Montag, 23. März 2015

Die Herrlichkeit des christlichen Sterbens

 Requiem 
Der Tag heute brachte ein Begräbnis. Ich war an die Orgel bestellt; und derweil wurde mir wieder bewußt, mit welchem Ernst, aber auch mit welcher Liebe die Ekklesia ihre Kinder zum ewigen Leben geleitet. Mir kam ein Büchlein in den Sinn, das ich vor Jahren einmal gelesen hatte und demnächst erneut lesen möchte: Die Herrlichkeit des christlichen Sterbens - die heilige Ölung als letzte Vollendung der Taufherrlichkeit.
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Der Verstorbene ist durch ein längeres Leiden hindurch gegangen, betreut und begleitet von Priestern der Priesterbruderschaft St. Petrus. Kurz vor dem Tod empfing er die heiligen Mysterien der Buße, der Ölung und der Eucharistie; sein Leib war bei der Totenmesse in der Kirche aufgebahrt und wurde unter Gebeten und Gesängen gesegnet und begraben, die Seele der Liebe Gottes anempfohlen. Tote zu begraben zählt zu den Werken der Barmherzigkeit - zuweilen versteht man intuitiv, warum ...
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Deus,
cui proprium est miseri semper et parcere,
te supplices exoramus
pro anima famuli tui Fernandi,
quam hodie de hoc sæculo migrare iussisti:
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ut non tradas eam in manus inimici,
neque obliviscaris in finem, 
sed iubeas eam a sanctis Angelis suscipi
et ad patriam paradisi perduci;
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ut, quia in te speravit et credidit,
non pœnas inferni sustineat,
sed gaudia æterna possideat.

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Requiescat in pace.

jos.m.betle hat gesagt…

Er möge ruhen in Frieden!
Und ich frage mich: wo ist dieser fromme Brauch nun wieder möglich?

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Wie wahr und wie schön beschrieben. Leider ist die Realität heute eine andere. Entsorgungsmentailtät herrscht vor, Feuerbestattung die Regel. Auf dem Pfarrfriedhof meiner Heimatgemeinde hat es bis Anfang März keine "normale Erdbestattung" gegeben. Über die Vorbereitung der Sterbenden weiß ich wenig zu sagen, aber auch die Totenmessen weichen immer mehr den Wortgottesdiensten...

Andreas hat gesagt…

Wo der Brauch möglich ist? Die seelsorgliche Betreuung hängt natürlich von der Einsatzbereitschaft des Klerus ab. Daß der Leib zum Requiem aufgebahrt blieb, ist nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken, daß in diesem Fall der Friedhof bei der Kirche liegt und Verstorbene ohnehin im Gotteshaus ausgesegnet werden.

Das mit den Wortgegottesdiensten ist natürlich eine üble Sache. In der Schweiz habe ich schon in Pfarrblättern gelesen, daß die Obliegenheit von gestifteten Jahrestagen in Wortgottesfeiern "abgehakt" werden ... streng genommen ist das, wollte man einen - gewiß nicht ganz passenden - Begriff aus der Wirtschaft heranziehen, arglistige Täuschung des Verbrauchers ...