Montag, 7. Dezember 2015

Advent (7): Veni Redemptor gentium

Veni, redemptor gentium /
ostende partum virginis /
miretur omne saeculum /
talis decet partus deo.
Komm, Völkerheiland, erdenwärts,
Erscheine, den der Jungfrau Schoß
Gebar als Wunder aller Zeit;
Solch Ursprung ziemet Gott allein.
Non ex virili semine /
sed mystico spiramine
verbum dei factum est caro
fructusque ventris floruit.
Aus Mannessamen stammst du nicht,
Nein, tratst geheimnisvoll hervor
Als Gotteswort in Fleischgestalt,
Als Frucht erblüht aus Leibesschoß.
Alvus tumescit virginis /
claustrum pudoris permanet /
vexilla virtutum micant /
versatur in templo deus.
Der Jungfrau Knospenkelch erschwoll,
Doch unentblättert blieb die Scham,
Der Tugend Banner schimmert rein,
In seinen Tempel ein trat Gott.
Procedat e thalamo suo /
pudoris aula regia /
geminæ gigas substantiæ /
alacris occurat viam.
Verlassend dann sein Brautgemach,
Den Königshof der Scham, sprang er
Als Riese, doppelt-wesenhaft
Kampffreudig in des Lebens Ring.
Egressus eius a patre /
regressus eius ad patrem /
excursus usque ad inferos /
recursus ad sedem dei.
Ausgingest von dem Vater du,
Rückgingest du zum Vater dann,
Abstiegest du zur Höllenwelt,
Aufstiegest du zu Gottes Thron.
Æqualis aeterno patri /
carnis trop
æo accingere /
infirma nostri corporis
virtute firmans perpeti.
Dem ewigen Vater wesensgleich,
Errangst du ob dem Fleisch den Sieg,
Gabst unserm Leib, so kräftekrank,
Durch Tugend Stand- und Haltekraft.
Præsepe iam fulget tuum
lumenque nox spirat novum /
quod nulla nox interpolet
fideque iugi luceat.
Aus deiner Krippe funkelts schon,
Und neuer Lichtglanz blitzt durch Nacht,
Den keine Finsternis verscheucht
Und draus der Glaube ständig strahlt.
(Adventshymnus - ursprünglich ein Weihnachtshymnus - des hl. Ambrosius von Mailand)
Eine Reihe zentraler Glaubenswahrheiten besingt der hl. Ambrosius von Mailand, dessen Fest die Ekklesia heute feiert, in diesem Hymnus: Die jungfräuliche Empfängnis des uns vom Vater zugesprochenen Logos und das Wunder seiner Geburt (Strophen 1 bis 4), auch den Ausgang und die Rückkehr dieses Logos zum Vater, der diesem wesensgleich ist (Strophen 5 und 6). Daß das Licht, das einst in der Krippe aufstrahlte ... das Licht, das jene Nacht in der Fülle der Zeit hauchte und das keine Nacht mehr dunkeln kann - daß dieses Licht in unseren Herzen aufstrahle, dazu helfe uns der hl. Ambrosius mit seiner Fürsprache ... ora pro nobis!
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Und weil, was gesungen wird, auch gehört werden soll:


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Die deutsche Fassung ist entnommen aus: Richard Zoozmann: Lobet den Herren. Altchristliche Kirchenlieder und geistliche Gedichte. München 1928. S. 27 ff.

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