Samstag, 29. August 2015

Maria und der Schwarze Gürtel

 Unsere Liebe Frau vom Trost - Freiburg, St. Martin 
Wenige Stufen führen vom linken Seitenschiff der Martinskirche zu Freiburg in eine kleine Marienkapelle hinauf, auf deren Altar ein reizvolles, mit Schmuckwerk besetztes Marienbíld zu finden ist: Unsere Liebe Frau vom Trost. Es gelangte wahrscheinlich mit den Augustiner-Eremiten nach Sankt Martin; nach der Auflösung des Konvents der Franziskaner 1785 übernahmen deren Mönche die Seelsorge.
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Maria trägt auf dem Bild einen schwarzen Gürtel; eben einen solchen hält das Kind auf ihrem Arm in der Hand. Unter den Augustinern wurde die Verehrung der "schwarzgürtelspendenden Madonna" besonders gepflegt - nicht zuletzt in Maria-Trost-Bruderschaften, deren Mitglieder alle den schwarzen Gürtel trugen. Das rührt gewiß vom Ordensgewand der Augustiner-Eremiten, welches nach einer Legende der hl. Monika von Maria selbst übergeben wurde und zu dessen Bestandteilen ein schwarzer Gürtel zählte. Laien, die sich dem Orden anschließen wollten, wurden zuerst mit dem schwarzen Gürtel umkleidet. Später übernahm man dies auch für die Bruderschaft. Was aber bedeutet dieser Gürtelbrauch?
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Einerseits steht er in der Tradition ähnlicher "Spenden" Mariens, etwa des Rosenkranzes oder des Skapuliers: Der Andachtsgegenstand bezeichnet und beglaubigt hierbei einen besonderen Bund, den der gläubige Christ und Maria miteinander eingehen. Die Frömmigkeit des Mittelalters kannte freilich noch eine sozusagen verschärfte Form: die sogenannte "Heiligenknechtschaft", die durch das Tragen einer Kette besonders sinnfällig gemacht wurde. Womöglich soll auch der Gürtel eine ganz besondere Hingabe, ein sich Ausliefern an Maria bezeichnen, deren Führung man sich voll und ganz überlassen möchte (vgl. Joh 21, 18).
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Dem heutigen Tag ist das Gedenken Unserer Lieben Frau vom Trost eingewoben: Sie wende Ihre Augen uns zu und zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht ihres Leibes - Mutter der Barmherzigkeit und Trösterin der Betrübten: ora pro nobis!

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