Montag, 11. Mai 2015

Maria - Königin der Apostel

 Unsere Liebe Frau und der hl. Petrus - Fenster im Chorumgang des Freiburger Münsters
Die Ekklesia gedenkt heute der heiligen Apostel Philippus und Jakobus - das Fest ist allerdings erst in jüngerer Zeit um einige Tage auf den 11. Maien gewandert, um am Monatsanfang dem hl. Joseph als eines Mannes der Arbeit das Feld zu überlassen. Dem heutigen Tag ist zudem von der Tradition her auch ein Mariengedächtnis eingeschrieben: das Unserer Lieben Frau als der "Königin der Apostel". So gibt Maria - sozusagen in Fortschreibung ihres Lebensweges "hintergründig" - Philippus und Jakobus und mit ihnen dem gesamten Zwölferkreis Geleit.
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Die selige Pentekoste ist vielleicht die schönste Zeit, dieses ehrenhaft-königlichen Titels zu gedenken, der uns vor allem aus der Lauretanischen Litanei vertraut ist: Maria stand am leeren Grab. Es ist unvorstellbar, daß die Apostel nach dem Pascha des Kyrios nicht die Nähe seiner Mutter gesucht hätten. Die Leiturgía der östlichen Kirche sieht Maria dann auch im Kreis der Apostel bei der Himmelfahrt:
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Herr, nachdem du das seit Ewigkeit
und vor den Geschlechtern verborgene Mysterium
in deiner Güte vollendet hattest,
gingst du mit deinen Jüngern auf den Ölberg; 
bei dir war die,
welche dich geboren hatte,
den Bildner und Schöpfer aller Wesen.
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Denn da sie bei deinem Leiden
als Mutter mehr als alle anderen gelitten hatte,
sollte sie auch bei der Verherrlichung deines Fleisches
übergroße Freude kosten ...
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(Hymnenstrophe am Vorabend des Himmelfahrtsfestes)
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Zuletzt berichtet eine alte Überlieferung, daß sich die Apostel bei der Entschlafung Mariens, da sie mit Leib und Seele ihrem Sohn im Sterben und in der Auferstehung gleich geworden, nochmals um sie versammelt hätten. Nehmen wir all diese Zeugnisse der Schriften, des Betens und heiliger Überlieferung zusammen, so gebührt Maria zurecht der Titel "Königin der Apostel".
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Er gebührt Maria aber auch, weil sie gewissermaßen der Urquell allen apostolischen Tuns, aller Verkündigung ist - denn sie hat den Logos geboren, dem Wort Gottes menschliche Natur geschenkt, ihm eine ureigene Stimme gegeben, den Logos sozusagen "hörbar" gemacht als Gottes Wort in Menschengestalt. Und sie hat alles, was um dieses Wort geschah, gehört, in ihrem Herzen zusammengeführt, bewahrt (vgl. Lk 2, 19) und - nicht zuletzt - vor allem dem Evangelisten Lukas bezeugt.
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Ihr "Apostolat", es klang bereits an, war zurückhaltender, stiller Natur: "Was er euch sagt, das tut" (Joh 2, 5) - mit diesen Worten bringt sie - gegen den Einspruch ihres Sohnes! - das Wunder bei der Hochzeit zu Kana auf den Weg, welches Jesus in eigener Vollmacht und durch eigenes Wirken als den kommenden Kyrios offenbart.
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Ihre Fürbitte helfe, in unserem Leben samt all seiner Alltäglichkeit das Wunder des Glaubens sichtbar und verständlich werden zu lassen: Sancta Maria, Regina Apostolorum - ora pro nobis!
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Die Hymnenstrophe ist zitiert aus: Lothar Heiser: Maria in der Christus-Verkündigung des orthodoxen Kirchenjahres. Trier 1981. S. 291. Im Bild ein Glasfenster aus dem Chorumgang des Freiburger Münsters mit Maria als Himmelskönigin und dem hl. Petrus.

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Mal wieder ein wunderbares Marienlob in dieser marianischen Maienzeit. Dankeschön!

Anonym hat gesagt…

Liebe Bloggerin,
Die Evangelien sind umfangreich, anspruchsvoll und bieten eine Reihen von Anknüpfungspunkten und Identifikationsfiguren. Ich bin der katholischen Kirche unendlich dankbar, dass Sie ihren biblischen Kern geschützt, apokryphen Quellen eher skeptisch gegenüberstand und vielen Erscheinungen als Privatoffenbarungen mit Respekt, aber mit nötiger Distanz begegnet ist. Vor dem Hintergrund sind Inszenierungen wie "Maria als Königin der Apostel" ggf. zur privaten Erbauung hilfreich, darüber hinaus scheinen Sie mir aber geeignet die Balance und Hierachie von Glaubensinhalten arg in Schieflage geraten zu lassen.