Donnerstag, 14. Mai 2015

Du, Dessen Hände die Sterne gefangen halten - zur Himmelfahrt des Kyrios

Glorreicher Christus;
verborgen im Schoß der Materie
ausgebreiteter Einfluß und blendendes Zentrum,
in dem die zahllosen Fasern der Vielheit
verbunden sind;
.
Macht,
unbarmherzig wie die Welt
und warm wie das Leben;
.
Du, Dessen Stirn wie Schnee,
Dessen Auge wie Feuer,
Dessen Füße strahlender sind
als schmelzendes Gold;
.
Du, Dessen Hände die Sterne gefangenhalten;
Du, Der Du der Erste und der Letzte,
der Lebendige, der Tote und der Auferstandene bist;
.
Du, Der Du in Deiner überströmenden Einheit
allen Zauber, alle Lust,
alle Kräfte, alle Zustände sammelst;
.
Dich rief mein Sein
mit einem ebenso großen Verlangen wie das Universum:
.
Du bist wahrhaft
mein Herr und mein Gott.
.
Pierre Teilhard de Chardin SJ:
Die Messe über die Welt
.
Bild: Seraphischer Christus - Friedhof um die Pfarrkirche St. Peter und Paul zu Freiburg-Kappel.

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie es hier (bzw. Dir) gelingt, literarische und bildende Kunst ... die der AMM im besten Falle gänzlich ignoriert ... hier so in Szene zu setzen, dass es selbst dem gröbsten Grobian gefallen kann. ;-)

Andreas hat gesagt…

Ich würde zwar Teilhard nicht ins rein Literarische abschieben wollen (der zuweilen aufflammende Zwist zwischen mystischer Weltsicht und Orthodoxie erreichte bei ihm sozusagen einen "Punkt Omega" ganz eigener Art, von anderen kritischen Anfragen an dessen Werk nun ganz zu schweigen) ... aber so ein wohlmeinender Kommentar aus der apollinischen Thomistenecke (auch wenn sich die aktuell ohenhin ein wenig dionysisch geriert) verlangt fast schon nach der Stiftung eines Tradi-Toleranz-Preises ... ;-)

Tarquinius hat gesagt…

Ich nehme den "Koran-Kuss-Preis der konzilskirchentreuen Tradigemeinschaft" mit Freuden entgegen! *duckundwech*

;-)

Andreas hat gesagt…

Also den mußt Du dir schon selber schnitzlern ...