Samstag, 11. Juli 2015

Zum aktuellen Bilderstreit

Da es offenbar noch immer die Gemüter umtreibt ... zeigt ein Photo zwei Frauen, die mittels eines Kussen intensiv interagieren, und wird dabei ein in den Farben des Regenbogens schillernder Armreif ostentativ ins Bild gerückt, dann kann man davon ausgehen, daß es sich um Propaganda zugunsten praktizierter Homosexualität handelt. Der "Umgang" mit solchem Bildmaterial (verbreiten ... gefällig betrachten) wurde früher in jedem halbwegs ausführlichen Beichtspiegel zur Erwägung gestellt.
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Als Mittel der Propaganda ist das präsentierte Szenario intentional zumindest anzüglich und gibt Ärgernis; inhaltlich kann es zudem zur Sünde reizen. Nicht zuletzt ist die Aufnahme ein Mosaikstein beständiger Inszenierung sexueller Inhalte in der Öffentlichkeit, was - unter dem Mantel vermeintlicher Aufklärung - am Ende regelmäßig sexuelle Enthemmung fördert: mit jenen Folgen, die selbst von denen beklagt werden, welche die Geister riefen, die man leider kaum mehr loswird.
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Mithin hat so ein Photo auf den Seiten von Radio Vatikan nichts verloren. Pater Bernd Hagenkord SJ muß sich nicht wundern, wenn ihm der Wind scharf ins Gesicht bläst. Ebenso wenig bekleckern sich aber jene mit Ruhm, die nun den RV-Redakteur mit obszönen und beleidigenden Protesten eindecken, die - im Namen von Schamhaftigkeit- und Keuschheit - allen Anstand penetrieren, unverschämt und eines Christen unwürdig sind.

Kommentare:

Eugenie Roth hat gesagt…

Ein klares Wort! Hoffentlich lesen es auch die Richtigen!
Vergelt's Gott!

Frischer Wind hat gesagt…

Danke und Bravo für diese Stellungnahme, der ich nur beipflichten kann.

Was vielen, auch Pater Hagenkord, immer noch nicht klar zu sein scheint, ist die Unterscheidung von der - wie auch immer verursachten - zwar in sich ungeordneten aber nicht sündhaften tiefsitzenden Tendenz zur Homosexualität einerseits und homosexuellen Praktiken andererseits.

Und es scheint manchmal nicht klar zu sein - auch P. Hagenkord nicht -, dass zu unterscheiden ist zwischen der Achtung und Respekt vor der Person einerseits und den Handlungen der Person andererseits. Die Person als solche verurteile ich nicht, ihre Handlungen jedoch kann ich beurteilen nach den moralischen Grundsätzen, die für Christen bzw. Katholiken gelten. Praktizierte HS ist nach diesen christlichen Grundsätzen, immer wieder festgestellt in kirchlichen (Lehramts-) Verlautbarungen, sündhaft; genauso wie andere sündhafte Handlungen, wie Ehebruch oder vorehelicher Geschleschtsverkehr...

Bleibt hinzuzufügen, dass niemand gezwungen wird, katholisch zu sein und folglich seinen Glauben im Gehorsam zu den Lehren der Kirche zu leben. Sie sollen dann aber auch nicht behaupten, katholisch zu sein. Für die, die sich aber zum katholischen Glauben bekennen, weil sie in ihm die Wahrheit finden, für die ist es eine Selbstverständlichkeit, die Lehren der Kirche, aus denen ihrem Glauben gemäß der Hl. Geist spricht, wertzuschätzen und ihnen so gut es geht zu folgen. Für Katholiken ist, wie auch der KKK ausführt, praktizierte HS eine schwere Sünde. Deshalb ist jeder Seelsorger dazu berufen, wo nötig die Gläubigen vor dem Verlust ihres Seelenheils durch solcherlei Handlungen zu warnen.

Schade, dass es Pater Hagenkord nicht gelingt, hier ein klares Wort zu finden.


KingBear hat gesagt…

Da kann ich mich nun nicht enthalten, meinen einschlägigen Artikel zu verlinken:

http://mightymightykingbear.blogspot.de/2015/07/warum-pater-hagenkord-zu-den-guten.html?m=1

Andreas hat gesagt…

Vielen Dank für die Rückmeldungen!

KingBear, ich würde sagen, daß wir in Blick auf das Bild, dessen Intention und mögliche Wirkung die Lage grundverschieden beurteilen. Die unterschwellige Wirkung von Bildern (ohnehin ein Hauptinstrument zur Konstruktion von "Realität") sollte man meiner Ermessens nie unterschätzen.

FrischerWind, ich stimme rundweg zu. Freilich dürfen wir nie vergessen, daß die Unterscheidung zwischen Veranlagung und Übung im Bereich der Homosexualität zuweilen nicht nur P. Hagenkord schwerfallen mag, sondern auch konservativen Kreisen. Die Betroffenen spüren dies (gerade dort, wo "Willkommenskultur" thematisiert werden muß, ist der Sensus, wie willkommen man als je einzeln Betroffener ist, ja besonders ausgeprägt) und fühlen sich nicht vollständig angenommen.