Freitag, 31. Juli 2015

Gestalter der Christenheit

 der hl. Ignatius - Pfarrkirche St. Johannes Baptist, Laufenburg AG 
Als das überbordende Freiheitsverlangen der Renaissance zu einer Auflösung der christlichen Lebenshaltung überhaupt führte, hat Ignatius in einer neuen Bindung die Rettung des Abendlandes gesehen. Den zersetzenden Bestrebungen konnte nur durch eine neue Form Einhalt geboten werden. Ignatius gehört zu den Gestaltern der Christenheit und nicht zu den sie unterminierenden Revolutionären. Er eroberte mit seinem "Fähnlein Christi" die nach allen Seiten entfliehenden Formkräfte zurück und vollbrachte dieses bedeutende Werk durch einige wenige Gedanken, die er mit eiserner Energie bis zum Ende durchführte (Walter Nigg: Vom Geheimnis der Mönche).
Zuweilen liest man was und fühlt sich an die Gegenwart erinnert - allein fehlt unserer Zeit ein Ignatius von Loyola, wie mir scheint. Darob kann man die Welt bezettern und das eigene Los bejammern ... und warten, bis vielleicht einer aufkreuzt. Oder wir nehmen uns die Charakterisierung zur Brust, welche Nigg dem Heiligen zuschreibt, zumal es unterminierender Revolutionäre aktuell nicht mangelt: Aber sind wir, jeder für sich und nach seinen Möglichkeiten, "Gestalter der Christenheit"? 
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Der heilige Ignatius rüttle uns aus unserer Selbstzufriedenheit und Selbstbeschwichtigung auf und begleite durch seine Fürsprache bei Gott unsere oft so armseligen Unternehmungen ... ora pro nobis!
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Das Wort von Walter Nigg ist zitiert aus: Alain Guillermou: Ignatius von Loyola in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Hamburg 1962. S. 169 f. Das Bild der hl. Ignatius von Loyola wurde in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist zu Laufenburg AG aufgenommen.

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