Samstag, 21. November 2015

Tagessplitter

Wenn auf der Rückseite ein Verweis auf "ISO 9001:2000" klebt, der wohl auf irgendein "Qualitätsmanagment" verweisen soll, dann stärkt das nicht zwingend meinen Glauben an den originären Charakter frommer Kunst. Ein nächster Aufkleber mit Stempel (nicht mehr lesbar) und Prägesiegel (nicht deutbar) lässt mich aber wissen, es handele sich um Handarbeit, die auf "die alte traditionelle Weise der byzantinischen Kunst gearbeitet" sei: "Sie ist mit Eiltempera und Gold gemalt. Der Malgrund ist altes Holz. Die Ikone" sei " ein Werk der zeitgenössischen Kunst von vorzüglicher Qualität", deren Ausfuhr gestattet sei. Schön anzusehen ist sie allemal.
.
Bei rund vier Euro konnte ich den Erzengel dann auch nicht im diakonischen Trödelladen belassen. Morgen werde ich die Ikone segnen lassen und den hl. Michael bitten, er möge mit den anderen heiligen Engel in meinem Hause wohnen und uns alle in Frieden behüten: Sein Bild aber öffne mir den Blick auf das Reich des kommenden Kyrios.
.

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Ich gestehe: Mein erster Gedanke war, dass der Erzengel im Hause Andreas handwaffentechnisch leicht unterlegen dastehen könnte ... ;-)
Aber dennoch, das heilige Bildnis ist sicher goldwert. Und vier Euro allemal!

Bellfrell hat gesagt…

Das ist aber wirklich schön und um 4 Euro?
Dieser diakonische Trödelladen ist echt eine lohnende Fundgrube.

Andreas hat gesagt…

Tarquinius - in einer Zeit, in der sakrale Kunst zuweilen dazu neigt, alles sehr "heutig" darzustellen (ich erinnere mich an grauenvolle Webbilder, die nach DasKonzil in meiner Pfarrkirche auftauchten), warte ich schon lang auf eine Michaelsdarstellung mit Sturmgewehr. Was ich dann mal im Internet irgendwo gesehen hatte, war ein nackter Erzengel, der sein Schwert zerbricht (gähn!) ...

Bellfrell - irgendein Gutes hat offenbar selbst Lutherey, deren Umtriebe wir im übernächsten Jahr fürch.. ähh feiern (sollen). Aber in der Tat: Der Laden ist so eine Art Grabbelsack.