Freitag, 27. Februar 2015

Tagessplitter

Es ist schon eine ganze Weile her, drei, vier, fünf Jahre oder mehr ... da saß ich - wie so oft - im Zug; im Vierersitz vor mir hatten sich einige linke Aktivisten niedergelassen. Einer prahlte mit seinen Erlebnissen beim Widerstand vor Ort gegen irgendein internationales Gipfeltreffen: "Die Bullen" hätten "gekesselt", aber die Stimmung im Kessel sei toll gewesen; aber das habe man danach natürlich ganz anders dargestellt. So viel Dreistigkeit und Freimut beim Offenlegen linker Propagandamethoden fand ich bereits damals besonders be- und merkenswert.
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Sich mittels gespielter Empörung und echtem Geplärre in der Opferrolle zu suhlen gehört zu den gängigen Tricks linker Stimmungsmache. Der doppelte Vorteil dieser Inszenierung liegt auf der Hand: Man kann Mitleid heischen und einen Täter denunzieren. In jenem Maße, in dem es gelingt, hierdurch Sympathiepunkte zu sammeln, entzieht man sie dem Gegner. Die Glaubwürdigkeit des Jammers wird zumeist durch die Lautstärke hergestellt, mit der coram publico gejammert wird.
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Die Fraktionschefin der Linken in der Bremischen Bürgerschaft hat laut eines Zeitungsberichts "jede Menge Hassmails" - teils geradezu exklusiver Qualität - erhalten, nachdem sie zur Predigt des Martini-Pastors Olaf Latzel kritisch Stellung bezogen hatte. Als Beweis wird auf Fratzbuch eine garstige Postkarte in die Menge gehalten. Mitgereicht wird ein üblich schwammiger Generalverdacht: Es sei wichtig, "dass die Öffentlichkeit weiß, was unter der Oberfläche bei vielen an Gedankengut vorhanden ist".
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Die Wahrscheinlichkeit, daß die Karte "echt" ist, scheint mir insgesamt so hoch wie die Möglichkeit realistisch sein mag, daß die Adressatin das Pamphlet selbst in die Post geworfen hat ... 

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