Samstag, 7. März 2015

Gott, der heimlich wirkt

 St. Thomas von Aquin - Pfarrkirche St. Nikolaus, Elzach 
Ein wenig erstaunt war ich schon, als ich in einem Band mit Werken des protestantischen Dichters Rudolf Alexander Schröder (1878 - 1962) den folgenden Abendmahlshymnus des heiligen Thomas von Aquino fand - zum heutigen Festtag des Aquinaten sollen die Worte wieder aufklingen. Und die in den Versen des Adoro te devote enthaltenen Bitten mögen sich - auch auf die Fürsprache des hl. Thomas - an uns erfüllen:
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DICH bet ich an in Treuen, Gott, der heimlich wirkt,
unterm Brot und Weine wahrhaft sich verbirgt.
All mein Herz will völlig dir zu Diensten sein;
wenn ich dich betrachte, werd ich selber klein.
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SEHEN, Schmecken, Fühlen täuschest du fürwahr,
doch ich glaub aufs Hören, glaub unwandelbar
jedem Wort, gesprochen durch den Gottessohn,
Wort der höchsten Wahrheit, aller Wahrheit Kron.
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AN dem Kreuz verhüllte sich die Gottheit nur,
aber hier verbirgt sich auch der Menschheit Spur.
Dennoch glaub ich beide, beicht und suche Rat,
bittend, wie der Schächer reubegierig bat.
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NICHT wie Thomas rühr ich deine Wunden an;
doch bekenn und nenn ich dich vor jedermann.
Gib, daß sich mein Glaube täglich stärkt und mehrt,
der mich zu dir hoffen und dich lieben lehrt.
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HEILIG Mahl, Gedächtnis an des Meisters Tod,
aller Menschen Leben, ewig Lebensbrot,
gönne du der Seele, daß sie vor dir leb
und sich deiner Süße nimmermehr begeb.
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NIMM, o Jesu Christe, frommer Pelikan,
dich in deinem Blute meines Makels an!
Alle Welt zu sühnen, reicht ein Tropfe klein,
wäscht sie von den Flecken aller Sünde rein.
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JESU, den verborgen ich geschaut allhier,
Heil, danach ich dürste, wenn geschieht es mir,
daß ich ohne Hüllen, frei und offenbar
in der Glorie droben selig dein gewahr!
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Rudolf Alexander Schröder: Wir sind noch in der Hütten. Eine Auswahl geistlicher Gedichte. Berlin 1953. S. 121 f. - Im Bild eine Darstellung des hl. Thomas von Aquin der Pfarrkirche St. Nikolaus zu Elzach im Elztal.

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