Mittwoch, 4. März 2015

Tagessplitter

Immer wieder ein- und dieselbe Litanei ... heute einmal mehr gelesen, diesmal in der Fassung eines reformrolligen Schweizer Kapuziners:
Wenn man genauer hinsieht, wollen die Kirchenreformer nicht den Zeitgeist zum Massstab nehmen; sondern vor allem die Bibel: zum Beispiel Jesus mit seiner Barmherzigkeit gegenüber Gestrauchelten.
Tönt schön, wird aber nicht stimmiger, auch wenn man es noch so oft daherlullt. Die Barmherzigkeit Jesu zielt (Kirchenreformer führen den Begriff gerne im Mund, aber nur, wenn es ihnen in den Kram passt) auf Veränderung. Oder, traditioneller ausgedrückt: auf Bekehrung. Abkehr vom bisherigen Weg, der bequem sein mag, aber falsch war: Gehe hin und sündige fortan nicht weiter (damit wir uns recht verstehen: das müssen wir uns ausnahmslos alle hinter die Ohren schreiben, ist mithin nicht nur auf Geschiedene in zweiter Ehe etc gemünzt).
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Am Rande bemerkt: Nur einem von zweien Schächern verheißt der Gekreuzigte das Paradies. Warum nur einem? Ist der andere nicht auch gestrauchelt? Verdient nicht auch der lästernde Schächer Barmherzigkeit? Vielleicht gar mehr als der andere, weil er viel tiefer im Dreck steckt?
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Doch sehen wir genau hin, vielleicht sogar genauer, als es dem Schweizer Kapuziner recht sein mag ... was glaube ich meinesteils feststellen zu können? "Kirchenreformer" lassen die "Gestrauchelten" letztlich am Boden liegen - andere raunen da von "Lebenswirklichkeit der Menschen" - und nennen das dann Barmherzigkeit. Ein wenig scheinen sie mir wie jene, die auf dem Weg von Jerusalem nach Jericho beobachten, wie ein Mensch unter die Räuber fällt, um danach dem Überfallenen und den Räubern von der Barmherzigkeit Jesu zu erzählen und das Weite zu suchen ...
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Und sage jetzt bitte keiner, ich hätte für diesen Eintrag nicht die Bibel als Maßstab genommen.

1 Kommentar:

Severus hat gesagt…

auf den Punkt gebracht - danke!!