Donnerstag, 7. Mai 2015

Tagessplitter

Daß uns manche Theologen heute glauben (?) machen wollen, das Wort von der "Auferstehung des Fleisches" - die explizit im Apostolicum bekannt wird - sei keineswegs "verleiblicht" zu verstehen und wolle nur sagen, daß der einzelne Mensch samt seiner gesamten Geschichte, samt allem Durchlebten und Durchlittenen bei Gott ewig geborgen sei, ist ja nun keineswegs le dernier cri
.
Als ich dieser Tage aber von der geradezu dämlichen Einlassung eines Dogmatikers las, die Vorstellung einer leiblichen Auferstehung scheitere irgendwie auch an der Frage, in welcher Gestalt (teenager? best ager? silver generation?) eine solche Auferstehung überhaupt erfolgen sollte, trat einmal mehr deutlich zu Tage, wie wenig katholische Theologen es heute noch gewohnt sind, ihre Fragestellungen sub specie æternitatis zu betrachten: Der zu neuem Leben erweckte Leib wird jene Gestalt haben, die Gott dem betreffenden Individuum zugedenkt; und es wird mithin jener Leib und jene Gestalt sein, mit der wir uns - als einer unentstellten Gottesgabe - vollauf identifizieren können.

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Aus irgendeinen Grund scheinen jene quasi-doketistischen Fabeleien gerade wieder virulent umzugehen. Oder liegt das nur an der Osterzeit?
Da hörte ich aber doch von einem Exegeten dieser Tage, dass es durchaus erlaubt sei, an eine Auferstehung des Fleisches zu glauben. Puh, noch mal Glück gehabt! Wer aber diese Teulwissenschaft auf solch einen Höhenflug gebracht hat, dass sie meint, den Glauben bestimmen zu können, das weiß ich auch nicht ... wenigstens (?) ist das dann aber noch gepaart mit einer guten Portion Relativismus: "Was sie glauben, ist mir aber auch egal." So eine fahrige pseudo-Lässigkeit fehlt mir dann natürlich als AMM...

Andreas hat gesagt…

Lag in diesem Fall tatsächlich am Osterfest ... Hochfeste sind ja stets der Gefährdung ausgesetzt, sie mit allerhand Häresien zu "erden" (bis endlich aller Glaube im Staub endet).