Sonntag, 13. Dezember 2015

Bild zum Tag - die heilige Ottilia

 Die hl. Ottilia - Altarbild in der Ottilien-Kapelle zu Hartheim 
Im Tagesgebet des dritten Sonntags im Advent bitten wir darum, der Kyrios mache durch die Gnade seiner Ankunft das Dunkel unseres Geistes hell. Das hat die heilige Ottilia, derer die Ekklesia heute gedenkt, in einer sehr konkreten Weise erfahren. Die Heilige, deren Klostergründung auf dem Odilienberg im Elsass bis heute fortbesteht, kam blind zur Welt - das Augenlicht wurde ihr in der Taufe geschenkt. So erzählt es die Legende. 
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Man mag dem Glauben schenken oder nicht ... wichtiger ist ohnehin die Wahrheit hinter dieser Geschichte: Das Kommen Gottes in unsere Herzen, die Eingießung seiner Gnade strahlt ein in unsere Dunkelheit - freilich dürfen wir die Augen, die des Herzens wie jene des Leibes, dafür nicht verschließen. Die hl. Ottilia helfe uns dazu ... ora pro nobis!
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Bild: Die heilige Ottilia - Altarbild in der Ottilien-Kapelle zu Hartheim.

Kommentare:

Brettenbacher hat gesagt…

>Man mag dem Glauben schenken oder nicht....<
ein apokrypher Wanderführer aber weiß Genaueres

SANKT OTTILIEN

Ungefähr auf halber Höhe zwischen der Kartause im Dreisamtal und dem Roßberggipfel steht oberhalb eines schmalen Wiesentales
auf einer kleinen Waldlichtung, flankiert von einem Wirtshaus und einem kragenden Wohnhaus (dem ehemaligen "Bruderhaus"),
eine kleine Kirche. Das ganze Ensemle ist gute 500 Jahre alt. Die kleine Waldesidylle , eines der beliebtesten Ausfugsziele der
Gegend, war einst eine hochberühmte Wallfahrtstätte und hat einen entsprechenden "spiritus loci" sich bis heute bewahrt.
In einer Grotte innerhalb der Kirche rieselt das Wasser einer Gnadenquelle, deren Heilkraft bei Augenleiden legendär(sic) ist.
Zu verdanken haben Gläubige und Ungläubige dies der Heiligen Ottilie. Als Tochter eines Elsäsischen Adligen der Merowingerzeit blind geboren, wurde sie von ihrer Mutter vor ihrem Vater, der sie töten lassen wollte, in einem Kloster verborgen. Beim Empfang der Taufe sehend geworden, floh sie vor einer ihr nun drohenden Zwangsehe über den Rhein an den beschriebenen Ort. Hier geschah das zweite Wunder ihrer endgültigen Rettung. Die ältesten Legenden, die uns die anrührende Geschichte erzählen, entstammen dem 10. Jahrhundert.
Hier sei noch auf die mittelalterlichen Fresken im Kirchenschiff und die Öffnungszeiten des Wirtshauses verwiesen,
die da sind:
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Wer aber die Geschichte der Heiligen jetzt schon hören will, bestelle dem Erzähler noch ein Bier, schließe den Mund und öffne das
Ohr..... :
In rauhen Merowingischen Zeiten, so Ende des siebten Jahrhunderts, wurde im rauhen Schwesterngebirge des Schwarzwaldes, den
Vogesen, dem rauhen Alemannenherzog Eticho eine blinde Tochter geboren. Der harte Mann befahl, das Kind zu töten. Die
sanftmütige und fromme Mutter Bereswinda rettete die kleine Unglückliche in ein Kloster bei Besancon. Als sie dort mit zwölf Jahren
die Taufe erhielt, wurde die Blinde sehend. Als Eticho davon hörte, und auch, daß sie so übel nicht gewachsen sei, wollte er sie sogleich einem adeligen Kumpanen zur Frau geben. Ottlilie aber, die sich schon längst einem anderen Bräutigam , der nicht von dieser Welt war, versprochen hatte, floh unter Mühen durch die Ebene über den Rhein zu den weicheren Hängen des Schwarzwaldes. Als die zu Tode Erschöpfte die glühende Stirn gegen einen Fels lehnte, entsprang diesem ein kleiner Quell, der
die Halbverdurstete wunderbar erquickte. Doch das Mußbachtal hoch hechelten schon die Hunde und klirrten die Knechte des
verblendeten Vaters. Als der stinkende Atem der keuchenden Rotte ihr schon in die Locken blies, tat der Fels sich auf, Ottilie trat
ein, und die steinerne Wand stand wie zuvor.
Erst als Eticho, der mit gesunden Augen blinder war als seine Tochter je gewesen, unter ganzen Sturzbächen von Thränen sich
bekehrte und bereute, tat der Fels sich wieder auf und gab Ottilien der Welt zurück.
Hier rieselt der Quell in der Kirchengrotte noch immer, und drüben in den Vogesen, hoch auf dem Monte Sainte Odile,
steht schön und groß das Kloster, dessen Äbtissin Sainte Odile einst war. Und die Patronin vom ganzen Elsaß
ist sie für immer.
So jetzt könnt ihr die Mäuler wieder auf- und die Ohren zumachen. Zugehört habt ihr sowieso nicht. Und seht ihr denn nicht, wie
jämmerlich leer mein Glas ist?. Habt ihr denn KEINE AUGEN im Kopf !?"




Andreas hat gesagt…

Lieben Dank für den Beitrag - zunmal ich die Legende vom Felsen, der sich öffnete und Ottilia barg, noch nicht kannte.

Zuweilen bekommt man ja auch erzählt, nicht die Taufe, sondern das Wasser des in der Kapelle entspringenden Bornes habe die blinde Ottilia geheilt ... wobei sich da wohl eher ein gewisser Lokalpatriotismus Bahn schlägt. ;-)

Und die Wirtschaft ... leider heute wohl auch so ein Stück jener freiburgtypischen (oder -spezifischen) "Eventgastronomie", wie sie mich meist in die Flucht schlägt. Ob sich ein Cicerone zu gastlicheren Orten im Elztal fände? ;-)

Tarquinius hat gesagt…

Viel wichtiger: Eignet sich das Wunderwasser, wie so manch andere, auch so besonders gut für Tee und Kaffee ... ? *duckund* ;-)

Andreas hat gesagt…

Das war beim hl. Landelin ...

Brettenbacher hat gesagt…

Solch Anstehschlangen wie beim hl. Landelin winden sich stauend in St. Ottilien nicht, aber so manch leibheilsnaherwartenden Freak trafen
wir auch schon dorten, wo man sich wissend angelinst sah:
Weitu, es ist die MATERIE !