Donnerstag, 9. Juli 2015

Mutter der Barmherzigkeit, erbitte uns den Frieden!

 Maria als Schutzherrin von Yach - Altarbild in der Pfarrkirche St. Wendelin zu Yach 
Über dem Altar der Pfarrkirche St. Wendelin zu Yach thront Unsere Liebe Frau als Schutzherrin des Dorfes. Ich sehe darin auch ein Bild Mariens als der Königin des Friedens - ein Lobpreis, mit dem die Ekklesia die Mutter des Herrn heute besonders ehrt. Es ist der Regenbogen, auf dem Maria thront, der mir diese Deutung nahezulegen scheint - jener Regenbogen, den uns die Heilige Schrift als Zeichen des Friedens verbürgt.
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Am Ende des Rundschreibens Ad cæli reginam, das Pius XII. 1954 zur Einführung des Festes Maria Königin veröffentlichte, sieht der Papst den Regenbogen, von dem uns die Heilige Schrift des Alten Bundes berichtet, als Vorbild, als typos Mariens:
Wir glauben auch, daß das ... eingesetzte Fest - auf daß alle die Milde und mütterliche Herrschaft der Gottesmutter erkennen und eifriger ehren -, in hohem Maße dazu beitragen kann, den Frieden unter den Völkern, der fast täglich durch beunruhigende Ereignisse bedroht ist, zu bewahren, zu festigen und für immer zu begründen. 
Ist sie nicht der von Gott über die Wolken gesetzte Regenbogen zum Zeichen der Einheit und des Friedens (vgl. Gen 9, 13)? "Betrachte den Regenbogen und preise den, der ihn gemacht hat; er leuchtet in Glanz, er umspannt den Himmel mit seinem funkelnden Kreis, und die Hände des Allerhöchsten haben ihn ausgespannt" (Eccli 43, 12 f.). 
Wer immer also die Herrscherin der Engel und Menschen ehrt ... rufe sie an als die allzeit gegenwärtige Königin und Mittlerin des Friedens, er achte und verteidige den Frieden, der weder unbestrafte Ungerechtigkeit, noch zügellose Freizügigkeit ist, sondern wohlgeordnete Eintracht im Gehorsam gegenüber Gottes Willen. Die Ermahnungen und mütterlichen Weisungen der Jungfrau Maria gehen dahin, den Frieden zu bewahren und zu mehren.
Der Ruf zu Maria als der Königin des Friedens ist aber noch ein wenig älter. Papst Benedikt XV. fügte ihn - angesichts der Verheerungen des Ersten Weltkriegs - 1917 der Lauretanischen Litanei ein und setzte den 9. Juli zu dessen Gedächtnis fest. Der zeitgeschichtliche Hintergrund ist mithin kaum zu übersehen - er sollte aber keineswegs den Blick davon abwenden, daß der von Unserer Lieben Frau erflehte Friede letztlich die pax Christi in regno Christi ist, der Friede des Kyrios in dessen Herrschaft (so das Leitwort, das Benedikts Nachfolger Pius XI. zu Beginn seines Pontifikates prägte): Gemeint ist nicht nur der äußere Friede, ein Ende von Krieg und Gewalt, sondern ebenso der Friede in unseren Herzen, denn von dort aus allein kann die Herrschaft Christi ausgehen und sein Friede wachsen. So ist der Ruf zur Königin des Friedens auch die Bitte, dem Herzen in all den vielfachen Anfechtungen und Versuchungen dieses Lebens jenen Frieden zu verschaffen und zu sichern, der uns in der Einheit mit Gott erhält.
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Pius XII. nahm in den Tagen des Zweiten Weltkrieges ebenfalls Zuflucht zu Maria. Im Weihegebet der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens aus dem Jahr 1942 finden sich bewegende Worte, die auch in unsere Gegenwart hinein - für die Menschheit wie für jeden Einzelnen von uns - Gültigkeit bewahrt haben ... Worte, die wir heute beten können:
... Dich, o Mutter, rühren so viele Ruinen der Welt und der Seelen, so viele Schmerzen, so viele Ängste von Vätern und Müttern, von Ehegatten, Brüdern und unschuldigen Kindern; dich rühren so viele in der Blüte der Jahre dahingeraffte Menschenleben, so viele gemarterte und sterbende Menschen, so viele Seelen, die in Gefahr sind, ewig verloren zu gehen. 
Du, o Mutter der Barmherzigkeit, erbitte uns von Gott den Frieden! Erbitte uns vor allem jene Gnaden, die in einem Augenblick die Seelen verwandeln können; erbitte uns jene Gnaden, die den Frieden vorbereiten, herbeiführen und sichern! 
Königin des Friedens, bitte für uns und gib der Welt den Frieden, nach dem die Völker seufzen, den Frieden in der Wahrheit, in der Gerechtigkeit, in der Liebe Christi! Gib der Welt den Frieden der Waffen und den Frieden der Seelen, damit in der Ruhe der Ordnung das Reich Gottes sich ausbreite ... Amen.

Kommentare:

Eugenie Roth hat gesagt…

Ich bete das Gebet täglich, leider in einem offensichtlich abgeschwächten Text. Wo gibt es DIESEN?

Vergelt's Gott!

Andreas hat gesagt…

Segne 's Gott!

Habe gerade einen kleinen Beitrag dazu verfasst ...

Eugenie Roth hat gesagt…

Ist das Büchlein Dt.-Latein oder einsprachig?

Vergelt's Gott nochmal!

E. Roth

Andreas hat gesagt…

Das ist zum Beten und nicht zum Latein-Lernen. Bestell es Dir trotzdem ... ;-)

Eugenie Roth hat gesagt…

;-)))

Eugenie Roth hat gesagt…

(-; Ätsch ;-) Das Büchlein hab' ich schon! ... nur dieses Gebet hatte ich noch nicht entdeckt ...
Meist bete ich aus einem selbst zusammengestellten Büchlein, wo eben diese andere Übersetzung drin ist. Ich habe auch einmal eine noch ganz andere Übersetzung gesehen, die aber nicht besonders ist ...