Montag, 19. Oktober 2015

Tagessplitter

Heimwärts las ich das Vorwort zur deutschen Ausgabe von Georges Bernanos' Das Haus der Lebenden und der Toten ("Brasilianisches Tagebuch") - und plötzlich waren meine Gedanken bei Pegida
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Man muß diese "Spaziergänge" nicht mögen. Man muß auch nicht jeden Zeitgenossen mögen, der sich dort einreiht. Man kann gewiß kritisch fragen, was einige der Teilnehmer mit dem Begriff "Abendland" (welches es zu retten gelte) eigentlich assoziieren. Fragwürdiger aber, weitaus unsympathischer und verlogen deucht mich jedoch die Empörungsplärre und die schnaubenden Oberlehrer-Attitüden aus Politik und Medien zu diesem Phänomen - wenn ein zum establishment verkommenes Staatswesen die Werte, auf die es einst gegründet wurde, nur noch billig prostituiert (wobei sie als Schminke umso dicker aufgetragen werden), dann neigt man nicht mehr zu kritischen Fragen allein. Man ekelt sich.
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Ach ja, jetzt noch das Bernanos-Zitat, an dem sich das alles entzündete:
Das Leben war so mittelmäßig geworden, eure Lügen so wenig anziehend und eure betrügerischen Heuchler so langweilig, daß ganze Jugenden das Spiel vorgezogen haben, das man nur einmal spielt.

1 Kommentar:

Eugenie Roth hat gesagt…

Wenn's nur Vokabeln wären ... aber leider stimmt's ...