Samstag, 18. April 2015

Das Kreuz als Tor zum Leben beim Vater - Die selige Pentekoste (3)

Odo Casel OSB
Schon diese wenigen Texte der Schrift machen uns klar, was die heilige Pentekoste ist. Wenn Pascha der Übergang ist von diesem Aion zum kommenden, wenn es das Kreuz, die Ertötung des sündigen Lebens oder vielmehr des Todes ist, so ist die Pentekoste, die unmittelbar aus dem Kreuze, aus dem Pascha erblüht, das Leben in Gott im neuen, ewigen Aion Christi, in der Reinheit und Gerechtigkeit Gottes. Durch das Tor des Pascha, durch das Kreuz treten wir also ein in das Fest der Christen, die Feier der Erhöhung des Herrn, von dem Paulus sagt, daß Gott ihn, den Erniedrigten, den Gehorsamen, "gar hoch erhob und ihm den Namen gab, der über alle Namen ist, auf daß im Namen Jesu sich alle Knie beugen, der Himmlischen, Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne: Kyrios ist Jesus Christus in der Glorie Gottes des Vaters (Phil 2, 9).
Dieser neue Name Jesu ist "Kyrios"; er bedeutet, daß Jesus nun auch seiner menschlichen Natur nach an der offenbaren Glorie Gottes teilhat, d. h. Jesus, der seine Herrlichkeit als Sohn Gottes bis dahin verborgen hatte, ist nun auch seiner Menschheit nach der König aller Schöpfung geworden und thront in seinem verklärten Fleische zur Rechten der Majestät in der Höhe. "Qui crucifixus erat, Deus ecce per omnia regnat - Der da am Kreuze hing, herrscht nun als göttlicher König" singt Venantius Fortunatus.
Odo Casel: Mysterium des Kreuzes. Paderborn o.J. [nach 1954]. S. 227.

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