Donnerstag, 29. Oktober 2015

Daß nicht alle Wege zum Guten sich versperren

Zu leben mir Dir, o Herr, wie leicht fällt es mir.
Zu glauben an Dich, wie leicht!
Wenn mein Geist verwirrt ist, finster wird und schwankend,
wenn die Klügsten nicht mehr über den Tag hinaussehen,
nicht wissen, was morgen zu tun ist,
gibst Du mir die heitere Gewißheit ein:
Du bist und Du machst,
daß nicht alle Wege zum Guten sich versperren.
.
Auf dem Gipfel des irdischen Ruhms betrachte ich staunend
den Weg durch die Verzweiflung hindurch.
Einen Widerschein Deines Lichtes versuchte,
ach, auch ich der Menschheit auf diesen Weg zu werfen.
Du wirst mir gewähren, wessen ich bedarf,
damit es weiterhin von mir widerstrahle.
Und wo mir der Widerschein nicht gelingt,
wird er ein Zeichen sein, daß Du andere dazu gerufen hast.
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Alexander Solschenizyn
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Chrysostomus Dahm OSB: Millionen in Rußland glauben an Gott. Jestetten (2) 1973. S. 214.

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