Freitag, 4. Dezember 2015

Advent (4): Deus ædificabit

Videte, humiles, et lætamini, *
et reviviscat cor vestrum, qui quæritis Deum.
Nam Deus salvabit Sion, et ædificabit civitates Iuda: *
et habitabunt ibi et possidebunt eam.
Et semen servorum eius hereditabit eam; *
et qui diligunt nomen eius, morabuntur in ea.
Bedrückte, seht es und werdet froh;
euch, die ihr suchet nach Gott, erstarke das Herz.
Denn Gott wird Jerusalem retten,
die Städte Judas wird er wieder erbauen,
und wohnen werden die Seinen im Land, zu eigen es haben.
Die Nachfahrn seiner Knechte werden es erben,
und Heimat finden darin, die seinen Namen lieben.
(Verse aus Psalm 68 (33, 36 f.) am Ende der Mette vom Donnerstag)
Das Gegen-, oder besser: das Folgebild zu den Worten Jesajas, die vor zwei Tagen zur Sprache kamen: Gott wird Jerusalem aus den Trümmern, in die es gesunken ist, wieder heraufführen und das gestürzte Juda neu erbauen. Das gilt auch für die streitende Kirche, die kyriaké oikía, das Hauswesen des Kyrios in diesem aion. Davon ein andermal, heute nur die Verheißung: "Bedrückte, seht es und werdet froh"!
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Was nehme ich noch mit aus diesen Versen? Daß es gilt, sich die Mahnung ins Gemüt zu schreiben, daß Gott es ist, der rettet und neu aufbaut. Wir sind - unseren Kräften entsprechend - vielleicht Handlanger und eher "unnütze Knechte" (Lk 17, 10). Zu den Geboten der Stunde, inmitten manchmal verstörender Entwicklungen, zählt Gelassenheit ... ein Grundvertrauen, daß nicht wir das Werk wirken müssen, welches Gott allein wirken kann, und daß Gott es zu einem guten Ende wirken wird. 
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Tun wir unsere Schuldigkeit ... Corrigamus nos ad laudem Christi: Wir sollen uns bessern zum Lob Christi.

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Das heutige Adventstürchen las sich ja streckenweise wie eine Speisekarte beim Griechen, zum Glück ging's ab dem zweiten Absatz besser!

Aber im Ernst: Auch wenn man's nicht jeden Tag schreiben kann oder will, danke für die erbaulich-ermahnenden Adventbeiträge! (Sie tun hier gerade auch mal wieder besonders not).

Andreas hat gesagt…

Also das ganz oben ist lateinisch und eindeutig in der Mehrheit ... ;-)

Aber der Satz mit der Speisekarte bringt mich auf eine Idee - nur leider gibts hier "das" Akropolis nicht mehr, die hatten früher immer Zehn-Mark-Teller mit Lammbraten plus Pommes plus Krautsalat plus Ouzo plus goldblondiertem russischem Servierpanzer, also alles im weitesten Sinne "orthodox".

Danke für die Rückmeldung!