Mittwoch, 31. Dezember 2014

Tagessplitter

1.
Noli auferre cum peccatoribus animam meam * et cum viris sanguinum vitam meam,
In quorum manibus scelus est * et quorum dextera plena est muneribus.
2. Soweit zwei Verse aus Psalm 25, die mir heute ad primam auf die Lippen gelegt wurden: Der Herr möge die Seele nicht wegraffen mit den Sündern und das Leben mit den Blutmenschen, an deren Händen Verbrechen klebt, während sie sich mit einer Rechten voller Geschenke anbiedern. Dabei kam mir, womöglich der bedeutungsschwangeren Jahresrückblicke wegen, die aktuell allenthalben geliefert werden, der fette deutsche Kirchensteuerkatholizismus in den Sinn: Die hilfreichste Assoziation gewiß nicht, wenn man versucht, die Seele zu Gott zu erheben.
.
3. Keinesfalls sei nun unterstellt, es handele sich bei der Menge der Heerscharen religioser Funktionäre um "Blutmenschen"! Auch wenn sich ein "Blutmensch", wie mich zwischenzeitlich ein Psalmenkommentar aufklärte, ohnehin nicht zwingend dadurch auszeichne, daß Blut an seinen Händen klebte - die Tendenz, andere Menschen ausgekocht oder unverhohlen auszunutzen, auszubeuten und auszubooten reicht aus, um im Sinne des Alten Testaments als "Blutmensch" Karriere zu machen.
.
4. In dieser Diözese gehen - meines Ermessens eines der faulen Erbstücke des emeritierten Erzbischofs - aktuell einige sehr krumme Dinge vor sich, über die ich allein aus Rücksicht auf die Betroffenen noch nichts geschrieben habe und vorerst auch nichts Näheres schreiben werde. Aber es scheinen mir dann doch "Blutmenschen" in der Kirchenverwaltung ihr Unwesen zu treiben, zuweilen sogar solche im geistlichen Gewande und auf hohem ordinariatösem Vollpfosten.
.
5. Doch eigentlich dachte ich bei den Blutmenschen mit ihren Geschenken eher an das Syndikat aus Politik und Medien, an die sich der deutsche Funktionskatholizismus heranschleimt, um Auftrag, Identität und Wesen gegen das Katzengold zu verkaufen, das man fürs Mitmachen im politkorrekten Kampagnenstadl bekommt. Das geht freilich nur gut, solange man darauf verzichtet, Salz der Erde oder zumindest das Salz in der Suppe zu sein ... um eben als Geschmacksverstärker zu enden.
.
6. Doch raus jetzt aus dem verknitterten Unbehagen an dieser Zeit und zurück zum morgendlichen Stundengebet. An dritter Stelle ad primam steht Psalm 52, der mit dem folgenden Vers schließt:
Utinam veniat ex Sion salus Israel! Cum verterit Deus sortem populi sui, * exsultabit Iacob, lætabitur Israel. 
Daß doch vom Sion das Heil herkomme Israel! Wenn Gott einst das Los seines Volkes wendet, * so wird Jakob aufjauchzen und sich freuen Israel. 

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Er will rücksichtsvoll noch nichts geschrieben haben, aber um uns den Mund wässrig zu machen, dafür reichte es noch?!? ;-)

Andreas hat gesagt…

Das mußte einfach mal gesagt werden, mehr aber kann aktuell nicht gesagt werden ...