Mittwoch, 8. April 2015

Tagessplitter

Weil ich gerade am Telefon von anderer Seite etwas unerwartet darin bestärkt worden bin, sei es von der Leber weg genennet und bekannt:
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Ich kann mit dem anstehenden "Barmherzigkeitssonntag" nichts anfangen. Gewiß bin ich auf Gedeih und Verderb der Barmherzigkeit Gottes anverwiesen. Doch darf es in dieser vom höchsten Fest gestimmten Woche und am Tag der Osteroktav überhaupt etwas anderes geben, auf das man allen frommen Jubel und jede Bitte wendet, als das heilige Pascha? Mit seiner motivischen Engführung geht mir dieser event, der die hohen österlichen Mysterien immer mehr in den Hintergrund zu drängen und selbst bei Alte-Messe-Molchen die Feier des Weißen Sonntags zu überlagern beginnt, ziemlich gegen den Strich ...

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Da bin ich ja froh, nicht der einzige missmutige Molch zu sein, der beim Blick auf diesen Sonntag schon die ersten Pickel kriegt ... wie auch beim Blick auf dieses Bildchen vom barmherzigen Jesus, das hier alleweil zum Rosenkranz vor den Tabernakel gepflanzt wird. Aber das ist wohl noch ein anderes Thema.

(Und versucht, bei Dir anzurufen, habe ich gestern Abend auch!)

Eugenie Roth hat gesagt…

In meinem "alten" Schott von den Petrusbrüdern finde ich auf S. 526 folgende Worte zu Beginn des Introitus:
"Misericordia Domini".
Und nachdem die Sonntage ja nach diesen Worten benannt werden, HABEN wir doch einen Barmherzigkeitssonntag -
am 2. Sonntag nach Ostern.

Andreas hat gesagt…

Nun ja, Eugenie, die vom Psalm beschworene Misericordia ist nicht so gefühlsüberschwänglich imaginiert ...

Tarquinius: einfach wieder probieren!

Eugenie Roth hat gesagt…

...ich meinte: wenn wir schon einen B-Sonntag haben, warum gibt's dann jetzt einen zweiten?
... aber im NO ist das glaube ich ein anderer. Der Gute Hirte Sonntag?
Ich kenn' mich (leider hier UND da) nicht wirklich aus.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Kein Alte-Messe-Molch. Trotzdem hierin ganz einig. Ich habe bisher nicht mal so richtig zur Kenntnis genommen, daß es den Barmherzigkeitssonntag gibt - aber auch nicht vermißt.
Wenn es denn überhaupt einen Tag gibt, der für mich mehr als jeder andere mit Gottes Barmherzigkeit verbunden ist, so gerate ich auch schon ins Grübeln: Ist es der Tag meiner Bekehrung? meiner Taufe? Karfreitag? Ostersonntag? Pfingsten? oder einfach jeder Freitag? oder Sonntag? Oder jeder Tag, an dem ich zur Beichte gehe? ;)

Jürgen Niebecker hat gesagt…

Morgen ist erstmal der Glöckner von Notre Dame…

Ähm…

Quasimodogeniti meinte ich.

Andreas hat gesagt…

Eugenie, der von Dir benannte Sonntag wird traditionell "Sonntag vom guten Hirten" genannt; einen "Barmherzigkeitssonntag" gibt es liturgisch schlicht nicht.

Kalliopeverleserin, grundsätzlich stimmt das natürlich, aber in der Tat gibt es bestimmte Tage und Zeiten, die von bestimmten Motiven geprägt werden. Warum also nicht auch vom Motiv, oder besser: der Tat(sache) des barmherzigen Gottes. Im konkreten Fall stoße ich mich daran, daß der ganze Kult, der aktuell aufgrund einer Privatoffenbarung drumherum entfaltet wird, die Fülle der österlichen Mysterien mehr und mehr in den Hintergrund drängt.

Tarquinius hat gesagt…

Wenn ich mich auch nochmal einschalten darf ... tatsächlich empfinde ich, genau so wie die Kalliopevorleserin, die Feier der göttlichen Barmherzigkeit auch ganz grundsätzlich reichlich schräg, da Novität. Aber man kann natürlich sagen, dass unsere Kalender für das heutige Verständnis ganz schön ärmlich daherkäme, hätte es nicht immer Neuerungen gegeben. Und die traten auch stets dann auf, als das eigentliche Verständnis für die großen Heilsmysterien versunken ist ... und die Andacht der Christgläubigen mit irgendwelchen Partikularfesten entflammt werden musste.

So gesehen also nichts Neues ...