Samstag, 12. Dezember 2015

Advent (12): Tu conversus nos

Deus, tu conversus
vivificabis nos,
et plebs tua
lætabitur in te ...
Du - uns zugewendet, Gott,
werden wir mit Leben erfüllt,
und dein Volk
findet Freude in dir ...
(aus der Antiphon zum Offertorium am zweiten Sonntag im Advent)
Ohne hier in eine Kontroverse eintreten zu wollen, kann ich mir heute ein Wort zum Thema Gebets- und Zelebrationsrichtung nicht verkneifen. Man liest ja hin und wieder zur Verteidigung einer celebratio versus populum, der "Feier zum Volk hin", diese entspreche der Mahlsituation - dort wende sich ein Gastgeber schließlich auch nicht von den Gästen ab, sondern diesen zu - wie der Priester an einem Volksaltar es eben auch tue. Und handle der Priester nicht ohnehin in persona Christi, sei es also nicht Christus selbst, der durch den Priester das Gottesvolk um sich schart? 
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Dabei wird übersehen, dass nicht Christus der "Adressat" beim Vollzug des eucharistischen Mysteriums ist; das Opfer von Golgatha, das - dem Vater in der himmlischen leiturgía beständig dargebracht - hier für uns neu Gegenwart wird, das unsere Hingabe in sich hinein nimmt und aus dem die Früchte der Heiligung fließen, die in der Gestalt des Mahles (in leib-seelischer oder auch nur geistlicher communio) dann den Gläubigen zuteil werden, richtet sich an den Vater. Ohne dieses Opfer, in welchem Christi Hingabe für und seine Anteilnahme am Schicksal der Menschen manifest wird, wäre das Mahl tatsächlich nur eine Gedenkveranstaltung.
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Der Vater aber, Deus creator, ist jener, der in seiner "Zuwendung" das Volk belebt und mit Freude erfüllt: Ihm, dem Vater, steht auch Christus als Sohn, Gottmensch und Mittler zugewandt, der sich hingibt für das Leben der Welt und für seine Brüder und Schwestern, die sich hinter ihm sammeln, um per Christum Dominum nostrum geheiligt zu werden.

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Amen!

Carina hat gesagt…

Gleiches dachte ich auch. ;-)