Montag, 28. September 2015

Den katholischen Glauben in die Tonne treten

Wie wir alle wissen, bedarf es einer Erneuerung des ungeeigneten Glaubensbekenntnisses, denn im aktuellen Text kommt das Leben Jesu und dessen Reich-Gottes-Verkündigung nicht vor; daß Geburt, Tod und Auferstehung ge- und bekannt werden, ist unwichtig, denn die Gottessohnschaft Jesu ist sowieso nur geistig und nicht biologisch zu verstehen - die Botschaft von der leibhaftigen Auferstehung des Sohnes Gottes ist angesichts der Anerkennung der Glaubensvielfalt und der Wandlung religiöser Bedürfnisse ziemlich nachrangig. Es steht also eine sorgfältige Überarbeitung des Katechismus mit Darlegung des Wesentlichen an. Was ist wesentlich? Vielleicht: Der Sündenablass wird abgeschafft und Gescheiterte Ehen führen nicht zur Dauerstrafe, natürlich ist dabei Wiederverheiratung zulässig. Wesentlich dürfte auch ein rechtes Verständnis der Eucharistie sein, die kein Opferritus ist. Weil wir gerade beim Thema sind: Offene Einladung zur Eucharistie tut not. Die ökumenische Zusammenarbeit auch an der Basis, gemeinsame Feiern, auch des Herrenmahls liegen ganz auf Linie. Der Eucharistiefeier können alle dafür geeigneten Personen vorstehen. Geeignet sind dafür viele alle, solange sie nicht - um es windelweich zu formulieren - von einer Absage an jeden Fundamentalismus und an Sondergruppen religiöser Eiferer betroffen sind. Generell gilt: Alle Seelsorger bedürfen der Zustimmung der Gemeinden und Wahl der Bischöfe durch das Gottesvolk, aber natürlich nur nach Ausschreibung und Hearing!
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... und das ist nur rund ein Viertel diverser Reformforderungen der österreichischen Gruppe Die Laieninitiative - Für eine Kirche mit Zukunft, welche ein Schweizerischer Kapuziner (in einer offenbar leicht entschärften Fassung und mutmaßlich zustimmend) referiert. Die Wandlung religiöser Bedürfnisse (der Mensch ist das Maß seines je eigenen Gottchens) scheint bei den Damen und Herren kaum zu übersehen - selten sieht man den katholischen Glauben derart massiv in die Tonne getreten. Die Frage, warum die ganze Truppe nicht zu irgendeiner christlichen Denomination auf dem beliebten Markt der Möglichkeiten abwandert, mag nicht minder ausgelutscht erscheinen wie der Initiative Wunschzettel - dennoch drängt die Frage, was diese Zeitgenossen eigentlich in der römisch-katholischen Kirche hält, von deren Glauben, Bekennen und Leben sie offenbar nichts halten.
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¶ Wer mehr Reformanregungen benötigt, kann nach Ein Riesenbündel Reformwünsche googeln.

Kommentare:

Richelieu88 hat gesagt…

"Der Eucharistiefeier können alle dafür geeigneten Personen vorstehen."
Also nur die in den Augen der Laieninitiative. Alles andere wäre ja vollkommen elitär... ;o) Na ja, so ist es eben auch mit der Reformation 2.0.

Tarquinius hat gesagt…

Da versucht man, dem alltäglichen Wahnsinn zumindest in der Freizeit ein klein wenig aus dem Weg zu gehen, und dann wird man selbst an hehrem Orte damit bebloggt ... dankeschön! ;-))

Arminius hat gesagt…

Was diese Menschen in der Katholischen Kirche hält, ist die Lust daran, etwas ganz Großes zu zerstören, weil nur so der eigene Ruhm in die vom Ego geforderten Höhen steigen kann. Das hat etwas Herostratisches in sich.

Andreas hat gesagt…

Wie immer etwas beruhigend sind wenigstens die Bilder, die doch überwiegend in ihrer Leier ergraute Gestalten präsentieren ...

Jan hat gesagt…

Jetzt dachte ich, dieser Eintrag wäre satirisch überspitzt... aber googeln macht tatsächlich schlauer. Schade, dass die Laieninitiative sich endgültig vom christlichen Glauben verabschiedet hat.

Peter Friedrich hat gesagt…

Einer hat mit den Reformen bereits angefangen, wunderbar!

http://www.queer.de/detail.php?article_id=24740

Andreas hat gesagt…

Wunderbar nicht, aber am Vorabend der Synode auch nicht wunderlich - immerhin: ein geschickter taktischer Schachzug.