Sonntag, 25. Januar 2015

Glaube kommt vom Hören

 Paulus vor Damaskus - Münster St. Fridolin, Bad Säckingen 
"Lasst uns lobpreisen unseren Gott ob der Bekehrung des Lehrers der Völker" - mit diesem Vers hätte die Ekklesia heute zum Stundengebet gerufen, würde das Fest der Bekehrung des hl. Paulus nicht hinter dem Dritten Sonntag nach Epiphanie zurückstehen.
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Paulus ist uns einerseits vertraut: Regelmäßig hören wir Abschnitte aus seinen Briefen. Zugleich bleibt er uns ein Rätsel: Nicht zuletzt seiner Briefe wegen, die heute für uns nicht immer leicht zu verstehen sind. So manches, was einer schreibt, wird ja zuweilen weit besser durchschaubar, wenn wir dem Schreiber nicht nur in den Buchstaben, sondern in Fleisch und Blut begegnen, wenn aus lebendiger Begegnung und Austausch, aus dem unmittelbaren Hören des Wortes ein Eindruck erwacht, der später hilft, selbst "nur" Geschriebenes zu verstehen und recht einzuordnen. 
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Diese lebendige Begegnung - man kann sie im Blick auf Paulus auch "Zeugnis" nennen - scheint mir auch eine der Voraussetzungen für jenen Prozess zu sein, den der Apostel in einen ebenso schlichten wie weitreichenden Satz gepackt hat: "Glaube kommt vom Hören" (Röm 10, 17): aus lebendiger Begegnung mit dem Wort Gottes in seinen Zeugen.
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Oder aus der direkten Begegnung mit dem erhöhten Kyrios ... daß nun der Glaube bei anderen erwache oder wachse und nicht verstellt und verdunkelt werde, wenn sie uns begegnen, dazu helfe uns der hl. Paulus durch seine Fürbitte ... ora pro nobis!
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Bild: Die Bekehrung des hl. Paulus vor den Toren von Damaskus - Münster St. Fridolin zu Bad Säckingen.

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