Sonntag, 8. März 2015

Von der Blogger-Studie zum Mehrwert

Zumindest in jenen Bereichen der Blogozese, die ich auf dem Schirm habe, wurde die jüngst publizierte ZAP-Studie Über das missionarische Potential der deutschsprachigen katholischen Bloggerszene überwiegend durch den Fleischwolf gedreht und kurzgebraten aufgefressen. Nun halte auch ich dafür, es sei nicht gerade ein großer Wurf gelungen. Allerdings könnte ich mir vorstellen, daß der Autorin die Lust am Thema zunehmend abhanden kam, da der im Vorfeld erhobene Datenbestand nach Boykott- und Sabotageaufrufen hinter dem eigentlich Erwartbaren zurück geblieben ist, die Arbeit aber dennoch getan werden mußte. Und jeder, der sich bereits einmal an einer wissenschaftlichen Arbeit versucht hat, kennt die lustlose Not, wenn Quellen nur tropfen statt zu sprudeln. 
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Einen Mehrwert scheint die Studie auf den Weg zu bringen: Die Frage nach dem missionarischen Potential der Blogozese brachte den Mitblogger Peccator auf den Gedanken, ein Netzprojekt auf die Beine zu stellen, dessen Ziel - wenn ich die Sache recht verstanden habe - man aus den folgenden beiden Buchtiteln herauslesen könnte:
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Oder, um es in den Worten eines blog zu formulieren, der als erste Organisationsbasis ins Netz gestellt wurde: Angedacht ist ein Angebot im web, "das allen Menschen guten Willens die Fülle des katholischen Lebens und Glaubens eröffnet", zusammengestellt aus Beiträgen katholischer Blogger. Die jeweiligen Themen, so meine ich andernorts gelesen zu haben, sollten einfach, verständlich und zeitgemäß aufbereitet werden.
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Ich muß gestehen - mein erster Gedanke war: Bitte, lieber Gott, nicht noch eine Feld-, Wald- und Wiesen-Seite, auf der zur Abwechslung einmal ein paar bloggende Katholiken (ich erinnere des Stichworts "Bekloppte und Konvertiten"), die nicht wissen, wie eine Absatztaste funktioniert, ihre frommen Obsessionen in stilistisch fragwürdig formulierten Texten abfeiern. Und als wäre das nicht pessimistisch genug vorgestellt, schob sich dem geistigen Auge noch ein gruseliges layout in den Blick.
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Ich gebe zu: Das war gemein. Hätten die Apostel und Evangelisten so lange am Neuen Testament herumgeschrieben und gefeilt, bis alles edel, druckreif und gut geworden wäre, auf daß niemand - weder ob der Inhalte noch der Form wegen - die Nase rümpft, so hätte zum Beispiel (rund 300 Jahre später) ein heidnischer Rhetor das Ergebnis nicht kritisch und wenig froh beschnüffeln können. Warum? Er hätte es wahrscheinlich niemals kennengelernt, denn vor lauter Sorge um eine angemessene Verkündigung hätten die ersten Christen keinen gemeinsamen Nenner gefunden, den Glauben zu verkünden. Das Christentum wäre irgendwann nach Pfingsten von der Bildfläche verschwunden und Augustinus zu einem besonders klugen Kopf der Manichäer geworden.
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Peccator hat gebeten, das Unterfangen bekannt zu machen. Dem komme ich gerne nach und bette ein label in die Seitenleiste ein, welches auf den Planungsblog verweist. Ob und in welchem Maße meinerseits etwas beigesteuert werden kann, mag sich weisen. Da ich bei publizistischen Projekten ein wenig dazu tendiere, alleinseligmachende Anschauungen zu hegen, wie etwas beschaffen sein müßte und auszusehen habe, halte ich mich erst einmal im Interesse des Projektes eher zurück und sage nur soviel: Ein Redaktionsstatut scheint mir unabdingbar, ehe alle einfach drauf los texten, und fände sich ein Webdesigner im Kreise der Beteiligten ein, wäre es vielleicht auch kein Schaden ...
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Der Planungsblog ist hier zu finden, derweil die ZAP-Studie hier zum download bereit steht. Zu Peccators Seite gehts hier entlang.

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