Montag, 6. April 2015

Auch eine Erkenntnis aus Emmaus

Selbst wenn das Bild von den Kirchenvätern rührt: Man sollte es mit der Dichotomie vom "Tisch des Wortes" und dem "Tisch des Brotes" nicht übertreiben oder beides gar gleich erachten. Auf dem Weg nach Emmaus bekamen die Jünger die Schrift und deren Auslegung vom kundigsten Exegeten überhaupt erklärt und haben in Unverstand und Trägherzigkeit trotzdem nichts geschmeckt. Erst im Mahl mit dem Kyrios wurden ihnen die Augen erschlossen; sie erkannten den Auferstandenen: Gewiß schenkt sich Gott in seinem Wort - mehr aber noch, wenn er uns das Brot bricht.

Kommentare:

Anni Freiburgbärin von Huflattich hat gesagt…

Heute ist mir in der Predigt in Form eines Zitates Benedikts die Gleichheit von Eucharistie des Wortes mit Eucharistie des Brotes verkauft worden. Keine Erläuterung, nichts.
Manchmal trage ich mich mit dem Gedanken, meine Heimatdiözese nach Feuerbach zu verlegen.

Admiral hat gesagt…

Wunderbare Worte. Danke.

Gesegnete Ostern Dir.

Andreas hat gesagt…

Anni, das Bild ist jetzt nicht total verkehrt - wie gesagt: gefunden haben es die Kirchenväter. Fragwürdig wird es, wenn es nach Art eines Kampfbegriffs gebraucht wird, wie das bei den Verfechtern einer nachkonziliaren Ideologie oft der Fall ist (Benedikt würde gewiß nicht in diese Kategorie gehören).

Feuerbach mag verlockend sein - andererseits erweist man damit auch all jenen einen großen Gefallen, denen es nur recht wöre, wenn "Konservative" am besten allsamt in das denkbar äußerste Reservat abwandern würden.

Wo war denn die Predigt?

Arminius hat gesagt…

Ärgert euch nicht über die Linkskatholiken. Die werden genauso ins Nirvana des Zeitgeistes hinwegdiffundieren wie ihre evangelischen BrüderInnen.

Andreas hat gesagt…

Gewiß, Arminius, aber vorher können die noch viel zertrümmern; zudem birgt eine zu große Gleichmütigkeit die Gefahr, trotz der Zustände die Hände in den Schoß zu legen. Was aber, wenn der Kyrios nach dem Talent fragt, daß er jedem zugemessen ...?