Freitag, 6. März 2015

Der frühe Zeuge

 Apotheose des hl. Fridolin - Münster zu Bad Säckingen 
Heutigen Tags gedenkt die Ekklesia auch des hl. Fridolin, eines hoch bedeutenden Glaubensboten in Südbaden und am Hochrhein:
Die südliche Hälfte Badens hat den irisch-schottischen Missionaren das Christentum zu verdanken ... Einer der ersten von ihnen war Fridolin. Er kam über Frankreich nach Poitiers, wo er zuerst die Kirche des heiligen Hilarius wieder aufbaute. Man glaubt den Weg feststellen zu können, den er durch Baden genommen hat. Kappel am Rhein mit legendarischen Erinnerungen an Fridolin, Bleichheim mit seiner Hilariuskirche, Ebnet, Bollschweil, ebenfalls mit Hilariuskirchen, und schließlich Säckingen mit seinem ursprünglich dem heiligen Hilarius geweihten Münster. Auf jeden Fall ist Säckingen, das erste Alemannenkloster, ein Ausgangspunkt christlichen Geistes und christlicher Kultur geworden.
Fridolin, eine herrliche Männergestalt ... eine Mannesgestalt im echten Sinne; Christus muß wachsen, ich aber abnehmen. Das war sein Tagewerk und sein Lebenswerk. Seine Frömmigkeit war harte Selbstzucht. Frommsein hieß für ihn schaffen, arbeiten und dienen. Er ging nicht hin, wo es ihm gerade paßte, er bliebt nicht da, wo es ihm gerade gefiel, sondern da, wo er notwendig war. 
Es waren keine Vergnügungsreisen, die er von Irland, seiner Heimat, durch ganz Frankreich machte, bis hin zu den Westgoten nach Poitiers und dann wieder zurück an die Mosel, an den Rhein, nach Alemannien, nach der Schweiz, bis er schließlich auf einer Halbinsel des Rheins, wo heute Säckingen steht, seßhaft wurde. Aber auch dieses Fleckchen Erde mußte er sich erkämpfen, obwohl der König Heuderich es ihm geschenkt hatte. Mehr wie einmal suchten ihn die Bewohner der Gegend zu verdrängen und setzten ihm den roten Hahn aufs Dach. Kaum ein Heiliger lebt so im Volke weiter, wie gerade Fridolin. Sein Fest am 6. März vereinigt jedes Jahr große Scharen von Pilgern ...
Von wieviel Glaube, Hoffnung und Liebe muß jemand erfüllt sein, der vor rund 1500 Jahren unter all den Unwägbarkeiten der damaligen Zeit und ohne irdische Rückendeckung zu einem fremden Volk zog, um Christus zu verkünden? Die Fürsprache des hl. Fridolin helfe uns, Gott in der heutigen Welt zu bezeugen ... ora pro nobis!
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 Schrein des hl. Fridolin 
Der zitierte Text ist entnommen aus: Richard Dold: Gottesfreunde am Oberrhein. Freiburg 1949. S. 12 f. Im Bild das zentrale Deckenfresko im Langhaus des Bad Säckinger Fridolinmünsters mit der Apotheose des Heiligen, gemalt von Franz Joseph Spiegler. Im Bild unten der Altar der Fridolinskapelle mit dem Schrein des Augsburger Silberschmieds Gottlieb Emanuel Oernster, der die Reliquien des Heiligen birgt.

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