollen, das Reich Gottes nicht an das Reich einer Gott abgewandten Welt zu verraten.
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In diesen Tagen können wir freilich besonders der verfolgten Christen denken - und Hand aufs Herz: Wer hadert nicht zuweilen mit Gott, wenn er die Photos und Aufnahmen der geschändeten, gefolterten, gequälten und ermordeten Schwestern und Brüder sieht ... Bilder von nicht selten unerträglicher Brutalität? Wie kann Gott dies an seinen Kindern zulassen? Und doch ist auch dies eine Entwicklungslinie im Heilsplan - das sagt uns nicht nur das Buch Daniel, dies können wir auch in anderen Büchern der Heiligen Schrift lesen, in einigen Psalmen beispielswegen oder in der Offenbarung des Johannes: Das Wort des Kyrios, es nehme sein Kreuz auf sich, wer ihm nachfolgen möchte (Lk 9, 23), kann bitter werden, seit Christus sein Kreuz nach Golgatha getragen hat, um daran zu sterben: geschändet, gefoltert, gequält und ermordet.
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Oder anders gesagt: So sehr andere Erzählungen des Buches Daniel - etwa die Episode der drei Jünglinge im Feuerofen (Dan 3) oder jene von der zu Unrecht verklagten Susanna (Dan 13) - unser Vertrauen auf die schützende Vorsehung des Höchsten untermauern und stützen, so wenig dürfen wir nicht die Kernbotschaft dieser Schilderungen aus dem Auge verlieren; die Botschaft, daß Gott die Not der Bedrängten niemals aus dem Blick verliert, daß er seinen Engel in die Flammen sendet und einen Anwalt, der Susanna zur Seite tritt: Gott bewahrt seine Heiligen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er dies für dieses Leben tut, womöglich aber bewahrt er sie für die kommende Welt und schließt das Buch dieser Zeit.
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Das auszuhalten gehört zum Wagnis, welches wir Glauben nennen. Der heilige Prophet Daniel helfe uns durch seine Fürsprache, daß wir nicht verzweifeln an Gott in den Stunden der Anfechtung - ob sie nun andere treffen oder vielleicht uns selbst: ora pro nobis!
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Der Prophet Daniel - Deckenbild in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist zu Operrotweil am Kaiserstuhl.

Wie sich die Bilder gleichen ...

Die Suchmaschine google ist gewiß keine Wertungsinstanz in ästhetischen Fragen. Dennoch stimmt es grinsiglich bedenkenswert, daß ein Abgleich mit einer Aufnahme der Maria-Magdalena-Kirche zu Freiburg-Rieselfeld weitere Photos aus dem Lager- und Logistikbereich in den Blick rückt ...
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Montag, 20. Juli 2015

Sententiæ XCVII

"Mich würgte der Zorn", fuhr der Ritter fort ... "Ich fühlte, daß diese furchtbare Erniedrigung mein ganzes Leben verändern werde; daß ich entweder am andern Tage mich von meinen Gefährten trennen müßte, um nach Spanien zurückzufahren - oder daß ich bleiben würde, um zu werden wie sie. Denn wer einmal erniedrigt worden ist, gewinnt sich entweder für immer seinen Adel zurück; oder er sucht den Schmerz um den verlorenen Adel zu ersticken mit den Niedrigen, in der Niedrigkeit. Ich blieb; ich konnte auch nicht zurück, und ich wußte, daß mich das Goldfieber, das mich hinausgetrieben, heimsuchen würde, sobald ich den Neuen Indien den Rücken kehrte ..."
Reinhold Schneider: Las Casas vor Karl V.

Sonntag, 19. Juli 2015

Begnadete Angst: Les Dialogues des Carmelites

Auf der Seite et nunc wird heute der seligen Märtyrinnen von Compiègne erinnert; die sechzehn Karmelitinnen wurden am 17. Juli 1794 auf der Guillotine ermordet, da sie während der Französischen Revolution ihrem Glauben und ihrer Berufung nicht abschwören wollten. Das Geschehen wird bei et nunc mittels eines Films illustiert; ich möchte das ergänzen um eine sehr hörens- und sehenswerte Oper jüngerer Zeit - auch wenn ich Les Dialogues des Carmélites von Francis Poulenc, 1957 an der Mailänder Scala uraufgeführt, hier schon einmal erwähnt hatte.
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Die Vorlage dieser Oper ist hierzulande unter dem Titel Die begnadete Angst bekannt - diese Erzählung des französischen Schriftstellers Georges Bernanos beruht ihrerseits auf der 1931 erschienenen Novelle Die Letzte am Schafott von Gertrud von Le Fort. Für den Musikdramaturgen Sieghard Döhring stehen Les Dialogues des Carmelites "in der Tradition der katholischen Erneuerungsbewegung, die seit den 20er Jahren immer stärker die Theater erfaßte". Döhring weiter:
Blanche, eine junge Adelige, flüchtet sich in ihrer Angst ins Kloster der Karmeliterinnen in die Obhut der ihrem Tod entgegensehenden Priorin, begibt sich, als das Kloster während der Revolution zerstört wird, in die Anonymität der Großstadt, um sich am Ende, von göttlicher Kraft beseelt und angstfrei, den das Schafott besteigenden Schwestern als "Letzte" anzuschließen. Hinter der nur als Rahmen greifbaren äußeren Handlung vollzieht sich eine existenzielle innere Handlung: 
Es geht um die Angst des Menschen, die letztlich Todesangst ist und die daher auch nur im Bewußtsein und im Angesicht des Todes durch göttliche Gnade überwunden werden kann. Die einzelnen Nonnen verkörpern unterschiedliche menschliche Existenzformen im Hinblick auf den Umgang mit dieser Angst.
Ich verlinke einen Mitschnitt vom Finale dieser Oper, über welches Döhring schreibt:
An wenigen Stellen, aber dann umso wirkungsvoller, scheut Poulenc auch vor direkter Theatralik nicht zurück ... vor allem am Schluß ... der Oper insgesamt. Die Szene, in der die Karmeliterinnen nacheinander betend zum Schafott schreiten und unter dem Fallbeil ihr Leben lassen - zuletzt auch Blanche, die sich, aus der Menge hervortretend, ihren Schwestern anschließt - enthält ausschließlich szenische Musik. Der Komponist beschränkt sich auf das "objektive" Geschehen, d.h. den nach und nach schwächer werdenden "Salve Regina"-Gesang der Nonnen, grundiert vom ausschließlich aus Vokalisen bestehenden Chor der Menge, unterbrochen vom zischenden Geräusch des niedersausenden Fallbeils. Die im Hinblick auf die vorausgegangene Handlung bedeutsame Begegnung von Constance und Blanche bleibt dem pantomimischen Spiel vorbehalten. Die Strenge der Darstellung, die der Theatralität des Vorgangs eine geistige Aussage abgewinnt, fügt sich perfekt in den Ideenkontext des Stückes.

Zitate aus: Udo Bermbach (Herausgeber): Oper im 20. Jahrhundert. Entwicklungstendenzen und Komponisten. Stuttgart / Weimar 2000. S. 296. Der Beitrag auf et nunc ist hier zu finden.

Das BamS!

Ein Innehalten beim hl. Vinzenz von Paul, dessen Fest auf den heutigen Sonntag fällt - hier ein Wandbild aus der Heilig-Geist-Kirche zu Basel:
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Wir müssen unseren Nächsten lieben
als das Ebenbild Gottes,
als den Gegenstand seiner Liebe ...
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Bei der Übung der Liebe
kann niemand zugrunde gehen.
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(hl. Vinzenz von Paul).

Samstag, 18. Juli 2015

Wenn Lieder zu viel kreisen

Auf meiner timeline im Fratzbuch teilte sich mir ein NGL mit: Brot, das die Hoffnung nährt - GL 378, melodisch aus der Schmiede von Peter Janssens rührend und nicht ungefällig. Da mir das Lied nicht bekannt war, warf ich die mitgelieferte Youtube-Fassung an und griff zum Gesangbuch.
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Das Lied hat einen Haken, wie mich deucht. Textschuster Wilhelm Willms nagelt nämlich zunächst einige mehr oder minder biblisch angehauchte Bilder mit mehr oder minder sinnigen Konnotationen zusammen (eben "Brot, das die Hoffnung nährt", auch Freude, Kraft, Regen und dergleichen mehr ... was es mit der Wolke, "die die Feinde stört" auf sich hat, bleibt des Dichters Geheimnis, aber man muß in einem NGL nicht jeder apotropäischen Verschwörung auf den Grund gehen). Am Ende aber mißrät die Poeterey, da die aufgebotenen Bilder Strophe um Strophe auf ein- und dieselbe Aussage hinauslaufen, als wäre darin der allertiefste Sinn der ganzen Singerei enthalten: "Lied, das die Welt umkreist".
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Wo ist da der Wurm drin? Poetologisch kann man so einen Text auf zwei Arten sinnvoll zu Ende bringen: Entweder hält man die Bilder (Brot, Kraft, Regen, Wolke usw.) in der Schwebe und überlässt es dem Leser, sie zu Ende zu denken. Oder man löst die Bilder auf, dann aber tunlichst nicht, indem man ein weiteres Bild anschleppt, welchen den anderen nichts deutlich Übersteigendes voraus hat. Im Fall dieses Liedes könnte die Auflösung meinethalben "Gott, der die Strippen zieht, der die Strippen zieht" lauten, aber nicht "Lied, das die Welt umkreist, das die Welt umkreist". Dazu fällt mir übrigens nicht zuerst Gott ein, sondern der Tenor Joseph Schmidt mit dem Ufa-Schlager Ein Lied geht um die Welt.
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Ich hege den Verdacht, daß sich hier einmal mehr der Gefühlsdusel durchgesetzt hat, mit dem man zuweilen gerne klare Formulierungen von Glaubensinhalten umschifft: Inhalte, Satz, Sinn und Form spielen hierbei eine nachgeordnete Rolle, solange sich alles nur gut anfühlt.

Donnerstag, 16. Juli 2015

Auf dem Karmel

 Maria übergibt dem hl. Simon Stock das Skapulier - Oberried, Kirche Maria Krönung 
Und in der Wüste wird das Recht wohnen,
thronen wird die Gerechtigkeit auf dem Karmel
(Jes 32, 16, Septuaginta).
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Das Maß der Gerechtigkeit Gottes ist Vergebung, wenn wir ihn - bereit zur Umkehr - rechten Herzens darum bitten. Das Maß dieser Vergebung aber ist die Liebe. Wir ermessen das an Maria als unserer Fürsprecherin - denn das Skapulier, welches der hl. Simon Stock aus ihren Mutterhänden empfangen hat, ist eines der Zeichen, in dem wir der Liebe Gottes, seiner Gerechtigkeit und seiner Vergebung gewahr werden: "Thronen wird die Gerechtigkeit auf dem Karmel".
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Die Fürsprache Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel, derer die Ekklesia heute gedenkt, mache uns der Gabe Gottes würdig ... ora pro nobis!
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Bild: Der hl. Simon Stock empfängt das Skapulier aus den Händen Unserer Lieben Frau - Darstellung im Auszug des rechten Seitenaltars in der Wallfahrtskirche Mariä Krönung zu Oberried im Schwarzwald.

Mittwoch, 15. Juli 2015

Front, Lager und Vernetzung

Sollte sich hierzulande tatsächlich eine schleichende Reformation (in welche Gestalt sich eine solche auch immer entwickeln mag) ereignen, dann scheint mir das Lagerdenken, dessen Zunahme mitunter beklagt wird, eine keineswegs überraschende Begleiterscheinung. Der Gedanke kam mir angesichts des Untertitels, den Joseph Lortz dem zweiten Band seiner (in den vorigen Einträgen herangezogenen) Reformations-Monographie gab: "Ausbau der Fronten. Unionsversuche". Vielleicht müßte man sich sogar eingestehen, daß in Vergangenheit und Gegenwart ein "Ausbau der Fronten", mithin die Formierung von "Lagern", nicht nur eine Begleiterscheinung waren und wieder sein mögen, sondern daß die Begriffe Front und Lager geradezu als Notwendigkeit zur Verteidigung des Glaubens auf- und einleuchten.
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Der Ausbau von Fronten, die Bildung von Lagern: die drohende Spaltung, die damit einhergeht, ist nichts, was man sich wünschen kann. Aber das eine kann notwendig werden, wie das andere unausweichlich. Die Verantwortung dafür aber liegt nicht zuerst bei den Beharrenden, sondern bei denen, welche mit ihren Neuerungen und Umdeutungen den Fingerzeig Gottes verschatten: Schrift und Überlieferungen unterhöhlen, die in der Gewähr des Pneumas lehrende Ekklesia offen oder getarnt zurückweisen und die Fundamente des Glaubens untergraben.
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Auf diesem Hintergrund verwundert es mich immer wieder, wie miserabel gerade jene Katholiken vernetzt sind, die sich in der "alten Messe" beiheimatet sehen. Gewiß - es gibt einige blogs samt deren Leser. So weit, so gut, so schön, aber auch reichlich statisch. Die Kommunikation untereinander verläuft wenig dynamisch; passende Plattformen wie Fratzbuch werden eher gemieden, die Kampagnenfähigkeit tendiert gegen Null. Wer doch noch irgendwie bei Fratzbuch gelandet ist, tritt irgendeiner vollfommen Gruppe mit einigen hundert Mitgliedern bei, um kitschige Marienbilder zu liken und sich über aufgeknutschte Meldungen auf Radio Vatikan eifrigst eifernd zu empören ...
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Man merkt, worauf ich hinaus will: Ich vermisse bei mir selbst und bei den anverwandten anderen Blogozesanen ein wenig die "revolutionären Zellen", den altrituellen think tank ...

Dienstag, 14. Juli 2015

Sententiæ XCVI

Alles schwätzt und läuft herum, Domherren, Pfarrer, Mesner, Gläubige. Die Kirche ist zum Stelldichein und zum Unterhaltungsort geworden.
Joseph Lortz: Die Reformation in Deutschland

Montag, 13. Juli 2015

Vor dem Reformationsjubilärum

Der Alte-Messe-Molch sehr gemeinen Herkommens, zuweilen als Korinthenkacker in excelsis verschrien, zählt gerne gewisse Phänomene und Fakten zusammen und macht sich einen Reim darauf. Quid sum miser tunc dicturus? Mir geht's ja kaum anders - so reime ich mir gerne den Eindruck daher, in einer Zeit zu leben, die hier im Lande in gewissen Punkten der Epoche der Reformation nicht unähnlich sein mag - mit dem kleinen Unterschied, daß wir eines morgens aufwachen und überrascht (?) feststellen, daß wir ... nein, nicht arianisch und eben auch nicht stramm lutherisch, sondern einfach nur gefühlsduselig geworden sind. 
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Mithin anfällig für den benannt-garstigen Reim, kommt ausgerechnet mir folgende Passage unter die Augen:
... So kommt es, daß die religiöse Kindererziehung am Ende unserer Epoche einem Mann wie Witzel trostlos erscheinen kann: Türken erzieht man, keine Christen! 
Eck stellt entsprechend 1540 starken Rückgang des Frömmigkeitslebens bei Laien und Geistlichen fest: die vordem in der Fastenzeit zweimal zur (Oster)beichte kamen, gehen jetzt meistenteils nur einmal. Die Fastengebote sind eine verachtete Kleinigkeit geworden. Das Zelebrieren hat abgenommen oder aufgehört wie das Breviergebet. Kurzum, die kirchlichen Vorschriften werden nicht mehr ernst genommen. Man mag keine Regel mehr leiden, hört begierig der Neuerung jener hinkenden Lehrer zu, die Katholisches mit Häretischem mischen. 
Morone meldet 1540 nach Rom, daß die Bischöfe zu allen Konzessionen bereit seien ... Ist ein Bischof treu, wie Hosius, so hat er zeitweilig nicht einmal einen einzigen Helfer in seinem Domkapitel, und man läßt ihn im Kampf mit der Neuerung direkt im Stich ... 
Cochläus klagt 1593, daß fast alle sächsischen Pfarrer, die aber noch viel besser seien als die rheinischen, im Konkubinat lebten ... Es gibt aber auch Geistliche, die so vollständig mit dem alten Glauben gebrochen haben, daß sie nur zum Scheine zelebrieren.
Frau Käsmann, übernehmen Sie ...
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 Joseph Lortz: Die Reformation in Deutschland. Zweiter Band: Ausbau der Fronten. Unionsversuche. Ergebnis. Freiburg (3) 1949. S. 114 f.

Tagessplitter

Auf einer meiner liebsten Wegbrechseiten stellte - meinerseits erst jetzt entdeckt - Uwe Bork einige Gedanken zu den dauernden Verhandlungen Roms mit den Piusbrüdern an. Grob vereinfacht gesagt - der SWR-Kirchenredakteur plädiert auf Rausschmiss: "... ich sehne mich schlicht nach einem Ende des Verfahrens. 'Zeigt endlich mehr Selbstachtung!' möchte ich ... den Kurialen am Tiber zurufen". 
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Ich verzichte hier mal auf die Selbstachtung eines Katholiken, der den Schmus auf katholisch.de oder beim SWR nicht nur ertragen, sondern mitfinanzieren muß. Ich sehne mich schlicht nach einem Ende dieser "kirchlichen" und "öffentlich-rechtlichen" Mediokraten. Etwas Gutes hat der standpunkt aber: Auch Reformdinos scheint der sonst so sakrosankte Dialog irgendwann auf den Keks zu gehen. Aber weiter im Text ... der endet nämlich so erfrischend doof, daß es schon wieder unterhaltsam ist:
Es dürfte viele Katholiken geben, die enttäuscht wären, sollte in Rom der Versuchung nachgegeben werden, die Herde des Herrn an den Stallgeruch einiger selbsternannter Hirten anzupassen, der eher an den inzwischen überwunden geglaubten Muff der Stagnation erinnert als an die frische Luft des Aufbruchs.
Ich bin da ziemlich sorgenfrei! Wie "viele Katholiken" bei den keineswegs stagnierenden Austrittszahlen aus unserer ebenso substanz- wie glaubensarmen und spießig langweiligen deutschen Stuhlkreiskirche mit ZdK-Geschmack noch übrig bleiben, um sich enttäuschen zu lassen, ist noch nicht abzusehen. Und zudem ist mir noch so ziemlich jeder "Muff" allenthalben lieber als mogelverpackte Schnappatmung mit dem Etikett "frische Luft des Aufbruchs" im ausgeröchelten Konzilsgeistmief.
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Reste ansonsten hier.

Sonntag, 12. Juli 2015

Das BamS!

... zum heutigen Gedächtnis jener Frau, die nach der Legende Jesus am Rand des Kreuzweges ein Tuch entgegen gehalten hat, damit der Kyrios Blut und Schweiß darin trocknen könne: eine kleine hilflose Geste nur, die doch niemals mehr vergessen wurde - hier dargestellt von Bildhauer Joseph Dettlinger im Rahmen einer Kreuzwegstation in der Pfarrkirche St. Felix und Regula zu Reute im Breisgau:
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Samstag, 11. Juli 2015

Benediktinisches

Da ein Beitrag zur Hochfeier des heiligen Vaters Benedikt - wie sie die Brüder und Schwestern der benediktinischen Familie heute begehen - mal wieder nicht recht fertig wird, möchte ich wenigstens mit einem Bild dieses Anlasses und zudem des hl. Ulrich vom Breisgau (auch: Ulrich von Zell) erinnern, dessen Fest nach alter Ordnung in der Erzdiözese Freiburg ebenfalls heute gefeiert wird. Der hl. Ulrich liegt nur wenige Kilometer von hier begraben: in Sankt Ulrich bei Bollschweil. Ein spätbarockes Bild über der Orgel in der ehemaligen Prioratskirche zeigt den Tod des hl. Ulrich mit dem hl. Benedikt als Patron der Sterbenden:
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 Tod des hl. Ulrich - Deckenbild in der Kirche St. Ulrich zu St. Ulrich bei Bollweil 
Sancti Benedicte et Uodalrice: orate pro nobis!

Zum aktuellen Bilderstreit

Da es offenbar noch immer die Gemüter umtreibt ... zeigt ein Photo zwei Frauen, die mittels eines Kussen intensiv interagieren, und wird dabei ein in den Farben des Regenbogens schillernder Armreif ostentativ ins Bild gerückt, dann kann man davon ausgehen, daß es sich um Propaganda zugunsten praktizierter Homosexualität handelt. Der "Umgang" mit solchem Bildmaterial (verbreiten ... gefällig betrachten) wurde früher in jedem halbwegs ausführlichen Beichtspiegel zur Erwägung gestellt.
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Als Mittel der Propaganda ist das präsentierte Szenario intentional zumindest anzüglich und gibt Ärgernis; inhaltlich kann es zudem zur Sünde reizen. Nicht zuletzt ist die Aufnahme ein Mosaikstein beständiger Inszenierung sexueller Inhalte in der Öffentlichkeit, was - unter dem Mantel vermeintlicher Aufklärung - am Ende regelmäßig sexuelle Enthemmung fördert: mit jenen Folgen, die selbst von denen beklagt werden, welche die Geister riefen, die man leider kaum mehr loswird.
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Mithin hat so ein Photo auf den Seiten von Radio Vatikan nichts verloren. Pater Bernd Hagenkord SJ muß sich nicht wundern, wenn ihm der Wind scharf ins Gesicht bläst. Ebenso wenig bekleckern sich aber jene mit Ruhm, die nun den RV-Redakteur mit obszönen und beleidigenden Protesten eindecken, die - im Namen von Schamhaftigkeit- und Keuschheit - allen Anstand penetrieren, unverschämt und eines Christen unwürdig sind.

Freitag, 10. Juli 2015

Tagessplitter

Wenn der Postmann zweimal klingelt, das Paket beim "Wunschnachbarn" (soviel Benachrichtigungs-Poesie hätte ich der Post keineswegs zugetraut) deponiert und auf der Sendung solch Absender prangt, dann ...
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... hofft alsbald der Alte-Messe-Molch (und die Hoffnung ist ja eine göttliche Tugend, nicht wahr?), der Absender könnte ganz versehentlich und für immer unbemerkt den falschen Kram (immerhin ja 1,3 Kilo!) verpackt haben. Darinnen war am Ende aber doch nur ...
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... das bestellte Leibchen und anverwandte Fanartikel - also schon wieder kein überzähliges G36 oder sowas in der Art: wiegt ja auch mehr als 1,3 Kilo. Manchmal wünsch ich mich zu den Amis, doch ... Deus providebit.

Donnerstag, 9. Juli 2015

Gebetbuch gefällig?

Da verzichtet man einmal auf die übliche Literaturangabe - und prompt wird nachgefragt: Eugenie wollte wissen, welchem Buch das im vorigen Beitrag im Auszug zitierte Weihegebet von Papst Pius XII. entnommen sei; sie kenne das wohl nur in einer reduzierten Variante. 
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Dem kann sehr gerne abgeholfen werden, denn es verschafft mir die Möglichkeit, erneut auf ein gehaltvolles Büchlein hinzuweisen, das nicht nur viele Schätze aus der Gebetstradition katholischen Glaubens und Lebens enthält, sondern obendrein kostenfrei (eine kleine Spende wird natürlich gerne genommen) bezogen werden kann. Das Bändchen heißt oremus und wurde von P. Alexander Metz FSSP zusammengestellt - jenem Pater Metz, dem ich bei dieser Gelegenheit auch kurz danken möchte, daß er allermeist Sonntag um Sonntag den Weg nach Basel auf sich nimmt, um für uns die Hohe Messe zu feiern ... 
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 Exemplare des oremus können hier bestellt werden.

Mutter der Barmherzigkeit, erbitte uns den Frieden!

 Maria als Schutzherrin von Yach - Altarbild in der Pfarrkirche St. Wendelin zu Yach 
Über dem Altar der Pfarrkirche St. Wendelin zu Yach thront Unsere Liebe Frau als Schutzherrin des Dorfes. Ich sehe darin auch ein Bild Mariens als der Königin des Friedens - ein Lobpreis, mit dem die Ekklesia die Mutter des Herrn heute besonders ehrt. Es ist der Regenbogen, auf dem Maria thront, der mir diese Deutung nahezulegen scheint - jener Regenbogen, den uns die Heilige Schrift als Zeichen des Friedens verbürgt.
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Am Ende des Rundschreibens Ad cæli reginam, das Pius XII. 1954 zur Einführung des Festes Maria Königin veröffentlichte, sieht der Papst den Regenbogen, von dem uns die Heilige Schrift des Alten Bundes berichtet, als Vorbild, als typos Mariens:
Wir glauben auch, daß das ... eingesetzte Fest - auf daß alle die Milde und mütterliche Herrschaft der Gottesmutter erkennen und eifriger ehren -, in hohem Maße dazu beitragen kann, den Frieden unter den Völkern, der fast täglich durch beunruhigende Ereignisse bedroht ist, zu bewahren, zu festigen und für immer zu begründen. 
Ist sie nicht der von Gott über die Wolken gesetzte Regenbogen zum Zeichen der Einheit und des Friedens (vgl. Gen 9, 13)? "Betrachte den Regenbogen und preise den, der ihn gemacht hat; er leuchtet in Glanz, er umspannt den Himmel mit seinem funkelnden Kreis, und die Hände des Allerhöchsten haben ihn ausgespannt" (Eccli 43, 12 f.). 
Wer immer also die Herrscherin der Engel und Menschen ehrt ... rufe sie an als die allzeit gegenwärtige Königin und Mittlerin des Friedens, er achte und verteidige den Frieden, der weder unbestrafte Ungerechtigkeit, noch zügellose Freizügigkeit ist, sondern wohlgeordnete Eintracht im Gehorsam gegenüber Gottes Willen. Die Ermahnungen und mütterlichen Weisungen der Jungfrau Maria gehen dahin, den Frieden zu bewahren und zu mehren.
Der Ruf zu Maria als der Königin des Friedens ist aber noch ein wenig älter. Papst Benedikt XV. fügte ihn - angesichts der Verheerungen des Ersten Weltkriegs - 1917 der Lauretanischen Litanei ein und setzte den 9. Juli zu dessen Gedächtnis fest. Der zeitgeschichtliche Hintergrund ist mithin kaum zu übersehen - er sollte aber keineswegs den Blick davon abwenden, daß der von Unserer Lieben Frau erflehte Friede letztlich die pax Christi in regno Christi ist, der Friede des Kyrios in dessen Herrschaft (so das Leitwort, das Benedikts Nachfolger Pius XI. zu Beginn seines Pontifikates prägte): Gemeint ist nicht nur der äußere Friede, ein Ende von Krieg und Gewalt, sondern ebenso der Friede in unseren Herzen, denn von dort aus allein kann die Herrschaft Christi ausgehen und sein Friede wachsen. So ist der Ruf zur Königin des Friedens auch die Bitte, dem Herzen in all den vielfachen Anfechtungen und Versuchungen dieses Lebens jenen Frieden zu verschaffen und zu sichern, der uns in der Einheit mit Gott erhält.
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Pius XII. nahm in den Tagen des Zweiten Weltkrieges ebenfalls Zuflucht zu Maria. Im Weihegebet der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens aus dem Jahr 1942 finden sich bewegende Worte, die auch in unsere Gegenwart hinein - für die Menschheit wie für jeden Einzelnen von uns - Gültigkeit bewahrt haben ... Worte, die wir heute beten können:
... Dich, o Mutter, rühren so viele Ruinen der Welt und der Seelen, so viele Schmerzen, so viele Ängste von Vätern und Müttern, von Ehegatten, Brüdern und unschuldigen Kindern; dich rühren so viele in der Blüte der Jahre dahingeraffte Menschenleben, so viele gemarterte und sterbende Menschen, so viele Seelen, die in Gefahr sind, ewig verloren zu gehen. 
Du, o Mutter der Barmherzigkeit, erbitte uns von Gott den Frieden! Erbitte uns vor allem jene Gnaden, die in einem Augenblick die Seelen verwandeln können; erbitte uns jene Gnaden, die den Frieden vorbereiten, herbeiführen und sichern! 
Königin des Friedens, bitte für uns und gib der Welt den Frieden, nach dem die Völker seufzen, den Frieden in der Wahrheit, in der Gerechtigkeit, in der Liebe Christi! Gib der Welt den Frieden der Waffen und den Frieden der Seelen, damit in der Ruhe der Ordnung das Reich Gottes sich ausbreite ... Amen.

Dienstag, 7. Juli 2015

Sententiæ XCV

Die Vergegenwärtigung der Apokalypse krönt das Tor der mittelalterlichen Kathedrale: unter den Schrecken des Gerichtes, unter seiner Verheißung betraten die Menschen das Heiligtum, sie nahem, im Bilde, das Weltende voraus und sind, in ihren verschollenen Gräbern, wahrscheinlich besser vorbereitet als wir.
Wie wir uns auch mühen, wir finden ihre Bildersprache nicht mehr; der gläubige Künstler vermag nicht allzuviel, wenn das Volk, die Menschheit nicht glauben, so wie der Priester mit der Gemeinde verarmt und kein König geboren wird in einer zeichenlosen Zeit. 
Reinhold Schneider: Das Weltgericht

Montag, 6. Juli 2015

Ein Wort Symeons, des Theologen

Wenn ich mich - meist zu etwas zu fortgeschrittener Stunde - unter die Bettdecke verkrieche (derzeit liege ich freilich eher daneben), blättere ich gerne in irgendeinem Buch herum, wissend, daß die Augen über aller längeren Lektüre fallen würden, und mithin einfach nur einen Gedanken heischend, der mich in den Schlaf begleiten soll. In den Hymnen Symeons des Jüngeren, des Theologen, eines heiligen Abtes und Einsiedlers zur Zeit der ersten Jahrtausendwende, stieß ich auf so einen Gedanken ...
Der Menschenseele ganzen Willen halte ich für einen. Wer also seinen Willen dem Gottesgeist vereinigt, der wird Gott ähnlich. Nachdem er Christus in sein Herz genommen, ist durch Christus er ein Christ geworden, da ja Christi Bildnis in ihm ist, des Unfaßbaren, des Alleinen, und er in Wahrheit jenen in sich schließt, der allen Wesen, die erschaffen, gänzlich unerreichbar ist (Dreizehnte Hymne).
Das Wort fasziniert mich ob der Größe des Gesagten, aber es schreckt mich auch ein wenig: Erhaben der Gedanke, daß der Mensch eins in sich und mit sich sein kann in der Kraft seines Willens, erschreckend der Gedanke, wie dieser Wille bei uns in den Wechselfällen des Lebens zersplittert ist. Erschreckend auch der Gedanke, wie "unähnlich" wir Gott die meiste Zeit sind, wie wenig Platz Christus in unseren Herzen findet, wie besudelt und zertreten das Bild Christi in uns ist. Dürfen wir uns wirklich Christen nennen?
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Doch auf der anderen Seite: Wie auch sollten wir fassen, den kein Geschöpf fassen kann? Und nicht wir können die Einheit unseres Willens bewirken - nur Gott, der "Eine" überhaupt, die Quelle und das Ziel allen Eins-seins, kann es, wenn wir unseren Willen ihm immer wieder hin-halten, damit er das Bild Christi in uns forme und die Narben all unserer Bilder heile. Und über aller Klage des Herzens steht das Wort, das Gott größer ist als unser Herz: Er weiß alles. Und wir werden vor ihm unser Herz überzeugen (vgl. 1 Joh 3, 19) - und sei es, Gott gebe es, mit dem letzten Atemzug.

Sonntag, 5. Juli 2015

Wie aber weiter?

In diesen Tagen schiebe ich einige Gedanken hin und her, wie es mit diesem blog weitergehen soll. Ich blase, keine Bange, nicht den blues, wie auch schon vorgekommen - irgendwie soll es auf jeden Fall weitergehen. Aber wie? 
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Was gibt es bisher? Einerseits, das hoffe ich so sagen zu dürfen, einen deutlichen geistlichen Akzent, nicht zuletzt unterfüttert durch die traditionsreiche leiturgía der Ekklesia und einen gewissen benediktinischen Einschlag, darüber hinaus nicht zu vergessen die Marienminne. Wenn mir eine Laus über die Leber läuft, wird mitunter ein Tagessplitter draus. Bilder kommen bei all dem nicht zu kurz, ab und zu eine Reminiszenz an den katholischen Literaturbetrieb des 20. Jahrhunderts ... so weit, so (hoffentlich:) gut. Nun kann man die Frage stellen, wie weit die genannten Themenfelder in ihrer konkreten Umsetzung auf das "missionarische Potential der Blogozese" hin transparent werden können?
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Diese Bilanz befriedigt mich nicht recht. Ich fürchte zum Beispiel, daß weite Teile der geistlichen Einträge (ob nun selbst verfasst oder den Schriften einiger Lieblingsautoren entnommen) am Erfahrungs- und Interessenhorizont meiner Mitchristen heute weitest vorbeigehen; ganz zu schweigen von den "Suchenden", denen man mit fortwährenden Anklängen an Casels Mysterientheologie gewiß keinen einfachen Einstieg in den Kosmos des Glaubens bietet. Andererseits: Wovon sollte ich sonst schreiben, wenn nicht von dem, was mich spirituell bewegt, vom geistlichen Raum, in dem ich mich bewege?
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Ein zweite Frage steht im Raum - auch hier spielt die Außenwirkung eine Rolle. Soeben ist es wieder einmal auf Rosenkranz + Pilgerzeichen beklagt worden: Der rüde Umgang miteinander auf den traditions- und zeitgeistorientierten katholischen blogs ... das sich Einschießen auf außenstehende Dritte der jeweiligen Fraktionen wird man - getrost oder ungetrost - mit hinzu nehmen können. Ich gestehe: Manchmal mische ich in  - mal mehr, mal minder - zugespitzter Form mit, manchmal verkneife ich es mir. Grundsätzlich gilt freilich, daß nicht der blogger die Harmonie stört, der die neueste progressive Dollerei aufs Korn nimmt, sondern zuerst einmal derjenige, der die klare Lehre der Ekklesia verwässert, umdeutet, verdreht oder leugnet. Dennoch muß es zu denken geben, wenn die Blogozese in mancher Außenwahrnehmung als ein finster-verschlagener Haufen daherkommt: denn auch das kann das Bild der Ekklesia in den Seelen verdunkeln.
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Andererseits: Ich erwäge, künftig entsprechende Einträge womöglich noch zugespitzter zu formulieren - denn Satire hat zum Beispiel einen anderen Stellen-Wert als bloßes Gezänk und kann auch besser in das Ganze eingeordnet werden; vielleicht wäre das ja eine Lösung ... denn eines ist sicher wie das Amen in der Kirche: Dem Treiben progressiver Theologen und Priester und Bischöfe und Kardinäle mitsamt ihrer Salamitaktik zur Schleifung der Bastionen haben wir bereits zu lange, zu lammfromm und zu tatenlos zugesehen. Man kann nicht alles unwidersprochen lassen: hülf, Sankt Hieronyme!
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Soweit einige Aspekte des Ist-Zustands. Pläne für die Zukunft gäbe es genug, etwa im Blick auf einige katholische Autoren des 20. Jahrhunderts, die heute so sehr von der Bildfläche verschwunden sind, daß man ihnen nicht einmal eine Schattenexistenz zusprechen mag. Man könnte so manches zu Personen und Werken schreiben - allein: Interessiert das heute jemanden? Lohnt die Mühe nenneswerter Ertrag? Oder macht man nur ein weiteres Faß auf, aus dem kaum einer einen Schluck kosten will, es sei denn, man generiert mittels krawalliger Überschriften einige Zugriffe, um sich das Interesse der Leser vorzugaukeln?
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Soll für heute Abend reichen. Mal sehen, was mir in den kommenden Tagen noch schreibreif ankommt und wohin die Reise geht ...
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 Hier der Beitrag auf Rosenkranz + Pilgerzeichen. Ein aufmunternder Beitrag zu Gertrud von Le Fort habe ich zudem bei Heike entdeckt: hier.

Das BamS (mit Orchidee)!

Die Seitenkapelle von St. Anton birgt eine sehr schöne, ausdrucksstarke Madonna - die leicht zugewandte Haltung, die großen und offenen Augen, die dem Beter entgegen gestreckte Hand des Knaben (in welcher freilich ehedem ein Szepter zu ruhen schien): alles spricht von Hinwendung und Zuneigung - sowohl an die Freude als auch an die Not des Christen ...
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Donnerstag, 2. Juli 2015

Begegnung

 Die Begegnung zwischen Maria und Elisabeth - Glasfenster in der Église St-Jean, Straßburg 
Von woher geschieht mir, 
daß die Mutter meines Kyrios zu mir kommt?
(Lk 1, 43)
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Bild: Die Begegnung zwischen Maria und Elisabeth - Glasfenster in der Église St-Jean zu Straßburg.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Am Ende dieses Tages ...

... noch ein Eindruck desselben - von der Sakramentsandacht zum Fest des Kostbaren Blutes heute Abend in der Bruder-Klaus-Kapelle zu Etzgen:
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Von Abel zu Christus

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... da seine Hände aufgebohrt, sein Herz die Wunde faßt,
Gibt es kein Kreuz mehr unter uns, auf das sein Leib nicht paßt.
Und keine Sünde bleibt von seiner Wunde unbetroffen.
Komm vom Altar, Verhüllter, fülle unser Hoffen!
Wie tief ist dein Geschöpf, o Meister, und wie offen!
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Mit diesen Worten - am Ende der Betrachtung der vierzehnten Station - schließt der Kreuzweg von Paul Claudel. Das Blut Christi, geopfert von Christus selbst zur Sühne für die Schuld der Menschen und hierbei von seinen eigenen Brüdern vergossen, wie einst im Typos Kain das Blut seines Bruders Abel vergossen hatte: es kann jede Sünde tilgen, unser Hoffen füllen und uns das Reich Gottes erschließen: 
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"Du hast uns erlöst, Kyrie, in Deinem Blut, und uns zu einem Königreich gemacht für unseren Gott" - der Satz zieht sich wie ein Leitmotiv durch die leiturgía des heutigen Festes vom Kostbaren Blut. In diesem Horizont umrahmt die Ekklesia dann auch das Magnificat der ersten Vesper zu diesem Fest mit der folgenden Antiphon:
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Accessistis ad Sion montem,
et civitatem Dei viventis,
Jersusalem cælestem,
et Testamenti novi mediatorem Jesum,
et Sanguinis aspersionem 
melius loquentem quam Abel.
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Hingetreten seid ihr an den Berg Sion,
zur Stadt des lebendigen Gottes,
zum himmlischen Jersualem,
zu Jesus, dem Mittler des Neuen Bundes
und zur Besprengung mit Seinem Blut,
das mächtiger redet als das Blut Abels.
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Die Übersetzung der Kreuzweg-Betrachtung stammt von Hans Urs von Balthasar; entnommen aus: Paul Claudel: Der Wanderer in der Flamme. Ausgewählte Gedichte. Einsiedeln 1953. S. 89. Bild: Kain ermordet seinen Bruder Abel - Glasfenster in der Pfarrkirche St. Gallus zu Merzhausen bei Freiburg.