Dienstag, 20. Januar 2015

Ein andrer König rief mich in sein Heer

 der hl. Sebastian - Altarblatt am Sebastiansaltar in St. Peter im Schwarzwald 
Der hl. Sebastian zählt zu meinen Lieblingsheiligen; aus mehrfachem Grund bin ich ihm verbunden - dazu zählt ganz aktuell, daß ich zum heutigen Festtag nach Wochenfrist zuhause wieder ins Netz komme, weil die Magenta-Mäuse zum kürzlich umgemodelten Anschluss nunmehr auch die passende Büchse geliefert haben. 
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Freilich verleitet der etwas fortgeschrittene Abend, mich in honorem Sancti Sebastiani eines bereits vor einem Jahr entbotenen Sonetts von Reinhold Schneider zu besinnen; doch es schadet nicht, es nochmals in Erinnerung zu rufen. Vielleicht gibt's in den kommenden Tagen einen weiteren Beitrag zum Fürsprecher waffenbenarrter Alte-Messe-Molche ... wie immer gelte: ora pro nobis!
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St. Sebastian
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Die Fessel löst sich nicht. Ich muß ertragen.
Doch steh' ich nicht im irdischen Streite mehr.
Ein andrer König rief mich in sein Heer
Und gab mir Macht, der Erde zu entsagen.
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Ich seh' sein Reich in heiliger Ferne tagen
Und bin sein Herold ohne Schutz und Wehr.
Schwer drückt die Schmach, und das Gebet drückt schwer
Um derer Frieden, die mir Wunden schlagen.
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Doch bin ich's kaum mehr, den die Pfeile brennen
Und den das Seil umschnürt. Ein andrer beugt
In mir sich schützend unterm Todesstreich.
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Mit allen Wunden will ich ihn bekennen,
Der Leidens stummes Bild, das ihn bezeugt.
Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich.
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¶ Reinhold Schneider: Die Sonette von Leben und Zeit, dem Glauben und der Geschichte. Köln und Olten 1954. S. 104. Bild: Christus nimmt den hl. Sebastian in Herrlichkeit auf - Altarblatt vom Sebastiansaltar der ehem. Klosterkirche zu St. Peter im Schwarzwald.

Kommentare:

Meckiheidi hat gesagt…

aktuell ist es heute, das Gedicht - und auch der Heilige. Ich habe mich in letzter Zeit oft gefragt, ob ich die Kraft hätte zu meinem Glauben zu stehen, wenn es darauf ankommt. Da kann man nur beten, dass der "andre König" die Kraft dazu gibt.

Andreas hat gesagt…

An der Frage kommt man, schaut man in andere Regionen dieser Erde, aktuell kaum vorbei: Vielleicht gehört die Unsicherheit und Furcht (ich hege sie auch), ob man in einer entsprechende Herausforderung bestehen könne, auch mit zum Wagnis des Glaubens ...