Freitag, 1. Mai 2015

Maria - singt ihr Lob!

 Unsere Liebe Frau - Pfarrkirche St. Leodegar, Schliengen 
Quae est ista, quae ascendit de deserto deliciis affluens,
innixa super dilectum suum?
Cant. 8
.
Wer ist die, die da heraufsteigt aus der Öde in Herrlichkeit,
gelehnt an ihren Geliebten?
Hoheslied 8, 10
.
Quo die terris properans relictis
Tota migrasti super astra Virgo,
Floribus stratum tibi tergus incur-
vavit Olympus.
.
Damals, da du eilends die Erde ließest
und entschwebtest über die Sterne, Jungfrau,
neigte sich vor dir des Olympus lilien-
tragender Rücken:
.
Dulce te visa gradiente coeli
Carmen auditum resonare: Qualis
Ista per nigrae loca senta silvae et
Horrida tesqua,
.
Süßes Lied ertönte, wie du heraufkamst,
durch die Himmel ward es gehört: Wer ist sie,
die durch Dornengestrüppe des dunklen Walds und
düstere Öde ...
.
Qualis ascendit Dea? Tota pulcra
Gaudiis gemmat liquidis suoque in-
nixa Dilecto volucreis per auras
Floribus halat!
.
... aufsteigt, eine Göttin? In Schönheit leuchtet
sie und klaren Freuden, an ihren lieben
Sohn gelehnt, und atmet mit Blumen durch die
schwebenden Lüfte!
.
Talis in seram, sua regna, noctem
Luna cum venit, tenuatur Arctos,
Pallet Arcturus positoque ferro
Languet Orion.
.
So tritt Luna spät in der Nacht in ihre
Herrschaft, überleuchtet den Großen Bären,
dann erbleicht Arktur, und es legt die Waffe
nieder Orion.
.
Talis electi speciosus oris
Phoebus Aurora lacrymante ridet,
Quando cristatis avibus coruscum
Mane precatur.
.
Und so lacht mit strahlendem Antlitz Phöbus,
schwindet unter Tränen die Morgenröte,
wenn mit seinem Schimmer den buschigen Vögeln
frühe der Tag ruft.
.
Inter has voceis magis elevata
Bracchiis Nati superas id omne,
Quod Deus non est, animumque toto
Numine mergis.
.
Unter solchen Stimmen, von deines Sohnes
Arm emporgeführt, überholst du alles,
was nicht Gott ist, tauchst mit dem Geist ins volle
Wesen der Gottheit.
.
Merge: dum dulci maris e profundo,
Quod superfusum bibis, una saltem
Gutta distillet lacrymasque nostri
Temperet orbis.
.
Tauch hinein - ein Tropfen nur aus der süßen
Meerestiefe, die du unendlich trinkest,
möge niederträufeln, um unsrer Erde
Tränen zu lindern.
.
(Jakob Balde SJ)
.
Ein Tropfen aus der Herrlichkeit Unserer Lieben Frau falle in diesem Monat, den wir ihrer Verehrung weihen, hier auf unsere Erde und deren vielgestaltige Not! Laßt uns ihr, der Himmelkönigin Lob singen und sie preisen: Wäre doch schön, wenn während des gesamten Monats auf den verschiedensten blogs deutliche Schwerpunkte (in Worten, Bildern oder auch in Tönen) zu Ehren der seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria auszumachen wären ... eine Art Marienlob-Los-Wochos!
.
Die Verse des im Barock lebenden Jesuiten Balde sind entnommen aus: Jakob Balde: Dichtungen. Herausgegeben und übersetzt von Max Wehrli. Köln / Olten 1963. Das Bild zeigt eine Darstellung Unserer Lieben Frau in der Pfarrkirche St. Leodegar zu Schliengen im Markgräflerland.

1 Kommentar:

Tarquinius hat gesagt…

Challenge accepted - zu diesem so marien-löblichen Aufruf!