Samstag, 14. November 2015

Die Geschlagenen

Statt in diesen Stunden danach um kluge oder fromme, das Unerhörte (das so unerhört nicht ist) fassende und den Schrecken mithin bannende Worte oder Wörter zu ringen ... nach den Ereignissen der vergangenen Nacht in Paris ... 
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Die Geschlagenen
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Geh' weiter nicht! Hier halt dein Herz in Händen,
Inbrünstig suche dich und werde dein!
Und brechen alle Mächte auf dich ein:
In deinem Herzen muß die Not sich wenden.
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Umschließe dich, eh' dich Verführer blenden!
Dich spricht vor dir doch keine Stimme rein.
Du bist dein Richter, und du bist's allein
Und mußt an dir den Richterspruch vollenden.
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Sieh, es ist Zeit, zu knien. Ein läuternd Feuer
Ist mehr als Untergang. In dir verbrenne
Die tiefen Wurzeln weltverzweigter Schuld!
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Der Dämon droht, die Zeit schwillt ungeheuer;
Du aber kniee, wandle dich, erkenne
Die mächtige Gnade sühnender Geduld.
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Reinhold Schneider
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Weiteres werden spätere Tage weisen: müssen, ohne Ab- und Ausreden. 
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Der dreifaltige Gott berge alle Opfer in seiner Liebe, stärke die Hinterbliebenen in deren Trauer und schenke uns allen sein Licht, aus diesem Terror dann die rechten Schlüsse zu ziehen.