Dienstag, 8. Dezember 2015

Advent (8): Sitientes satias

Ave, gratia plena, quæ sitientes perennis fontis dulcedine satias.
Gruß Dir, Gnadenvolle, du tränkst die Dürstenden aus der Quelle immerwährender Wonne.
(aus einer dem Bischof Epiphanius von Salamis zugeschriebenen Predigt; einst gelesen in den Metten am Oktavtag des Festes der Unbefleckten Empfängnis Unserer Lieben Frau)
... und du selbst, Maria, so möchten wir hinzufügen, bist die Quelle, die Gott besiegelt hat: nicht nur ein Bild immerwährender Jungfräulichkeit, sondern auch einer umfassenden Reinheit - von Ewigkeit her von Gott geschaut, dann aber empfangen in der Zeit ohne jede Trübung durch jene Schuld, die sich seit der ersten Auflehnung gegen Gott von Mensch zu Mensch und von Geschlecht zu Geschlecht fortzeugt.
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Was Tertullian über das zum Taufmysterium erwählte Element des Wassers sagt (De baptismo 3), können wir auch auf Maria hin lesen:
"Im Anfang", heißt es, "schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde aber war unsichtbar und ungeordnet, Finsternisse waren über dem Abgrund, und das Pneuma Gottes schwebte über den Wassern" (Gen 1, 2). Da hast du nun, o Mensch, vorerst das Alter des Wassers zu verehren; denn es ist eine alte Substanz; dann seine hohe Bestimmung, denn es war Aufenthalt des Pneumas und somit diesem wohlgefälliger als die übrigen Elemente. Die Finsternis nämlich war noch ganz gestaltlos und ohne den Schmuck der Gestirne, traurig der Abgrund, unfertig war die Erde und der Himmel unvollendet; das Flüssige dagegen allzeit eine vollendete Materie. Heiter, einfach und in sich rein, bot es sich Gott als ein würdiges Fahrzeug dar.

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