Samstag, 16. Mai 2015

Den Mund halten

 Die Heiligen Erasmus und Joh. Nepomuk - Eisenbach, Kirche St. Benedikt 
Es passiert nun nicht selten, daß man über Mitmenschen schlecht redet. Zuweilen ist das verständlich, weil eine vorangegangene Verärgerung nach einem Ventil sucht - fragwürdig bleibt es unter Christen aber allemal, denn man befriedet vorübergehend vielleicht das eigene Ego, aber Frieden schafft man hierdurch nicht. Noch fragwürdiger ist's freilich, wenn man - ich habe mich kürzlich dabei ertappt - versucht, ein Gespräch absichtsvoll auf einen bestimmten Menschen zu lenken, nur um über diesen ablästern zu können. Denn es steht geschrieben:
... vergeltet Böses nicht mit Bösem, nicht Schmähungen mit Schmähungen. Im Gegenteil: Segnet! Denn dazu seid ihr ja berufen: Segen zu erben. Wer seines Lebens froh sein will und glückliche Tage sehen möchte, der halte vom Bösen seine Zunge fern, von trügerischer Rede seine Lippen, der lasse das Böse und vollbringe das Gute, der suche den Frieden und jage ihm nach! (1 Petr 3, 9-11; vgl. Ps 33, 13 f.).
Was die echten oder vermeintlichen Missetaten unserer Mitmenschen betrifft, so sind wir nicht an ein Beichtgeheimnis gebunden wie der hl. Johannes Nepomuk, der diesem Siegel der Verschwiegenheit sein Leben opferte. Uns verpflichtet aber die Weisung Gottes, der durch die Schrift zu uns spricht: Vergelte nicht Schmähung mit Schmähung! Halte vom Bösen deine Zunge fern! Und doch bräuchten wir zuweilen einen Engel (so einen wie im Bild rechts am Rand), der uns bedeuten mag, hier und da besser den Mund zu halten. Der heilige Johannes Nepomuk, dessen die Ekklesia heute gedenkt, helfe uns dazu ... ora pro nobis!
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Die Heiligen Erasmus (links) und Johannes Nepomuk (rechts) - Pfarrkirche St. Benedikt zu Eisenbach im Schwarzwald.

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