Sonntag, 7. Juni 2015

Kleine Frage-Antwort-Spekulation zum Thema Abtreibung

Man könnte mal wieder eine Frage in den Raum stellen. Etwa die hier:
Stellen Sie sich vor, es hätte nicht irgendeine Mutter irgendein Kind, sondern ihre Mutter hätte Sie abgetrieben (natürlich könnten Sie sich dann heute nicht für Abtreibung aussprechen, aber das vernachlässigen wir an dieser Stelle). Also: Wie würden Sie das finden, wenn Ihre Mutter von dem "Recht", das Sie fordern, bei Ihnen selbst Gebrauch gemacht hätte? 
Was mag ein Abtreibungs-Befürworter darauf antworten? Bitte keine Ausflüchte ... daß man dann vielleicht anderweitig zur Welt gekommen wäre, in fernem Land, unnahbar solchen Fragen, mit anderen Eltern, unter anderem Karma ... Nix da Karma! Wir wollen ja streng sachlich bleiben und naturwissenschaftlich verantwortet argumentieren, oder nicht? Die Macht der Gene läßt sich also keineswegs ins Nirvana karamellisieren; andere Mütter bekommen andere Kinder, basta!
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Was könnte unser Gegenüber sonst noch erwidern? Die Egomanen-Variante ("Meine Mutter hat mich aber nicht abgetrieben und alles andere ist mir total schnuppe") wirkt nicht gerade von überbordender Humanität durchtränkt. Noch gruseliger scheint mir aber eine dritte Alternative, wobei der Befragte - ehrlicher Weise - einräumen müßte, daß es ihn dann niemals gegeben hätte. Sofern sich gegen diese Vorstellung dann nicht doch zumindest eine kleine Rebellion regt, kann man sich fragen, wie traurig und wie wenig lebenswert das Leben dieses Menschen mutmaßlich sein muß, wenn die verweigerte Existenz - zumindest als Denkfigur - klaglos und ohne Widerspruch hingenommen würde, ja: akzeptiert wird.
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Und wie dann weiter? Warum sollte man in diesem Fall den Ansichten von Menschen noch geneigt bleiben, welche von der Schönheit zu leben - der Eindruck liegt ja nahe - kaum etwas mitbekommen haben?

Kommentare:

F. M. hat gesagt…

Was mag ein Abtreibungs-Befürworter darauf antworten? Bitte keine Ausflüchte ...

Spekulationen und Unterstellungen, aber kein einziges belastbares Argument, warum ein neunjähriges Kind als Vergewaltigungsopfer an seiner gewaltsam erzwungenen Zwillingsschwangerschaft krepieren muss.

Solche Sätze sind nur ein Grund, warum Schwangerschaftsabbrüche bei uns nicht nach den Wünschen der römisch katholischen Männerhierarchie verboten sind. Und das Dekret 770.

Dabei hätte die römisch katholische Kirche doch genügend vernünftige, allerdings nicht unwiderlegbare, Argumente gegen einen Schwangerschaftsabbruch. Leider ist man zu mutlos, ja zu feige, diese auch vorzutragen und anzuwenden. Man müsste dann ja selbst Verantwortung übernehmen.

Andreas hat gesagt…

Nun denn, das Los der beschworenen Neunjährigen kennt keine Lösung, die man unvergrämten Herzens akzeptieren könnte. Es kennt aber eine Ursache: Sexuelle Verwilderung.

Einer solchen sexuellen Verwilderung leistet - heute vor allem im Verbund mit der zunehmend aufgepeischten Vergeilung der Menschen, vorsichtig ausgedrückt - übrigends auch alles Vorschub, was Sex als "leicht zu haben" und "folgenlos" erscheinen läßt; Abtreibung gehört - wie überraschend! - auch zu jenen Praktiken, die das entsprechende Klima der Verantwortungslosigkeit herbeiführen.

Aber ehrlich gesagt: Ich bin es satt, satt, satt! ... daß die üblich verdächtige (und zuweilen mit Krokodilstränen beheulte) Ausnahme als entscheidendes Kriterium über eine Praxis mit tödlichem Ausgang für einen Menschen herangezogen wird. Die hoch überwiegende Mehrzahl der Abtreibungen wird aus anderen und in der Regel keinesfalls hehren Beweggründen durchgeführt.

Und übrigens: Menschen "krepieren" nicht. Oder möchten Sie die Opfer auch noch ihrer letzten Würde berauben und von ihnen reden wie von einem Tier?