Donnerstag, 26. März 2015

Tagessplitter

Manchmal würde ich schon gerne wissen, welche vertieften pastoralen Rücksichten wiederholt davon Abstand nehmen lassen, Unserer Lieben Frau die Lauretanische Litanei auf lateinisch zu musizieren? Die dabei größte musikalische Herausforderung, zu 49 Malen ora pro nobis zu singen, dürfte es ja kaum sein. Nichts (noch nicht, auch wenn es mir bald aus den Ohren wurmt) gegen die Grüssauer Marienrufe oder geschüttelt Gerührtes vom Schlage Jungfrau, Mutter Gottes mein bei Andachten mit Aussetzung und Segen ... aber im weiteren Kontext der ordentlicheren Form des römischen Ritus (also nicht diese verneuerten Sachen aus den Sixties) sollte man den restlich geistlichen Reichtum nicht wegsperren.
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Meckernde Gläubige, so sie denn aufzumucken wagen, interessieren mich dabei nicht die Bohne - anstatt auf solche Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen, sollte man ihnen ein paar Infusionen sentire cum ecclesia verabreichen: für sowas gibt's schließlich Predigten und Katechesen.
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Damit wir uns recht verstehen: Ich schätze durchaus volksfromme Hinterlassenschaften und deren Pflege. Auch ich mußte (nicht zuletzt während einiger Jahre im ehemaligen Diestedder FSSPX-Gymnasium durch den damaligen Leiter der Choralschola) zuerst einmal angeleitet werden, das darüber Hinausgehende und Hinausweisende zu schätzen und zu lieben - aber heute will ich davon nicht mehr lassen und zuweilen schmerzt es geradezu, wenn auch im traditionsfrohen Lager das große Erbteil an Gesängen, Antiphonen, Responsorien und Litaneien kaum mehr Gott von den Menschen zu Ohren gebracht wird.

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Amen, so ist es. (Und ein großes Schmunzerl für die ordentlichere Form, weder geschüttelt noch gerührt)

Andreas hat gesagt…

(Dabei war das nur die halbe Lamentatio).

Eugenie Roth hat gesagt…

... nächstes Jahr komm ich runter und singe die Litanei - halt, ich bin ja eine Frau!
... einiger Grund, warum ich manchmal traurig bin, kein Mann zu sein:
Frauen sind liturgisch nicht vorgesehen, außer in einem Chor ...

Andreas hat gesagt…

Das wäre jetzt kein Hindernis; wir haben in Basel ohnehin eine Damenschola (die zuweilen ihr "Monopol" geradezu verteidigt) ...

Eugenie Roth hat gesagt…

Was meinst du mit JETZT?

Aber wenn ihr eine Schola habt ... wo ist das Hindernis?

Andreas hat gesagt…

Das die leider nicht immer alles singt, was zu singen wäre, obschon sie zumindest einen Teil dessen, was nicht gesungen wird, singen könnte, wollte sie es denn und würde sie es üben.