Donnerstag, 3. Dezember 2015

Advent (3): Ad laudem Christi

Declinant anni nostri et dies ad finem.
Quia tempus est /
corrigamus nos ad laudem Christi.
Lampades sint accensæ /
quia excelsus iudex venit
iudicare gentes. Halleluiah. Halleluiah.
 
Dem Ende neigen sich unsere Jahre und Tage.
Es ist Zeit,
daß wir uns bessern zum Lob Christi.
Entzündet seien unsere Lampen,
denn der erhabene Richter kommt,
um die Völker zu richten. Alleluja. Alleluja!
(Transitorium - Kommuniongesang - vom letzten Sonntag des Kirchenjahres im ambrosianischen Ritus)
Christus ist nicht Mensch geworden, damit wir "schöne Weihnachten" haben. Was immer wir feiern, ist sozusagen "nur" Erneuerung und Vertiefung der Mysterien und der damit verbundenen Gnadengabe, in welche wir bereits eingeweiht sind: Die Taufe, die Firmung, die Eucharistie. Das alles aber hat ein Ziel: Den Kyrios als den Kommenden und sein Reich als die kommende Gottesherrschaft zu erwarten und dafür bereit zu sein. Das Kommen dieses Reiches zu ersehnen und die Welt über die Schwelle dieses Reiches zu führen, soweit wir das vermögen.
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Und Weihnachten? Die Krippe, so könnte man sagen, weist uns auf das Kreuz, das Kreuz aber auf das Siegeszeichen des Erhöhten. Erst dann kommt das "schöne Fest", der "heilige Abend", kommen die stimmungsvollen Lichter und vertrauten Lieder. Sie geben uns Halt und Zuversicht, sind aber nicht das Wesentliche. Über allem Schönen, echt Erbaulichen und über allem Guten, wozu wir uns in diesen Tagen vielleicht ganz besonders ein Herz fassen, sollten wir daran denken, daß wir dies im allerletzten Grund nicht tun, um gute Menschen zu sein, um die Not dieser Erde zu lindern oder um die Welt ein wenig friedlicher zu machen ...  all dies ist gut, aber kein Selbstzweck.
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Was wir tun, tun wir zum Lob Christi. Das ist das brennende Licht in unseren Gott entgegen tastenden Händen, genährt vom Öl unserer Werke: Licht, damit das Reich Gottes den Menschen aufscheine ...
Sucht zuerst das Reich Gottes und dessen Gerechtigkeit;
all das andere wir euch hinzugelegt werden (Mt 6, 33).

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Ambrosianisch war gestern anscheinend en vogue, manchmal liegen diese Dinge wohl so in der Luft ... ;-)

Andreas hat gesagt…

"en vogue" ... also hier sind wir noch nicht auf dem Cathwalk!

Tarquinius hat gesagt…

.....

Das musst Du nicht extra erwähnen, das sieht man schon!