Dienstag, 30. September 2014

Sankt Michael und Marmelade

Von meinem Broterwerb konnte ich heute etwas früher lassen und nutzte die Zeit, um nach Gündlingen zu fahren, ein Dorf nächst Breisach, nahe dem Rhein gelegen. Die Kirche ist auf den hl. Michael als Patron geweiht; vor einigen Jahren hatte ich dort gelegentlich bei Abendandachten die Orgel geschlagen, solange ein rechtschaffener Fundamentaltheologe hiesiger Universität sich der Seelsorge dort annahm. Das Gotteshaus ist eine schöne Landpfarrkirche, über die sich freilich nicht viel in Erfahrung bringen läßt. Die Baustruktur erinnert teils an den Barock, teils an das 19. Jahrhundert; und würde ich irgendwo lesen, die Seitenaltäre wären nach der Säkularisation supergünstig aus einem aufgelassenen Freiburger Kloster erworben worden, würde es mich nicht wundern. Manchmal habe ich den Eindruck, man könnte mindestens die Hälfte des Freiburger Klostermobiliars heute im Umland zusammenraffen ...
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Der Hochaltar ist unstrittig historistischer Provenienz. Von einer Michaelsprozession am vergangenen Sonntag stand noch ein Traggestell samt Patron vor einem Seitenaltar ...
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Die Orgel hat mich schon vor Jahren gedauert - wäre wohl ein schönes Werkchen vom Ende des 19. Jahrhunderts, wäre man nicht irgendwann auf die Idee gekommen, die romantischen Register abzuköpfen und umzusägen, um dem Instrument barocken Klang einzumassakrieren. Hier zwei Bilder: Die Orgel von innen und wie sie an die Decke geht ...
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Glocken zum Mitnehmen? Bei der Kirche hat das Nachkriegsgeläute (1949 gegossen) seine letzte Ruhe gefunden. Ich habe mich allerdings auf Marmelade verlegt, mit der ich nun das Brot von meinem Broterwerb bestreichen kann und die sich besser in den Rucksack packen ließ als die Stahlglocken. Mancher Hof hat in der Einfahrt einen kleinen Kasten mit Obst, Hausgemachtem und einer kleinen Kasse - alles selbst zu bedienen (was nicht heißt, man solle sich auch aus der Kasse bedienen!) ...
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Montag, 29. September 2014

Eligendo atque propono und so weiter - meine Nominierungen

Nundenn also einige Vorschläge (größtenteils nach Maßgabe einiger hier geschilderter und da relativierter Kriterien) für das anstehende Robusta-Preisgetümmel ...
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Weil da einfach fast alles stimmt und ich sehr gerne lese, was Sophophilo in Sachen Glaube, Glaubenszeugnis und Theologie (und deren Freiburger Variationen) schreibt - fällt meine Wahl in Sachen Qualität auf Invenimus Messiam (hier).
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Mit robust preisender Jungfräulichkeit eigentlich schon schier zugeworfen, dies aber gewiß nicht von ungefähr und in Sachen Spiritualität geradezu der Blogozesen-Klassiker, weswegen ich einige Kriterien kurz mal über Bord werfe: Braut des Lammes (hier).
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Peter Winnemöller überrascht mich auf katholon (hier) immer wieder mit interessanten und fundierten Bewertungen dessen, was in Kirche und Gesellschaft vor sich geht oder auch aus dem Ruder läuft. Dafür hat er zwar bereits Preise eingesammelt, soweit ich mich erinnern kann, aber da mir in der Blogozese keine Seite aufgefallen ist, die es hierin mit ihm aufnehmen könnte, möchte ich ihn in der Kategorie Politik nominieren.
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Wer eine Vorkriegslesbe per Youtube auf seinem blog ein Liedlein trällern läßt und den Bogen zu Conchita Wurst schlägt (oder umgekehrt), um am Ende irgendwie alles der Liturgiereform in die Schuhe zu schieben, läßt erkennen, daß das Ende der Kulturgeschichte beim gemeinen Tradi nicht zwangsläufig mit dem Ableben des letzten Nazarenermalers zusammenfallen muß (auch wenn diese Annahme angesichts liederlallender Lesben und bärtiger drag queens etwas für sich haben könnte). Darum (und einiger weiterer Gründe wegen) nominiere ich in der Kategorie Kultur Clamormeus von einfach entfachend (hier).
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Ich hätte ihn beinahe im Bereich "Qualität" nominiert, aber dazu ist der blog von Tarquinius vielleicht noch eine Spur zu jung - also warte ich die weitere Entwicklung ab und schaue zu, ob sich meine Annahmen dauerhaft erfüllen - was nun entböte sich da anderes, als die Seite Denzinger-Katholik (hier) den werten Abstimmenden in der Kategorie Frische zu empfehlen?
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Der gemeine Tradi hat in der Runde der Päpste nach Pius XII. ja meist einen oder gar mehrere Kandidaten, mit denen er etwas rumfremdelt (vielleicht mit Ausnahme von Benedikt XVI.). Da kann ein Blick auf die Seite der Ankerperlenfrau buchstäblich Brücken bauen und therapeutisch wirken, wenn man stets das Haar in der Suppe suchen zu müssen glaubt; mir fällt jedenfalls aktuell niemand in der Blogozese ein, der im Blick auf die letzten Pontifikate mehr "ultramontan" aufgelegt sein könnte - deswegen möchte ich Rosenkranz + Pilgerzeichen (hier) in der Kategorie Papsttreue ins Rennen schicken.
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Nach meinen Nominierungsregeln dürfte ich ihn eigentlich nicht vorschlagen, denn vor zwei Jahren hat man ihm schon eine Robusta im Silberglanz vermacht. Nur Silber? Das grenzt ja fast an Unterschlagung! Angesichts der Bilder ist mir das zu wenig. In der Hoffnung, daß die Schwester ob des entbotenen Augenhonigs diesmal gülden ankommt, nominiere ich den Sacerdos Vienennsis (hier). 
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Wer Huppicke nicht kennt, hat den Alltag verpennt. Man schiebe mithin bitte eine Robusta ins Wohnzimmer von Pilgrim of the hours (hier) rüber!
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Eine schöne und vielversprechende Seite, auf der eine junge Theologiestudentin ihre Eindrücke aus dem Studium schildert und auch immer wieder davon schreibt, was sie geistlich gerade bewegt - um die Seite weiter ins Blickfeld der Blogozese zu rücken, möchte ich Theresia von viasvitae (hier) in jener Kategorie vorschlagen, die den (in meinen Ohren etwas bescheuerten) Namen Mauerblümchen trägt (stante pede fällt mir aber auch kein besserer ein, obwohl ich ungern Theologiestudentinnen in so einen Topf stecke).
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Die Pimpfe! Die Pimpfe sind schuld! Aber auch ein gewisser Marco Ignazio Sachto ... Zwerchfell dem Herrn Alipius fürs Rumgepimpfe auf totaliter aliter (wenns dazu nun wirklich noch einen Link braucht)!
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Wenn mich eine Seite zum Klick verführen möchte, indem mir zum Beispiel Infos zu einem Kalender mit "sexy Priesteramtskandidaten" versprochen werden, dann weiß ich nicht so recht, ob ich mich noch in der Blogozese oder nicht eher auf dem Boulevard bewege. Die Ankündigungspraxis des ansonsten ja sehr verdienten Kreuzknappen (hier) erinnert manchmal an gewisse Presseerzeugnisse - und so nominiere ich die Seite ob manch schreiender headline in der Kategorie Großmaul ...
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... einerseits, des Kreuzknappen Bloggerliste (hier) andererseits in der Kategorie Dialog; denn ich kann mich nur mit anderen Bloggern austauschen, deren Seiten ich kenne und kennenlerne - und hierzu trägt der Kreuzknappe nicht Weniges bei.
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Der Geistbraus (hier) hat weit mehr zu bieten als eine große Klappe (die zuweilen ins Schamröte evozierend Maßlose driften mag) und er kitzelt auch nicht nur das Zwerchfell (was zuweilen gerne noch maßloser geschehen mögen könnte). Er rührt und schüttelt auch einen interessanten Cocktail an - mitunter nach sehr eigenwilligen Rezepten, die vielleicht nicht jedem schmecken, aber unserer so unanarcho-antimonarchistischen Zeit schlicht Not dürfen tun. Schickt ihm also eine Robusta oder schmeißt eine meinethalben nach ihm ...
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Katholische Rückblicke auf die eigene Sponti-Zeit bei zeitweiliger anverwandelnder Anwendung des einst sich angeeigneten Instrumentariums kritischer Theorie und Gesellschaftsanalyse habe ich immer sehr gerne gelesen. Leider finde ich dazu bei Johannes auf Thermometer kaum noch etwas; auch sonst könnte diese interessante Seite abseits von Bildern aus gleichwohl reizvollen Mariengärtlein wieder vitaler werden. Des zunehmenden Entzugs an katholischer Bambule wegen setzte ich die Robusta für Trägheit auf Thermometer (hier) an.
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Heike von Weihrausch und Gnadenvergiftung (hier) bewegt sich so gekonnt zwischen hochrömischen Katholen und hochkirchlichen Protestanten, daß mich dies zwar manchmal irgendwie abseitig, aber auch sehr sympathisch deucht. Für mich die perfekte Kandidatin in der Kategorie Abseits (der üblichen Blogozesen-Rudel).
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Morgen werde ich noch den ein oder anderen Sonderpreis anregen ...

Der Herr schelte dich

Michael im Streit mit dem Teufel um den Leichnam des Moses - St. Michael, Freiburg
In den 1950er-Jahren wurde meine Pfarrkirche St. Michael erweitert und bekam dabei einen stattlichen Turm mit einer vom Kirchenraum getrennten Kapelle. Bis heute befindet sich dort ein Glasfenster mit einer ikonographisch eher unüblichen Michaels-Darstellung; das Motiv rührt von einem Vers des letzten der Katholischen Briefe, dem Judasbrief:
Und doch wagte es der Erzengel Michael nicht, als er mit dem Teufel rechtete und um den Leichnam des Moses stritt, ein lästerndes Urteil zu fällen, sondern sprach nur: Der Herr schelte dich! (Jud 1, 9).
Der Judasbrief ist eine Warnschrift vor Irrlehrern, welche die in Christus geschenkte Freiheit in einen Freibrief für schindluderndes Treiben verkehren. In diesem Kontext steht auch der zitierte Vers; kurz zuvor ist die Rede von "Träumern", welche die "Herrlichkeiten" (gemeint sind die Engel) schmähen. Diesen "Träumern" wird Michael vor Augen gestellt, der noch nicht einmal über den Teufel - einen gefallenen Engel - ein "lästerndes Urteil" spreche, mithin einen anderen Engel nicht schmähe, sondern den Fall ganz Gott anheim gebe: Michael handelt nicht aus eigenem Antrieb, sondern in der Sendung Gottes, der er nicht vorgreift. Er ist der Bote, Vollstrecker nur auf Geheiß des Höchsten.
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Die Quelle dieser Streiterzählung ist heute unklar. Man geht davon aus, daß sie entweder direkt oder aus dem Dunstkreis einer nur teilweise überlieferten alttestamentlichen Apokryphe rühre, dem sogenannten Bericht von der Himmelfahrt des Moses (Assumptio Mosis). Diese illustriert die letzten Stücke des Deuteronomium, zumal dessen letztes Kapitel, das vom Tod Moses' berichtet, dabei die Größe des Propheten unterstreicht (Dt 34, 10-12), zudem betont, daß heute niemand wisse, wo genau des Moses Grab zu finden sei, und überdies - je nach Lesart jedenfalls - nahelegt, daß Gott höchstselbst Moses begraben habe (Dt 34, 6), was besagtes Schlußkapitel für weitere Entfaltungen des Berichteten offen hält. Nicht von ungefähr sehen die drei Jünger auf dem Tabor den verklärten Kyrios zwischen Moses und Elias (vgl. Mk 9, 2 ff.) - beide hatte Gott in besonderer Weise zu sich genommen: Elias wurde durch einen feurigen Wagen in den Himmel entrückt (4 Sam 2, 11), das besondere Walten Gottes an Moses bezeugen Überlieferungen wie die Assumptio.
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In der kurzen Reminiszenz des Judasbriefes macht Michael seinem Name alle Ehre: Wer ist wie Gott? Daß der Erzengel die Lage nicht mit einem eigenmächtigen, den gefallenen Engel lästernden Urteil bereinigt, läßt ihn beinahe wie einen Verlierer in diesem Streit aussehen. Ich kann mich gut erinnern, daß ich mich als kleiner Junge - in der Nähe des Fensters hing eine Tafel mit dem obigen Bibelvers - immer gewundert habe, warum dieser Michael, der doch so ein mächtiger Engel sein soll, hier nicht durchgreife und den Leichnam vor dem Teufel in Sicherheit bringe ... der Erzengel aber bedient sich nicht der Denkweise des Teufels, ist nicht Luzifer, ist nicht jenem durch Stolz gefallenen Engel gleich, sondern ist ganz Diener Gottes, nimmt sich zurück, erliegt nicht der Verblendung seines Widerparts, sonnt sich nicht in vermeintlich eigenem Glanz, sondern breitet vor uns die Frage aus: Wer ist wie Gott? 
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Wer könnte sich anmaßen, dem Urteil Gottes vorzugreifen? Gott selbst wird für den Leichnam des Moses Sorge tragen; wie er das tut, auf welchem Weg er das tut, wann er es tut: Gottes Sache! Und Gott wird Michael in den Kampf beordern, wann es Gott in seinem Rat beschlossen hat - wir lesen davon im 12. Kapitel der Offenbarung des Johannes.
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Wie oft stehen wir vor der Frage, warum so viel Böses in dieser Welt geschehe, warum Unschuldige leiden, warum zum Beispiel viele uns im Glauben verbundene Brüder und Schwestern gequält und geschunden werden in diesen Tagen, während ihre Peiniger mit ihren Taten vor der Welt sich brüsten und posieren? Wo ist da Gott, fragen wir uns dann, wo sind seine Engel? All das zu wissen bleibt uns verborgen; gefordert ist unser Vertrauen, daß Gottes Weg jener ist, der zum Ziel führt: zum Ziel, nicht zu einem vordergründigen Triumph, nicht in einen billigen Frieden, sondern zu einem Leben in Fülle - jenseits unserer kurzatmigen und wankenden Vorstellungen, wie dieses letzte Ziel zu erreichen sei.
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Der heilige Erzengel Michael streite für uns, so bitten wir Gott, gegen alle Anfechtungen des Bösen, denen wir zu erliegen drohen, und auch gegen unseren Eigensinn und unseren Kleinmut: "Der Herr schelte dich!" 
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Sancte Michaele Archangele ... defende nos in prœlio!

Sonntag, 28. September 2014

Sententiæ LXIX

Was kann Christi Sieg über den Tod Menschen und Völkern bedeuten, die sich in den Tod ergeben haben, nach Ewigkeit garnicht verlangen? Die Osterbotschaft kann sie nicht erreichen. Und doch wurden die Apostel an alle Völker gesandt. Und doch wissen wir von Dornen, Disteln, steinigem Grund, wo das Korn nichts vermag. Gilt das nur von einzelnen, gilt es nicht auch von Völkern? 
Reinhold Schneider: Winter in Wien

Das BamS!

Ein Auschnitt aus einem Deckenbild in der Ohmenkapelle zu St. Märgen im Schwarzwald - zur Einstimmung auf das hohe Fest des hl. Erzengels Michael, das nun mit der ersten Vesper beginnt ...
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In vitam æternam

Munda nos, 
quæsumus, Domine, 
sacrificii præsentis effectu:
et perfice miseratus in nobis,
ut eius mereamur esse participes.
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Reinige uns, 
so bitte wir dich, Herr,
durch die Kraft dieses gegenwärtigen Opfers,
und führe diese Läuterung barmherzig zu Ende,
damit wir würdig werden, Anteil an diesem Opfer zu nehmen.
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So lautet heute, am 16. Sonntag nach Pfingsten, das Gebet über Brot und Wein, in denen sich Christus dem Vater darbringen wird. Die Ekklesia ist in das Mysterium eingetreten und spricht von der schon ausgesonderten, aber noch nicht konsekrierten Gabe, als sei der Kyrios bereits in ihr zugegen - denn im Mysterium gelten die Schranken von Raum und Zeit nicht: in der eucharistischen Feier verschmilzt das Pascha-Ereignis mit unserer Gegenwart in die Unmittelbarkeit der ewig gefeierten Leitourgía des Lammes im Himmel.
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Wir aber bringen unsere Zeit mit: Das Vergangene und den Augenblick ... uns selbst halten wir so in das Mysterium hinein, auf daß alles geläutert werde im Opfer Christi und wir mithin würdig werden, daran teilzuhaben in der heiligen Kommunion, die Unterpfand ist kommender Herrlichkeit: diese Vereinigung von Mensch und Gott unter der Maßgabe unserer unzulänglichen Erfassung vorwegnehmend.
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Wir müssen diese Läuterung aber auch wollen, damit die Wunden unseres Lebens und die vielen Narben, die wir uns in der Sünde schlagen, geheilt werden können: Eine Bitte um Reinigung bliebe sinnlos, stünde hinter dem bittenden Wort nicht die Bitte des Herzens, beglaubigt im Willen zur Umkehr. Nur dann wird der Leib des Kyrios, wird die Begegnung mit Jesus im Zeichen von Brot und Wein uns heil machen und unsere Seele bewahren können in vitam æternam - zum ewigen Leben.

Samstag, 27. September 2014

Vom Tag

Ein ganz wunderbarer, sonnendurchstrahlter Herbstmorgen heute ... und was als Blatt sich undurchschaubar stellt und noch im satten Grün späten Sommers steht, wird plötzlich durchlässig dem ... oriens ex alto ...
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Schöne Beute auch im Diakonie-Laden ... rechtzeitig zum nahen Fest der hl. Theresia von Lisieux die umfangreiche Studie Das verborgene Antlitz von Ida Friederike Görres, weiland aus einer Wühlkiste verschmäht, weil mir die Görres vor Zeiten noch recht suspekt war, dann eine historische Monographie über meinen Stadtteil, dessen dörflicher Vorlauf bis ins Jahr 786 zurückverfolgt werden kann, vier Aufsätze von Carl Schmitt über Donoso Cortés und die Briefe an Veronika von León Bloy - alles in allem für drei Euro ... Deo gratias!
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Freitag, 26. September 2014

Kleine Hommage ...

... an eine Seite mit hoch preiswürdigen, wunderschönen Bildern (zum Beispiel hier). Und gestern war mir, als wären wir beide im Ranft vor dem selben Täfelchen (vgl. hier) stehen geblieben - die Motive unterscheiden sich dann doch ein wenig, sei's drum ...
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Donnerstag, 25. September 2014

Von der Einsamkeit

Etzgen, Bruder-Klaus-Kapelle
Ecce 
elongavi fugiens et mansi 
in solitudine:
quoniam vidi iniquitatem et contradictionem
in civitate.
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Seht!
Flüchtend schied ich mich und hauste
in Einsamkeit,
denn Unrecht sah ich und Zank
in der Gemeine.
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Die Worte des Introitus (aus Ps 54) der heutigen Festmesse vom hl. Niklaus von der Flüe führen uns in den Ranft hinab, in jene Schlucht, in welcher der Heilige ab 1467 bis zu seinem Tod als Einsiedler lebte. Sie erinnern auch an die spannungsgeladenen Momente jener Zeit im Zusammenhalt der Eidgenossenschaft. Und sie erinnern an heute, an Staat und Gesellschaft, aber auch an die Gemeine Christi, die Ekklesia, die nicht zusammenhält im Streit für das Reich Gottes, sondern deren Glieder unter sich so oft zerstritten sind.
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Manchmal wünsche ich mir diese Einsamkeit: Abschalten können von all dem Kram, mit dem man sich herumschlägt. Eine fruchtlose Flucht (man ahnt ja die Beweggründe, die dahinter stecken) wäre dies nur dann nicht, besäße man etwas nur von der Größe des heiligen Bruder Klaus, der - unter dem Ruf und in der Gnade Gottes - seiner Zeit widerstehen, in Gemüt und Abtötung auf Distanz zu ihr gehen und gerade darob einige ihrer Wunden heilen konnte. Als ich die Bilder für diesen Eintrag aufbereitete, fiel mir auf, daß sie aus 2010 stammen. Ich war lange nicht mehr im Ranft drunten, um den Frieden dieses Ortes zu finden. Dieses Ortes? "Fried ist allweg in Gott" sagt der Heilige; mit seiner Fürsprache helfe er uns, diesen Frieden zu finden, wo auch immer ... ora pro nobis!
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Das oberste Bild zeigt ein Altarwandgemälde von Augustin Meinrad Bächtiger (1888-1971) in der Bruder-Klaus-Kapelle zu Etzgen; die weiteren Bilder sind im Ranft entstanden; auf dem zweiten Photo die Zelle des Heiligen.

Dienstag, 23. September 2014

Seite eins (3)

Die Öffnung des Herzens
Der Mensch tut sehr viele Dinge, die sehr verschieden sind. Es ist ihm nicht gegeben, immer nur eines zu tun, obwohl er eine geheime, vielleicht nur uneingestandene und nur halbbewußte Sehnsucht in sich trägt, ein einziges, und dies immer, zu tun, etwas, das alles in einem und der Mühe, der letzten Kraft und Liebe des Herzens wert ist. Der Mensch muß vieles tun. Aber nicht alles, was er tut, ist von gleichem Rang und gleicher Würde. Es kann etwas "wichtig" sein, weil es unvermeidlich ist. Und das wirklich Wichtige und Notwendige kann sehr leicht vermieden und vergessen werden. Was alle tun und keiner lassen kann, muß doch nicht unbedingt das Höchste sein. Wenn der Mensch bei Gott ist in Ehrfurcht und Liebe, dann betet er. Dann vollbringt er zwar nicht alles in einem, weil ihm, dem Endlichen, dies nie in diesem Leben möglich ist. Aber er ist wenigstens bei dem, der alles in einem ist, und er tut darum etwas vom Wichtigsten und Notwendigsten. Etwas, das nicht alle tun. Denn gerade weil es zum Notwendigsten gehört, ist es auch das Freieste, das Vermeidbarste, dasjenige, das nur ist, wenn wir es in immer neuer Liebe frei tun, und sonst nicht. Darum aber geschieht es selten. Es ist dem Menschen schwer. Er muß darum sich immer wieder besinnen, was eigentlich Gebet sei, und er darf nicht warten, bis es von selbst geschieht. Eine Besinnung auf das Wesen und die Würde des Gebetes kann zum Antrieb werden, wenigstens das eine Gott zu sagen: Herr, lehre uns beten!
Karl Rahner SJ: Von der Not und dem Segen des Gebetes. Freiburg (7) 1965.

Von der Bekehrung der Ehebrecherin

Dieser Tage schob sich mir auf dem Balkenundsplitterblog eine weitere Variation zum Themenkreis Geschieden, Wiederverheiratet und Kommunion unter die Augen, mithin geschrieben von der Warte derer herab, die von der Ekklesia erwarten, sie solle die klaren Worte des Kyrios zur Unauflösbarkeit der Ehe relativieren und ihre Praxis ändern.
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Erneut wurde Joh 8, 1-11 herangezogen: der Bericht über die Begegnung Christi mit einer Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde und, ehe man sie steinigen wollte, von den Pharisäern Jesus vorgestellt wird, um ihm eine weitere Falle zu stellen. Wir wissen, wie die Geschichte ausgegangen ist. Und ich weiß bereits aus einiger Erfahrung, daß der zweite Teil von Vers 11 bei einigen, die diese Begebenheit gegen die katholische Ehelehre in Stellung bringen, gerne unter den Tisch fällt:
Da beugte sich Jesus hoch und sprach zu ihr: Frau, wo sind sie? Hat keiner dich verurteilt? Sie aber sprach: Keiner, Kyrie! Da sprach Jesus: Auch ich verurteile dich nicht: Geh! Von jetzt an sündige nimmermehr (Joh 8, 10-11).
"Von jetzt an sündige nimmermehr" - so jene wichtige und abschließende Mahnung, die Christus der Frau mit auf den Weg in das neu geschenkte Leben gibt. Die Einlassung stellt hingegen das Herrenwort "Auch ich verurteile dich nicht" als Schlußpunkt hin, um sich überraschender Weise dann aber doch indirekt dem unterschlagenen Halbvers zuzuwenden:
Nehmen wir doch den konkreten Fall, als Jesus einer Ehebrecherin begegnet. „Auch ich verurteile dich nicht“, sind seine abschließenden Worte, nachdem er die die Steinigung fordernden Pharisäer mit ihrer eigenen Sündhaftigkeit konfrontiert hat. Der von [Bischof; Anm.] Oster beschworene strenge Gesetzgeber und Richter, der dem "netten Herrn Jesus" auch inne wohnt, urteilt eben doch nicht, nicht einmal über diejenigen, die sich hier zum Richter über Leben und Tod aufschwingen. Und in diesem Ausdruck seiner unendlichen Liebe, auch dieser Frau gegenüber, eröffnet er die Möglichkeit der abschließend geforderten Umkehr doch erst; eine Umkehr, die in der ihr entgegengebrachte Liebe und nicht in einem Gesetz begründet ist. Jesus fordert nicht Umkehr, bevor er den Menschen erlöst, er verströmt Liebe, die Glaube und Vertrauen und damit auch Umkehr erst ermöglicht. Eine Kirche, die Umkehr fordert, bevor sie den Menschen in Liebe begegnet, ist völlig auf dem Holzweg.
Erst in der erfahrenen Offenbarung des liebenden Gottes durch dessen unbedingte Zuwendung zum Menschen sei Glaube, Vertrauen, Umkehr also möglich; daran solle sich die Ekklesia orientieren, diese Pädagogik Jesu aufgreifen - oder aber sie sei "völlig auf dem Holzweg". 
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Der Gedanke hat unzweifelhaft etwas für sich. Man hört ja zuweilen auch von polizeilicher Ermittlungstaktik nach dem Rezept bad cop - good cop: Kommt der eine Ermittler mit Drohen und Theaterdonner bei einem Verdächtigen nicht weiter, holt er einen Kollegen, der Verständnis und Sanftmut mimt, um so die harte Schale eines Delinquenten zu knacken und an eine Aussage zu kommen. Der Vergleich hinkt natürlich, denn Christus droht und drängt in den Evangelien mit gleicher Authentizität, wie er sanft und erbarmend den Sündern begegnet. Beides hat seinen Platz in der Verkündigung Christi: der strenge Richter und der gute Hirt - gemimt wird dabei nichts.
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Wenden wir dieses Rezept nun auf die Ekklesia an: Sie müsse sich also unbedingt liebevoll den geschiedenen und wiederverheirateten Menschen so zuwenden, daß sie diesen selbst noch die tiefste Teilnahme an der Eucharistia, die heilige Kommunion, nicht vorenthält. Und dann? 
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Schwappen die Bekehrungen über die Ufer? Wäre etwa damit zu rechnen, die Betroffenen würden aufgrund dieses Liebes- und Vertrauensbeweises ihre im Gegensatz zum Gebot Christi stehende Situation erkennen und bereinigen, sich aus den jeweiligen irregulären Verbindungen lösen und das Herrenwort "Von jetzt an sündige nimmermehr" beherzigen? Das wird doch nicht einmal der Balkensplitterblogger ernsthaft glauben! 
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Was hingegen dürfte eher daraus erwachsen? Die Menschen werden sich in ihrem Tun bestätigt sehen und ihre Lebensentwürfe - menschlich verständlich! - fortführen, werden das einst gelobte Eheband weiter mit Füßen treten, das einander gespendete Sakrament weiter schänden, dem Wort Gottes weiter zuwider handeln. Daß sie sich dessen, was sie tun, oft nicht wirklich bewußt sind, mag sie retten und in Gottes Liebe bergen. Dieses Tun gutheißen und unterstützen kann die Ekklesia aber nicht!
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Das ist freilich längst nicht alles. In der Anwendung der Denkfigur, daß Bekehrung zu Gott das Angerührtsein von der Liebe Gottes voraussetze, wird - nicht nur im Blick auf die konkrete Ehefrage - schlicht vergessen, daß dieser Liebeserweis nicht erst noch zu erbringen sei, weder von Gott selbst noch von der Ekklesia, sondern daß er längst erbracht worden ist: Erbracht, seit Christus von den Menschen zum Tode geführt wurde und am Kreuz starb und in diesem Sterben unser aller Tod überwunden und Vergebung für unsere Sünden erworben hat. Als Sünder, die wir alle sind, steht für uns allein noch die Frage im Raum, ob wir uns vom Bösen abwenden und den erhöhten Kyrios um sein Erbarmen bitten, wie der Schächer zur Rechten uns lehrt, oder ob wir dennoch im Bösen verharren und Christus weiter lästern, wie der andere Schächer an Jesu Seite getan. 
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Gottes Liebe ist uns im Gekreuzigten unüberbietbar angeboten, Gottes Hand ist im Kreuz ausgestreckt. Es ist Aufgabe der Ekklesia, uns alle zum Kreuz zu führen und dort in unversehrter und treuer Brautschaft Zeugnis zu geben für Gottes Liebe. Und es ist an uns, Gottes Hand dort zu ergreifen und uns von ihr führen zu lassen, selbst dann, wenn Golgatha hierbei unsere eigenen Lebensentwürfe durchkreuzt - denn das Kreuz ist die Brücke zu jenem Leben hinüber, das uns Gott bereitet.
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Der im Beitrag erwähnte Artikel ist hier zu finden.

Montag, 22. September 2014

Mehr als nur Fähnchen

St. Mauritius - Kirche St. Mauritius, Oberbergen / Kaiserstuhl
Daß einige Heilige en gros ihr leiblich' Lohn und Brot als Soldaten verdienten und vielleicht gerade mit und in diesem Beruf auch geistlichen Gewinn davontrugen, ist ein Gedanke, auf den sich viele nicht ganz unvoreingenommen einlassen mögen. Das Schwert im (An-) Griff, während das Schild die Hiebe des Gegners pariert, bis dieser fällt ... seien wir ehrlich: Heilige stellen wir uns irgendwie anders vor, friedfertiger, pazifistischer, weichgespült. Daß der hl. Mauritius, dessen die Ekklesia heute gedenkt, en détail jener Thebaischen Legion zugezählt wird, die irgendwo im Dunkel spätantiker Geschichte operierte, ist da hilfreich:
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Alles so schön weit weg, längst verblasst die Tinte der Überlieferung, von fern nur klingt die Legende noch herüber. Nehmen wir alsdann das eine oder andere Bildwerk hinzu, wie es sich gelegentlich in Kirchen findet, dann löst sich ohnehin (fast) alles in Wohlgefallen auf, fällt der Blick auf jenen hübschen Heiligen. In Paraderüstung. Mit Fähnchen.
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Derweil wir uns daran ergötzen, erinnert uns der IS daran, daß ein radikaler Pazifismus langfristig einen höheren Blutzoll fordern kann als der Griff zur Waffe, um diesen Moslems wirkungsvoll zu begegnen. Schärfen wir das Bild noch ein wenig: Da nimmt zum Beispiel bei irgendeinem Auslandseinsatz ein Bundeswehrsoldat heute an einer Feldmesse teil und steht morgen im Gefecht dem Gegner gegenüber, den Finger am Abzug und im vollen Wissen, daß einer von beiden auf der Strecke bleiben wird. So viel anders wird es Mauritius oder Cassius oder Florentius oder all den anderen heiligen Martyrern aus christlicher Frühzeit, die als Christen das Kriegshandwerk übten, kaum ergangen sein. Wir hören den Widerspruch aus diesen Vorstellungen heraus; lösen kann ihn niemand. Kriege sind nur schwer in Beichtspiegel und moraltheologische Traktate zu pressen, und selbst, wo das halbwegs gelingt, bleiben immer viele Fragezeichen zurück.
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Womöglich gehört es zum Geheimnis der Erlösung, daß unsere Welt auch diese Abgründe durchschreiten muß bis zum Ende. In dem vor wenigen Tagen vorgestellten Betrachtungen Reinhold Schneiders (der durch den Zweiten Weltkrieg übrigens zu einem radikalen Pazifisten geworden ist) findet sich eine Passage, die ich hier nochmals wiederholen möchte; sie löst das Problem nicht, aber sie weist eine Richtung, über die man sprechen kann. Ausgehend von den Schlachten und Belagerungen rund um den Freiburger Lorettoberg mit seiner Kapelle schreibt Schneider:
Aber das Kreuz reicht über alle Not hinweg und verbindet mit ihr (...) und unsichtbar, aber ungleich mächtiger wogt der Segen des heiligen Raumes hinaus in die Welt und durchströmt und verwandelt sie. Und so wird der Berg geheiligt, der vielleicht ein großes, von Blüten überdecktes Grab ist, und die Geschichte scheint nahe an ihrem Ziele zu sein. Denn welchen Inhalt hätte sie, wenn nicht die Heimkehr der Welt? 
Die Welt soll unseres Herrn werden, und er wird sie heimbringen zum Vater; und alles, was geschieht, ereignet sich in der Richtung auf seine sichtbare Wiederkehr, in seiner unsichtbaren Gegenwart. 
Der Ruf des ehrgeizigen jungen Feldherrn, der immer noch tausend den Hang hinaufführte, die männliche Festigkeit des Verteidigers und all die Mühsal derer, denen sie geboten, sie haben einen, wenn auch noch so verschiedenartigen Anteil an der Erhöhung des Herrn über alles Geschehen, an der letzten Wandlung der Welt zu ihm.
Mit seiner Fürsprache helfe uns der heilige Mauritius, daß wir im Kampf uns selbst und diese Welt wandeln können hin zu Christus, dem erhöhten Kyrios ... ora pro nobis!
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¶ Schneiders Betrachtung ist hier vollständig zu finden. Das Bild zeigt eine Darstellung des hl. Mauritius in der Pfarrkirche St. Mauritius zu Oberbergen im Kaiserstuhl.

Sonntag, 21. September 2014

Große Abbitte!

Ach, wenn ich dich nicht hätte, du liebe Schubert-Messe, was wär' mir Erd' und Himmel heut' geworden? Ein Bannort jede Stätte, auch die Hohe Messe in St. Antonius. Des Zelebranten Kehlkopf war entzündet, Töne waren ihm kaum zu entlocken. Und ohne singenden Priester kein recht gesungenes Amt. So wurde rasch eine Betsingmesse anberaumt, in der Kürze der Planung empfahl sich besagte Liedgutperlenkette ... und so lag die Schöpfung doch nicht formlos da, säuselten die Lüfte, brausete das Meer und sang feiernder Wesen unendlicher Chor. Staunen nur kann ich und staunend mich freu'n, daß mithin unter den gegebenen Umständen ein formidables "deutsches Amt" herausgekommen ist! Mein Heiland, Herr und Meister, führ uns durch deine Huld alsdann nicht nur ins Reich der Wonnen ein auch künftiglich (dann gerne wieder mit gregorianischen Chorälen), sondern nimm, Kyrie Christe, zudem meine Abbitte an: Ich werde nie mehr die Schubert-Messe belästern. Zumindest nicht in der kommenden Woche! Versprochen.
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Das mit dem Becher und Brot (hier) haben wir natürlich weggelassen.

Das BamS!

Zum Schmuck des Hochaltars meiner Pfarrkirche St. Michael zählten gewichtige Reliefdarstellungen der vier Evanglisten, aus Holz geschnitzt und üppig versilbert und vergoldet. Im Taumel von "Das Konzil" wurden sie mitsamt des Hochalters entsorgt, wanderten aber vor einigen Jahren in die damals karge Kirche zurück. Da das heutige Fest des hl. Apostels und Evangelisten Matthäus in die zweite Reihe tritt und dem 15. Sonntag nach Pfingsten Platz macht, sei mit diesem Bild seiner gedacht ...
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Matthäus - Freiburg, St. Micha

Samstag, 20. September 2014

"Lorettoberg" - von Reinhold Schneider

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Beim Lesen von Reinholds Schneiders Lorettoberg-Betrachtung kam mir in den Sinn, die Schilderungen und Eindrücke, mithin die Gedankenwelt dieser Zeilen im Maß meiner Möglichkeit abzuschreiten und den Versuch anzustellen, den genius loci im Spiegel einiger Bilder einzufangen ... diese Bilder sind bei einem Spaziergang entstanden, der mich gestern vom verschlossenen Anwesen Schneiders zur Loretto-Kapelle hinaufführte.
Wenn der Mond über den alten Bäumen hervortritt, so steigen die Leuchtkäfer aus dem hohen Grase auf und schwärmen gegen das Haus. Sie umkreisen den Birnbaum, der sich gegen das Haus neigt, schweben an den Mauern empor und nähern sich den geöffneten Fenstern; das Haus ist still, alle Bewohner haben es verlassen, und lange schon betrat kein Fuß mehr die verschlungenen Wege des kleinen Gartens, der sich von der Straße her den Berg hinaufzieht. Im Mondlicht glänzen die Blätter der beiden Edelkastanien, die wie Brüder sind und sich zu einer stillen, schönen Form zusammenschließen; schon ist der Jasmin am Wege verblüht, und die letzten Rosen streuen ihre Blätter rasch in das Gras. 
... und lange schon betrat kein Fuß mehr die verschlungenen Wege des kleinen Gartens ...
Der Brunnen fließt leise fort; er ist zu einsam, als daß er noch auf einen Wanderer hoffen könnte ...
Der Brunnen draußen fließt leise fort; er ist zu einsam, als daß er noch auf einen Wanderer hoffen könnte; auch die Nächte werden schwül, und wieder nähert sich die Hochsommerzeit, da vor bald dreihundert Jahren die Schlacht auf dem Berge geschah. Damals hatten sich die Verteidiger auf der steilen Höhe über dem Garten verschanzt, und die Angreifer stürmten drei Tage lang gegen die Hänge; es ist sehr viel Blut auf diesem Boden geflossen; große Namen leuchteten auf, aber es widerstrebt uns, sie zu nennen; mag von denen, die Kränze zu vergeben haben, der Ruhm der Tapferen und Kühnen gepriesen werden; mögen diejenigen, die für die rechte Sache kämpften, gleichgültig ob sie siegten oder unterlagen, in Frieden ruhen, und mag allen, die an jenen heißen Tagen gelitten, gekämpft, sich verblutet haben, ihr Leiden vergolten werden in der andern Welt.
... es ist sehr viel Blut auf diesem Boden geflossen ...
... Könige und Feldherren sahen von seiner Höhe auf das Gebirge und die Stadt zu seinen Füßen ...
Wer mag sich vermessen, zu sagen, was damals wirklich geschah und welchen Ort die Schlacht auf dem Berge einnimmt in Gottes unsichtbarem Plan? Der Berg wurde wieder und wieder umkämpft, Könige und Feldherren sahen von seiner Höhe auf das Gebirge und die Stadt zu seinen Füßen und über das weite Stromtal, aus dem diesseits und jenseits die kühnen, feierlichen Höhenzüge grüßen; immer wieder sind bange, furchtbare Tage gekommen, aber dies alles war, und der Friede ist, und sooft er auch vertrieben werden wird, sooft wird er wiederkehren, und am Ende sind der friedlichen Tage doch viel mehr gewesen als der stürmischen; und da nichts geschieht ohne Gottes Willen, so ist es auch sein Wille, daß hier Friede ist und das Land ruht im ungetrübten Licht der Gestirne.
 ... aber dies alles war, und der Friede ist, und sooft er auch vertrieben werden wird ...
... oben, über einer kleinen Treppe, steht ein Kreuz vor der Kapelle ...
Der Morgen wirft einen roten Schimmer über das Haus und tief in die Zimmer hinein, und in wunderbarer Wärme fließt das Licht an den Stämmen der Kastanienbäume nieder und über den steinernen Tisch, der zwischen ihnen steht und an dem in vielen Jahren wohl niemand mehr gesessen ist. Langsam breiten die mächtigen Zedern und Lebensbäume ihre Schatten über den steilen, zur Kapelle führenden Weg; oben, über einer kleinen Treppe, steht ein Kreuz vor der Kapelle, beschützt von zwei Goldregenbüschen und von mächtigen Linden; das Haupt des Herrn ist tief geneigt. Er hat alles vollbracht. Vielleicht sind die Verschanzungen noch sichtbar unter dem Rasenfleck, den nun ein Kreuzweg umfriedet; die Stadt grüßt hinauf zwischen ihren weinbekränzten Bergen, und der Turm des Münsters verschwimmt im Sommerdunst; die Segensfülle der Sommerblüten und Früchte ergießt sich den Hang hinab; und es braust und rauscht in den blühenden Linden. Der Herr ist unsagbar müde von seinem Werk; aber die Welt ist erlöst, und die Verheißung einer höheren Schönheit, als sie am Schöpfungsmorgen besessen, liegt auf ihr.
 ... das Haupt des Herrn ist tief geneigt. Er hat alles vollbracht. 
... über der Tür zur Kapelle ist eine kleine eiserne Kanonenkugel eingemauert ...
Aber die Toten? Schräg über der Tür zur Kapelle ist eine kleine eiserne Kanonenkugel eingemauert, die eine Jahreszahl trägt; hundert Jahre nach der großen Schlacht wurde wieder eine geschlagen, und wer mag sagen, wie oft sich der Hall der Geschütze an den Bergen brach und sie in der Ebene die Feuer aufflammen und wieder erlöschen sahen! Das Geschehen vergangener Zeiten erreichen wir nicht mehr; die Toten erreichen wir noch. Wenn wir in die Kapelle eintreten, so bitten sie mit uns, und schon auf dem Weg herauf haben sie uns vielleicht angerufen und erinnert, und wir haben sie nicht gehört. So viele Schicksale fanden hier ihr Ende, und wir ahnen nicht, wie das Ende dieser Schicksale wieder andere bewegte hinter den Bergen diesseits und jenseits des Stroms und wieviel Seelennot ihren Anfang nahm auf dem Schlachtberg.
Aber die Toten? ... Wenn wir in die Kapelle eintreten, so bitten sie mit uns, und ...
... das Kreuz reicht über alle Not hinweg und verbindet mit ihr ...
Aber das Kreuz reicht über alle Not hinweg und verbindet mit ihr; die Linde schickt ihren Duft in den engen, stillen Raum, die Knienden vermögen sogar die Stadt und den Turm zu sehen, und das Lied der Vögel tönt herein mit dem Summen der Bienenvölker, und unsichtbar, aber ungleich mächtiger wogt der Segen des heiligen Raumes hinaus in die Welt und durchströmt und verwandelt sie. Und so wird der Berg geheiligt, der vielleicht ein großes, von Blüten überdecktes Grab ist, und die Geschichte scheint nahe an ihrem Ziele zu sein. Denn welchen Inhalt hätte sie, wenn nicht die Heimkehr der Welt? Die Welt soll unseres Herrn werden, und er wird sie heimbringen zum Vater; und alles, was geschieht, ereignet sich in der Richtung auf seine sichtbare Wiederkehr, in seiner unsichtbaren Gegenwart. Der Ruf des ehrgeizigen jungen Feldherrn, der immer noch tausend den Hang hinaufführte, die männliche Festigkeit des Verteidigers und all die Mühsal derer, denen sie geboten, sie haben einen, wenn auch noch so verschiedenartigen Anteil an der Erhöhung des Herrn über alles Geschehen, an der letzten Wandlung der Welt zu ihm.
Die Welt soll unseres Herrn werden, und er wird sie heimbringen zum Vater ...
... das Kreuz steht hoch über der Welt, dem einen Schlachtfeld der Geschichte ...
Und wie es an diesen Friedenstagen ist, deren Ende so rasch kommen kann, so wird es am Ende aller Tage sein: das Kreuz steht hoch über der Welt, dem einen Schlachtfeld der Geschichte, die Toten sind unter ihm versammelt, und das Licht unsäglicher Schönheit kühlt die Berge und Täler, auf denen so lange die Schwüle lag. Dann werden Kreuze auf allen Gipfeln erscheinen und einander grüßen, und es wird sich zeigen, daß im Gange der Zeit der Herr seine Siegeszeichen aufgepflanzt hat auf allen Bergen menschlichen Leids. So ist der Schlachtberg verklärt, aber noch ist nicht der letzte Tag seiner Verklärung angebrochen. Denn während auf dem Lande hier der Schrecken lag, war vollkommener Friede an einer andern Stelle der Welt, und während in der Ferne das Furchtbarste geschieht, ist es hier still. Und was könnten wir Besseres tun in dieser Stille, als des Schreckens zu gedenken, der kommt und geht, da ist und schwindet? Die letzte Antwort auf die Geschichte ist das Gebet.
Die letzte Antwort auf die Geschichte ist das Gebet.
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Wenn es Nacht wird, rauscht der Bach freier auf der anderen Seite des Hauses ...
Wenn es Nacht wird, rauscht der Bach freier auf der anderen Seite des Hauses, die Lilien duften aus den Gärten herüber, es ist still geworden in den Linden, und eine große Last fällt von der Seele ab. Wieder hebt im Garten das geheimnisvolle Leben an. Die Leuchtkäfer entsteigen dem Farn und dem hohen Grase; es ist, als ob ihnen der Flug noch schwerfiele; sie streichen über den Halmen und den Wegen hin wie Seelen, die sich nicht lösen können von der Erde. Sind es die Toten der großen Schlacht? Und wie das Mondlicht wieder heraufkommt, werden sie freier, sie ziehen schräge Bahnen durch die Äste des Birnbaums und überkreuzen sich im Fluge; wieder schweben sie den offenen Fenstern zu, als wollten sie in das Haus und in das ferne Leben zurück. Oder geht der Bereich des Lebens nun über in den ihren, gehört ihnen nicht alles, der Garten und das Haus, das Hausgerät und die Bücher? Immer leichter wird ihr Flug; sie steigen zum Dachfirst empor und gleiten durch die Baumkronen, dann sinken sie wieder; steigend und fallend feiern sie ihre Stunde.
... wie Seelen, die sich nicht lösen können von der Erde.
Es ist immer die eine Zeit zwischen dem ersten und dem letzten Tag ...
Aber diese Stunde währt immer, und nur in den wenigen hellen Nächten des Hochsommers werden wir ihrer gewahr; dann erkennen wir, daß wir zu Gast bei den Toten sind. Es ist immer die eine Zeit zwischen dem ersten und dem letzten Tag, kein Geschlecht hatte eine geringere Last auf den Schultern, und es wird nirgendwo Heimat sein, wo wir arbeiten und ruhen, beten und schauen können, wenn nicht hier, auf dem stillen Schlachtfeld der Geschichte. 1943/1944
... wenn nicht hier, auf dem stillen Schlachtfeld der Geschichte.
Reinhold Schneider: Schicksal und Landschaft. Herausgegeben von Curt Winterhalter. Freiburg 1960. S. 383-386.

Freitag, 19. September 2014

Vom Tisch des Brotes auf den Berg

Lorettobergkapelle, Freiburg
Der Beitrag gestrigen Tages über das Haus, das dem Dichter Reinhold Schneider Heimat war, hat mich auf eine Idee gebracht ... zu deren Verwirklichung mußte ich heute spätnachmittags auf den Lorettoberg steigen, mit einer Kamera bewaffnet. Der höchst beschwerliche Aufgang zur Lorettobergkapelle (eigentlich drei Kapellen unter einem Dach, oben ein Bild der mittleren) zwingt zur Überwindung von mindestens fuchzig hohen Höhenmetern - was eine angemessene Stärkung im Vorfeld dieses kräftezehrenden Gewaltmarsches rätlich sein ließ. 
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Zum Glück lag, Schneider wird da weiland auch schon eingekauft haben, die Bäckerei Lay auf dem Weg, einer der zunehmend schwindenden Betriebe, in denen es noch eine Backstube und nicht nur einen Ofen zum Aufbacken frostrierter Teiglinge gibt. Alte-Messe-Molche mögen sowas, weil wir zwanghaft und strunz nostalgisch gestimmt sind. Außerdem ist der Laden über 100 Jahre alt und hat den "Tisch des Brotes" (wie man heute ja gerne sagt) schon lange vor "Das Konzil" gedeckt ... 
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Donnerstag, 18. September 2014

Ein bedrohtes Kulturdenkmal - Reinhold Schneiders letzte Wohnstatt

Meldet sich die Freiburger Kulturszene zu Wort, dann schaue ich zwischenzeitlich eher zweimal hin, ehe ich deren Meinung teile. Aktuell sehe ich mich - wie bereits beim Protest gegen die "Fusion" der SWR Symphonieorchester, was für das Hiesige die faktische Abwicklung bedeutet, nur damit genug Geld für die zwischenzeitlich gängige hirnlose Scheiße (sorry, aber ist doch so!) in der Kasse ist, um diese tumbe Grütze per Glotze und Röhre zu versenden ... (und macht man auf "Anspruch", dann krepiert sowas wie jüngst dieser reizvolle Kirchenfinanzreport aus allen Rohren) ... aber, denn es geht hier beleibe nicht um den SWR, zurück zum eigentlichen Thema: Derzeit also sehe ich mich ganz auf der Seite von Freiburgs Kulturelite: "Wir bezweifeln den Umgang der Stadt mit ihrem eigenen kulturellen Erbe" war wohl gestern in der Badischen Zeitung zu lesen - eine halbseitige Anzeige, dieses Anwesens wegen:
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In diesem Haus - am Fuß des Lorettoberges in der Mercystraße 2 - wohnte und arbeitete der katholische Dichter und Schriftsteller Reinhold Schneider von 1938 bis zu seinem Tod 1958; mithin mehr als ein gutes Drittel seines Lebens, unterbrochen nur von jenen Zeitläufen, in denen sich Schneider eine Weile vor dem Zugriff durch die GeStaPo verborgen halten musste. Es handelt sich um eine großzügige Anlage samt ansehnlichem Garten in einem Winkel des kleinen Berges, der hier unmittelbar zur Stadt hin sanft ausläuft: ein schönes ensemble. Das Haus steht seit einigen Jahren unter Denkmalschutz; eine Tafel, in die Mauer zur Straße hin eingelassen, erinnert des bedeutenden Bewohners ...
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Aktuell befindet sich all das im Besitz eines Bauträgers, der auf dem weiten Gartenareal zwei Neubauten mit Eigentumswohungen und direkt an die Villa ein Einfamilienhaus bauen will; aus wirtschaftlicher Sicht kann man das durchaus verstehen. In der Anzeige - neben viel lokaler Prominenz auch von namhafteren Kulturbeflissenen gezeichnet - wird die Stadt Freiburg aufgefordert, sich der Sache anzunehmen. Ideen stehen im Raum: Man solle das Anwesen erwerben und einer kulturellen Nutzung zuführen, etwa als Literaturarchiv oder Geschichtswerkstatt. In einem Beitrag der Badischen Zeitung wird heute einer der Unterzeichner zitiert: "Es ist im Sinne Reinhold Schneiders, wenn das Anwesen nicht verbaut wird. Wir wollen der Stadt sagen, dass sie sich kümmern soll". Gut so! 
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Wobei ich die angedachten Nutzungsvorschläge ein wenig kritisch sehe, denn Archive, Werkstätten und dergleichen holde Kunst bleibt in der Regel als erstes auf der Strecke, wenn der Stadt das Geld ausgeht - was übelsten Falls dahin führt, daß die Stadt solch Tafelsilber verscherbelt und die letzten Dinge der Schneider'schen Zuflucht ärger ausfallen könnten als die ersten. Außerdem scheinen mir die Ideen, wozu die Stadt das Anwesen erwerben solle, ein wenig wie Verlegenheitsargumente - Hauptsache, es wird gekauft ... allerdings zeigt sich die Stadtverwaltung bislang ohnehin wenig interessiert.
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Ich meinesteils sehe hier auch die Kirche ein wenig in der Pflicht, sich zumindest Gedanken zu machen, ob man das Anwesen nicht erwerben sollte - schon aus Respekt diesem großen christlichen Geist gegenüber. Das Andenken Reinhold Schneiders zu pflegen und - gefährdet ist es ohnehin - in die Zukunft zu tragen kann nämlich durchaus als eine ehrenvolle Aufgabe der Kirche betrachtet werden; man schmückt sich ja auch sonst von Zeit zu Zeit gerne mit Schneider-Zitaten. Warum nicht ein katholisches Literaturarchiv einrichten, offen und von niederer Schwelle für eine interessierte Öffentlichkeit, gerne auch mit einem kleinen Café oder dem Angebot, im Garten um das Haus Atem holen zu können?
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Nicht zuletzt könnte auch ganz konkret das ein oder andere Stück Literatur und der genius loci - ja vielleicht ein dem Ort verbundener genius temporis damaliger Zeit - erfahrbar erhalten werden, wie zum Beispiel aus folgenden Zeilen zu lesen, geschrieben 1943/44:
Wenn der Mond über den alten Bäumen hervortritt, so steigen die Leuchtkäfer aus dem hohen Grase auf und schwärmen gegen das Haus. Sie umkreisen den Birnbaum, der sich gegen das Haus neigt, schweben an den Mauern empor und nähern sich den geöffneten Fenstern; das Haus ist still, alle Bewohner haben es verlassen, und lange schon betrat kein Fuß mehr die verschlungenen Wege des kleinen Gartens, der sich von der Straße her den Berg hinaufzieht. Im Mondlicht glänzen die Blätter der beiden Edelkastanien, die wie Brüder sind und sich zu einer stillen, schönen Form zusammenschließen; schon ist der Jasmin am Wege verblüht, und die letzten Rosen streuen ihre Blätter rasch in das Gras. Der Brunnen draußen fließt leise fort; er ist zu einsam, als daß er noch auf einen Wanderer hoffen könnte; auch die Nächte werden schwül, und wieder nähert sich die Hochsommerzeit, da vor bald dreihundert Jahren die Schlacht auf dem Berge geschah. Damals hatten sich die Verteidiger auf der steilen Höhe über dem Garten verschanzt, und die Angreifer stürmten drei Tage lang gegen die Hänge; es ist sehr viel Blut auf diesem Boden geflossen; große Namen leuchteten auf, aber es widerstrebt uns, sie zu nennen; mag von denen, die Kränze zu vergeben haben, der Ruhm der Tapferen und Kühnen gepriesen werden; mögen diejenigen, die für die rechte Sache kämpften, gleichgültig ob sie siegten oder unterlagen, in Frieden ruhen, und mag allen, die an jenen heißen Tagen gelitten, gekämpft, sich verblutet haben, ihr Leiden vergolten werden in der andern Welt. Wer mag sich vermessen, zu sagen, was damals wirklich geschah und welchen Ort die Schlacht auf dem Berge einnimmt in Gottes unsichtbarem Plan? Der Berg wurde wieder und wieder umkämpft, Könige und Feldherren sahen von seiner Höhe auf das Gebirge und die Stadt zu seinen Füßen und über das weite Stromtal, aus dem diesseits und jenseits die kühnen, feierlichen Höhenzüge grüßen; immer wieder sind bange, furchtbare Tage gekommen, aber dies alles war, und der Friede ist, und sooft er auch vertrieben werden wird, sooft wird er wiederkehren, und am Ende sind der friedlichen Tage doch viel mehr gewesen als der stürmischen; und da nichts geschieht ohne Gottes Willen, so ist es auch sein Wille, daß hier Friede ist und das Land ruht im ungetrübten Licht der Gestirne ...

Das Zitat aus dem Essay Lorettoberg stammt aus: Reinhold Schneider: Schicksal und Landschaft. Herausgegeben von Curt Winterhalter. Freiburg 1960. S. 383. Das untere Bild zeigt die Lorettoberg-Kapelle, vom Stationenweg aus gesehen. Zu den Plänen rund um Schneiders Zuhause ist hier ein Artikel in der Badischen Zeitung zu finden.